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Wissen - Macht - Subjekt: Körperbegriffe im Werk Michel Foucaults

Title: Wissen - Macht - Subjekt: Körperbegriffe im Werk Michel Foucaults

Thesis (M.A.) , 2005 , 104 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Larissa Pfaller (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

Michel Foucaults Analyse des Körpers wurde zu einer bedeutenden Quelle für eine Soziologie, die sich für den Körper als sozial konstruiertes Phänomen interessiert. Im Gegensatz zu naturalistischen Ansätzen wird hier der Körper nicht als natürliche und rein biologisch determinierte Einheit betrachtet. Vor allem feministische Zugänge machen sich den Ansatz Foucaults zu eigen, um die These von einem natürlichen Körper als Basis von individueller Identität zu widerlegen. Die Analyse des Foucaultschen Körperbegriffs erschöpft sich jedoch oft in der Rekonstruktion des Verhältnisses von Körper und Macht und weist den Körper dementsprechend als historisch durch die Macht geformt aus. Die vorliegende Arbeit trägt jedoch der Tatsache Rechnung, dass Foucault sein Werk selbst indreitheoretische Achsen-Wissen, Macht und Subjektivität- einteilt, und wird sich der Aufgabe widmen, das Verhältnis des Körpers zu diesen drei Achsen zu untersuchen. So wird in dieser Arbeit auch vonden Körperbegriffen und nichtdem Körperbegriff Foucaults gesprochen. Im Folgenden sollen nun die Körperbegriffe Foucaults differenziert und untersucht werden, wie diese für eine weiterführende systematische soziologische Theorie des Körpers, welche Foucault nicht auf die Machtanalyse beschränkt, nutzbar gemacht werden können. Dementsprechend widmet sich diese Arbeit zunächst einer immanenten Rekonstruktion der Körperbegriffe Foucaults. Im Anschluss daran wird das Verhältnis der Körperbegriffe zur soziologischen Körpertheorie analysiert. Es wird hierbei untersucht, inwieweit die Körperbegriffe Foucaults Elemente einer soziologischen Körpertheorie tragen und diese inhaltlich illustrieren können. Dem Umstand, dass es keine eine einheitliche und umfassende soziologische Körpertheorie gibt, wird dadurch Rechnung getragen, dass die soziologische Beschäftigung mit dem Körper durch drei repräsentative Theorien beleuchtet wird. Abschließend wird zu untersuchen sein, ob Foucault selbst eine übergreifende und integrative soziologische Körpertheorie liefert, oder ob die Körperbegriffe in ihrer Singularität weiterhin nebeneinander bestehen müssen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

