Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Die Prinzipal-Agenten-Theorie und die Verdrängung intrinsischer Motivation

Titel: Die Prinzipal-Agenten-Theorie und die Verdrängung intrinsischer Motivation

Seminararbeit , 2005 , 15 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Dipl. Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Martin Dresler (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Anfang der 70er konnte Titmuss nachweisen, dass es bereits ein ausreichendes Angebot an Blutspenden gibt, wenn keine finanzielle Kompensation erfolgt. Wird stattdessen Geld angeboten, sinkt zunächst mit steigender Kompensation die Anzahl der Blutspenden, bis sie ab einer bestimmten Höhe wieder langsam ansteigt. Dieses Verhalten ist mit der herkömmlichen Wirtschaftstheorie nicht zu erklären, die davon ausgeht, dass das Preissystem allein Anreizwirkung für das Handeln ist. Offensichtlich ist es möglich, dass durch monetäre Anreize die Motivation, anderen durch eine Blutspende zu helfen, verdrängt wird. Dieses Beispiel deutet an, dass eine vollständige Steuerung des Menschen mittels externer Motivation undenkbar ist. Es gibt nun einige ökonomische Ansätze, die versuchen, Motivationspsychologische Aspekte in das ökonomische Handlungsmodell zu integrieren.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll dieser Zusammenhang kritisch diskutiert werden, damit Phänomene wie der Verdrängungseffekt besser verstanden werden und Hinweise zu einer effizienteren Anreizgestaltung gegeben werden können. Dazu wird in Kapitel 2 zunächst das Grundmodell der Prinzipal-Agenten-Theorie vorgestellt und in Kapitel 3 die wesentlichen motivationspsychologischen Aspekte aufgeführt, bevor im Kapitel 4 die Bedeutung von Motivation in Prinzipal-Agenten-Beziehungen kritisch untersucht wird. Hierbei wird auf den Einfluss von Motiven, Erwartungen, Anreizen und Attributionen eingegangenn, die vor allem im Risikowahl-Modell von Atkinson und der Attributionstheorie beschrieben werden. Es kann gezeigt werden, dass sich die Prinzipal-Agenten-Theorie - mit einiger Vorsicht – Erkenntnis bringend mit Ergebnissen aus der Motivationspsychologie kombinieren lässt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführendes Beispiel

2. Grundmodell der Prinzipal-Agenten-Theorie

3. Psychologische Aspekte der Motivation

3.1 Abgrenzung extrinsischer und instrinsischer Motivation

3.2 Entstehung von Motivation

4. Bedeutung von Motivation in Prinzipal-Agenten-Beziehungen

4.1 Auswirkung der intrinsischer Motivation

4.2 Motivationspsychologische Erklärung des Verdrängungseffekts

4.3 Betriebswirtschaftliche Relevanz

4.4 Bedingungen für den Verdrängungseffekt

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Integration motivationspsychologischer Aspekte in das ökonomische Modell der Prinzipal-Agenten-Theorie, um Phänomene wie den Verdrängungseffekt besser zu verstehen und Hinweise für eine effizientere Anreizgestaltung zu gewinnen.

  • Grundlagen der Prinzipal-Agenten-Theorie und ihre Grenzen
  • Differenzierung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation
  • Psychologische Motivationstheorien und deren Einflussfaktoren
  • Analyse des Verdrängungseffekts bei monetären Anreizen
  • Gestaltung von Anreizsystemen unter Berücksichtigung der Arbeitsmoral

Auszug aus dem Buch

4.2 Motivationspsychologische Erklärung des Verdrängungseffekts

In dem Beispiel aus Kapitel 1 wurde gezeigt, dass durch monetäre Anreize die Motivation, anderen durch eine Blutspende zu helfen, verdrängt werden kann. In Unterkapitel 3.1 und 4.1 wurde der Zusammenhang zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation aufgezeigt. Mit diesen Begriffen lässt sich das Beispiel nun wie folgt beschreiben: Die extrinsische Belohnung unterhöhlt, bzw. verdrängt die intrinsische Motivation, sich sozial zu engagieren. Dieser Vorgang wird im Weiteren als Verdrängungseffekt bezeichnet. Er wirkt dem bekannten relativen Preiseffekt entgegen, der bei einem steigenden erzielbaren Preis auch eine dafür steigende Aktivität erwarten lassen würde.

