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Sind Frauen Gewinner oder Verlierer der Globalisierung?

Title: Sind Frauen Gewinner oder Verlierer der Globalisierung?

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nadja Giese (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Frau Christa Wichterich, Soziologin und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac formuliert folgende These zur Globalisierung; „Die neoliberalistische Globalisierung nutzt die hierarchischen Geschlechterverhältnisse und andere soziale Ungleichheiten, um sich über Mechanismen wie Konkurrenz und Polarisierung, Aufwertung und Abwertung, Ausschluss und Integration durchzusetzen.“. Das neoliberalistische Regime baut auf bestehende Geschlechterverhältnisse auf, modernisiert sie aber gemäß der Markt-, Effizienz- und Wettbewerbslogik. Zusammenfassend gesagt, Globalisierungsprozesse haben unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen und sie realisieren sich über die Geschlechterordnung.
Ungleichheit zwischen den Geschlechtern gehört zu den ungelösten Problemen der Weltentwicklung. Bisher haben Frauen in keiner Gesellschaft die gleichen Chancen auf ein gutes Leben wie Männer. Tagtäglich werden wir damit konfrontiert, sei es im eigenen gelebten Alltag oder wir erfahren aus der Zeitung und dem Fernsehen von benachteiligten Frauen in anderen Ländern. Welche Auswirkungen hat Globalisierung auf die Geschlechterungleichheit? Sind Frauen Verlierer der Globalisierung oder eröffnen sich ihnen dadurch Möglichkeiten und Chancen zur Gleichberechtigung. Kapitel 2 setzt sich mit der Definition der Globalisierung auseinander und macht diese anhand eines Beispiels anschaulich. In Kapitel 3 sind geschlechtsbezogene Daten zu finden und Verfahren zur Messung, die die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen widerspiegeln. Die feministische Perspektive zur Ökonomie findet eine kurze Erläuterung in Kapitel 4. Eine kurze Auseinandersetzung mit den differenten Zugangsbedingungen von Frauen und Männern erfolgt in Kapitel 5. In Kapitel 6 wird deutlich, weshalb in Entwicklungsländern gerade Frauen für die Industrie einen Standortvorteil bedeuten. Das nächste Kapitel beschreibt die Frauenarbeit in den Entwicklungs- und Industrieländern. Nicht zuletzt stellt sich dann die Frage, ob die Ausübung einer Tätigkeit zu mehr Partizipation führen kann und damit zur Gleichberechtigung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION GLOBALISIERUNG

3. ZAHLEN ZUR GESCHLECHTERUNGLEICHHEIT

3.1. GESCHLECHTERINDIZES

4. FEMINISTISCHE ÖKONOMIE

5. AUSGANGSBEDINGUNGEN

5.1. ZUGANG ZU QUALIFIKATION

5.2. ZUGANG ZU ÖKONOMISCHEN RESSOURCEN

6. STANDORTVORTEIL FRAU

7. FRAUENARBEIT

7.1. FRAUEN IN INDUSTRIELÄNDERN

7.2. FRAUEN IN ENTWICKLUNGSLÄNDERN

7.2.1. Der informelle Sektor

8. EMANZIPATION DURCH ARBEIT?

9. RECHTLICHE REGELUNGEN

10. GENDER MAINSTREAMING UND EMPOWERMENT

11. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf die Geschlechterverhältnisse und analysiert, ob Frauen primär als Gewinnerinnen oder Verliererinnen dieses Prozesses zu betrachten sind. Dabei wird erforscht, wie ökonomische Strukturen und Standortstrategien die Lebensbedingungen von Frauen in Industrie- und Entwicklungsländern beeinflussen und welche Rolle politisches Handeln bei der Förderung von Gleichberechtigung spielt.

