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Identitätsentwicklung in der Adoleszenz - Eine empirische Untersuchung an Berufskollegs

Title: Identitätsentwicklung in der Adoleszenz - Eine empirische Untersuchung an Berufskollegs

Term Paper , 2006 , 35 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Torsten Strecke (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Summary Excerpt Details

In dem Seminar „Selbstkonzept und Selbstwertgefühl“ aus dem Bereich der pädagogischen Psychologie haben wir uns intensiv mit den Begriffen sowie Dimensionen von „Selbstkonzept“ und „Selbstwertgefühl“ beschäftigt. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen zum „Sozialen Selbst“ durch den Psychologen William James haben wir uns um ein erstes inhaltliches Begriffsverständ nis bemüht. Mehrere theoretische Modellannahmen von Sigrun-Heide Filipp über Astrid Schütz bis hin zu James E. Marcia haben uns später begleitet. Ab der Mitte des Seminars haben wir dann die Entwicklung und Beeinflussung des Selbstkonzeptes respektive Selbstwertgefühls in den Lebensabschnitten „Kleinkindalter“, „Kindesalter“ und - besonders umfassend - „Jugendalter“ diskutiert. Wie später genauer beschrieben wird, stehen die beiden oben genannten Begriffe in engem Zusammenhang zu dem Begriff „Identität“. Diese Wechselbeziehung habe ich zum Anlass genommen, herauszufinden, wie die Identitätsentwicklung in der Adoleszenz verläuft. Theoretische Grundlage in den nächsten Abschnitten soll das Identitätsmodell nach Marcia sowie grob das Stufenmodell nach Erikson sein. Das schafft den wissenschaftlichen „Sockel“ für eine empirische Untersuchung, die ich in Berufskolleg-Klassen durchgeführt habe. Ich möchte prüfen, inwieweit sich die theoretischen Modellannahmen hier wieder finden lassen. Nach der Operationalisierung der Variablen habe ich mit dem kostenlosen PC-Programm „GrafStat“ einen quantitativen Fragenbogen entworfen. Der Fragenbogen konnte von den Schülern über das Internet ausgefüllt werden. Eine genauere Beschreibung dazu folgt weiter unten. Daran anknüpfen sollen sich der Versuch einer Auswertung und der Vergleich mit den bisherigen theoretischen und allgemeinen empirischen Ergebnissen. Ein Fazit soll die Arbeit schließlich abrunden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Exkurs: „Selbstkonzept“ und „Selbstwertgefühl“ im Alltag

2. Wie bildet sich Identität auf Selbstkonzept und Selbstwertgefühl ab?

2.1 Historische Entwicklung

2.2 Dimensionen der Identität

3. Theoretische Grundlagen

3.1 Prolog: Die psychosozialen Entwicklungsstufen nach Erikson

3.2 Das Modell James E. Marcias

3.3 Identitätsentwicklung bei Jugendlichen

4. Operationalisierung der Identitätszustände

4.1 Allgemeine Forschungsergebnisse

4.2 Operationalisierung für die empirische Untersuchung

5. Vorbereitungen zur Datenerhebung

5.1 Erstellung des Fragebogens mithilfe der Computersoftware GrafStat

5.2 Kontakt zum Lehrer

5.3 Gültigkeit der Daten

6. Auswertung

6.1 Allgemeine statistische Angaben

6.2 Beurteilung des Selbstkonzeptes und des Selbstwertgefühls

6.3 Beurteilung der Charaktereigenschaften

6.4 Berufswahl

6.5 Bezug zu den vier Identitätsstadien

7. Fazit

8. Anhang

8.1 Operationalisierung und Erstellung des Fragenkatalogs

8.2 Grundauswertung zur Identitätsbefragung

9. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitätsentwicklung während der Adoleszenz durch eine empirische Erhebung an Berufskollegs, um theoretische Modellannahmen, insbesondere von James E. Marcia, in der Praxis zu prüfen. Ziel ist es festzustellen, welche der vier Identitätsstadien bei den befragten Jugendlichen vorherrschen und wie sich Selbstkonzept und Selbstwertgefühl in diesem Lebensabschnitt manifestieren.

  • Grundlagen von Selbstkonzept und Selbstwertgefühl
  • Psychosoziale Entwicklungsstufen nach Erikson
  • Das Identitätsmodell nach James E. Marcia
  • Empirische Untersuchung der Identitätszustände mittels GrafStat
  • Analyse von Selbstbild, Berufswahl und sozialen Einstellungen

Auszug aus dem Buch

Dimensionen der Identität

Identität hat eine kognitive, emotionale und handlungsbezogene Dimension. Die kognitive Komponente ist so etwas wie Selbstaufmerksamkeit („self-awareness“) in einem Moment. Dieses verbindet das Individuum mit gespeicherter Erfahrung. Die emotionale Komponente wird durch Selbstbewertung berührt. Das geschieht durch sozialen und individuellen Vergleich. Wenn eine kognitive und/oder emotionale Auseinandersetzung über einen längeren Zeitraum generalisiert stattfindet, hat das Einfluss auf die Identität.

Dieses Zitat lässt schon darauf schließen, dass Selbstwahrnehmung und Selbstbewertung ein Teil der Identität sind. Subjektive Betroffenheit stellt sozusagen einen Identitätsfilter dar. Der Filter sorgt also dafür, dass situative Erfahrungen, mit denen sich eine Person besonders beschäftigt hat, gespeichert werden und daraufhin als Selbstkonzept (generalisierte Selbstwahrnehmung) und Selbstwertgefühl (generalisierte Selbstbewertung) die Identität als übersituative Instanz erreichen.

