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Weltsprache Lächeln - Die visuellen Aspekte der sozialen Kommunikation

Title: Weltsprache Lächeln - Die visuellen Aspekte der sozialen Kommunikation

Seminar Paper , 2005 , 13 Pages , Grade: Ausgezeichnet

Autor:in: Marcello Indino (Author)

Sociology - Communication
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Kommunikation wird oftmals spontan mit Sprache assoziert. Doch verbale Interaktion ist nur ein Aspekt der alltäglichen Kommunikation. Ein ebenso oft verwendeter Informationsaustauschkanal ist der nonverbale, denn Informationen können nicht nur auditiv, sondern auch (1) visuell, (2) olfaktorisch oder auch (3) haptisch erschlossen werden: (1) Die sogenannteKörpersprache(Gestik, Körperhaltung, usw.) liefert aufschlussreiche Informationen zum Gemütszustand der beobachteten Person. Einen Überblick zum Thema liefert zum Beispiel Poyatos (1983, S. 54ff). (2) Experimente belegen, dass das Geschlecht eines Menschen anhand seines natürlichenKörpergeruchesidentifiziert werden kann (Ellgring, 1984, S. 127). Der Körpergeruch liefert also nicht nur Informationen bezüglich Hygienegewohntheiten eines Menschen. (3) Wie wichtig derTastsinnsein kann ist bei blinden Menschen erschliessbar: Mit Hilfe des Braille-Alphabetes sind sie in der Lage, die hervorgehobenen Schriftzeichen aktiv zu ertasten und dadurch relativ problemlos zu Lesen (Goldstein, 1997, S. 451f). Ein weiterer, sehr effektiver nonverbaler Informationsbeschaffungsweg umfasst das Erkennen von Emotionen anderer Personen anhand ihrer Mimik: Sobald Gefühle einen bestimmten Grad an Intensität erreicht haben, drücken sie sich in emotionstypischen Gesichtszügen aus (Rosenberg & Ekman, 1997, S. 80). Auf den folgenden Seiten werden wir uns vor allem mit dieser gefühlsgebundenen Facette der visuellen Interaktion beschäftigen, denn dem Thema Mimik kann man nur gerecht werden, wenn man sich ebenso mit Emotionen beschäftigt: Obwohl gewisse Forschungsbereiche durch Analyse der Gesichtszüge konstant bleibende charakteristische Dispositionen zu erschliessen versuchen, kann man diesen eigentlich nur das aktuelle seelische Geschehen entnehmen (Argyle, 1975; zit. nach Häcker & Stapf, 2004, S. 603). Mimische Interaktion beschränkt sich praktisch ausschliesslich auf den Austausch von gefühlsgebundenen Informationen. Die Mimik des Interaktionspartners korrekt interpretieren zu können, ist somit eine wichtige Voraussetzung für die angemessene Interpretation seiner Gemütslage. Mimik ist hingegen nicht geeignet, um komplexe Wegbeschreibungen oder mathematische Axiome zu übermitteln. Sachliche mimische Interaktion ist nur auf der Ebene der Ablehnung, bzw. Zustimmung möglich. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführender Überblick

2. Formen der sozialen Interaktion

2.1. Verunmöglichte Interaktion:

Neurologische Korrelate

2.2. Erfolgreiche Interaktion:

2.2.1. Universalität der Mimik

2.2.2. Social referencing

2.3. Unterdrückte Interaktion:

Social Disply Rules

3. Abschliessendes theoretisches Experiment

4. Anhang: Graphische Darstellungen

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Facetten der visuellen sozialen Kommunikation mit einem Fokus auf die Mimik und deren Rolle bei der Vermittlung von Emotionen. Ziel ist es, mimische Interaktionsmuster in ein soziologisches Konstrukt einzuordnen und dabei die Bedeutung des Gesichts als nonverbalen Austauschkanal zu analysieren.

  • Neurologische Grundlagen der mimischen Kommunikation
  • Universalität von Emotionen und Mimik
  • Soziale Mechanismen wie das Social Referencing
  • Einfluss von Darbietungsregeln (Social Display Rules)
  • Symbolischer Interaktionismus nach Blumer im Kontext der Mimik

Auszug aus dem Buch

2.1. VERUNMÖGLICHTE INTERAKTION : NEUROLOGISCHE KORRELATE

Im Gegensatz zur erfolgreichen mimischen Kommunikation und zur bewusst unterdrückten Informationsinteraktion, muss im Rahmen der verunmöglichten mimischen Kommunikation keine Unterscheidung zwischen Vermittler und Empfänger getätigt werden: Aufgrund neuronaler Läsionen ist sowohl das Übermitteln, als auch das Empfangen von Informationen zeitgleich inhibiert: Bei Lesen der Gesichtszügen anderer Personen scheinen wir unsere eigene Mimik als Referenz zu nutzen. Wir verstehen, was andere ausdrücken wollen, weil wir in vergleichbaren Situationen ähnliche Gesichtszüge annehmen würden.

