Wissen - Macht - Subjekt: Körperbegriffe im Werk Michel Foucaults


Magisterarbeit, 2005
104 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

I Einleitung
1 Die kurze Geschichte der Soziologie des Körpers
2 Fragestellung und Aufbau der Arbeit

II Die Körperbegriffe in Bezug auf Wissen, Macht und Subjektivität
1 Foucaults drei theoretischen Achsen
2 Die Auswahl der Werke
3 Körper und Wissen – Die Geburt der Klinik
3.1 Die Nation und das medizinische Problem der Epidemien Der Körper im Feld des politischen Wissens
3.2 Der individuelle Körper
3.2.1 Der Körper als Objekt des Wissens
3.2.2 Der Körper als Erkenntnissubjekt Hypostasierung der unmittelbaren Wahrnehmungserfahrung
3.3 Der Körperbegriff in der Achse des Wissens: Der diskursiv erzeugte Körper als Interface
4 Der Körper als Objekt der Macht –
Überwachen und Strafen und Der Wille zum Wissen
4.1 Überwachen und Strafen
4.1.1 Was ist Macht?
4.1.1.1 Die öffentliche Marter
4.1.1.2 Die universelle Bestrafung
4.1.1.3 Die normalisierende Disziplin
4.1.2 Der gelehrige Körper und die Disziplinarmacht:
Die Mikrophysik der Macht
4.1.2.1 Analyse und Codierung der Tätigkeiten
4.1.2.2 Die Zusammensetzung der Kräfte in der Maschine
4.1.3 Der Panoptismus
4.2 Der Wille zum Wissen
4.2.1 Die Macht als Bio-Macht
4.2.2 Der Geständniszwang
4.3 Der Körperbegriff in der Achse der Macht:
Der historisch erzeugte Körper
4.3.1 Der relationale Körper in Überwachen und Strafen
4.3.2 Der konsumierende Körper in Der Wille zum Wissen
5 Das Subjekt als Körper –
Der Gebrauch der Lüste und Die Sorge um sich
5.1 Sexualität und Subjektivität
5.2 Die antike Sexualmoral
5.3 Moral und Subjektivität
5.4 Die Inszenierung von Subjektivität über den Körper
5.5 Die Vernunft der Physis – Die Sorge um sich
5.6 Der Körperbegriff in der Achse der Subjektivität:
Der Körper als Kunstwerk und reflexives Identitätsprojekt

III Foucaults Körpertheorie auf dem Prüfstand
1 Foucault als soziologische Körpertheorie?
2 Das analytische Netz auswerfen –
Das kann eine umfassende Körpertheorie leisten
2.1 Der sozial verkörperte Akteur:
Strukturierungstheorie nach Shilling
2.2 Der Körper als Ordnungsproblem:
Strukturtheorie nach Turner
2.3 Der Körper als Handlungsproblem:
Handlungstheorie nach Frank
2.3.1 Der disziplinierte Körper
2.3.2 Der reflektierende Körper
2.3.3 Der dominierende Körper
2.3.4 Der kommunizierende Körper
3 Die soziologische Körpertheorie in den Werken Foucaults
3.1 Der Arzt als sozial verkörperter Akteur:
Das Wissen als Strukturierungsmoment
3.2 Der Körper als Ordnungsproblem der Macht
3.2.1 Der individuelle Körper in Überwachen und Strafen
3.2.1.1 Der Körper im Raum
3.2.1.2 Der Körper in der Zeit
3.2.2 Die Bevölkerung in Der Wille zum Wissen
3.2.2.1 Die Regulation der Bevölkerung
3.2.2.2 Die Reproduktion der Bevölkerung
3.3 Der Körper als Handlungsproblem des Subjekts in
Der Gebrauch der Lüste und Die Sorge um sich
3.3.1 Kontrolle
3.3.2 Selbstbezug
3.3.3 Fremdbezug
3.3.4 Lust
3.4 Sind die Körperbegriffe Foucaults in einer Theorie integrierbar?

IV Schlussbetrachtung

I Einleitung

Wie kommen wir also dazu, den Körper zu einem Forschungsthema der Sozialwissenschaft zu machen und ihn nicht allein den biomedizinischen Wissenschaften zu überlassen? Was kann man über den Körper lernen, das uns vielleicht dabei helfen könnte, die großen Probleme der sozialen Ordnung, des sozialen Konflikts und des sozialen Wandels zu verstehen? Selbst, wenn es hier etwas zu lernen gäbe, wieso könnte dies von mehr als bloß beiläufigem Interesse sein? Denn sucht die Wissenschaft nicht nach Ordnung, Regelmäßigkeit und Generalisierungen, die von körperlichem Verhalten unabhängig sind? Im allgemeinen erforscht die Soziologie Regeln und normatives Verhalten, das von den Überzeugungen der Menschen und nicht von der Chemie oder Physiologie ihrer Körper ausgeht. In diesem Sinne sagt man: Gesellschaft ist in unserem Bewußtsein, nicht in unseren Körpern.

John O'Neill: Die fünf Körper

1 Die kurze Geschichte der Soziologie des Körpers

Eine eigenständige Soziologie des Körpers ist ein noch sehr junges Teilgebiet der soziologischen Wissenschaft und kann daher nur auf eine kurze Geschichte zurückblicken. Man kann zwar erkennen, dass die 'Klassiker der Soziologie' den Körper in den Werken implizit mitgedacht haben, jedoch wurde der Körper als zentrales soziologisches Phänomen nicht systematisch untersucht[1]. Gugutzer spricht daher in Anlehnung an Shillings Ausdruck der 'absence presence' von einer "versteckte[n] Geschichte"[2] des Körpers innerhalb der Soziologie.

Als Gegenbeispiel und als Vorläufer einer soziologischen Körpertheorie kann beispielsweise Marcel Mauss gelten, der sich bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts explizit mit dem Thema Körper auseinandersetzt. Marcel Mauss spricht in einem Essay von "Techniken des Körpers"[3]. Darunter versteht er die Weise "in der sich die Menschen in der einen wie der anderen Gesellschaft traditionsgemäß ihres Körpers bedienen."[4] Er stellt dar, wie schon die einfachsten körperlichen Tätigkeiten wie Atmen, Laufen, Essen, Trinken, Springen, Werfen etc. kulturell überformt werden. Diese Körpertechniken erscheinen somit nicht als natürlich gegebenes, sondern als gesellschaftliches Phänomen. Hier erscheint der menschliche Körper explizit nicht nur als Objekt der Biologie oder Medizin, sondern durch die soziale Formung der Handlungen auch als Objekt der Soziologie.

