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Die Kriminalautorin als Beobachterin der zeitgenössischen britischen Gesellschaft und Kultur

Title: Die Kriminalautorin als Beobachterin der zeitgenössischen britischen Gesellschaft und Kultur

Diploma Thesis , 2006 , 138 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Hdl. Katja Zimmerling (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Bereits 1966 verfasste Richard Gerber einen Aufsatz, in dem er u.a. beschreibt, wie er während seiner Studienzeit im England der Nachkriegszeit erfuhr, dass Kriminalliteratur dort zu den drei meistgelesenen Literaturgattungen zählt: „There are only three kinds of books people read: romances, westerns and crime“, wurde ihm von einem Buchhändler mitgeteilt. Der Kriminalautor Robert Barnard schrieb 1980, dass z. B. Agatha Christie, die ‚Queen of Crime’, mit einer halben Milliarde verkaufter Bücher nach der Bibel und Shakespeare die Autorin sei, deren Werke weltweit am meisten abgesetzt werden. Tatsächlich stehen auch heute noch zu dieser Gattung gehörige Bücher auf den Bestsellerlisten ganz oben. Stephen Knight bemerkt hierzu, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts und 25 Jahre nach Agatha Christies Tod bereits über eine Milliarde ihrer Romane verkauft worden seien. Außerdem zeige eine weltweit durchgeführte Schätzung, dass etwa ein Drittel der englischsprachigen Romanliteratur zum Genre der Kriminalliteratur gehöre. Hier lässt sich bereits ahnen, dass aufgrund der großen Vielfalt und Vielschichtigkeit der auf dem Markt vorhandenen Werke von Kriminalautoren die Definition des Genres ‚Kriminalliteratur’ sowie seiner Subgenres ein nicht gerade einfaches Unterfangen ist. Knappe Definitionsversuche wie z. B. von Richard Alewyn stoßen aufgrund zu großer Überschneidungen und Ungenauigkeiten schnell an ihre Grenzen. Definiert man hingegen zu umfassend, geht dies auf Kosten der Übersichtlichkeit über die daraus resultierenden unzähligen Untergattungen wie u. a. bei Stephen Knight. Aus diesen Gründen soll in der folgenden Untersuchung lediglich die Hauptgattung ‚Kriminalliteratur’ sowie die notwendigen Subgenres definiert werden, denen die behandelten Werke der ausgewählten Autorinnen zugeordnet werden können. Dass für diese Arbeit die Wahl auf ausschließlich weibliche Kriminalautoren der neueren Kriminalliteratur fällt, ist einem weiteren Phänomen dieses Genres zuzuschreiben. Gerade in den letzten zwei Jahrzehnten wurde ein großer Teil der veröffentlichten Werke von Frauen verfasst. Dies ist nicht nur der Verdienst der Buchverlage und ihrer erfolgreichen Marketingstrategien, sondern auch des geschickten networkings von Kriminalautorinnen in Vereinigungen wie Sisters in Crime,die 1986 u. a. von Sara Paretsky gegründet wurde und 1996 das German Chapter Mörderische Schwestern hervorbrachte.[...]

Excerpt


Gliederung

1. Fragestellung und theoretische Grundlagen

1.1. Zielsetzung und Forschungslage

1.2. Allgemeines zu Kriminalroman und Detektivroman

1.2.1. Entstehungsgeschichte

1.2.2. Gattungsstruktur und Typologie

2. Gesellschaft und Kultur in den Detektivromanen von Ruth Rendell

2.1. Die Geschlechterrollen im Wandel der Zeit

2.1.1. Das Berufsleben

2.1.2. Das Privatleben

2.2. Die britische Klassengesellschaft

2.3. Metafiktion in den Detektivromanen von Ruth Rendell

3. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Barbara Vine

3.1. Das gesellschaftliche Leben im Wandel der Zeit

3.1.1. Die Rolle der Frau

3.1.2. Die britische Klassengesellschaft

3.2. Metafiktion in den Kriminalromanen von Barbara Vine

4. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Frances Fyfield

4.1. Die Rollenverteilung in der Gesellschaft

4.1.1. Das Berufsleben

4.1.2. Familie und Freundeskreis

4.2. Politik und Gesellschaft

4.3. Glaube in der Gesellschaft

5. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Minette Walters

5.1. Die Geschlechterrollen in den 1990er Jahren

5.2. Familie, Freundschaften und Beziehungen

5.3. Metafiktion in den Kriminalromanen von Minette Walters

6. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit zeitgenössische britische Kriminalautorinnen in der Lage sind, in ihren Werken gesellschaftliche und kulturelle Verhältnisse genderunabhängig abzubilden, und analysiert, ob sich dabei eine spezifisch weibliche Schreibweise nachweisen lässt. Dabei wird das theoretische Modell des impliziten Autors verwendet, um das Zusammenspiel zwischen der realen Person der Autorin und ihrer gewählten Autorenrolle in den Romanen zu beleuchten.

  • Rolle der Frau in der britischen Gesellschaft
  • Einfluss der britischen Klassengesellschaft auf Lebensentwürfe
  • Metafiktionale Elemente als Ausdruck weiblicher Schreibweise
  • Vergleich zwischen traditionellem Detektivroman und modernem Kriminalroman
  • Autobiografische Einflüsse auf die Gestaltung von Charakteren

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Das Berufsleben

In Rendells Detektivromanen lässt sich von ihren Anfängen bis zu den neueren Werken eine deutliche Veränderung der Rollenverteilung im Berufsleben feststellen. So pendeln in From Doon with Death, das in den 1960er Jahren geschrieben wurde, noch ausschließlich Männer zum Arbeiten vom Land in die Großstadt London. Wenn Frauen arbeiten, dann bestenfalls in typischen ‚Frauenberufen’ wie als Vorschullehrerin oder Magd. Vor allem Burden, Wexfords Handlanger und eine Art moderner Dr. Watson, hat Probleme mit berufstätigen Frauen aufgrund seiner sehr konservativen Sichtweise. So kann er sich nicht vorstellen, dass eine Frau tatsächlich schwere Arbeit in der Landwirtschaft verrichten kann und empfindet daher z. B. den Besuch einer Landwirtschaftsschule für Frauen als Verschwendung.

Für ihn halten „[n]ormal ordinary wives“ pünktlich um 18 Uhr das Abendessen für ihre berufstätigen Ehemänner bereit und unternehmen nichts, ohne diese vorher davon in Kenntnis zu setzen. In dieser Zeit war es für Frauen nichts Ungewöhnliches, nach dem Abschluss der High School jung zu heiraten und das Leben als Hausfrau und Mutter zu verbringen und ohne eine Berufsausbildung zu absolvieren. Dies führte nicht immer zu Zufriedenheit bei den Frauen. So erzählt z. B. Helen Missal, die einst Klassenbeste war, Wexford ihren Werdegang nach dem Schulabschluss: ‚I met Pete,’ she said, ‚and we got married.’ Her nose wrinkled. ‚The story of my life.’

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung und theoretische Grundlagen: Einführung in das Genre der Kriminalliteratur unter Berücksichtigung definitorischer Herausforderungen und der theoretischen Basis, insbesondere des Modells des impliziten Autors nach Wayne C. Booth.

2. Gesellschaft und Kultur in den Detektivromanen von Ruth Rendell: Analyse der Inspektor-Wexford-Reihe hinsichtlich Geschlechterrollen und gesellschaftlicher Strukturen in der britischen Provinz.

3. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Barbara Vine: Untersuchung des Fokus auf familiäre Beziehungen und die Darstellung der britischen Klassengesellschaft in den Romanen unter Rendells Pseudonym.

4. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Frances Fyfield: Betrachtung der Rollenverteilung in der Arbeitswelt und des Einflusses gesellschaftlicher Zwänge auf die Protagonistinnen.

5. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Minette Walters: Analyse von Walters’ modernem Ansatz, der soziale Vereinsamung und familiäre Dysfunktion als Ursachen für Kriminalität thematisiert.

6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der gewählten Autorenrollen und der Bestätigung einer geschlechtsspezifischen literarischen Ausprägung bei den analysierten Autorinnen.

Schlüsselwörter

Kriminalliteratur, Detektivroman, Kriminalroman, Ruth Rendell, Barbara Vine, Frances Fyfield, Minette Walters, Geschlechterrollen, Klassengesellschaft, Metafiktion, Impliziter Autor, Britische Literatur, Genderforschung, Identität, Soziale Struktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht, wie ausgewählte britische Kriminalautorinnen die gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnisse Großbritanniens in ihren Werken darstellen und ob sich dabei eine geschlechterspezifische Schreibweise identifizieren lässt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Darstellung von Geschlechterrollen, der britischen Klassengesellschaft, der Arbeitswelt sowie dem Einfluss von Familienstrukturen auf das Individuum im Spiegel der Kriminalliteratur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll ermittelt werden, ob weibliche Kriminalautoren in der Lage sind, genderunabhängig gesellschaftliche Verhältnisse zu beschreiben, und ob sich in ihren Werken Anzeichen einer typisch weiblichen Autorenschaft zeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert primär auf literaturwissenschaftlichen Analysen der Primärtexte unter Einbeziehung des Konzepts des "impliziten Autors" nach Wayne C. Booth, um die Autorenrolle von der realen Person zu unterscheiden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Kapitel, die jeweils eine Autorin (Ruth Rendell, Barbara Vine, Frances Fyfield, Minette Walters) analysieren und deren spezifische Darstellung von Gesellschaft, Kultur, Familie und Metafiktion untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kriminalliteratur, Genderrollen, Metafiktion, Identität, Klassengesellschaft und das Konzept des impliziten Autors.

Welche Bedeutung hat das Pseudonym Barbara Vine für die Untersuchung?

Das Pseudonym wird herangezogen, um zu zeigen, dass selbst innerhalb des Werks einer Autorin beträchtliche inhaltliche und formale Unterschiede existieren, da Vine den Fokus stärker auf psychologische Hintergründe und soziale Diskrepanzen legt als die Wexford-Reihe.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Kriminalität bei den untersuchten Autorinnen?

Während klassische Detektivromane oft die Wiederherstellung der Ordnung betonen, legen die untersuchten Autorinnen den Schwerpunkt vermehrt auf die psychologischen Folgen des Verbrechens, wobei die Lösung des Falls oft offenbleibt und die gesellschaftliche Kritik in den Vordergrund rückt.

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Details

Title
Die Kriminalautorin als Beobachterin der zeitgenössischen britischen Gesellschaft und Kultur
College
University of Bamberg
Grade
1,0
Author
Dipl.-Hdl. Katja Zimmerling (Author)
Publication Year
2006
Pages
138
Catalog Number
V60446
ISBN (eBook)
9783638541213
ISBN (Book)
9783656795889
Language
German
Tags
Kriminalautorin Beobachterin Gesellschaft Kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Hdl. Katja Zimmerling (Author), 2006, Die Kriminalautorin als Beobachterin der zeitgenössischen britischen Gesellschaft und Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60446
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