Auf der Suche nach einem passenden Diplomarbeitsthema, von dem nicht nur ich, sondern auch andere Personen profitieren sollten, wandte ich mich an meinen derzeitigen Arbeitgeber, das Märkische Sozial- und Bildungswerk e.V.
Innerhalb eines Gespräches stellte sich die Frage: Wie kann man Qualität im sozialen Bereich messen?
Aus besonderem Interesse an diesem Fachgebiet wollte ich eine wissenschaftliche Arbeit verfassen die es ermöglicht, einen Zugang zum beschriebenen Problem schafft. Dabei will ich versuchen zu erkunden ob eine Bestimmung von Qualität aus Sicht des Betroffenen möglich ist. Schließlich arbeitet jegliche Soziapädagogische Hilfeform am Menschen. Also lässt sich der Empfänger von Sozialpädagogischen Hilfeangeboten als Messstab von Qualität verstehen.
Doch wie soll man genau an dieser Ebene messen?
Woran erkennt man ob Qualität erreicht wurde?
Genau aus diesen Fragen heraus wollte ich eine wissenschaftliche Arbeit verfassen in der diese Fragestellungen zentraler Punkt ist.
Mit Hilfe einer Methode der empirischen Sozialforschung, dem problemzentrierten Interview will ich mich diesem Thema nähern.
Ziel meiner Arbeit ist es, einen Adressaten von Sozialpädagogischer Familienhilfe als Gegenstand einer Qualitätsdiskussion heran zu ziehen. Dabei will ich versuchen zu erkunden inwieweit eine Messung von Qualität möglich ist. Da ich es aber schwierig finde diesen Begriff in seiner ganzen Dimension abzubilden, möchte ich mich ausschließlich auf eine strukturelle Messgrundlage beschränken. Das bedeutet, dass ich versuchen will punktuell eine Analyse starten. Der erarbeitete Leitfaden zum Interview zielt darauf ab, Informationen über die strukturellen Gegebenheiten des Trägers zu gewinnen. Diese Gegebenheiten sollten durch das Interview aber durch einen Empfänger von Sozialpädagogischer Familienhilfe bemessen werden. Weitere Qualitätsdimensionen sollen hierbei vernachlässigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung des Märkischen Sozial- und Bildungswerkes e.V.
2.1. Überblick über den Aufbau des Trägers
2.2. Der Bereich der ambulanten Hilfen (Die Sozialpädagogische Familienhilfe)
2.3. Rechtliche Grundlagen der Sozialpädagogischen Familienhilfe
2.4. Die Rahmenbedingungen der Sozialpädagogischen Familienhilfe
2.4.1. Die räumliche Ausstattung
2.4.2. Die Qualifikation der Mitarbeiter
2.4.3. Strukturen und Zusammenarbeit der Fachkräfte
2.4.4. Die Finanzierung
3. Grundlagen zum Thema Qualität in der sozialen Arbeit
3.1. Betrachtungsweisen von Qualität
3.2. Die 5 Sichtweisen auf den Begriff Qualität
3.3. Zum Begriff Qualität in der sozialen Arbeit
3.4. Bewertung und Messung von Qualität im sozialen Bereich
3.5. Die Qualitätskategorien
3.5.1. Die Strukturqualität
3.5.2. Die Prozessqualität
3.5.3. Die Ergebnisqualität
3.6. Was ist Qualitätsmanagement?
3.7. Qualitätsmanagement in Sozialen Einrichtungen
3.7.1. Die Aufgaben von Qualitätsmanagement
3.7.2. Ziele des Qualitätsmanagements
4. Möglichkeiten der Indikatorenbestimmung von Qualität- diskutiert am problemzentrierten Interview
4.1. Bedeutung der empirischen Sozialforschung
4.2. Die wissenschaftlichen Kennzeichen der empirischen Sozialforschung
4.3. Methoden einer Untersuchung
4.3.1. Die Begründung für eine qualitative Methode
4.3.2. Das Problemzentrierte Interview
4.4. Die Anwendung des problemzentrierten Interviews
4.5. Kategoriale Interpretation und Analyse der Ergebnisse
5. Diskurs zur Indikatorenbestimmung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht, inwieweit eine Messung von Qualität im Bereich der ambulanten Sozialpädagogischen Familienhilfe möglich ist. Dabei wird der Ansatz verfolgt, den Empfänger der Hilfe als Maßstab für die strukturelle Qualität des Leistungserbringers heranzuziehen und die methodischen Möglichkeiten der Erhebung durch problemzentrierte Interviews auszuloten.
- Strukturelle Qualitätsanalyse in der Sozialpädagogischen Familienhilfe
- Anwendung des problemzentrierten Interviews zur Indikatorenbestimmung
- Qualitätsmanagement in Non-Profit-Organisationen
- Perspektive des Hilfeempfängers auf die Leistungsqualität
- Verknüpfung von theoretischen Qualitätsmodellen mit der sozialpädagogischen Praxis
Auszug aus dem Buch
4.4. Die Anwendung des problemzentrierten Interviews
In der Durchführung meines Interviews versuchte ich mich möglichst genau an das von Mayring beschriebene Ablaufmodell eines problemzentrierten Interviews zu halten (Mayring 1996, S. 56).