  • Strukturelle Auswirkungen der Globalisierung auf den weiblichen Arbeitsmarkt
  • Die Rolle der feministischen Ökonomie bei der Analyse unbezahlter Sorgearbeit
  • Standortvorteile durch informelle und prekäre Frauenarbeit in Entwicklungsländern
  • Politische Instrumente wie Gender Mainstreaming zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

6. Standortvorteil Frau

Die Produktionsverlagerungen sind die Folge großer technologischer Revolutionen in den letzten Jahrzehnten. Aufwändig industrielle Arbeitsprozesse können seit den siebziger Jahren in verschiedene Produktionsstufen zerlegt werden, was zur Folge hat, dass die einzelnen Produktionsteile an den weltweit günstigsten Orten gefertigt werden. Diese Verlagerungen haben vorwiegend in der Textil- und Elektroindustrie stattgefunden. Sonderkonditionen, wie Zoll- und Steuerbefreiung, Ausnahmen von der natürlichen Arbeitsrecht- und Umweltschutzgebung wie zum Beispiel das Verbot gewerkschaftlicher Organisation ließen einen deregulierten Investitionsraum entstehen. Die Mehrzahl der Beschäftigten waren junge Frauen, die aus Dörfern rekrutiert wurden, ohne jede Lohnerfahrung, ohne Rechtswissen und gewerkschaftlich nicht organisiert, also ohne Verhandlungsmacht, aber geschickt und lernwillig.

Um die zunehmende Armut auf dem Land zu kompensieren waren die Frauen gezwungen die Ernährerrolle zu übernehmen und in die Städte und Erwerbswelt zu migrieren. Lohndiskriminierungen wurden damit legitimiert, dass der Mann der Hauptverdiener ist und die Frau lediglich Zuverdienerin. In Südkorea gibt es frauenspezifische Arbeitsverträge in denen der Arbeitsplatz höchstens für fünf Jahre sicher ist, nicht verlängerbar und eine Heirat in diesem Zeitraum ist untersagt. Außerdem hat ein Großteil der Frauen lediglich einen Zugang zu niedrig qualifizierter, gering entlohnter Beschäftigung, ohne Chance auf ein ständiges Einkommen und beruflichen Aufstieg. Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung der Globalisierungslandschaft bestand darin, dass 80% der Beschäftigten an den Nähmaschinen und an den Lötgeräten Frauen waren, während die Vorarbeiter und Manager Männer waren. „Die Frauenorientierte Industrialisierung in den Exportproduktionszonen war wesentlicher Motor des Wirtschaftsbooms der Schwellenländer Südostasiens.“ Nach wenigen Arbeitsjahren unter schlechten Arbeitsbedingungen, verbraucht, werden die Frauen einfach ausgetauscht, ein >> vergeschlechtliches Wirtschaftswunder <<.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der neoliberalen Globalisierung und deren Auswirkungen auf die Geschlechterordnung sowie Vorstellung der zentralen Forschungsfrage.

2. DEFINITION GLOBALISIERUNG: Darstellung der Globalisierung als multidimensionaler Prozess der Vernetzung von Märkten und Produktion, illustriert an einer weltweiten Warenkette für Jeans.

3. ZAHLEN ZUR GESCHLECHTERUNGLEICHHEIT: Präsentation statistischer Daten zur globalen Benachteiligung von Frauen und Vorstellung von Messinstrumenten wie dem GDI.

4. FEMINISTISCHE ÖKONOMIE: Kritik an der geschlechterblinden traditionellen Wirtschaftswissenschaft und Einordnung von unbezahlter Versorgungsarbeit in das wirtschaftliche Gesamtsystem.

5. AUSGANGSBEDINGUNGEN: Analyse der ungleichen Verteilung von Ressourcen, Bildung und Macht zwischen den Geschlechtern als Voraussetzung für globale Ungleichheit.

6. STANDORTVORTEIL FRAU: Untersuchung der Ausbeutung von Frauen in Exportproduktionszonen, wo niedrige Standards und mangelnde gewerkschaftliche Organisation als Standortfaktor dienen.