Das Selbstkonzept lässt sich weiter differenzieren: Z.B. ist da das schulische Selbstkonzept, oder das körperliche Selbstkonzept, oder auch das soziale Selbstkonzept zu nennen. Das schulische Selbstkonzept wiederum kann das sprachliche Selbstkonzept mit seinen Subkategorien Englisch, Deutsch oder das naturwissenschaftliche Selbstkonzept mit seinen Subkategorien Physik, Chemie, Biologie umfassen. Somit ist das menschliche Selbstkonzept hierarchisch gegliedert.

Das Selbstwertgefühl baut sich quasi aus der Bewertung von Selbstkonzepten auf. Optimalerweise bewegt es sich fernab der Pole Narzissmus und Selbstverachtung. Die Komponenten eines stabilen positiven, nicht überschwänglichen Selbstwertgefühls sind: Wohlbefinden und Selbstzufriedenheit, Selbstakzeptierung und Selbstachtung sowie Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Die Gegenteile dieser Charakterisierungen implizieren ein negatives Selbstwertgefühl. William James definiert sodann Selbstwertgefühl auch als Erfolge pro Anzahl der Versuche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Themenfelder Selbstkonzept und Identität sowie Vorstellung des Ziels, diese mittels einer empirischen Untersuchung an Berufskollegs zu erforschen.

2. Wie bildet sich Identität auf Selbstkonzept und Selbstwertgefühl ab?: Untersuchung der historischen Entwicklung des Identitätsbegriffs und der verschiedenen Dimensionen (kognitiv, emotional, handlungsbezogen), die die Identität ausmachen.

3. Theoretische Grundlagen: Erläuterung des psychosozialen Stufenmodells nach Erikson und des Identitätsmodells von James E. Marcia als wissenschaftliches Fundament.

4. Operationalisierung der Identitätszustände: Vorstellung der Forschungsergebnisse von Marcia und Überführung dieser Erkenntnisse in eine Matrix zur empirischen Messbarkeit.

5. Vorbereitungen zur Datenerhebung: Dokumentation der Erstellung eines quantitativen Fragebogens mit der Software GrafStat und der Durchführung der Befragung an einem Berufskolleg.

6. Auswertung: Darstellung und Analyse der gewonnenen Daten bezüglich Selbstkonzept, Charaktereigenschaften, Berufswahl und der Einordnung in die vier Identitätsstadien.

7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, die eine hohe Tendenz zur erarbeiteten Identität bei den Befragten aufzeigen.

8. Anhang: Detaillierte Auflistung des Fragenkatalogs und der vollständigen Grundauswertung der Befragungsergebnisse.

9. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur und Online-Ressourcen.

Schlüsselwörter

Identität, Adoleszenz, Selbstkonzept, Selbstwertgefühl, James E. Marcia, Erik H. Erikson, Berufskolleg, GrafStat, Identitätszustände, Empirische Untersuchung, Identitätsdiffusion, Moratorium, Erarbeitete Identität, Übernommene Identität, Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Identitätsentwicklung Jugendlicher während der Adoleszenz und untersucht, inwieweit sich theoretische psychologische Modelle in der empirischen Praxis bei Schülern an Berufskollegs nachweisen lassen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den Begriffen Selbstkonzept, Selbstwertgefühl und Identität sowie deren wechselseitiger Beeinflussung und Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die vier Identitätsstadien nach James E. Marcia (erarbeitete Identität, übernommene Identität, Moratorium und diffuse Identität) bei Schülern an Berufskollegs quantitativ zu erfassen und zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor führt eine empirische Querschnittsuntersuchung durch, für die er einen quantitativen Fragebogen mit der Software "GrafStat" entworfen und online sowie in Druckform an die Schüler ausgegeben hat.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Erikson, Marcia), die Operationalisierung der Identitätsmerkmale in ein Messinstrument und die anschließende Auswertung der Befragungsdaten im Kontext der psychosozialen Identitätskategorien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Identitätsentwicklung, Adoleszenz, Selbstkonzept, Identitätsstadien nach Marcia sowie die praktische Anwendung psychologischer Theorie in der Lehrerausbildung.

Welche Erkenntnis ergibt sich aus der Auswertung zur Berufswahl?

Die Auswertung zeigt, dass die Mehrheit der befragten Schüler sich ihre Vorstellung vom Beruf selbst erarbeitet hat und keine starke, von den Eltern übernommene Identität im Sinne einer unfreien Berufswahl feststellbar ist.

Wie unterscheidet sich die Selbstwahrnehmung zwischen Jungen und Mädchen laut Studie?

Bei der Untersuchung der "Personalen Kontrolle" zeigte sich ein deutlicher Unterschied: Während ein Großteil der männlichen Probanden mit ihrer Wirkung auf andere zufrieden war, bewerteten weibliche Probanden dies differenzierter und unentschiedener, was der Autor teils dem Stadium der diffusen Identität zuordnet.

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Details

Title
Identitätsentwicklung in der Adoleszenz - Eine empirische Untersuchung an Berufskollegs
College
University of Münster  (Lehramt an Berufskollegs )
Course
Selbstkonzept und Selbstwertgefühl Uni Münster
Grade
1.0
Author
Torsten Strecke (Author)
Publication Year
2006
Pages
35
Catalog Number
V60478
ISBN (eBook)
9783638541497
Language
German
Tags
Identitätsentwicklung Adoleszenz Eine Untersuchung Berufskollegs Selbstkonzept Selbstwertgefühl Münster
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Strecke (Author), 2006, Identitätsentwicklung in der Adoleszenz - Eine empirische Untersuchung an Berufskollegs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60478
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