Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Linguistics

Die gegenseitige Abstimmung von Sprachstandserhebungen und Sprachförderung im Vorschulbereich

Gießkannenprinzip oder gezielte Förderung?

Title: Die gegenseitige Abstimmung von Sprachstandserhebungen und Sprachförderung im Vorschulbereich

Examination Thesis , 2005 , 115 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Simon Emmerling (Author)

German Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Examensarbeit befasst sich mit dem aktuellen Thema Sprachförderung von Kindergartenkindern im Alter von drei bis sechs Jahren mit Deutsch als Erst- und Deutsch als Zweitsprache (DaZ).
Dabei werden gleich einem ökonomischen Marktmodell die Kinder als Konsumenten von Sprachförderung und die Wissenschaft (Psychologen, Pädagogen und Linguisten) als ihr Produzent aufgefasst. Es wird von der Annahme ausgegangen, dass der optimale Abgleich der Sprachförderung (Angebot) mit der Bedürfnisstruktur (Nachfrage) zentral für eine bestmögliche Sprachförderung aller Kinder ist. Mit Hilfe von Sprachstandserfassungsverfahren (SEV) soll die Nachfrage sondiert werden, um ein möglichst genaues Bild von den Bedürfnissen der Kinder/ der Konsumenten zu erhalten. Spezielle Förderprogramme unterschiedlicher Ausrichtung und Prägung sollen den Bedürfnissen nach Sprachförderung Rechnung tragen. Dabei greifen sie auf Daten zurück, die mit Hilfe jener Screeningverfahren oder mit einer programmeigenen Diagnostik erhoben werden. Die Arbeit stellt exemplarisch SEV vor und analysiert, was genau mit ihnen getestet wird (Pragmatik, Lexik, Grammatik usw.). Dabei steht im Mittelpunkt die Frage: Bilden die Screenings die Bedürfnisse tatsächlich genau genug ab, um eine gezielte Förderung gewährleisten zu können? Anders herum gefragt: Handelt es sich bei den Förderprogrammen um eine Arbeit nach dem ‚Gießkannenprinzip’ oder um gezielte Förderung zur Bedürfnisbefriedigung aller ‚Konsumenten’: jener von Kindern mit Deutsch als Erst- und der von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache? Es kommt in dieser Arbeit zwar dabei einerseits in den Blick, welche Inhalte die Förderprogramme vermitteln, andererseits geht es aber noch mehr darum, ob die Inhalte optimal auf die durch die SEV ermittelten Sprachentwicklungsstände abgestimmt werden können, was in diesem Kontext unter dem Ausdruck ‚gezielte Förderung’ verstanden werden will, oder ob die SEV unspezifisch testen und dies nicht geschehen kann, sodass ein bestimmt gestaltetes Förderprogramm ohne Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder für alle gleichermaßen Anwendung findet. Dies soll mit dem Wort ‚Gießkannenprinzip’ bezeichnet werden. Der exemplarische Blick nach Niedersachsen geht dieser Frage – eingedenk der Möglichkeiten und des Umfangs dieser Arbeit - zumindest im Ansatz nach.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Teil I Einleitungsteil

1. Motivation und Problemstellung

2. Inhalt und Ziel

3. Zusammenfassend einige zentrale Fragen der Arbeit

Teil II Die Hintergründe

1. Bildungspolitische Hintergründe: bildungs- und sozialpolitische Ziele

2. Erziehungswissenschaftliche Grundlagen und Aspekte der pädagogischen Psychologie - Was sollen Kinder ‚leisten’ können und warum schon so früh?