Die eigentliche Geburtsstunde der Soziologie des Körpers ist jedoch erst in den 1970er und insbesondere in den 1980er Jahren zu verorten. Für Aufschwung sorgte vor allem der angloamerikanische Wissenschaftsraum, wo sich die Soziologie des Körpers in den 1990er Jahren als Bindestrich-Soziologie etablierte.[5] Erkennen lässt sich dies zum Beispiel an dem Erscheinen der Zeitschrift "Body & Society" ab dem Jahr 1995 im Angelsächsischen Raum oder daran, dass die "British Sociological Association" 1998 ihre Jahrestagung dem Thema "Making Sense of the Body: Theorie, Research and Practices" widmete.[6]

In der deutschsprachigen Soziologie ist der Etablierungsprozess noch nicht so weit fortgeschritten. Doch lässt sich auch hier, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung ein kleiner Körper-Boom erkennen. So ist die Zahl der soziologischen Publikationen zum Thema Körper in den 1990er Jahren enorm angestiegen, und es wurden erste Institutionalisierungsversuche unternommen – so zum Beispiel 1998 die Gründung eines Arbeitskreises "Soziologie des Körpers" innerhalb der "Deutschen Gesellschaft für Soziologie"[7]

2 Fragestellung und Aufbau der Arbeit

Michel Foucaults Analyse des Körpers wurde zu einer bedeutenden Quelle für eine Soziologie, die sich für den Körper als sozial konstruiertes Phänomen interessiert. Im Gegensatz zu naturalistischen Ansätzen wird hier der Körper nicht als natürliche und rein biologisch determinierte Einheit betrachtet. Vor allem feministische Zugänge machen sich den Ansatz Foucaults zu eigen, um die These von einem natürlichen Körper als Basis von individueller Identität zu widerlegen.[8] Die Analyse des Foucaultschen Körperbegriffs erschöpft sich jedoch oft in der Rekonstruktion des Verhältnisses von Körper und Macht[9] und weist den Körper dementsprechend als historisch durch die Macht geformt aus. Die vorliegende Arbeit trägt jedoch der Tatsache Rechnung, dass Foucault sein Werk selbst in drei theoretische Achsen – Wissen, Macht und Subjektivität[10] – einteilt, und wird sich der Aufgabe widmen, das Verhältnis des Körpers zu diesen drei Achsen zu untersuchen. So wird in dieser Arbeit auch von den Körperbegriffen und nicht dem Körperbegriff Foucaults gesprochen.

Im Folgenden sollen nun die Körperbegriffe Foucaults differenziert und untersucht werden, wie diese für eine weiterführende systematische soziologische Theorie des Körpers, welche Foucault nicht auf die Machtanalyse beschränkt, nutzbar gemacht werden können. Dementsprechend widmet sich diese Arbeit zunächst einer immanenten Rekonstruktion der Körperbegriffe Foucaults. Im Anschluss daran wird das Verhältnis der Körperbegriffe zur soziologischen Körpertheorie analysiert. Es wird hierbei untersucht, inwieweit die Körperbegriffe Foucaults Elemente einer soziologischen Körpertheorie tragen und diese inhaltlich illustrieren können. Dem Umstand, dass es keine eine einheitliche und umfassende soziologische Körpertheorie gibt, wird dadurch Rechnung getragen, dass die soziologische Beschäftigung mit dem Körper durch drei repräsentative Theorien beleuchtet wird. Abschließend wird zu untersuchen sein, ob Foucault selbst eine übergreifende und integrative soziologische Körpertheorie liefert, oder ob die Körperbegriffe in ihrer Singularität weiterhin nebeneinander bestehen müssen.

II Die Körperbegriffe in Bezug auf Wissen, Macht und Subjektivität

1 Foucaults drei theoretischen Achsen

In der Einleitung zu Der Gebrauch der Lüste lässt Foucault sein bisheriges Schaffen Revue passieren und entwirft einen Ausblick auf sein künftiges Vorhaben. Er beschreibt dabei drei theoretische Orientierungen, die sein Gesamtwerk durchlaufen. Dieses lässt sich dementsprechend in drei verschiedene methodische Schwerpunktsetzungen und Orientierungsverschiebungen einteilen, die Foucault selbst als drei theoretische "Achsen"[11] bezeichnet

Der erste Abschnitt in Foucaults Werk ist von der archäologischen Methode geprägt und untersucht autonome Diskurse. In ihrem Mittelpunkt steht die 'Achse der Wahrheit', welche sich in den Schriften Die Geburt der Klinik (1963) und Die Ordnung der Dinge (1966) illustriert wird. Das entsprechende theoretische Instrumentarium liefert Foucault in Archäologie des Wissens (1969).

Im zweiten, genealogischen Abschnitt werden die Wirkungsweisen der Macht untersucht. Dementsprechend tritt also die 'Achse der Macht' in den Vordergrund. Der Begriff des Diskurses wird von dem des Dispositivs abgelöst, der in dieser Schaffensperiode im Mittelpunkt steht. In Überwachen und Strafen von 1975 und Der Wille zum Wissen (1976) entfaltet er die Geschichte und die Theorie der Machtpraktiken.

Die achtziger Jahre sind als dritter Abschnitt geprägt durch dem Ethiker Foucault, der in Der Gebrauch der Lüste (1984) und Die Sorge um sich (1984) mit der 'Achse der Subjektivität' die Möglichkeit der Subjekte entdeckt, sich souverän mit den Machtmechanismen auseinanderzusetzen und sich so in ein Verhältnis zu sich selbst zu stellen.

Die drei theoretischen Orientierungen sind mit einer jeweiligen Methodologie und einem Gegenstandsbereich verbunden, so dass diese Orientierungen als eine archäologische, eine genealogische und eine ethische Phase beschrieben werden können. Die Archäologie entspricht somit dem Gegenstandsbereich des Wissens, die Genealogie den Machtpraktiken und die Ethik dem Bereich der Subjektivität.[12]

In dieser Arbeit werden die Körperbegriffe in Bezug auf jene drei Achsen untersucht. Diese Vorgehensweise scheint angemessen, da davon auszugehen ist, dass eine unterschiedliche Methodologie und ein unterschiedlicher Gegenstandsbereich fast zwangsläufig Modifikationen im Körperbegriff notwendig machen. Diese Modifikationen, den Phasen entsprechend, sollen im Folgenden nachgezeichnet und ihre Attribute herausgearbeitet werden. Dazu wird es nötig sein, anhand der drei theoretischen Phasen des Werkes drei eigenständige Körperbegriffe herauszuarbeiten.

2 Die Auswahl der Werke

Im Vordergrund für dieses Vorhaben werden die inhaltlichen Werke Foucaults stehen. Dieser Vorgehensweise liegt zunächst die These zugrunde, dass Foucault nicht mit einem einheitlichen, homogenen, unveränderlichen, genau definierten und abgeschlossenen Körperbegriff operiert – vielmehr steht sein Körperbegriff in jedem Werk in einem bestimmten Verhältnis zu Wissen, Macht oder Subjektivität und nimmt so innerhalb der thematischen und methodologischen Gesamtkonzeption der verschiedenen Werke jeweils eine definierte Funktion ein. Dementsprechend werden die Körperbegriffe Foucaults entlang einzelner Schriften analysiert, um so der Singularität des Begriffes in jedem einzelnen Werk und damit seiner Uneinheitlichkeit im Gesamtwerk gerecht zu werden. Um die Unterschiede der Körperbegriffe Foucaults möglichst plastisch herausarbeiten zu können, werden die eher illustrativen Werke Foucaults im analytischen Blickfeld stehen.