Grundvorrausetzung zur Durchführung war eine Vertrauensbeziehung zwischen mir, als Interviewer und meinem Befragten. Deshalb wählte ich das private Umfeld als Ort der Befragung. Ich wollte den Befragten symbolisieren, dass ich ihn in seiner Rolle ernst nehme. Somit wollte ich vermeiden, dass eine Wahrnehmung des „Aushorchens“ entsteht. Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass die Aufsuchung des Befragten auch gewisse Risiken mit sich brachte. Schließlich habe ich in diesem Umfeld keinerlei Einfluss auf externe Störfaktoren, wie z.B. das Klingeln des Telefons oder sonstige Faktoren.
Nun soll die Anwendung chronologisch aufgearbeitet werden.
Die Problemanalyse Im Rahmen meiner Diplomarbeit setzte ich mir das Ziel, mit Hilfe von Methoden der qualitativen Sozialforschung die ambulanten Hilfen des Märkischen Sozial- und Bildungswerkes e.V. zu analysieren. Ziel ist es, anhand der Auswirkungen von Hilfen zur Erziehung Rückschlüsse auf die strukturelle Qualität des Projektes ziehen zu können. Mit den Ergebnissen dieses Interviews sollte der Versuch gestartet werden, die Strukturqualität durch die Sicht des Klienten zu analysieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsabsicht, mit dem Ziel, Qualität im sozialen Bereich aus Sicht des Hilfeempfängers zu messen.
2. Darstellung des Märkischen Sozial- und Bildungswerkes e.V.: Überblick über die Trägerstruktur, den Bereich der ambulanten Hilfen sowie die gesetzlichen und materiellen Rahmenbedingungen.
3. Grundlagen zum Thema Qualität in der sozialen Arbeit: Theoretische Auseinandersetzung mit Qualitätsbegriffen, Kategorien (Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität) und Ansätzen des Qualitätsmanagements in sozialen Einrichtungen.
4. Möglichkeiten der Indikatorenbestimmung von Qualität- diskutiert am problemzentrierten Interview: Einführung in die empirische Sozialforschung und methodische Begründung der Wahl des problemzentrierten Interviews.
5. Diskurs zur Indikatorenbestimmung: Gegenüberstellung der theoretischen Qualitätsdimensionen nach Donabedian mit den Ergebnissen der durchgeführten Interviews.
6. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die methodische Vorgehensweise und die Schwierigkeiten bei der Messung von Qualität im ambulanten Bereich.
Schlüsselwörter
Qualität, Qualitätsmanagement, Sozialpädagogische Familienhilfe, Ambulante Hilfen, Empirische Sozialforschung, Problemzentriertes Interview, Strukturqualität, Klientenorientierung, Jugendhilfe, Hilfe zur Erziehung, Indikatorenbestimmung, Soziale Arbeit, Nicht-Profit-Organisation, Prozessorientierung, Dienstleistungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, Qualität im Bereich der ambulanten Sozialpädagogischen Familienhilfe messbar zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Definition von Qualität in der sozialen Arbeit, Qualitätsmanagement in Non-Profit-Organisationen und die Anwendung empirischer Forschungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu erkunden, ob eine Bestimmung von Qualität aus Sicht eines Empfängers von Sozialpädagogischen Maßnahmen möglich ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Zur Erhebung der Daten wird die Methode des problemzentrierten Interviews nach Witzel verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen zu Qualität und Qualitätsmanagement sowie die methodische Herleitung und Durchführung der qualitativen Untersuchung am Beispiel des Märkischen Sozial- und Bildungswerkes e.V.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zu den zentralen Begriffen zählen Strukturqualität, Klientenorientierung, Sozialpädagogische Familienhilfe und Indikatorenbestimmung.
Warum wurde die Strukturqualität als Untersuchungsschwerpunkt gewählt?
Der Autor wählte diesen Bereich, da er die Komplexität des Qualitätsbegriffs reduzieren wollte, um eine punktuelle Analyse der strukturellen Gegebenheiten des Trägers zu ermöglichen.
Wie bewertet der befragte Klient die Arbeitsweise des Familienhelfers?
Der Klient beurteilt die Arbeit im Verlauf der Zeit positiv, wobei besonders die Unterstützung bei bürokratischen Angelegenheiten und die pädagogische Begleitung der Kinder hervorgehoben werden.
Welche Herausforderung ergab sich bei der Messung von Qualität im sozialen Bereich?
Die Herausforderung liegt darin, dass soziale Dienstleistungen immateriell sind, oft individuell angepasst werden und eine objektive Erfolgsmessung aufgrund der Subjektivität der Wirkung schwer realisierbar ist.
- Quote paper
- Holger Kunert (Author), 2006, Zu Auswirkungen von Hilfen als Indikator für das Qualitätsmanagement anhand der Ambulanten Hilfen des MSBW e.V., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60569