3. Linguistische Hintergründe

3.1 Grundlegendes zu geschriebener und gesprochener Sprache

3.2 Spracherwerb

3.2.1 Ungelenkter monolingualer Erstspracherwerb

3.2.2 Bilingualer ungelenkter Erstspracherwerb/ Zweitspracherwerb

3.3 Schriftspracherwerb und Phonologische Bewusstheit

Teil III Nähere Problembeschreibung

1. Hintergründe zu Spracherwerbsproblemen bei DaE – Kindern

1.1 Soziale Herkunft

1.2 Dysgrammatismus

2. Migrantenkinder

2.1 Einflüsse der Lernerhistorie auf den Zweitspracherwerb

2.2 Umwelt (hier: Input) und Anlage (hier: Motivation/ Antrieb)

2.3 Normativität vs. Lernervarietät

2.4 Mangelnde Sprachkompetenz tangiert andere Lernbereiche

2.5 Soziologische und Soziolinguistische Aspekte

3. Exemplarische Sprachvergleichsanalyse - Sprachstruktur des Türkischen und Russischen im Vergleich zum Deutschen

3.1 Beispiele

3.2 Konklusion

4. Wer oder was soll die Probleme lösen? - Die Angebotsseite der frühen Sprachförderung

4.1 Einleitung: Spracherfassung und Sprachförderung – Zwei notwendige Instrumente zur Herstellung von Chancengleichheit auf dem Bildungssektor

4.2 Grundlegendes zur Spracherfassung

4.2.1 (Sprach-) Beobachtung

4.2.2 (Sprach-) Tests

4.3 Exemplarischer Blick auf Sprachförderprogramme in Deutschland

4.3.1 Kon-Lab

4.3.2 ‚Osnabrücker Materialien’ (Tophinke 2003)

4.3.3 ‚Würzburger Sprachtrainingsprogramm’ (Küspert/ Schneider 1999, 2003)

Teil IV Ausgewählte Sprachstandserfassungsverfahren auf dem Prüfstand

1. Sprachstandserhebungsverfahren – Beispiele im deutschsprachigen Raum

2. Messmethodische Standards für SEV

3. Darstellung der Verfahren

3.1 Niedersächsisches Kultusministerium (2003): Fit in Deutsch – Feststellung des Sprachstandes 10 Monate vor der Einschulung. Hannover: Autor

3.2 CITO (2004): Test Zweisprachigkeit, Arnheim/ NL: National Institute for Educational Measurement

3.3 Hobusch, A./Lutz, N./Wiest, U. (2002): Sprachstandsüberprüfung und Förderdiagnostik für Ausländer- und Aussiedlerkinder (SFD), Horneburg: Persen

3.4 Reich, H./Roth, H.-J. (2004): Hamburger Verfahren zur Analyse des Sprachstandes bei Fünfjährigen (HAVAS 5), Hamburg: Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung

3.5 Ulich, M./Mayr, T. (2003): SISMIK. Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen. Freiburg/Br.: Herder

4. Zusammenfassung und Zwischenfazit

4.1 Was bedeutet es, über ein Sprachvermögen zu verfügen, das für die Schule relevant ist?

4.2 Sprache selbst als schulischer Gegenstand (Mannhaupt 2001)

Teil V Sprachstandsdiagnostik und Sprachförderung am Beispiel Niedersachsen: Fit in Deutsch, OM und Kon-lab

1. Darstellungsteil

1.1 Einleitung

1.2 Zum Aufbau des Darstellungsteils

1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

1.3.1 Niedersächsisches Schulgesetz

1.3.2 Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG)