Eine Unterordnung seiner Werke unter die drei Achsen liefert Foucault selbst in einem Interview:

"Es gibt also drei mögliche [...] Achsen. Alle drei durchzogen, wenn auch in etwas wirrer Weise, Wahnsinn und Gesellschaft. Die Achse der Wahrheit wurde in Die Geburt der Klinik und in Die Ordnung der Dinge untersucht. Die Achse der Macht wurde in Überwachen und Strafen und die ethische Achse in Sexualität und Wahrheit untersucht."[13]

Nachdem Die Ordnung der Dinge als theoretische Schrift für das Vorhaben dieser Arbeit ausscheidet und auch Wahnsinn und Gesellschaft keiner der drei Achsen eindeutig zugeordnet werden kann, wird folgende Einteilung gewählt: der Körperbegriff in Bezug auf das Wissen wird anhand von Die Geburt der Klinik und in Bezug auf die Macht in Überwachen und Strafen sowie Der Wille zum Wissen[14] untersucht. Wie der Körperbegriff in Bezug auf die Subjektivität konzipiert ist, wird anhand von Der Gebrauch der Lüste und Die Sorge um sich herausgearbeitet werden.

3 Körper und Wissen – Die Geburt der Klinik

FARBENLEHRE

Vom Fenster abgerutscht

mit dem Schienbein auf-

geschlagen am Gitterrand

einer Hortensienrabatte

Sahst du zum erstenmal

deinen Knochen bloßgelegt

gelblichrot und wo kein

Blut war elfenbeinweiß.

So gesehen das weißt du

nun prägen sich Farben

besonders fest ein.

Durs Grünbein:

Grauzone morgens

In der Rezeption des Körperbegriffs Foucaults wurde ein Werk bisher weitgehend vernachlässigt: Die Geburt der Klinik. Eine Archäologie des ärztlichen Blicks, dessen französische Originalausgabe 1963 unter dem Titel Naissance de la Clinique erscheint. Satt dessen konzentriert sich die Analyse der Beschäftigung Foucaults mit dem menschlichen Körper in den meisten Fällen im Kontext einer Genealogie der Macht auf sein Werk Überwachen und Strafen.[15]

Tatsächlich gilt Foucaults Text Nietzsche, die Genealogie, die Historie von 1971 als der Schlüsseltext zum Beginn seiner genealogisch geprägten Schaffensphase. Foucault benennt mit diesem Aufsatz sowohl die Themen als auch die Methode, die seine Arbeit in den folgenden Jahren bestimmen sollen[16] und setzt sich hier erstmals explizit mit dem Körper als Gegenstand einer historischen Wissenschaft auseinander. Nun stellt sich die Frage, ob sich auch schon in Die Geburt der Klinik ein eigener Körperbegriff findet, oder, wie zum Beispiel Lindemann und Gugutzer behaupten, Foucault lediglich das Wissen und Reden über den Körper untersucht und nicht den Körper selbst. Lindemann äußert sich in fogender Weise zu Foucaults Analyse:

"Der Körper wird zwar auf vielfältige Weise zum Objekt gemacht, indem er mit Diskursen überzogen und die Art und Weise seiner Verwendung geregelt wird usw., aber auf die Frage, was da zum Objekt gemacht wird, was mit Diskursen überzogen wird, wessen Verwendung geregelt wird, erhält man keine Antwort."[17]

Gugutzer spricht in diesem Zusammenhang von einem "Diskurs-Determinismus"[18] Foucaults, innerhalb dessen nicht untersucht wird, was unter Körper eigentlich zu verstehen ist.[19]

Es wird also zu zeigen sein, dass Foucault in Die Geburt der Klinik nicht nur den Körperbegriff beschreibt, wie er im medizinischen Diskurs geformt wird, sondern dass er schon in diesem Werk einen eigenen Körperbegriff entwickelt. Dementsprechend wird hier zunächst rekonstruiert, was auf der Textebene über den Körper ausgesagt wird und im Anschluss daran Foucaults eigener Körperbegriff entziffert.

In Die Geburt der Klinik beschreibt Foucault die Geschichte der Medizin als Wandel des medizinischen Diskurses im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhundert in Bezug auf das Wahrnehmungsfeld des Arztes. Foucault entdeckt für den Wechsel von 18. zum 19. Jahrhundert ein

"verallgemeinertes medizinisches Bewußtsein, das im Raum und in der Zeit gleichmäßig ausgebreitet ist, das offen und beweglich ist, das sowohl an jede individuelle Existenz wie an das kollektive Leben der Nation gebunden ist"[20].

Der Körper tritt im medizinischen Bewusstsein also sowohl in einer kollektiven wie in einer individuellen Dimension auf. Daher erscheint es sinnvoll, im Folgenden zunächst den Körper in Bezug auf die kollektive Form der Nation und im Anschluss daran die Konzeption des individuellen Körpers, wie er in Die Geburt der Klinik erscheint, vorzustellen. Besonderes Augenmerk soll hier auf den Zusammenhang von Wissen und Körper gelegt werden. Im Mittelpunkt wird also zunächst die Frage stehen, welches Verhältnis der Körper zum diskursiven Wissen einnimmt und wie er im Feld des Wissens erscheint. Im Anschluss daran (3.3) wird zu untersuchen sein, wie Foucaults eigener Körperbegriff in diesem Zusammenhang beschaffen sein muss, um den Körper als Bezugspunkt für das Wissen fungieren lassen zu können.

3.1 Die Nation und das medizinische Problem der Epidemien
Der Körper im Feld des politischen Wissens

Im 18. Jahrhundert hat die Gesellschaft mit den Gefahren der Epidemien zu kämpfen, die ihre Existenz bedrohen. Mit den Epidemien treten also zunächst scheinbar rein medizinische Probleme als gesellschaftspolitische Probleme der Nation auf und so wird im Übergang zum 19. Jahrhundert die Aufgabe des Arztes primär als eine politische gesehen.[21] Die Reproduktion und Regulation der Nation stellen demzufolge in der Geburt der Klinik die politische Dimension des medizinischen Diskurses dar. Es wird nötig, öffentlich zugängliche Plätze zu überwachen, die Einäscherung der Leichen und den Handel mit Lebensmitteln zu kontrollieren. Verordnungen werden erlassen, welche im Volk propagiert und deren Einhaltung überwacht werden muss. Die regierende Staatsmacht steht vor der

"Notwendigkeit, einen politischen Status der Medizin zu definieren und auf der Staatsebene ein medizinisches Bewußtsein herzustellen, mit der Aufgabe ständiger Information, Kontrolle und Zwangsdurchsetzung. All diese Dinge 'betreffen ebensosehr die Polizei, wie sie in den eigentlichen Bereich der Medizin gehören.'"[22]

Dieses medizinische Wissen und das politische Bewusstein um dieses Wissen müssen zentralisiert und die damit verbundenen Aufgaben institutionalisiert werden[23]. In Form der "Königlichen Gesellschaft für Medizin"[24] wird nun das medizinische Bewusstsein institutionell vertreten. Sie speichert das Wissen und steuert die Überwachung, Regulation und Kontrolle der Bevölkerung:

