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Unterschiedliche Erscheinungsformen von Sport als säkulare Religion

Title: Unterschiedliche Erscheinungsformen von Sport als säkulare Religion

Seminar Paper , 2005 , 37 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mag. phil. Florian Fügemann (Author)

Politics - Miscellaneous
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Da sich diese Arbeit nicht vornehmlich mit dem aktiven Wettkampfgeschehen im Sinne der nicht passiven Definition von Sport als „persönliches Aktivsein in Bewegung“ (Niedermann zit. n. Jungmeier 1998, S. 42) auseinandersetzt, soll - wie bereits im Erkenntnisinteresse dargestellt - etwas genauer auf das oft als passiv definierte und konsumierende Publikum eingegangen werden. Zu Beginn meiner noch folgenden Ausführungen zum ausgewählten Fallbeispiel des ZuschauerInnensports im Fußball, soll daher methodisch voran gestellt werden, dass einleitend mit einer kurzen, historisch genetisch geführten Darstellung der Genese des Fußballsports, die Entwicklung zum Massenevent verdeutlicht werden soll. Erst dieser Einstieg ermöglicht eine Annäherung und ein diesbezügliches Vorverständnis, das wiederum notwendig erscheint, wenn im Zuge dessen, Merkmale bezüglich verschiedenster Ursachen, Motive und letztendlicher Intentions- und Funktionsbereiche des ZuschauerInnensports zu reflektieren sind. Weiters ist die Erörterung der obig angeführten These samt Beantwortung der Forschungsfragen in methodischer Hinsicht nicht nur auf eine makroanalytische Ebene fixiert, sondern soll gleichsam auch auf einer Mikroebene zum Ausdruck kommen. Das heißt weiter ausführend, dass die sozial komplex kontrastierten Bereiche des ZuschauerInnensports nicht nur von außen als Sozialsystem (Stichwort: Makroebene) untersucht werden dürfen, sondern dass es zum Verständnis dessen, auch vielmehr auf eine gezielte, auf das Individuum bezogene Untersuchungsebene ankommt (Stichwort: Mikroebene). Infolgedessen spielen Identifikations- und Identitätskonstruktionen von Fans eine wesentliche Rolle, da diese in Summe letzten Endes das eigentlich zu untersuchende Publikum ausmachen. Außerdem ist die methodische Herangehensweise vor allem aber auf eine Kombination aus akteurstheoretisch und empirisch-analytisch geführten Analysen angelegt. In diesem Kontext wurden gezielte Literaturrecherchen und Textanalysen im Bereich der Sportsoziologie undpsychologie durchgeführt, um herausstellen zu können, inwiefern die Sportpublika auf individueller und gemeinschaftlich-sozialer Ebene, folglich Mikro- und Makroebene, im Rahmen des Stadions als ein Raum von (Gruppen-) Dynamisierung und (Gruppen-) Identitätsbildung, beeinflussbar ist und ob eine diesbezüglich, wissenschaftlich geführte Interpretation im säkular-religiösen Kontext weiterführend standhält.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Wissenschaftliches Erkenntnisinteresse und zentrale Forschungsfragen

1.2. Erklärung der Arbeits- und methodischen Herangehensweise

2. Fußball im Wandel der Zeit: Eine historische Bestandsaufnahme zur Entwicklung des MassenzuschauerInnensports im Fußball

3. Das Fußballereignis: Mehr als nur ein passiver Spielkonsum: Ursachen-, Motiv- und Funktionsmomente des ZuschauerInnensports

4. Die Grundvoraussetzungen des Fan-Seins: Theoretische Vorüberlegungen zu Identifikation und Identität

5. Fan ist nicht gleich Fan: Die Komplexität einer Subkultur anhand einer systematischen Darstellung der wichtigsten Fanklassifikationen

6. Zusammenfassung und Fazit aus Darstellung der benannten Fanklassifikationen mit Bezugname auf Merkmale von individueller u. kollektiver Identifikation und Identität

7. Direkte und unterschiedliche Ausdrucksformen von fußballbezogenem Fan-Sein im Stadion mit dem Versuch einer möglichen Interpretation eines säkularreligiösen Charakters

7.1. Fußballbezogenes und -zentriertes Verhalten von Fans im Stadion

7.2. ZuschauerInnensport im Fußballstadion: Quasi-Religionsbezug in kompensatorisch-säkularer Funktion

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Fußballsport als ein sozial komplexes System, in dem Zuschauer nicht als passive Konsumenten, sondern als aktiv agierende Akteure verstanden werden müssen. Das primäre Ziel besteht darin, die Identifikations- und Identitätskonstruktionen von Fans zu analysieren und kritisch zu prüfen, inwieweit das Fußballstadion als Versammlungsort mit säkular-religiösem Charakter interpretiert werden kann.

  • Historische Entwicklung des MassenzuschauerInnensports im Fußball.
  • Systematische Einteilung und Charakterisierung verschiedener Fan-Typen.
  • Bedeutung von individueller und kollektiver Identität in der Fankultur.
  • Interpretation des Stadionerlebnisses als säkular-religiöse Praxis.
  • Die aktive Rolle der Fans im Zusammenspiel mit dem Sportgeschehen.

Auszug aus dem Buch

7.1. Fußballbezogenes und -zentriertes Verhalten von Fans im Stadion

Bis in die späten 1980er Jahre konnte größtenteils eine recht übersichtliche Strukturierung von Fußballstadien und deren Auswirkungen auf die Fan-Dominanz festgestellt werden. Wer demnach das Fußballspiel als Konsument betrachten wollte, gesellte sich zu den meist sitzend „normalen Zuschauern“, währenddessen fußballzentrierte und bedingt auch erlebnisorientierte Fans (vor allem sei hierbei auf die Ultras verwiesen), durch singen, klatschen, jubeln und anderen Verhaltensweisen, auf die eigene Sympathiebekundung gegenüber einer favorisierten Mannschaft innerhalb eines bestimmten Fanblocks, aufmerksam machten (vgl. Bremer, 2003, S. 89 f.).