7. FRAUENARBEIT: Dokumentation der Erwerbsarbeit von Frauen im Dienstleistungssektor sowie im informellen Bereich in Industrie- und Entwicklungsländern.

8. EMANZIPATION DURCH ARBEIT?: Reflexion darüber, inwiefern eigene Erwerbstätigkeit zu Emanzipation führt oder lediglich neue Abhängigkeiten schafft.

9. RECHTLICHE REGELUNGEN: Diskussion der Rolle der ILO-Kernarbeitsnormen und der Schwierigkeiten bei der Durchsetzung sozialer Mindeststandards auf internationaler Ebene.

10. GENDER MAINSTREAMING UND EMPOWERMENT: Erläuterung politischer Strategien zur Förderung der Gleichstellung und der Bedeutung von Empowerment-Prozessen an der gesellschaftlichen Basis.

11. FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung der ambivalenten Auswirkungen der Globalisierung, die Fortschritte für einige Frauen ermöglicht, aber bestehende Ungleichheiten oft reproduziert.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Geschlechtergerechtigkeit, Feministische Ökonomie, Prekarisierung, Exportproduktionszonen, Gender Mainstreaming, Empowerment, Informeller Sektor, Erwerbsarbeit, Neoliberalismus, Lohndifferenz, Menschenrechte, Standortvorteil, Sorgearbeit, Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die neoliberale Globalisierung auf die soziale und ökonomische Situation von Frauen auswirkt und ob diese Prozesse zu mehr Gleichberechtigung führen oder bestehende Diskriminierungen vertiefen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Schwerpunkte sind die feministische Ökonomie, der Zugang zu Ressourcen und Bildung, Frauenarbeit in Exportsektoren, rechtliche Rahmenbedingungen sowie politische Strategien wie Gender Mainstreaming.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob Frauen als Gewinnerinnen oder Verliererinnen der Globalisierung zu sehen sind und welche Faktoren ihre Teilhabechancen in unterschiedlichen Weltregionen bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, gestützt auf Fachliteratur, Statistiken internationaler Organisationen und Berichte zur Situation von Frauen in globalisierten Arbeitsmärkten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in Industrie- und Entwicklungsländern, die Bedeutung unbezahlter Sorgearbeit und die Grenzen rechtlicher Schutzmechanismen durch Organisationen wie die ILO.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Prekarisierung, Standortvorteil, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, informeller Sektor und Empowerment.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Globalisierung für die Frauenemanzipation?

Die Autorin sieht die Globalisierung als ambivalenten Prozess, der zwar ökonomische Chancen eröffnen kann, aber häufig auf Kosten von sozialen Sicherheiten und auf Basis patriarchaler Strukturen erfolgt.

Welche Bedeutung kommt der informellen Arbeit in der Argumentation zu?

Der informelle Sektor wird als ein Bereich beschrieben, in dem Frauen massiv unter miserablen Bedingungen tätig sind, ohne durch soziale Standards geschützt zu sein, was den informellen Sektor zu einem zentralen Ort der ökonomischen Benachteiligung macht.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich zukünftiger Gleichstellungspolitik?

Das Fazit betont, dass eine nachhaltige Gleichberechtigung nicht nur durch institutionelle Vorgaben, sondern durch ein grundlegendes Umdenken in den Köpfen und eine stärkere Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausgangslagen in Industrie- und Entwicklungsländern erreicht werden muss.

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Details

Title
Sind Frauen Gewinner oder Verlierer der Globalisierung?
College
Technical University of Berlin
Course
Internationale Beziehungen - Theorien und politische Praxis
Grade
1,0
Author
Nadja Giese (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V60403
ISBN (eBook)
9783638540919
ISBN (Book)
9783656799115
Language
German
Tags
Sind Frauen Gewinner Verlierer Globalisierung Internationale Beziehungen Theorien Praxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadja Giese (Author), 2004, Sind Frauen Gewinner oder Verlierer der Globalisierung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60403
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