"Sie ist zum offiziellen Organ eines kollektiven Bewußtseins der pathologischen Phänomene geworden – eines Bewußtseins, das sich ebenso auf der Ebene der Erfahrung wie auf der Ebene des Wissens entfaltet, in der kosmopolitischen Dimension ebenso wie im Raum der Nation."[25]

Das 'politische Bewusstsein' erscheint in der Vermittlung der Königlichen Gesellschaft für Medizin in der individuellen Erfahrung und in der Ebene des institutionalisierten strukturellen Wissens. Darüber hinaus wird die Dimension des Raumes angesprochen, der sowohl als allumfassender analytischer Raum als auch als nationaler Raum erscheint. Doch nicht nur der Raum, sondern auch die Zeit wird als Dimension erfasst. Eine weitere Aufgabe, die sich in den Zusammenhang mit den Epidemien stellt, ist nämlich die "Integration der Zeit".[26] Im Zusammenfallen und Durchkreuzen des medizinischen mit dem gesellschaftlichen Raum[27] und dem Durchdringen der Zeit wird eine 'totale Gegenwart' der Ärzte etabliert,

"deren sich kreuzende Blicke ein Netz bilden und an jedem Punkt des Raumes und in jedem Augenblick der Zeit eine ununterbrochene, bewegliche und differenzierte Überwachung ausüben."[28]

In der medizinischen Überwachung der Nation verbinden sich demzufolge die Dimensionen des Raumes und der Zeit, durch deren vollständigen Einbezug eine allumfassende und durchgängige Kontrolle etabliert werden kann.

Doch nicht nur die Nation gerät in den Blick des medizinischen Diskurses, sondern auch – und das scheint auch offenkundiger – der individuelle Körper des Menschen.

3.2 Der individuelle Körper

Die Medizin, die sich als Natur- und Humanwissenschaft versteht, ist natürlich bereits auf den ersten Blick mit dem kranken menschlichen Körper beschäftigt. Doch nicht nur der Körper des Kranken tritt in das Feld des medizinischen Diskurses. Ebenso wie die Geschichte der Medizin mit dem kranken Körper befasst ist, so ist sie auch die Geschichte des Arztes und seines Umganges mit dem Patienten. Diese Interaktion umfasst Verfahren der Erkennung von Krankheiten, der Diagnosestellung, der Erkennung der angemessenen Heilmethode und der Durchführung der Therapie. Im Wandel des medizinischen Diskurses wandelt sich demnach auch die erkennende und handelnde Person des Arztes, die als Teil der Interaktion dem medizinischen Diskurse ausgesetzt ist. Schon der Untertitel Eine Archäologie des ärztlichen Blicks setzt die prinzipielle Kontingenz und also auch Wandelbarkeit des 'ärztlichen Blicks' voraus.

In Bezug auf das Verhältnis von Körper und Wissen scheint es zunächst sinnvoll, zwischen dem Objekt des Wissens und dem Erkenntnis subjekt zu unterscheiden und die "stumme Konfiguration, auf der die Sprache aufruht, das Verhältnis zwischen dem, was spricht, und dem, wovon gesprochen wird"[29] zu beleuchten.

Foucault selbst rückt in der Geburt der Klinik zwei unterschiedlich 'Repräsentanten' des menschlichen Körpers in das Blickfeld. Dies ist einmal der wahrnehmende sinnliche Körper, der im medizinischen Diskurs als Träger von Wissen fungiert und sich in der Gestalt des Arztes materialisiert, und andererseits der tote, rein dinghaft anwesende Körper, der in der Leiche als reines Objekt der medizinischen Wissenschaft seinen Ausdruck findet. Foucault trennt so analytisch das Subjekt und das Objekt der Erkenntnis. Der Körper des Arztes als Erkenntnissubjekt ist im Diskurs anders konzipiert als der Körper, der es ermöglicht, medizinische Erkenntnis zu gewinnen. Die beiden 'Körperformen' sind demnach im folgenden zu unterscheiden. Einerseits ist die Leiche als Objekt und andererseits der Körper des Arztes als Subjekt der Erkenntnis zu beleuchten.

3.2.1 Der Körper als Objekt des Wissens

Die pathologische Anatomie des 19. Jahrhunderts löst den Blick des Arztes von der äußeren Gestalt des menschlichen Körpers und von den oberflächlich sichtbaren Symptomen der Krankheit. In den Vordergrund treten die differenzierbaren Gewebearten, welche die Organe überziehen und jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die Krankheit wird nun nicht mehr mit der Summe der Symptome, sondern mit der krank gewordenen Gewebeart gleichgesetzt, die durch ihre universelle Funktion und strukturelle Gleichheit, sowie die spezifische Veränderung, die sie durch die Krankheit erfährt, klassifiziert wird. Die Krankheit wiederum findet nun ihren Sitz auf dem körperlichen Gewebe: "die Krankheit ist der krank gewordene Körper selber."[30]

Um die Krankheiten zu studieren, ist es nun nötig, unter die Oberfläche der Haut des Körpers zu blicken und Leichen zu sezieren. Das Wissen, das sich über die Leiche dem Mediziner darbietet, erhält durch seine 'Untermauerung' durch das Studium des toten menschlichen Körpers eine scheinbar unerschütterliche und objektive Fundierung.

Im 19. Jahrhundert wird der Anatomie ein neuer und entscheidender Stellenwert zuerkannt. Zwar wurden auch schon vorher Krankheiten am toten Körper studiert, diese Praktiken wurden aber im Nachhinein mit dem Mythos des Verbotenen und Heimlichen umwoben. So wurde die Geschichte der anatomischen Praxis als entscheidender Paradigmenwechsel inszeniert. So ist der Beginn des 19. Jahrhunderts

"eine jener Perioden, die eine entscheidende chronologische Schwelle bedeuten: damals kommt das Übel, die Gegennatur, der Tod, kommt der ganze schwarze Grund der Krankheit an den Tag: und dies im tiefen, sichtbaren und festen, geschlossenen aber zugänglichen Raum des menschlichen Körpers. [...] Der neue Geist der Medizin [...] ist nichts anderes als eine epistemologische Reorganisation der Krankheit, in der die Grenzen zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren neu gezogen werden. Der Abgrund unter der Krankheit [...] kommt nun ans Licht der Sprache."[31]

Ausgangs- und Manifestationspunkt der medizinischen Erkenntnis wird der tote menschliche Körper, die Leiche. Durch die Sprache wird vormals im Inneren des Körpers Unsichtbares sichtbar gemacht. Der Primat der Erfahrung des Klinikers wird zum Ausgangspunkt für Erkenntnis, indem die Wahrnehmungsereignisse ausgesprochen werden. Durch das Aussprechen wird sozusagen die Wahrheit der Krankheit enthüllt und ans Licht gebracht.

Der Tod setzt den menschlichen Körper fest, macht ihn individuell greifbar, fassbar und analysierbar für den ärztlichen Blick und die Sprache. So wird der tote Körper als stummes und zeitloses Objekt der Erkenntnis inszeniert, in dem sich die Wahrheit manifestiert und nur noch abgelesen und ausgesprochen werden muss. So erscheint der menschliche "Körper, der sich als Leichnam dem ärztlichen Blick darbietet und dessen dinghafte Starre jede Suche nach verborgener Bedeutung ausschaltet"[32] als Offenbarung der unmittelbaren Wahrheit der Krankheit.

Foucault rekonstruiert, dass die Möglichkeit, durch die Sprache Wissen über den Körper 'freizulegen', in der Sichtweise der anatomischen Medizin die prinzipielle Annahme einer Analogie zwischen der Sprache und der inneren Struktur des Körpers voraussetzt:

"Die Teilung, die der Tod bezeichnet, und die Endlichkeit, deren Siegel er aufdrückt, knüpfen paradoxerweise die Universalität der Sprache an die zerbrechliche aber unersetzbare Form des Individuums. Das Sinnenhafte, das von keiner Beschreibung erschöpft werden kann und das so viele Jahrhunderte verflüchtigen wollten, findet endlich im Tod das Gesetz des Diskurses. Er läßt in einem von der Sprache artikulierten Raum den verschwenderischen Reichtum der Körper und ihre einfache Ordnung sichtbar werden."[33]

Hier wird eine strukturelle Verwandtschaft zwischen der Organisation der Gewebe des Körpers und der Sprache sichtbar. Es läßt sich "ein in der Tiefe des Körpers verankertes Kommunikationssystem"[34] ablesen. Die 'Analyse' der Krankheit läuft strukturell analog zu der Zersetzung des Körpergewebes durch die Krankheit und zum Sezieren des Leichnams und wird so zum generellen Prinzip der klinisch-anatomischen Medizin.

3.2.2 Der Körper als Erkenntnissubjekt

Hypostasierung der unmittelbaren Wahrnehmungserfahrung

Da sich die objektive Wahrheit in dem toten menschlichen Körper manifestiert und durch die Beobachtung der Leiche subjektiv erfahren werden kann, erscheint eine unvoreingenommene Betrachtung durch den Arzt unabdingbar, um die Wahrheit unverfälscht ans Licht kommen bringen können. Der Arzt ist also genötigt, sich von jeder vorgefertigten Theorie zu lösen, die Rolle eines 'stummen Beobachters' einzunehmen und ganz die Krankheit im toten Körper sprechen zu lassen:

"Der beobachtende Blick entfaltet seine Kräfte nur in einem zweifachen Schweigen: im relativen Schweigen der Theorien und Einbildungen, welche die Unmittelbarkeit des Sinnlichen verstellen, und im absoluten Schweigen jedweder dem Sprechen des Sichtbaren vorausgehenden Sprache. Über der Tiefe dieses zweifachen Schweigens können die gesehenen Dinge endlich vernommen werden; und zwar werden sie vernommen nur, weil sie gesehen werden."[35]

Der ärztliche Blick scheint, indem er jede vorausgehende Theorie ausblendet und sich nicht dem normalisierenden Zwang der Sprache ausliefert, die reine Wahrheit erkennen zu können. Den vorgefertigten Schemata, in welche die Beobachtungen integriert werden, wird kein Platz eingeräumt. Der Arzt nimmt nur die Informationen, die sich ihm darbieten auf und gibt sie wieder. Der Körper des Arztes wird zum 'Durchgangsort' des Wissens, das sich der Wahrnehmung unmittelbar erschließt:

"Der Blick vollendet sich in seiner eigenen Wahrheit und hat zur Wahrheit der Dinge Zugang, wenn er sich schweigend auf sie richtet und um das Gesehene herum alles verstummt. Der klinische Blick hat die paradoxe Fähigkeit, eine Sprache zu vernehmen, während er ein Schauspiel wahrnimmt. In der Klinik ist das sich Offenbarende ursprünglich das Sprechende."[36]

Die Wahrnehmungsfähigkeit des Arztes wird in dem Sinne hypostasiert, als erstens die eben beschriebene Theorieunabhängigkeit der Wahrnehmung und die 'bescheidene' Zurücknahme des Arztes postuliert wird und zweitens darüberhinaus eine "totale Beschreibbarkeit"[37] des Sichtbaren und somit eine vollständige Analogie von Sehen und Sagen angenommen wird. Foucault spricht von dem "unerhörten Postulat [...], daß alles Sichtbare aussagbar und daß es in seiner Gesamtheit sichtbar ist, weil es in seiner Gesamtheit aussagbar ist."[38]

Im Mittelpunkt der Konzeption des individuellen Körpers steht in der anatomischen Medizin die sinnliche Wahrnehmung des Arztes:

"Die klinische Erfahrung identifiziert sich mit einer 'schönen Sinnlichkeit'. – Der ärztliche Blick ist nicht der Blick eines geistigen Auges, das unter den Erscheinungen die unveränderliche Reinheit von Wesenheiten wahrzunehmen vermag. Es ist vielmehr ein Blick der konkreten Sinnlichkeit, ein Blick, der von Körper zu Körper wandert, und zwar immer im Raum sinnlicher Gegenwart."[39]

Es findet sich in dieser Sichtweise also die Beschreibung eines Erkenntnissubjektes, welches ganz auf die Unmittelbarkeit seiner Sinneseindrücke verwiesen wird.

Innerhalb des medizinischen Diskurses ist Erkenntnis und Erkennen an den materiellen Körper des Arztes gebunden, insofern Wahrnehmung immer nur als körperliche Wahrnehmung auftreten kann. Das theoretische Wissen um die Krankheiten und den menschlichen Körper (ein Wissen, das sich paradoxerweise im 19. Jahrhundert von jedweder vorrangiger Theorie distanziert) lenkt die Handlungen des Körper des Arztes, seinen Gebrauch der Sinnesorgane, die Art in welcher die 'Informationsverarbeitung' der Sinneseindrücke gesteuert wird und welche Bedeutung den Beobachtungen zugeschrieben wird.

3.3 Der Körperbegriff in der Achse des Wissens: Der diskursiv erzeugte Körper als Interface

Nach der Rekonstruktion des klinisch-anatomischen Diskurses und seiner Konstruktion des menschlichen Körpers soll nun der Körperbegriff Foucaults und sein Verhältnis zum diskursiven Wissen herausgestellt werden.