1 Die kurze Geschichte der Soziologie des Körpers

2 Fragestellung und Aufbau der Arbeit

II Die Körperbegriffe in Bezug auf Wissen, Macht und Subjektivität

1 Foucaults drei theoretischen Achsen

2 Die Auswahl der Werke

3 Körper und Wissen – Die Geburt der Klinik

3.1 Die Nation und das medizinische Problem der Epidemien

Der Körper im Feld des politischen Wissens

3.2 Der individuelle Körper

3.2.1 Der Körper als Objekt des Wissens

3.2.2 Der Körper als Erkenntnissubjekt

Hypostasierung der unmittelbaren Wahrnehmungserfahrung

3.3 Der Körperbegriff in der Achse des Wissens:

Der diskursiv erzeugte Körper als Interface

4 Der Körper als Objekt der Macht –

Überwachen und Strafen und Der Wille zum Wissen

4.1 Überwachen und Strafen

4.1.1 Was ist Macht?

4.1.1.1 Die öffentliche Marter

4.1.1.2 Die universelle Bestrafung

4.1.1.3 Die normalisierende Disziplin

4.1.2 Der gelehrige Körper und die Disziplinarmacht:

Die Mikrophysik der Macht

4.1.2.1 Analyse und Codierung der Tätigkeiten

4.1.2.2 Die Zusammensetzung der Kräfte in der

Maschine

4.1.3 Der Panoptismus

4.2 Der Wille zum Wissen

4.2.1 Die Macht als Bio-Macht

4.2.2 Der Geständniszwang

4.3 Der Körperbegriff in der Achse der Macht:

Der historisch erzeugte Körper

4.3.1 Der relationale Körper in Überwachen und Strafen

4.3.2 Der konsumierende Körper in Der Wille zum Wissen

5 Das Subjekt als Körper –

Der Gebrauch der Lüste und Die Sorge um sich

5.1 Sexualität und Subjektivität

5.2 Die antike Sexualmoral

5.3 Moral und Subjektivität

5.4 Die Inszenierung von Subjektivität über den Körper

5.5 Die Vernunft der Physis – Die Sorge um sich

5.6 Der Körperbegriff in der Achse der Subjektivität:

Der Körper als Kunstwerk und reflexives Identitätsprojekt

III Foucaults Körpertheorie auf dem Prüfstand

1 Foucault als soziologische Körpertheorie?

2 Das analytische Netz auswerfen –

Das kann eine umfassende Körpertheorie leisten

2.1 Der sozial verkörperte Akteur:

Strukturierungstheorie nach Shilling

2.2 Der Körper als Ordnungsproblem:

Strukturtheorie nach Turner

2.3 Der Körper als Handlungsproblem:

Handlungstheorie nach Frank

2.3.1 Der disziplinierte Körper

2.3.2 Der reflektierende Körper

2.3.3 Der dominierende Körper

2.3.4 Der kommunizierende Körper

3 Die soziologische Körpertheorie in den Werken Foucaults

3.1 Der Arzt als sozial verkörperter Akteur:

Das Wissen als Strukturierungsmoment

3.2 Der Körper als Ordnungsproblem der Macht

3.2.1 Der individuelle Körper in Überwachen und Strafen

3.2.1.1 Der Körper im Raum

3.2.1.2 Der Körper in der Zeit

3.2.2 Die Bevölkerung in Der Wille zum Wissen

3.2.2.1 Die Regulation der Bevölkerung

3.2.2.2 Die Reproduktion der Bevölkerung

3.3 Der Körper als Handlungsproblem des Subjekts in

Der Gebrauch der Lüste und Die Sorge um sich

3.3.1 Kontrolle

3.3.2 Selbstbezug

3.3.3 Fremdbezug

3.3.4 Lust

3.4 Sind die Körperbegriffe Foucaults in einer Theorie integrierbar?

IV Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis des menschlichen Körpers zu den drei theoretischen Achsen im Werk von Michel Foucault: Wissen, Macht und Subjektivität. Dabei wird analysiert, wie Foucault unterschiedliche Körperbegriffe entwickelt, um die Konstruktion von Körperlichkeit in diesen spezifischen diskursiven und praktischen Kontexten zu verdeutlichen, und inwieweit diese Begriffe in eine umfassende soziologische Körpertheorie integrierbar sind.

  • Analyse der Körperbegriffe entlang der Achsen Wissen, Macht und Subjektivität
  • Methodische Rekonstruktion der Körperkonzeptionen in ausgewählten Werken (u.a. "Die Geburt der Klinik", "Überwachen und Strafen", "Sexualität und Wahrheit")
  • Vergleichende Untersuchung der Foucaultschen Ansätze mit soziologischen Körpertheorien (Shilling, Turner, Frank)
  • Untersuchung der Integrationsfähigkeit der Foucaultschen Körperbegriffe in eine übergreifende Theorie

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Nation und das medizinische Problem der Epidemien

Im 18. Jahrhundert hat die Gesellschaft mit den Gefahren der Epidemien zu kämpfen, die ihre Existenz bedrohen. Mit den Epidemien treten also zunächst scheinbar rein medizinische Probleme als gesellschaftspolitische Probleme der Nation auf und so wird im Übergang zum 19. Jahrhundert die Aufgabe des Arztes primär als eine politische gesehen. Die Reproduktion und Regulation der Nation stellen demzufolge in der Geburt der Klinik die politische Dimension des medizinischen Diskurses dar. Es wird nötig, öffentlich zugängliche Plätze zu überwachen, die Einäscherung der Leichen und den Handel mit Lebensmitteln zu kontrollieren. Verordnungen werden erlassen, welche im Volk propagiert und deren Einhaltung überwacht werden muss. Die regierende Staatsmacht steht vor der "Notwendigkeit, einen politischen Status der Medizin zu definieren und auf der Staatsebene ein medizinisches Bewußtsein herzustellen, mit der Aufgabe ständiger Information, Kontrolle und Zwangsdurchsetzung."

