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Wichtige Rechts- und Gestaltungsfragen der Vertrauensarbeitszeit

Title: Wichtige Rechts- und Gestaltungsfragen der Vertrauensarbeitszeit

Diploma Thesis , 2006 , 86 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefanie Jünger (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ Dieses Lenin zugeschriebene Sprichwort findet in der heutigen Zeit in vielen deutschen Unternehmen noch immer Anwendung, wenn es um das Thema „Arbeitszeit“ geht.
Jedoch ist die unternehmensseitige Kontrolle der Anwesenheitszeit in den letzten Jahren vermehrt in Kritik geraten und zunehmend das Bedürfnis aufgekommen, innerbetriebliches Vertrauen an die Stelle hierarchischer Überwachungsmechanismen zu setzen. Denn wer mit Vertrauen arbeitet, wird andere Ergebnisse erzielen als jene, die mit Kontrolle arbeiten. Dies gilt sowohl für das Privatleben als auch für die Arbeitswelt.
In solchen Zeiten, in denen sich die Arbeitsbedingungen ständig verändern, ist es jedoch schwer, Vertrauen zu schaffen. Aber gerade in einer turbulenten Umwelt, ausgelöst durch Globalisierung, Entwicklung zur Wissensgesellschaft und Wertewandel, sind verantwortungsvolle, selbstständig arbeitende Mitarbeiter ein Erfolgsfaktor. Damit aber deren Interessen, Motivation und auch die Zeitsouveränität nicht verloren gehen, bedarf es einiger Anstrengung. Dabei ist insbesondere ein Umdenken bezüglich der vorherrschenden Arbeitszeitformen erforderlich. Viele Unternehmen lösen diesen Konflikt mit einem hochfle-xiblen Arbeitszeitsystem, das seinen Kernbegriff im Namen trägt: Vertrauensarbeitszeit.

In der vorliegenden Diplomarbeit wird das Modell der Vertrauensarbeitszeit hinsichtlich der wesentlichen Rechts- und Gestaltungsfragen analysiert. Daneben wird auf die charakteristischen Merkmale sowie betrieblichen Umsetzungserfahrungen eingegangen.
Zur Verdeutlichung und Abgrenzung der Vertrauensarbeitszeit setzt sich das erste Kapitel zunächst mit deren Grundlagen auseinander. Nachfolgend wird das Modell einer Bewertung unterzogen, in welcher die sich für die Beteiligten ergebenden zentralen Chancen und Risiken beleuchtet werden.
Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet das anschließende zweite Kapitel, das die Vertrauensarbeitszeit unter dem Aspekt der rechtlichen Analyse betrachtet. Dazu werden die relevanten arbeitsrechtlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen, die den Prozess der Arbeitszeitgestaltung beeinflussen und determinieren, herausgearbeitet. Neben den Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes steht hier insbesondere das Betriebsverfassungsrecht im Zentrum. Daneben werden Möglichkeiten der Gestaltung durch Tarifvertrag sowie mittels arbeitsvertraglicher Vereinbarung diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1 Grundlagen und Bewertung der Vertrauensarbeitszeit

1.1 Zentrale Elemente

1.1.1 Begriffsbestimmung

1.1.2 Charakteristika

1.1.3 Abgrenzung

1.2 Interessen und Ziele

1.2.1 Arbeitgebersicht

1.2.2 Arbeitnehmersicht

1.3 Risiken und Gefahren

1.3.1 Arbeitgebersicht

1.3.2 Arbeitnehmersicht

2 Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen der Vertrauensarbeitszeit

2.1 Arbeitszeitgesetz

2.1.1 Anwendungsbereich

2.1.2 Vorschriften

2.1.2.1 Höchstarbeitszeit

2.1.2.2 Ruhepausen

2.1.2.3 Ruhezeit und Sonn- und Feiertagsarbeitsverbot

2.1.2.4 Ausnahmeregelungen

2.1.2.5 Aufzeichnungspflicht

2.2 Betriebsverfassungsrecht

2.2.1 Anwendungsbereich

2.2.2 Beteiligungsrechte des Betriebsrats

2.2.2.1 Auskunftsanspruch

2.2.2.2 Zustimmungsverweigerung

2.2.2.3 Mitbestimmung in sozialen Angelegenheiten

2.2.3 Betriebsvereinbarung

2.3 Tarifrecht

2.3.1 Tarifvertragliche Regelung

2.3.2 Gestaltungsmöglichkeiten

2.3.3 Beschränkung der Tarifmacht

2.4 Arbeitsvertragsrecht

2.4.1 Arbeitsvertragliche Vereinbarung

2.4.2 Gestaltungsmöglichkeiten

3 Vertrauensarbeitszeit in der Praxis

3.1 Bedeutung

3.1.1 Anwendungsbereich

3.1.2 Verbreitung

3.2 Einführung im Unternehmen

3.2.1 Erfolgsfaktoren

3.2.2 Vorgehensweise

3.3 Praxisbeispiele

3.3.1 Siemens AG

3.3.2 IBM Deutschland GmbH

Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit analysiert das Modell der Vertrauensarbeitszeit im Hinblick auf wesentliche Rechts- und Gestaltungsfragen sowie praktische Umsetzungserfahrungen. Zentral ist die Forschungsfrage, wie dieses Arbeitszeitsystem rechtlich korrekt gestaltet werden kann, ohne Arbeitnehmerinteressen oder betriebliche Mitbestimmungsrechte zu verletzen.

  • Grundlagen und Definition der Vertrauensarbeitszeit
  • Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen (ArbZG, BetrVG)
  • Tarifrechtliche und vertragliche Gestaltungsoptionen
  • Erfolgsfaktoren für die betriebliche Einführung
  • Analyse von Fallbeispielen aus der Praxis (Siemens, IBM)

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Begriffsbestimmung

„Vertrauensarbeitszeit“ bedeutet den Arbeitszeitberatern Hoff/Weidinger zufolge „den Verzicht des Arbeitsgebers auf die Kontrolle von Arbeits- und Anwesenheitszeiten der Arbeitnehmer – nicht mehr und nicht weniger!“

Den Beschäftigten werden somit gewisse Handlungsspielräume eingeräumt, denn sie sind für die Einhaltung der im Vertrag festgeschriebenen Arbeitszeitverpflichtungen selbst verantwortlich. Der Unternehmer verzichtet also nicht nur auf die Fixierung der Arbeitszeitlage, sondern auch auf die Kontrolle der Anwesenheitszeiten der Mitarbeiter – diesen bleibt unter Berücksichtigung ihrer konkreten Aufgaben eigenverantwortlich überlassen, wie die Arbeitszeit gelegt und verteilt werden soll.

Der Leistungsmaßstab Arbeitszeit bleibt damit erhalten (im Gegensatz zur Arbeitszeit-Freiheit, bei der ausschließlich das Erreichen des vorgegebenen Zieles zählt). Grunewald betont in diesem Zusammenhang zwar, dass die vorangegangene Definition nur einen Blickwinkel der Vertrauensarbeitszeit abdeckt, gleichzeitig hebt er diesen Gesichtspunkt aber auch als den herausragenden hervor.

Schlottfeldt knüpft bei seiner Auslegung von Vertrauensarbeitszeit vor allem an den Begriff „Vertrauen“ an. Er vertritt die Auffassung, dass Vertrauensarbeitszeit durch „doppeltes Vertrauen“ bzw. „Vertrauen plus Zutrauen“ gekennzeichnet ist. Das bedeutet einerseits „Vertrauen“ des Unternehmers in die Erbringung der vereinbarten Arbeitszeitleistung durch die Beschäftigten sowie auf Mitarbeiterseite, dass sich vertragliches Arbeitszeitbudget mit den Leistungserwartungen deckt. Zum anderen drückt es „Zutrauen“ aus – Mitarbeiter sollen demnach die Bereitschaft und Fähigkeit mit sich bringen, sinnvoll mit ihrer Arbeitszeit umzugehen, demgegenüber wird von Vorgesetzten ergebnisorientierte Führung und gegebenenfalls Hilfestellung erwartet.