Foucault beschreibt den Fortschritt in der Medizin als Wissenschaft nicht als evolutive Wissenschaftsgeschichte, also als kontinuierlichen Prozess einer Weiterentwicklung und sukzessiven Anhäufung des Wissens, sondern macht vor allem auf die Brüche innerhalb der Entwicklung aufmerksam. So entsteht in der anatomisch-klinischen Medizin im Gegensatz zu einer Medizin der Arten oder Symptome ein völlig neuer Erfahrungskontext, der ein anderes Verhältnis der Wissenschaft zu ihren Objekten möglich macht. So ist das, was

"sich also geändert hat und die anatomisch-klinische Medizin erst möglicht macht, [...] nicht einfach die Kontaktfläche zwischen dem erkennenden Subjekt und dem erkannten Gegenstand; die gegenseitigen Positionen und das wechselseitige Spiel zwischen dem Erkennenden und dem zu Erkennenden werden vielmehr von der allgemeineren Disposition des Wissens bestimmt. Das Eindringen des ärztlichen Blicks in das Innere des kranken Körpers ist nicht die Fortsetzung einer Annäherungsbewegung, die etwa an dem Tage in Gang gekommen ist, an dem der – kaum noch gelehrte – Blick des ersten Arztes von ferne auf den Körper des ersten Leidenden fiel; er ist vielmehr das Resultat einer gänzlichen Umgestaltung auf der Ebene des Wissens selbst – und nicht auf der Ebene angehäufter, verfeinerter, vertiefter, angepaßter Erkenntnisse."[40]

Die anatomisch-klinische Medizin ist also nicht das Produkt einer Entwicklung, die sich immer mehr dem Inneren des kranken Körpers genähert hätte, sondern das Resultat einer totalen Umwälzung des medizinischen Wissens.

In Bezug auf die eingangs gestellte Frage kann nun behauptet werden, dass vor allem an den Stellen, an denen das Verhältnis der ärztlichen Wahrnehmung und der medizinischen Theorien dargestellt wird, gezeigt werden kann, dass Foucault bereits in Die Geburt der Klinik, wenn auch noch implizit, einen eigenen Körperbegriff entwirft. Der Konzeption seiner Diskursanalyse entspricht es, die Sichtweise und den Umgang mit dem Körper innerhalb des Diskurses zu beschreiben: "Wäre nicht eine Diskursanalyse möglich, die in dem, was gesagt worden ist, keinen Rest und keinen Überschuß, sondern nur das Faktum seines historischen Erscheinens voraussetzt?"[41] Wie gezeigt werden konnte, ist das historische Erscheinen des Körpers geprägt von der Proklamation der totalen Theoriefreiheit des souveränen ärztlichen Blicks in der anatomisch-klinischen Medizin. Foucault allerdings beschreibt auch, wie diskursives Wissen, also die im oben genannten Zitat erwähnte 'allgemeinere Disposition des Wissens' die Wahrnehmung des Arztes lenken kann. Versteht man sinnliche Wahrnehmungsleistung immer auch als körperliche Wahrnehmung, dann zeigt Foucault in Die Geburt der Klinik auch, wie der Körper durch das Wissen gesteuert ist und zeichnet nicht nur die inszenierte Theorieunabhängigkeit nach:

"Die Zurückhaltung des klinischen Diskurses, die von den Medizinern als Verwerfung der Theorie, als Ablassen von den Systemen, als Nicht-Philosophie ausgegeben wird, verweist auf die nichtsprachlichen Bedingungen, von denen aus er sprechen kann: auf die gemeinsame Struktur, die gliedert und artikuliert, was gesehen und gesagt wird."[42]

Foucault entwirft hier also einen Körper, der ohne eigenen 'Rest' und 'Überschuß' vollständig im Diskurs, den 'nichtsprachlichen Bedingungen' aufgeht. Der Körper ist also diskursiv bestimmt und somit Produkt des (medizinischen) Wissens. Mit der Veränderung der semantischen und syntaktischen Strukturen der Sprache[43] – von einem System der Analogien der Krankheiten zu einer funktionalen Gewebemedizin – ändert sich auch das, was Körper sein kann. In diesem Sinne zeigt sich eine strukturalistische[44] Sichtweise auf den Körper:

"Dieses Wissensmodell gehört bekanntlich zu den Grundannahmen des Strukturalismus, und tatsächlich kommt dessen Einfluß in Die Geburt der Klinik erstmals voll zum Tragen. Der strukturalistischen Wende entspricht auch eine Veränderung auf der Gegenstandsseite. An die Stelle der Innenperspektive freier Subjektivität ist nun deren Außenseite in ihrer gleichsam extremen Gegenständlichkeit getreten: der Körper als stummes, starres, totes Objekt."[45]

Die Verfasstheit des Körpers ist also von der Gestalt des diskursiven Wissens abhängig. So kann in Die Geburt der Klinik gezeigt werden, dass der Körper nicht nur im Feld des medizinischen Wissens, sondern ebenso im Feld des Politischen erscheinen kann, was jeweils Auswirkungen auf die Handlungen der Individuen hat. Je nachdem, wie das diskursive Wissen der Medizin ausgestaltet ist, verändern sich die (körperlichen) Handlungen des Arztes. Der Körper erscheint hier als Übersetzer von Wissen, indem er diskursives Wissen in körperliche Handlung überträgt und kann somit mit dem Begriff des Interface belegt werden. Ein Interface bezeichnet eine Schnittstelle, die zwischen verschiedenen Systemen den Austausch von Informationen ermöglicht.[46] Hierzu muss die 'Sprache' des einen Systems in die des anderen übersetzt werden. Der Körper des Arztes kann dementsprechend als Interface gelten, insofern er diskursives Wissen in körperliche Handlung übersetzt. In komplementärer Weise gilt dies für das Objekt des Wissens, die menschliche Leiche. In Abhängigkeit des theoretischen Wissens des Arztes können verschiedene 'Wahrheiten' in ihr erkannt werden.

Beachtet man darüber hinaus Foucaults explizite methodologische Überlegungen, kann der Körperbegriff im Sinne einer Archäologie erweitert werden: In Archäologie des Wissens plädiert Foucault dafür, die Zeugnisse der Vergangenheit nicht als "Dokumente", sondern als "Monumente"[47] zu verstehen.[48] Diese Voraussetzung hat die vielbeschworene These vom "Tod des Subjekts"[49] zur Folge, da Dokumente immer ein Subjekt als Verfasser implizieren:

"Das archäologische Projekt [...] verwirft eine der fundamentalsten Voraussetzungen der traditionellen Wissenschaftsgeschichtsschreibung, nämlich die These von der zentralen Rolle des menschlichen Subjekts als Gestalter der Dinge und Verfasser von Dokumenten. Die Archäologie des Wissens versteht die historischen Zeugnisse vielmehr als stumme Zeugen"[50].

Nach Einbezug der methodologischen Überlegungen Foucaults kann nun der Körper als stummer Zeuge der Geschichte beschrieben werden, der sich innerhalb je unterschiedlicher Wissenskonfigurationen historisch bildet. In ihm manifestiert sich die Diskursformation einer Epoche. Der Körper wird von Foucault in seiner archäologischen Phase somit als Monument seiner Zeit verstanden.

Zusammenfassend kann der Körper also als Monument des Wissens gesehen werden, das er in seiner Funktion als Interface in dessen jeweiligen Konfiguration in Handlung überträgt.