Lange Zeit wurde vermutet, dass diese beiden Größen voneinander unabhängig, bzw. additiv sind. In einer Meta-Analyse über 128 Studien konnte Deci et al. nachweisen, dass materielle Belohnung i. Allg. einen signifikant negativen Einfluss auf die intrinsische Motivation für interessante Tätigkeiten hat.

In der Literatur werden verschiedene psychologische Ansätze zur Erklärung des Verdrängungseffekts herangezogen. Fehr/Falk verwenden z. B. die kognitive Evaluationstheorie von Deci und die Theorie der Selbstwahrnehmung, während Krapp/Ryan die Selbstbestimmungstheorie heranzieht. Die zumeist kognitiven Motivationstheorien weisen bei allen Unterschieden doch Parallelen zu der beschriebenen Attributionstheorie und dem Erwartungs-mal-Wert-Modell auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführendes Beispiel: Anhand des Blutspende-Beispiels von Titmuss wird verdeutlicht, dass monetäre Anreize intrinsische Motivation verdrängen können und das klassische ökonomische Handlungsmodell begrenzt ist.

2. Grundmodell der Prinzipal-Agenten-Theorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundprämissen der Prinzipal-Agenten-Theorie, die Problematik von Informationsasymmetrien und Opportunismus sowie die klassische Lösungsstrategie durch Kontrolle und materielle Anreize.

3. Psychologische Aspekte der Motivation: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Motivation, insbesondere die Differenzierung zwischen intrinsischen und extrinsischen Anreizen, sowie Modelle zur Verhaltenserklärung dargelegt.

4. Bedeutung von Motivation in Prinzipal-Agenten-Beziehungen: Dieser Abschnitt analysiert die Auswirkungen intrinsischer Motivation auf Effizienz und Innovation sowie die psychologischen Hintergründe des Verdrängungseffekts und dessen Relevanz für betriebswirtschaftliche Anreizsysteme.

5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst zusammen, dass das Menschenbild des homo oeconomicus durch motivationspsychologische Erkenntnisse ergänzt werden muss, um effektivere Anreizstrukturen zu schaffen.

Schlüsselwörter

Prinzipal-Agenten-Theorie, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Verdrängungseffekt, Motivationspsychologie, Anreizsysteme, Informationsasymmetrie, Opportunismus, Equity-Theorie, Selbstbestimmungstheorie, Attribution, Arbeitsmoral, Institutionenökonomik, Leistungsmotivation, Sozialpsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der kritischen Analyse der Prinzipal-Agenten-Theorie und erweitert diese durch psychologische Erkenntnisse zur intrinsischen Motivation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die ökonomische Anreizgestaltung, die Unterschiede zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation sowie das Phänomen des Verdrängungseffekts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Verdrängungseffekt besser zu verstehen, um Hinweise für eine effizientere Gestaltung von Anreizsystemen in Unternehmen zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Diskussion von Motivationstheorien und deren Übertragung auf ökonomische Prinzipal-Agenten-Beziehungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des ökonomischen Grundmodells, die Aufarbeitung psychologischer Motivationsmodelle und deren Anwendung auf die Beziehung zwischen Prinzipal und Agent.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Prinzipal-Agenten-Theorie, Verdrängungseffekt, intrinsische Motivation, Anreizsysteme und Motivationspsychologie sind die Kernbegriffe.

Warum reicht das Modell des homo oeconomicus laut Autor nicht aus?

Es reicht nicht aus, da es das menschliche Verhalten nur über monetäre Anreize definiert und dabei die signifikanten Auswirkungen intrinsischer Motive vernachlässigt.

Welche Faktoren fördern laut der Arbeit die intrinsische Motivation?

Die intrinsische Motivation wird maßgeblich durch das Erleben von Kompetenz, Autonomie und soziale Zugehörigkeit gefördert.

Wie kann eine kontrollierend empfundene Belohnung die Motivation schädigen?

Wenn eine Person extrinsische Anreize als Einschränkung ihrer Autonomie wahrnimmt, attributiert sie die Ursache ihres Handelns auf den externen Reiz, wodurch die eigene intrinsische Motivation abgewertet wird.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Prinzipal-Agenten-Theorie und die Verdrängung intrinsischer Motivation
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2.0
Autor
Dipl. Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Martin Dresler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V60485
ISBN (eBook)
9783638541541
ISBN (Buch)
9783656778233
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prinzipal-Agenten-Theorie Verdrängung Motivation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Martin Dresler (Autor:in), 2005, Die Prinzipal-Agenten-Theorie und die Verdrängung intrinsischer Motivation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60485
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  15  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum