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'Sapere aude' - Evaluationsstudie zur Umsetzbarkeit von ethischen Empfehlungen am Klinikum Nürnberg

Title: 'Sapere aude' - Evaluationsstudie zur Umsetzbarkeit von ethischen Empfehlungen am Klinikum Nürnberg

Diploma Thesis , 2006 , 88 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom - Pflegewirt (FH) Toralf Lehnert (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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Summary Excerpt Details

In den letzten Jahren ist es, besonders in den Bereichen des Gesundheitswesens, zu vielen Veränderungen gekommen. Ein neues Entgeltsystem wurde eingeführt, bei dem jeder Behandlungsfall mit einem Pauschalpreis bezahlt wird. Gesundheitszentren, nach dem Vorbild der Polikliniken, einer Errungenschaft der ehemaligen DDR, sprießen überall aus dem Boden. Kleinere Kliniken und Krankenhäuser wurden und werden von größeren Häusern aufgekauft, oder fusionieren miteinander. Die Versorgung der Kranken nimmt in den ländlichen Regionen deutlich ab und dafür in den größeren Städten zu. In Zeiten knapper Kassen wird besonders in den Einsatz neuster Technologie investiert, was auf der anderen Seite zu einem Abbau von Arbeitskräften führt. Diese wiederum streiken für höhere Löhne und bessere Arbeitsplatzbedingungen und zeigen dabei eine Beharrlichkeit die manchmal auch an anderer Stelle von Nöten wäre. Der monetäre Wert vieler Dinge scheint über andere Werte erhaben zu sein und sich unserer Sinne zu bemächtigen. Ob nun für den Einzelnen, die Familie, das Unternehmen oder den Staat, alle brauchen Geld. Heutzutage scheint das Kapital die Basis dafür zu sein, wohin der Weg jedes Einzelnen geht. Diese Abhängigkeit von einem Faktor ist erschreckend, doch viel schockierender ist es, das wir uns dessen bewusst sind und kaum etwas dagegen tun. Alles ist käuflich und in vielen Dingen unseres oberflächlichen Denkens steht, am Anfang der Reflexion, die Frage nach dem was es kostet! Sind wir in unserem zunehmend materialistisch gesteuerten Denken überhaupt noch Herr der Lage? Wissen wir über die Folgen überhaupt Bescheid, wenn wir uns kaum die Zeit nehmen diese zu bedenken?
Entfernen wir uns nicht immer weiter vom Zeitalter der Aufklärung, die das Denken mit den Mitteln der Vernunft in den Vordergrund stellt? Selbstbestimmend und ohne Vorgaben von Obrigkeiten, heute durch den Missbrauch von Hierarchien bestens widerlegt, soll der Mensch sein. Ist das überhaupt möglich oder besser gesagt, war es in der Geschichte der Menschheit je möglich gewesen? Ich mag das sehr bezweifeln und die Gegenwart zeigt eher Tendenzen zurück in die Abhängigkeit, als aus ihr heraus.
Dennoch könnte gerade die Umsetzung der ethischen Empfehlungen, des Klinikums Nürnberg, einen Beitrag leisten, um uns auf der einen Seite der zunehmenden Abhängigkeit bewusst zu werden und um uns auf der anderen Seite aktiv aus dieser zu befreien.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ethische Grundlagen

2.1 Ethik

2.2 Moral

2.3 Tugend

2.4 Verantwortung

2.5 Zusammenfassung

3 Das Klinikum Nürnberg und seine ethischen Strukturen

3.1 Allgemeines

3.2 Ethische Grundsätze als Bestandteil der Klinikumskultur

3.3 Ethikzirkel und Ethikkreise

3.4 Fernlehrgang Ethik

3.5 Das Ethik Forum und die Zentrale Mobile Ethikberatung

3.6 Zusammenfassung

4 Ethische Empfehlungen

4.1 Entstehung und Information

4.2 Inhalte

4.3 Grundsätze der Bundesärztekammer (BÄK)

4.4 Vergleich beider Empfehlungen

4.5 Zusammenfassung

5 Sozialwissenschaftliches Vorgehen

5.1 Empirische Sozialforschung

5.2 Quantitative und qualitative Methode

5.3 Methodenkombination

5.4 Zusammenfassung

6 Das Forschungsprojekt

6.1 Forschungsfrage und Forschungsziel

6.2 Forschungsinstrumente

6.3 Forschungszeitraum und Forschungsgruppe

6.4 Eigenes Umfeld

6.5 Sonderbeobachtung Auszubildende

6.6 Vorgehensweise und Ablauf

6.7 Erwartungen und Prognose

6.8 Kennzahlen

6.9 Kritische Würdigung

6.10 Zusammenfassung

7 Ergebnisse der Erhebungen und Vorstellung

7.1 Inhaltsanalyse

7.1.1 Struktur und Bewertung ethischer Empfehlungen

7.1.2 Informationspolitik und Bildung

7.1.3 Systemisches Denken

7.1.4 Menschenbild

7.2 Vorstellung der Studie im Ethik Forum

7.2.1 Reaktionen und Ideen

7.3 Vorstellung der Studie in der Krankenpflegeschule

7.3.1 Reaktionen und Ideen

7.4 Zusammenfassung

8 Interpretation und Schlussfolgerungen

8.1 Praktische Struktur der ethischen Empfehlungen

8.2 Transparenz und Information im Alltag

8.3 Über den Tellerrand hinaus

8.4 Über und mit dem Menschen

9 Ethik und Unternehmenskultur

9.1 Interdisziplinäre Zusammenhänge

9.2 Die Zukunft ethischer Empfehlungen

9.3 Die Zukunft der Auszubildenden

9.4 Beantwortung des Forschungsziels

9.5 Zusammenfassung

10 Die Vernetzung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

10.1 Globalisierung

10.2 Historisches und gegenwärtiges Berufsverständnis

10.3 Der Einfluss der Philosophie

10.4 Der Sinn in der Sinnfrage

10.5 Tabuthema Tod und Sterben

10.6 Die Struktur der Verantwortung

10.7 Zusammenfassung

11 Schlussgedanken

12 Abschließende Würdigung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Umsetzbarkeit und Wirksamkeit ethischer Empfehlungen am Klinikum Nürnberg. Ziel ist es, nicht nur den Kenntnisstand der Mitarbeiter über diese Empfehlungen zu evaluieren, sondern auch kritisch zu hinterfragen, inwiefern diese Vorgaben den klinischen Alltag tatsächlich leiten und welche Rolle dabei Faktoren wie Hierarchie, Kommunikation und Unternehmenskultur spielen.

  • Evaluation der Kenntnis und Akzeptanz ethischer Empfehlungen am Klinikum Nürnberg
  • Analyse des Einflusses von Hierarchie und Kommunikation auf das ethische Handeln
  • Besondere Berücksichtigung der Rolle und Sichtweise von Auszubildenden im ethischen Kontext
  • Kritische Reflexion des Spannungsfeldes zwischen technologischer Effizienz und menschlicher Zuwendung
  • Untersuchung ethischer Unternehmenskultur als Basis für professionelle Patientenversorgung

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

In den letzten Jahren ist es, besonders in den Bereichen des Gesundheitswesens, zu vielen Veränderungen gekommen. Ein neues Entgeltsystem wurde eingeführt, bei dem jeder Behandlungsfall mit einem Pauschalpreis bezahlt wird. Gesundheitszentren, nach dem Vorbild der Polikliniken, einer Errungenschaft der ehemaligen DDR, sprießen überall aus dem Boden. Kleinere Kliniken und Krankenhäuser wurden und werden von größeren Häusern aufgekauft, oder fusionieren miteinander. Die Versorgung der Kranken nimmt in den ländlichen Regionen deutlich ab und dafür in den größeren Städten zu. In Zeiten knapper Kassen wird besonders in den Einsatz neuster Technologie investiert, was auf der anderen Seite zu einem Abbau von Arbeitskräften führt. Diese wiederum streiken für höhere Löhne und bessere Arbeitsplatzbedingungen und zeigen dabei eine Beharrlichkeit die manchmal auch an anderer Stelle von Nöten wäre. Der monetäre Wert vieler Dinge scheint über andere Werte erhaben zu sein und sich unserer Sinne zu bemächtigen. Ob nun für den Einzelnen, die Familie, das Unternehmen oder den Staat, alle brauchen Geld. Heutzutage scheint das Kapital die Basis dafür zu sein, wohin der Weg jedes Einzelnen geht.

Diese Abhängigkeit von einem Faktor ist erschreckend, doch viel schockierender ist es, das wir uns dessen bewusst sind und kaum etwas dagegen tun. Alles ist käuflich und in vielen Dingen unseres oberflächlichen Denkens steht, am Anfang der Reflexion, die Frage nach dem was es kostet! Sind wir in unserem zunehmend materialistisch gesteuerten Denken überhaupt noch Herr der Lage? Wissen wir über die Folgen überhaupt Bescheid, wenn wir uns kaum die Zeit nehmen diese zu bedenken?

Entfernen wir uns nicht immer weiter vom Zeitalter der Aufklärung, die das Denken mit den Mitteln der Vernunft in den Vordergrund stellt? Selbstbestimmend und ohne Vorgaben von Obrigkeiten, heute durch den Missbrauch von Hierarchien bestens widerlegt, soll der Mensch sein. Ist das überhaupt möglich oder besser gesagt, war es in der Geschichte der Menschheit je möglich gewesen? Ich mag das sehr bezweifeln und die Gegenwart zeigt eher Tendenzen zurück in die Abhängigkeit, als aus ihr heraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen durch ökonomischen Druck und Technisierung und verknüpft diese mit der Notwendigkeit für ethische Reflexion im Arbeitsalltag.

2 Ethische Grundlagen: Das Kapitel erläutert zentrale ethische Begriffe wie Ethik, Moral, Tugend und Verantwortung und betont deren Bedeutung als Voraussetzung für menschliches Handeln.