4 Der Körper als Objekt der Macht – Überwachen und Strafen und Der Wille zum Wissen

Nachdem der Zusammenhang von Körper und Wissen anhand der Schrift Die Geburt der Klinik veranschaulicht wurde, soll im Folgenden die Beziehung von Macht und Körper dargelegt werden. Hierzu werden die Werke Überwachen und Strafen und Der Wille zum Wissen vorgestellt, da sie der 'Achse der Macht' zuzurechnen sind und sich gegenseitig ergänzen. Foucault stellt selbst explizit einen engen Zusammenhang zwischen Körper und Macht her:

"Tatsächlich ist nichts materieller, nichts physischer, körperlicher, als die Ausübung der Macht... Welche Art einer Besetzung des Körpers ist für das Funktionieren einer kapitalistischen Gesellschaft wie der unseren notwendig und hinreichend? [...] Was bleibt, ist, zu untersuchen, welchen Körper die derzeitige Gesellschaft braucht."[51]

Foucault geht also davon aus, dass die Gesellschaft die Körper der Subjekte, die sie braucht und die in ihr leben können, selbst erst produziert. Der Körper wird nicht als das der Kultur und Gesellschaft Vorrangige angesehen. Somit ist die kapitalistische Gesellschaft nicht das Produkt des Zusammenspiels der Subjekte, wie wir sie heute kennen, sondern die spezifische Konstitution der Subjektivität und der Körperlichkeit ist ein Effekt der Gesellschaft und der Macht, welche jene ausübt.

Foucault spricht in Die Maschen der Macht von zwei Typen von Machttechnologien, die als politische Techniken auf den menschlichen Körper zugreifen. Die Individualisierungstechniken, welche auf Individuen abzielen und diese im Grunde erst erzeugen, nennt er die Disziplinen.[52] Ziel der Disziplinen ist es, die Individuen zu überwachen, ihr Verhalten permanent zu kontrollieren, ihre Leistung und Nützlichkeit zu steigern und die Individuen als solche zu klassifizieren. Foucault nennt dies die

"individualisierende Technologie der Macht [...], eine Technologie, die im Grund auf die Individuen zielt, bis in ihren Körper, in ihr Verhalten hinein; das ist grosso modo eine Art politischer Anatomie, Anatomo-Politik, eine Anatomie, die auf die Individuen zielt, bis zu ihrer Anatomisierung."[53]

Diese Seite der Machttechnologien sieht Foucault schon im 17. und 18. Jahrhundert auftauchen. Der zweite Typ zielt nicht auf die Disziplinierung der individuellen Körper, sondern auf die Regulierung und Steuerung der Bevölkerung als Ganzes und tritt erst Ende des 18. Jahrhunderts auf. Die Bevölkerung bezeichnet nicht einfach eine Ansammlung von Gattungsexemplaren, die auf einem definierten Gebiet leben, sondern sie präsentiert sich vielmehr als eigenständige Größe, die eigenen Regeln gehorcht, die sich aus den biologischen Gesetzen ableiten, denen die lebendigen Körper als biologische Wesen unterworfen sind.[54] Die Bevölkerung konstituiert sich also als eigenständige, beschreibbare und 'messbare' Form:

"Eine Bevölkerung hat eine Geburtenziffer, eine Sterblichkeitsziffer, eine Bevölkerung hat eine Alterskurve, eine Alterspyramide, sie hat eine Krankheitsziffer, eine Gesundheitszustand, eine Bevölkerung kann zugrunde gehen oder sich ausbreiten."[55]

Diese "Bio-Politik"[56] beschäftigt sich zwar mit der Beobachtung und Regulierung der Bewegungen und Veränderungen der gesamten Bevölkerung, ihr Ansatzpunkt bildet aber, so wird sich zeigen, nach wie vor der individuelle Körper des Menschen.

Der menschliche Körper dient somit als Angriffsfläche der Macht, um einerseits auf das Subjekt, andererseits auf die gesamte Gesellschaft zuzugreifen und wird so zur 'universalen Schaltstelle' der Macht. Über ihn lässt sich auf den Menschen sowohl als Individuum als auch als Angehöriger einer Gesellschaft, also als soziales Wesen und somit auf die Bevölkerung zugreifen.

4.1 Überwachen und Strafen

Der Reisende hatte verschiedenes fragen wollen, fragte aber im Anblick des Mannes nur: 'Kennt er sein Urteil?' 'Nein', sagte der Offizier und wollte gleich in seinen Erklärungen fortfahren, aber der Reisende unterbrach ihn: 'Er kennt sein eigenes Urteil nicht?' 'Nein', sagte der Offizier wieder, stockte dann einen Augenblick, als verlange er vom Reisenden eine nähere Begründung seiner Frage, und sagte dann: 'Es wäre nutzlos, es ihm zu verkünden. Er erfährt es ja auf seinem Leib.'

Franz Kafka:

In der Strafkolonie

Die Geschichte des individuellen Körpers als Objekt der Macht, das deren Mechanismen und Disziplinartechniken unterworfen ist, wird in Foucaults Werk Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses erzählt, das 1975 erstmalig unter dem französischen Originaltitel Surveiller et punir. La naissance de la prison erscheint. In diesem Werk stellt Foucault die Geschichte des Individuums vor, die es als einen gelehrigen, fügsamen Körper präsentiert. Die Figur zeigt den Zusammenhang zwischen der Herstellung einer Form der Individualität und der Manipulation des menschlichen Körpers auf. Hierbei setzt sich Foucault vor allem mit den nicht-diskursiven Praktiken der Macht auseinander, während er sich in Der Wille zum Wissen vor allem für diskursive Praktiken interessieren wird.

4.1.1 Was ist Macht?

Judith Butler erinnert daran, dass Foucaults Konzeption des Körpers nicht auf das menschliche Subjekt beschränkt bleibt, wenn er zum Beispiel vom "Körper des Gefängnisses"[57] spricht. So werden sowohl der Körper des Menschen als auch das Gefängnis als dinghaftes Objekt derselben Materialität angesehen. Wenn Foucault von der Materialität des Körpers spricht, dann meint er damit einen Ort, an dem sich die "Materialität des Gefängnisses eben in den Begriffen seiner strategischen Einwirkung auf und mit dem Körper"[58] verstehen lässt.[59] In einer Neudefinition des Körpers ist diese schließlich "weder eine Substanz, eine Oberfläche, ein [...] Objekt, noch ist er eine Menge innerer Triebe [...] Als Knotenpunkt, als Nexus verstanden, unterliegt dieser Schauplatz der Machtanwendung [...] und in diesem Sinn ist er eine Art Durchgangspunkt"[60] So wird schließlich klar, dass eine Definition des Körpers nicht unabhängig von Macht gedacht werden kann, wenn der Körper als "die Stelle, an der die Macht selbst übertragen wird"[61] zu verstehen ist.

Foucault zeichnet in der Entwicklung vom 17. und 18. zum 19. Jahrhundert in Bezug auf die Ausübung der Macht drei Bestrafungsmodelle nach, die sich gegenseitig ablösten und von denen sich das letzte durchsetzte und bis heute im Grunde erhalten hat.

[...]