Da eine zumeist überwältigende Mehrheit von zum Großteil fußballzentrierten ZuseherInnen während eines Spiels eindeutig emotional und sympathieorientiert einer bestimmten Mannschaft gegenüber positioniert ist, treten häufig Phänomene der eigenen und aktiven Einsatzbereitschaft durch oft wahrzunehmende Anfeuerungsrufe auf (vgl. Stollenwerk 1996, S. 96). In diesem Zusammenhang sei auch auf das bereits bei der Darstellung des fußballzentrierten Fans eingegangene äußere Erscheinungsbild [vgl. hierzu Kapitel 4] hingewiesen, das die persönliche Treue zum Verein beispielsweise durch „etwas wie einen zwei Meter langen, selbst gestrickten Schaal, meistens aber eine Jeansweste mit unzähligen Aufnähern, […] [der] so genannten ,Kutte’ [, darstellt]“ (Bremer 2003, S. 90).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse an der aktiven Rolle von Sportzuschauern und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Identität und zur säkular-religiösen Dimension des Fußballs vor.

2. Fußball im Wandel der Zeit: Eine historische Bestandsaufnahme zur Entwicklung des MassenzuschauerInnensports im Fußball: Analysiert den historischen Aufstieg des Fußballs zum professionellen Massenspektakel und dessen soziale Einbettung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.

3. Das Fußballereignis: Mehr als nur ein passiver Spielkonsum: Ursachen-, Motiv- und Funktionsmomente des ZuschauerInnensports: Untersucht die psychologischen und sozialen Motive für den Stadionbesuch und argumentiert gegen das Konzept des rein passiven Zuschauers.

4. Die Grundvoraussetzungen des Fan-Seins: Theoretische Vorüberlegungen zu Identifikation und Identität: Liefert die theoretische Basis zu den Begriffen Identifikation und Identität, die für das Verständnis der Bindung zwischen Fan und Verein essenziell sind.

5. Fan ist nicht gleich Fan: Die Komplexität einer Subkultur anhand einer systematischen Darstellung der wichtigsten Fanklassifikationen: Systematisiert verschiedene Fan-Typen wie den konsumorientierten, den fußballzentrierten und den erlebnisorientierten Fan.

6. Zusammenfassung und Fazit aus Darstellung der benannten Fanklassifikationen mit Bezugname auf Merkmale von individueller u. kollektiver Identifikation und Identität: Reflektiert die theoretischen Ergebnisse und stellt die Bedeutung der kollektiven Identität für das Fan-Sein heraus.

7. Direkte und unterschiedliche Ausdrucksformen von fußballbezogenem Fan-Sein im Stadion mit dem Versuch einer möglichen Interpretation eines säkularreligiösen Charakters: Analysiert konkrete Verhaltensweisen im Stadion und diskutiert diese im Kontext einer möglichen säkular-religiösen Funktion des Fußballs.

Schlüsselwörter

Fußballsport, ZuschauerInnensport, Fan-Kultur, Identität, Identifikation, Massenspektakel, säkulare Religion, Stadion, Fanklassifikationen, Sozialisationssysteme, Gruppendynamik, Kollektividentität, Sportsoziologie, Kompensation, Ritualisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Fans im Fußballsport und hinterfragt die Annahme, dass Zuschauer lediglich passive Konsumenten seien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Fußballs, die verschiedenen Ausprägungen der Fankultur sowie soziologische und psychologische Identitätskonzepte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist zu untersuchen, wie Fans Identität konstruieren und ob das Fußballstadion in seiner Funktion und Struktur als Ort säkularer Religionsausübung verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden akteurstheoretische und empirisch-analytische Ansätze durch Literaturrecherchen und Textanalysen aus der Sportsoziologie und -psychologie kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Klassifizierung von Fanypen, die theoretische Fundierung von Identität und die Untersuchung von Verhaltensmustern im Stadion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fußballfan, Identität, Massensport, ZuschauerInnensport, säkulare Religion, Soziologie und Gruppendynamik.

Wie unterscheidet sich der konsumorientierte vom fußballzentrierten Fan?

Während der konsumorientierte Fan eine eher neutrale, auf Preis-Leistung ausgerichtete Haltung einnimmt, zeigt der fußballzentrierte Fan eine starke kognitive und affektive Identifikation mit seinem Verein.

Warum wird das Fußballstadion als "Kultstätte" bezeichnet?

Durch Rituale, Gesänge, Vereinsfarben und die kollektive Stimmung im Stadion werden Parallelen zu kirchlichen Liturgien gezogen, was eine Interpretation als säkular-religiöse Zeremonie ermöglicht.

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Details

Title
Unterschiedliche Erscheinungsformen von Sport als säkulare Religion
College
University of Vienna  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Im Rahmen des politikwissenschaftlichen Forschungspraktikums "Sport, Nationalismus und Männlichkeit"
Grade
2,0
Author
Mag. phil. Florian Fügemann (Author)
Publication Year
2005
Pages
37
Catalog Number
V60445
ISBN (eBook)
9783638541206
ISBN (Book)
9783656774402
Language
German
Tags
Unterschiedliche Erscheinungsformen Sport Religion Rahmen Forschungspraktikums Sport Nationalismus Männlichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. phil. Florian Fügemann (Author), 2005, Unterschiedliche Erscheinungsformen von Sport als säkulare Religion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60445
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