Dieser Sachverhalt wird durch neuroanatomische Befunde bestätigt: Personen mit Läsionen bestimmter Sektoren in der rechten Hirnhemisphäre weisen Defizite sowohl im Ausdrücken, als auch im Interpretieren von Gesichtszügen auf (vgl. Adolphs, 2003, S. 578; Gainotti, 1989, S. 153). Wer also der Mimik nicht mächtig ist, kann sie auch nicht lesen. Betroffene sind somit vom sozialen Leben ausgeschlossen! Die genannten Läsionen haben aber noch tiefgreifendere Konsequenzen für die Betroffenen und deren soziales Umfeld.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführender Überblick: Dieses Kapitel führt in die nonverbale Kommunikation ein und erläutert die Bedeutung der Mimik als zentrales Instrument für den Austausch gefühlsgebundener Informationen.

2. Formen der sozialen Interaktion: Hier werden drei grundlegende Interaktionsvarianten – verunmöglichte, erfolgreiche und unterdrückte Interaktion – anhand neurologischer und sozialer Mechanismen differenziert betrachtet.

3. Abschliessendes theoretisches Experiment: Das Kapitel verknüpft die vorgestellten Interaktionsmuster mit dem symbolischen Interaktionismus nach Herbert Blumer, um die Bedeutung von Mimik als Objekt in Kommunikationsprozessen zu modellieren.

4. Anhang: Graphische Darstellungen: Dieser Abschnitt visualisiert die theoretischen Prozessmodelle der verschiedenen Interaktionsformen, um deren Wirkungsweise zu verdeutlichen.

Schlüsselwörter

Nonverbale Kommunikation, Mimik, Soziale Interaktion, Emotionen, Neurologische Korrelate, Universalität, Social Referencing, Social Display Rules, Symbolischer Interaktionismus, Herbert Blumer, Gesichtsausdruck, Gefühlsleben, Interaktionspartner, Bedeutung, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den visuellen Aspekten der sozialen Kommunikation, wobei ein besonderer Fokus auf der Mimik als universelle Sprache für Emotionen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert auf die neurologischen Grundlagen der Mimik, die interkulturelle Universalität des Gesichtsausdrucks sowie auf soziale Mechanismen wie das Social Referencing und die bewusste Manipulation von Mimik durch Darbietungsregeln.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, mimische Kommunikation als strukturiertes Handeln zu begreifen und diese Prozesse in ein theoretisches Modell einzubetten, um zu verstehen, wie Bedeutung durch das Gesicht vermittelt und interpretiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, die durch ein systematisches Gedankenexperiment basierend auf dem symbolischen Interaktionismus von Herbert Blumer ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von verunmöglichter, erfolgreicher und unterdrückter Interaktion, wobei jeweils die biologischen Voraussetzungen und die sozialen Kontextbedingungen beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?

Zu den Kernbegriffen zählen Mimik, soziale Interaktion, nonverbale Kommunikation, Social Referencing, Social Display Rules und symbolischer Interaktionismus.

Was besagt die Theorie des Social Referencing in Bezug auf Kleinkinder?

Social Referencing beschreibt, wie Individuen in unklaren Situationen den Gesichtsausdruck anderer als Referenz nutzen, um die eigene Einschätzung einer potenziellen Gefahr oder Situation zu bestätigen.

Welchen Einfluss haben Social Display Rules auf die Kommunikation?

Darbietungsregeln führen dazu, dass Individuen ihre spontane Mimik bewusst maskieren, abschwächen oder durch andere Ausdrücke ersetzen, um sozialen Normen zu entsprechen, wodurch die ehrliche Emotionsvermittlung teilweise entfällt.

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Details

Title
Weltsprache Lächeln - Die visuellen Aspekte der sozialen Kommunikation
College
University of Zurich
Grade
Ausgezeichnet
Author
Marcello Indino (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V60637
ISBN (eBook)
9783638542623
ISBN (Book)
9783656789154
Language
German
Tags
Weltsprache Lächeln Aspekte Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcello Indino (Author), 2005, Weltsprache Lächeln - Die visuellen Aspekte der sozialen Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60637
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