[1] vgl.: Gugutzer, Robert (2004) Soziologie des Körpers. Bielefeld: transcript Verlag. S. 19

[2] Gugutzer (2004) S. 23

[3] Mauss, Marcel (1975) Soziologie und Anthropologie II. Gabentausch, Soziologie und Psychologie, Todesvorstellungen, Körpertechniken, Begriff der Person. München, Wien: Carl Hanser Verlag. S. 199

[4] Mauss (1975) S. 199

[5] vgl.: Gugutzer (2004) S. 7

[6] vgl.: Jäger, Ulle (2004) Der Körper, der Leib und die Soziologie. Entwurf einer Theorie der Inkorporierung. Königstein/Taunus: Ulrike Helmer Verlag. S. 12

[7] vgl. Gugutzer (2004) S. 7

[8] vgl.: Shilling, Chris (2003) The Body and Social Theoriy. Second edition. London: Sage. S. 69f

[9] dies unternimmt z.B. Gugutzer, wenn er den Körper in Fouaults Werk vor allem auf das Attribute diszipliniert beschränkt. (Gugutzer (2004) S. 59ff )

[10] vgl.: Foucault, Michel (1989a) Der Gebrauch der Lüste. Sexualität und Wahrheit 2. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

[11] Foucault (1989a) S. 10

[12] vgl.: Fink-Eitel, Hinrich (2002) Michel Foucault zur Einführung. Hamburg: Junius Verlag. S. 16

[13] Foucault, Michel (1987b) Genealogie der Ethik: Ein Überblick über laufende Arbeiten.. In: Dreyfus, Hubert L./Rainbow, Paul (1987): Michel Foucault. Jenseits von Strukturalismus und Hermeneutik. Frankfurt am Main: Athenäum Verlag S. 275

[14] die Zuordnung von Der Wille zum Wissen zu der Achse der Macht übernehme ich von: Fink-Eitel, Hinrich (2002) S. 17

[15] so z.B.: Butler, Judith (2003) Noch einmal: Körper und Macht. In: Honneth, Axel/ Saar, Martin (Hrsg.) (2003) Michel Foucault. Zwischenbilanz einer Rezeption. Frankfurter Foucault-Konferenz 2001. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 52 oder:

Jäger, Ulle (2004) Der Körper, der Leib und die Soziologie. S. 84: Sie setzt die Beschäftigung Foucaults mit dem menschlichen Körper gleich mit dem Beginn seiner genealogischen Phase.

[16] nach: Jäger, Ulle (2004) Der Körper, der Leib und die Soziologie. S. 84

[17] Lindemann, Gesa (1996) Zeichentheoretische Überlegungen zum Verhältnis von Körper und Leib. S. 149f

[18] Gugutzer (2004) S. 81

[19] Für eine ähnliche Kritik siehe: Shilling (2003) S. 67 – 72

[20] Foucault, Michel (2002a) Die Geburt der Klinik. Eine Archäologie des ärztlichen Blicks. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag. S. 48

[21] Foucault (2002a) S. 50

[22] Foucault (2002a) S. 43

[23] Foucault (2002a) S. 47

[24] Foucault (2002a) S. 43

[25] Foucault (2002a) S. 45

[26] Foucault (2002a) S. 42

[27] Foucault (2002a) S. 47

[28] Foucault (2002a) S. 47f

[29] Foucault (2002a) S. 9

[30] Foucault (2002a) S. 150

[31] Foucault (2002a) S. 206

[32] Dreyfus, Hubert L./Rainbow, Paul (1987) Michel Foucault. Jenseits von Strukturalismus und Hermeneutik. Frankfurt am Main: Athenäum Verlag. S. 39

[33] Foucault (2002a) S. 208

[34] Foucault (2002a) S. 143

[35] Foucault (2002a) S. 122

[36] Foucault (2002a) S. 121f

[37] Foucault (2002a) S. 130

[38] Foucault (2002a) S. 130

[39] Foucault (2002a) S. 134

[40] Foucault (2002a) S. 151

[41] Foucault (2002a) S. 15

[42] Foucault (2002a) S. 17

[43] vgl.: Foucault (2002a) S. 20ff

[44] Foucault sucht allerdings nicht nach überzeitlichen und allgemeingültigen, sondern nach historisch veränderbaren Strukturen und ist insofern nicht als Strukturalist zu bezeichnen. Darüberhinaus ist die Antwort die Frage des "beliebten Preisrätsels: ist Foucault ein Strukturalist oder nicht?" noch nicht übereinstimmend beantwortet worden. (Fink-Eitel, Hinrich (1980) Michel Foucaults Analytik der Macht. In: Kittler, Friedrich (Hrsg.) (1980) Die Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften. Programme des Poststrukturalismus. Paderborn/ München/ Wien/ Zürich: Schöningh. S. 51)

[45] Fink-Eitel (2002) S. 36

[46] vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Interface

[47] Foucault, Michel (1981) Archäologie des Wissens. Frankfurt am Main. Suhrkamp. S. 15

[48] Zur genaueren Bestimmung des Projektes der Archäologie im Sinne Foucaults vgl.: Detel, Wolfgang (2003) Einleitung: Ordnungen des Wissens. In: Honneth, Axel/ Saar, Martin (Hrsg.) (2003) Michel Foucault. Zwischenbilanz einer Rezeption. S. 181ff

[49] Detel (2003) S. 181

[50] Detel (2003) S. 181

[51] Foucault, Michel (1975b) Macht und Körper. In: ders. (2002) Schriften in vier Bänden. Dits et Ecrits. Band II 1970-1975, Frankfurt am Main: Suhrkamp. S 935f (Interpunktion im Original)

[52] Foucault, Michel (1999) Die Maschen der Macht. In: ders (1999) Botschaften der Macht. Hrsg. von Jan Engelmann. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt. S. 182

[53] Foucault (1999) S.183f

[54] Foucault (1999) S.184

[55] Foucault (1999) S.184

[56] Foucault (1999) S.185

[57] Foucault, Michel (1994) Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 43

[58] Butler (2003) S. 56

[59] nach: Butler (2003) S. 56ff

[60] Butler (2003) S. 57

[61] Butler (2003) S. 58

Ende der Leseprobe aus 104 Seiten

Details

Titel
Wissen - Macht - Subjekt: Körperbegriffe im Werk Michel Foucaults
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Soziologie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
104
Katalognummer
V60504
ISBN (eBook)
9783638541640
Dateigröße
863 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit widmet sich zunächst einer immanenten Rekonstruktion der Foucaultschen Körperbegriffe und orientiert sich hierbei an den drei Achsen des Werkes Foucaults (Wissen - Macht - Subjektivität). Im Anschluss wird unter Einbezug systematischer Körpertheorien untersucht, wie diese Körperbegriffe für eine weiterführende soziologische Theorie des Körpers, welche Foucault nicht auf die Machtanalyse beschränkt, nutzbar gemacht werden können.
Schlagworte
Wissen, Macht, Subjekt, Körperbegriffe, Werk, Michel, Foucaults
Arbeit zitieren
Larissa Pfaller (Autor), 2005, Wissen - Macht - Subjekt: Körperbegriffe im Werk Michel Foucaults, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60504

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