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Thema im jungen Feld der Soziologie des Körpers und erläutert die Fragestellung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

II Die Körperbegriffe in Bezug auf Wissen, Macht und Subjektivität: Hier werden die Körperbegriffe Foucaults anhand seiner drei theoretischen Achsen (Wissen, Macht, Subjektivität) systematisch rekonstruiert und analysiert.

III Foucaults Körpertheorie auf dem Prüfstand: Die Foucaultschen Konzepte werden hier auf ihre Integrationsfähigkeit in soziologische Körpertheorien von Shilling, Turner und Frank hin überprüft.

IV Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, dass Foucault zwar differenzierte Körperbegriffe liefert, diese jedoch keine einheitliche Theorie bilden, sondern eigenständig nebeneinander bestehen.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Körper, Macht, Wissen, Subjektivität, Soziologie des Körpers, Disziplinarmacht, Bio-Macht, Gouvernementalität, Körperbegriff, Diskurs, Subjektivierung, Körpertechniken, Reflexives Identitätsprojekt, Klinisch-anatomischer Diskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Michel Foucault den Körper in seinem Werk konzipiert und wie sich diese Körperbegriffe im Kontext seiner drei theoretischen Achsen – Wissen, Macht und Subjektivität – verändern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die soziale Konstruktion des Körpers, die Art und Weise, wie Macht auf den Körper zugreift, und die Rolle des Körpers bei der Konstituierung des Subjekts.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die immanente Rekonstruktion der Körperbegriffe Foucaults und die anschließende Untersuchung ihrer Nutzbarkeit für eine systematische soziologische Körpertheorie.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die Methode der immanenten Rekonstruktion und führt einen theoretischen Vergleich mit klassischen soziologischen Körpertheorien durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die drei Phasen Foucaults: den Körper im Wissensdiskurs (Klinik), den Körper als Objekt der Macht (Disziplin) und das Subjekt als Körper in der Ethik (Selbstsorge).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Macht, Wissen, Subjektivität, Bio-Macht, Disziplin, Körpertechniken und Gouvernementalität stehen im Zentrum der Untersuchung.

Warum unterscheidet die Autorin zwischen Körperbegriffen statt einem einzelnen Körperbegriff?

Weil Foucault sein Werk in drei unterschiedliche theoretische Achsen unterteilt, die jeweils mit anderen methodischen Anforderungen und Gegenstandsbereichen verbunden sind, was zu verschiedenen, spezifischen Körperkonzeptionen führt.

Was bedeutet "Körper als Interface" im Kontext des ersten Kapitels?

Der Körper des Arztes dient hier als Schnittstelle (Interface), die diskursives medizinisches Wissen in körperliche Handlungen übersetzt, um Krankheiten zu erkennen und zu klassifizieren.

Inwieweit lässt sich Foucaults Körperbegriff in eine soziologische Theorie integrieren?

Laut der Schlussbetrachtung lassen sich die verschiedenen Aspekte nicht zu einer einzigen, umfassenden Theorie zusammenführen; sie besitzen eine Eigenständigkeit und Integrierbarkeit, die über eine bloße machtzentrierte Lesart hinausgeht.

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Details

Title
Wissen - Macht - Subjekt: Körperbegriffe im Werk Michel Foucaults
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Soziologie)
Grade
1,0
Author
Larissa Pfaller (Author)
Publication Year
2005
Pages
104
Catalog Number
V60504
ISBN (eBook)
9783638541640
ISBN (Book)
9783656807612
Language
German
Tags
Wissen Macht Subjekt Körperbegriffe Werk Michel Foucaults
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Larissa Pfaller (Author), 2005, Wissen - Macht - Subjekt: Körperbegriffe im Werk Michel Foucaults, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60504
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