Zusammenfassung der Kapitel

Grundlagen und Bewertung der Vertrauensarbeitszeit: Definition des Konzepts der Vertrauensarbeitszeit unter Abgrenzung zu anderen Modellen sowie Analyse der Chancen und Risiken für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen der Vertrauensarbeitszeit: Rechtliche Prüfung der Kompatibilität mit Arbeitszeitgesetz, Betriebsverfassungsgesetz, Tarifrecht und dem individuellen Arbeitsvertragsrecht.

Vertrauensarbeitszeit in der Praxis: Darstellung von Einführungsprozessen im Unternehmen und Analyse konkreter Umsetzungserfahrungen anhand der Praxisbeispiele Siemens AG und IBM Deutschland GmbH.

Schlüsselwörter

Vertrauensarbeitszeit, Arbeitszeitgesetz, Betriebsverfassungsgesetz, Zeiterfassung, Zeitsouveränität, Arbeitgebersicht, Arbeitnehmersicht, Betriebsvereinbarung, Tarifrecht, Ergebnisorientierung, Arbeitsplatzteilung, Mitbestimmung, Flexibilisierung, Arbeitszeitgestaltung, Personalmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Modell der Vertrauensarbeitszeit hinsichtlich der damit verbundenen Rechts- und Gestaltungsfragen sowie der praktischen Umsetzung in Unternehmen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Definition des Modells, die rechtlichen Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung des Arbeitszeit- und Betriebsverfassungsgesetzes sowie die Anforderungen an eine erfolgreiche Einführung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte Analyse, wie Vertrauensarbeitszeit trotz rechtlicher und betrieblicher Herausforderungen gestaltet werden kann, um eine Balance zwischen Flexibilität und Arbeitnehmerschutz zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und ergänzt diese durch die Untersuchung praktischer Fallbeispiele (Siemens AG, IBM Deutschland GmbH).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Bewertung der Vor- und Nachteile, eine detaillierte arbeitsrechtliche Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die Dokumentation der betrieblichen Einführungspraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Vertrauensarbeitszeit, Zeitsouveränität, Mitbestimmung, Ergebnisorientierung und Arbeitszeitflexibilisierung.

Wie bewerten die untersuchten Unternehmen (Siemens/IBM) das Modell unterschiedlich?

Während die Siemens AG auf eine breite Akzeptanz durch den frühzeitigen Einbezug der Mitarbeiter stößt, sind bei der IBM Deutschland GmbH heftige Bedenken der Arbeitnehmervertretung aufgrund der Einführung per Tarifvertrag zu verzeichnen.

Welche Rolle spielen "Notstopp"-Klauseln in diesem Kontext?

Notstopp-Klauseln dienen der Absicherung für den Fall eines Scheiterns der Vertrauensarbeitszeit, indem sie eine unkomplizierte Rückkehr zur vorherigen Regelung ermöglichen und somit die Akzeptanz bei Kritikern erhöhen.

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Details

Title
Wichtige Rechts- und Gestaltungsfragen der Vertrauensarbeitszeit
College
University of Applied Sciences Regensburg
Grade
1,0
Author
Stefanie Jünger (Author)
Publication Year
2006
Pages
86
Catalog Number
V60410
ISBN (eBook)
9783638540988
ISBN (Book)
9783656795278
Language
German
Tags
Wichtige Rechts- Gestaltungsfragen Vertrauensarbeitszeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Jünger (Author), 2006, Wichtige Rechts- und Gestaltungsfragen der Vertrauensarbeitszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60410
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