3 Das Klinikum Nürnberg und seine ethischen Strukturen: Hier wird das Klinikum Nürnberg als Organisation vorgestellt, inklusive seiner Strukturen wie dem Ethik Forum und der Zentralen Mobilen Ethikberatung.

4 Ethische Empfehlungen: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung und Inhalte der hausinternen ethischen Empfehlungen sowie deren Vergleich mit den Grundsätzen der Bundesärztekammer.

5 Sozialwissenschaftliches Vorgehen: Es wird das methodische Design der Evaluationsstudie dargelegt, welches auf einem Mix aus quantitativen und qualitativen Methoden basiert.

6 Das Forschungsprojekt: Hier erfolgt eine detaillierte Beschreibung des Forschungsdesigns, der Instrumente, der Zielgruppe sowie einer kritischen Reflexion über den Prozess der Erhebung.

7 Ergebnisse der Erhebungen und Vorstellung: Die erhobenen Daten werden systematisch in Kategorien wie Inhaltsanalyse, Informationspolitik und Menschenbild dargestellt und ihre Vorstellung in internen Gremien berichtet.

8 Interpretation und Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse werden inhaltlich reflektiert und in den Kontext von Unternehmenskultur, Hierarchie und dem Berufsverständnis im Gesundheitswesen gesetzt.

9 Ethik und Unternehmenskultur: Dieses Kapitel diskutiert die Interdisziplinarität und zukünftige Entwicklung ethischer Prozesse sowie die spezielle Rolle der Auszubildenden.

10 Die Vernetzung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Der Autor schlägt den Bogen von philosophischen Aspekten und Globalisierung bis hin zu den Themen Tod, Sterben und der Verantwortung für kommende Generationen.

11 Schlussgedanken: Abschließendes Fazit zur Wichtigkeit von ethischer Auseinandersetzung im Klinikum und dem notwendigen Wandel im menschlichen Umgang.

12 Abschließende Würdigung: Eine abschließende Betrachtung der Erkenntnisse und der Motivation für einen kontinuierlichen Dialog.

Schlüsselwörter

Klinikum Nürnberg, Ethische Empfehlungen, Ethikberatung, Sozialwissenschaftliche Evaluation, Unternehmenskultur, Verantwortung, Moral, Tugend, Pflegeethik, Medizintechnik, Patientenwille, Hierarchie, Auszubildende, Kommunikation, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Evaluationsstudie zur praktischen Umsetzbarkeit ethischer Empfehlungen am Klinikum Nürnberg, wobei der Fokus auf dem Arbeitsalltag der Beschäftigten liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf Ethik als Teil der Klinikumskultur, dem Einfluss von Hierarchien, der Rolle der Auszubildenden und dem Spannungsfeld zwischen technischem Fortschritt und menschlicher Zuwendung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wirksamkeit und praktische Relevanz der existierenden ethischen Richtlinien kritisch zu hinterfragen und Wege für eine verbesserte Kommunikation und Umsetzung im Alltag zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen methodisch kombinierten Ansatz aus quantitativer Befragung durch Fragebögen und qualitativer Datengewinnung durch Leitfadeninterviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Ethik die spezifischen Strukturen des Klinikums Nürnberg sowie die Ergebnisse der empirischen Datenerhebung detailliert analysiert und diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Klinikum Nürnberg, Ethische Empfehlungen, Patientenorientierung, Pflegeethik, Unternehmenskultur, Kommunikation und Verantwortung.

Warum spielt die Rolle der Auszubildenden eine so große Rolle im Dokument?

Der Autor wählt die Auszubildenden als Fokusgruppe, da diese im Krankenhausgefüge eine besondere Stellung einnehmen und ihr Umgang mit ethischen Themen als Indikator für die zukünftige Entwicklung der Unternehmenskultur dient.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf Technik?

Der Autor warnt vor einem unreflektierten Einsatz technischer Möglichkeiten, der dazu führen kann, dass der Mensch als zentraler Bezugspunkt verloren geht und die Beobachtungsgabe des Pflegepersonals abnimmt.

Was wird unter "kommunikativer Validierung" verstanden?

Dies bezeichnet das Verfahren, bei dem die Forschungsergebnisse den Befragten erneut vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden, um Übereinstimmungen und Unterschiede in der Interpretation abzugleichen und die Daten abzusichern.

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Details

Title
'Sapere aude' - Evaluationsstudie zur Umsetzbarkeit von ethischen Empfehlungen am Klinikum Nürnberg
College
Protestant University of Applied Sciences Nuremberg
Grade
1,3
Author
Diplom - Pflegewirt (FH) Toralf Lehnert (Author)
Publication Year
2006
Pages
88
Catalog Number
V60399
ISBN (eBook)
9783638540889
ISBN (Book)
9783656810001
Language
German
Tags
Sapere Evaluationsstudie Umsetzbarkeit Empfehlungen Klinikum Nürnberg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom - Pflegewirt (FH) Toralf Lehnert (Author), 2006, 'Sapere aude' - Evaluationsstudie zur Umsetzbarkeit von ethischen Empfehlungen am Klinikum Nürnberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60399
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