1.4 Doppelter Förderansatz

1.4.1 Förderung durch KITA-Personal

1.4.1.1 Ideen und Ziele

1.4.1.2 Art und Umfang der Förderung

1.4.1.3 Eingesetzte Mittel

1.4.1.3.1 Kon-Lab

1.4.1.3.2 Osnabrücker Materialien

1.4.1.4 Anforderungen an das Personal

1.4.2 Förderung durch Personal der Grundschulen

1.4.2.1 Ideen und Ziele

1.4.2.2 Art und Umfang der Förderung

1.4.2.3 Eingesetztes Mittel: Individuelle Förderung anhand didaktisch-methodischer Empfehlungen des Kultusministeriums

1.4.2.4 Anforderungen an das Personal

2. Problematisierungsteil

2.1 Die niedersächsische Förderpraxis unter der Lupe: Pro und Contra

2.1.1 Formales I

2.1.2 Formales II

2.1.3 Zur Sprachstandsfeststellung

2.1.4 Ziele und Zielverwirklichung

2.2 Abschließende Betrachtung

2.2.1 Bielefelder Sprachscreening (Jansen/ Mannhaupt/ Skowronek/ Marx 2002)

Teil VI Fazit und Ausblick

1. Was diese Arbeit zeigen konnte

2. Was in dieser Arbeit nicht oder nicht ausführlich gezeigt werden konnte

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Examensarbeit analysiert das Zusammenspiel von Sprachstandserfassungsverfahren und Förderprogrammen für Kinder im Vorschulalter mit Deutsch als Erst- oder Zweitsprache, um zu beurteilen, ob die derzeitigen Ansätze eine gezielte Förderung gewährleisten oder lediglich einem „Gießkannenprinzip“ folgen.

  • Analyse der sprachlichen Vorläuferfähigkeiten und deren Bedeutung für den Schrifterwerb.
  • Evaluation ausgewählter Sprachstandserfassungsverfahren im deutschsprachigen Raum hinsichtlich ihrer Validität und Reliabilität.
  • Kritische Betrachtung von Förderprogrammen wie Kon-Lab und den Osnabrücker Materialien.
  • Untersuchung der niedersächsischen Förderpraxis als exemplarischem Modell.
  • Diskussion des Einflusses von Migrationshintergrund und sozioökonomischen Faktoren auf den Spracherwerb.

Auszug aus dem Buch

1. Motivation und Problemstellung

Die Beherrschung von Sprache in Wort und Schrift ist seit je her der Schlüssel dafür gewesen, um am kulturellen und wirtschaftlichen Leben einer jeden entwickelten Gesellschaft gestaltend partizipieren zu können. Sprach- und besonders Schriftsprachbeherrschung ist ebenso die Grundvoraussetzung für die weitere (Selbst-)Aneignung von Wissen und Fertigkeiten, also für Bildung. Kaum eine Fertigkeit entscheidet in dem Maße über die berufliche Zukunft, wie die Sprach- und Schriftsprachkompetenz. Während für Erstsprachler der perfekte Erwerb der eigenen Sprache, möge er auch unterschiedlich lang dauern (vgl. KLEIN 2001: 604f.), als natürlich angesehen wird, und der Nichterwerb eher die mit Lernbehinderung oder einer anderen psycho-sozialen bzw. medizinischen Erklärung konnotierte Ausnahme bildet, gilt dies lange nicht für den Zweitspracherwerb.

In Deutschland haben Deutsche und Einwanderer nicht die gleichen Bildungs- und Berufschancen, was nach Ansicht vieler Politiker nicht sein müsste, wenn Immigranten über ein höheres Maß an Sprachkompetenz verfügen würden. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und den Arbeitsmarkt betreffender Integration von Einwanderern, fordert die Politik seit langem schon, aber vermehrt in jüngerer Zeit, die Forcierung des Spracherwerbs bei Immigranten nicht nur im Erwachsenenalter, sondern bereits von früher Kindheit an. Die Sprachförderung – gerade von Migrantenkindern – ist allerdings eine Maßnahme, die für sich allein betrachtet nur den halben Nutzen hat.

Zusammenfassung der Kapitel

Teil I: Einleitungsteil: Dieser Teil legt die Motivation und das Ziel der Arbeit dar, indem er das ökonomische Marktmodell der Sprachförderung einführt und zentrale Forschungsfragen formuliert.

Teil II: Die Hintergründe: Hier werden bildungspolitische, erziehungswissenschaftliche und linguistische Grundlagen beleuchtet, die für das Verständnis des Spracherwerbs und des Schrifterwerbs notwendig sind.

Teil III: Nähere Problembeschreibung: Dieser Abschnitt analysiert die „Nachfrageseite“ und diskutiert Spracherwerbsprobleme bei Kindern mit DaE und DaZ sowie die Notwendigkeit einer differenzierten Spracherfassung.

Teil IV: Ausgewählte Sprachstandserfassungsverfahren auf dem Prüfstand: In diesem Kapitel werden fünf verschiedene Verfahren zur Sprachstandsfeststellung hinsichtlich ihrer methodischen Standards evaluiert.

Teil V: Sprachstandsdiagnostik und Sprachförderung am Beispiel Niedersachsen: Fit in Deutsch, OM und Kon-lab: Dieser Teil bietet eine detaillierte Darstellung und kritische Analyse der spezifischen Förderpraxis im Bundesland Niedersachsen.

Teil VI: Fazit und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und Perspektiven für eine verbesserte Abstimmung von Sprachdiagnostik und Förderung aufgezeigt.

Schlüsselwörter

Sprachförderung, Spracherwerb, Schriftspracherwerb, Sprachstandserfassung, DaZ, DaE, Phonologische Bewusstheit, Migrationshintergrund, Schulfähigkeit, Bildungsungleichheit, Gießkannenprinzip, Niedersachsen, Sprachdiagnostik, Lernervarietät.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Zusammenwirken von Sprachstandserfassungsverfahren (SEV) und Förderprogrammen für Vorschulkinder, um herauszufinden, ob Sprachförderung gezielt auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt ist oder unspezifisch erfolgt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen den Erst- und Zweitspracherwerb, den Übergang vom Kindergarten in die Schule, die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den Schrifterwerb sowie die Evaluation diagnostischer Verfahren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob aktuelle Förderprogramme eine gezielte Unterstützung bieten oder ob sie lediglich ein „Gießkannenprinzip“ anwenden, das individuellen Lernausgangslagen nicht gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der Erkenntnisse aus der Sprachwissenschaft, der pädagogischen Psychologie und der Bildungsökonomie kombiniert, um die untersuchten Verfahren kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Hintergründe, die Problembeschreibung der frühen Sprachförderung, eine detaillierte Prüfung ausgewählter Sprachstandserfassungsverfahren und eine spezifische Fallanalyse zur Förderpraxis in Niedersachsen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachförderung, Schriftspracherwerb, DaZ, phonologische Bewusstheit, Sprachstandserfassung und Bildungsungleichheit geprägt.

Welche Rolle spielen Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in dieser Untersuchung?

DaZ-Kinder bilden eine kritische Zielgruppe, da ihre Sprachlernprozesse sich von denen monolingualer Kinder unterscheiden. Die Arbeit untersucht, ob die vorhandenen Instrumente deren spezifische Voraussetzungen ausreichend berücksichtigen.

Wie bewertet die Arbeit die Förderpraxis in Niedersachsen?

Die Arbeit zeigt auf, dass das niedersächsische Modell zwar ein ambitioniertes Unterfangen darstellt, jedoch an der Schnittstelle zwischen Kindergarten und Grundschule Probleme bei der praktischen Umsetzung und der konzeptionellen Abstimmung der Fördermaßnahmen aufweist.

Excerpt out of 115 pages  - scroll top

Details

Title
Die gegenseitige Abstimmung von Sprachstandserhebungen und Sprachförderung im Vorschulbereich
Subtitle
Gießkannenprinzip oder gezielte Förderung?
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Germanistisches Seminar)
Grade
1,1
Author
Simon Emmerling (Author)
Publication Year
2005
Pages
115
Catalog Number
V60465
ISBN (eBook)
9783638541381
ISBN (Book)
9783638694209
Language
German
Tags
Gießkannenprinzip Förderung Abstimmung Sprachstandserhebungen Sprachförderung Vorschulbereich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Emmerling (Author), 2005, Die gegenseitige Abstimmung von Sprachstandserhebungen und Sprachförderung im Vorschulbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60465
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  115  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint