Frauen und Arbeit - von bezahlter und unbezahlter Arbeit der Frauen


Hausarbeit, 2006

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frauen in der Arbeitswelt
2.1 Frauen in der Arbeitswelt und ihre Zeitaufwendung
2.2 Frauen in der Arbeitswelt und ihre Entlohnung

3. Ursachen der Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt

4. Motivationen zur Aufnahme eines Berufes

5. Perspektiven der Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Durch die Medien ist den Deutschen wieder einmal bewusst geworden, dass sie früher oder später aussterben werden - dank einer äußerst bedenklichen Geburtenquote zwi- schen 1,33 und 1,36 Kindern pro Frau (vgl. Statistisches Bundesamt 2006). Selbstver- ständlich liegt diese Zahl bedenklich unter dem Niveau, welches eine Bestandserhaltung sichern würde, diese entspricht einer Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau (vgl. Hra- dil 2004, 53). Dennoch gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Das Statistische Bun- desamt geht davon aus, dass „die Bevölkerungszahl zum Jahr 2050 zwischen 67 und 81 Millionen betragen (wird)“ (Statistisches Bundesamt 2003a, 6). Somit ist die Angst des aussterbenden Deutschen (vorerst) wohl eher unbegründet. Nicht von der Hand zu wei- sen ist jedoch die Tatsache, dass die deutschen Frauen seit Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts stetig weniger Kinder bekommen haben. Neben den medizinischen Mög- lichkeiten der Verhütung sind für diesen Rückgang auch andere Faktoren verantwort- lich. Der derzeitige Trend zum doppelten Gehalt bei Paaren, um einen gewissen Le- bensstandard zu halten bzw. überhaupt zu erreichen ist einer dieser Faktoren. Die einge- schränkten Möglichkeiten der Kinderbetreuung insb. für berufstätige Frauen ist der niedrigen Geburtenrate in Deutschland nicht zuträglich. Frauen werden häufig das Ge- fühl haben, sich zwischen Familie und Beruf entscheiden zu müssen. In Anbetracht der wirtschaftlichen Lage Deutschlands, sowie der Angst vor Arbeitslosigkeit, ist die Ent- scheidung für einen Beruf und gegen Kinder oder eben gegen einen Beruf und für Kin- der schwer zu treffen. Bedenkt man, dass neben einem etwaigen Beruf noch der Haus- halt - der aller Emanzipation zum Trotz vermutlich hauptsächlich von Frauen erledigt wird - bleibt, so fragt man sich, wie viele Stunden die deutschen Frauen im Durch- schnitt in welchen Bereichen arbeiten. Die Klärung dieses Sachverhaltes wird in Kapitel 2.1 eine erste Annäherung an die Probleme der Frauen auf den Arbeitsmarkt ermögli- chen. Grundlage der hier dargestellten Sachverhalte bilden die für Deutschland erhobe- nen Daten des Statistischen Bundesamtes. Neben der Entscheidung, ob eine Frau über- haupt arbeiten möchte, muss sie sich auch für einen Arbeitsplatz entscheiden. Diese Arbeit wird - wie in der einschlägigen Literatur hinreichend beleuchtet - höchstwahr- scheinlich geringer entlohnt werden als die Arbeit eines Mannes auf demselben Ar- beitsplatz bei gleicher Qualifikation. Folglich scheint es sich für Frauen ökonomisch selten zu lohnen einen Beruf auszuüben. Die Lohnunterschiede zwischen Männer und Frauen werden anhand einiger ausgewählter Beispiele1in Kapitel 2.2 dargestellt und diskutiert. Einige der möglichen Ursachen der ungleichen Entlohnung werden in Kapitel 3 erläutert, die Frage warum Frauen und insbesondere Mütter trotz dieser Umstände eine Berufstätigkeit wünschen und ausüben wird Gegenstand des vierten Kapitels sein. Abschließend werden Perspektiven einer vom Geschlecht unabhängigen Bezahlung erörtert und Lösungen gesucht, die Frauen auf dem Arbeitsmarkt eine gleichberechtigte Behandlung ermöglichen würden (Kapitel 5).

2. Frauen in der Arbeitswelt

2.1 Frauen in der Arbeitswelt und ihre Zeitaufwendung

Ökonomisch betrachtet fließt von der Arbeitsleistung der Bevölkerung lediglich die bezahlte Arbeit in das Bruttoinlandprodukt. Unbeachtet bleiben jedoch die unbezahlten Arbeiten wie Haushalt, Pflege und Betreuung sowie Ehrenamt und informelle Hilfen2. Es zeigt sich, dass Männer von ihrer gesamten wöchentlichen Arbeitszeit3(42 Stunden) mehr für bezahlte Arbeit aufwenden (22,5 Stunden), als für unbezahlte Arbeit (19,5 Stunden). Frauen hingegen verwenden von ihrer ohnehin schon höheren Wochenar- beitszeit von 43 Stunden den größten Teil für unbezahlte Arbeit (31 Stunden) und gehen nur 12 Stunden einer bezahlten Arbeit nach (vgl. Statistisches Bundesamt 2003b, 9).

Ein Vergleich der Zeitaufwendung von Paaren mit und ohne Kinder zeigt zunächst, dass in beiden Situationen Frauen durchschnittlich zwei Stunden mehr unbezahlte Arbeit verrichten. Kinderlose Paare arbeiten in etwa gleich viel, jedoch leistet die Frau eine Dreiviertelstunde mehr unbezahlte Arbeit. Bei Paaren mit Kindern muss differenziert werden, ob die Frau erwerbstätig ist oder nicht. Ohne Erwerbstätigkeit liegt die Ge- samtarbeitszeit von Frauen niedriger als die der Männer. Gehen Frauen bezahlter Arbeit nach ist die Gesamtarbeitszeit der Partner in etwa gleich. Auffällig ist jedoch, dass er- werbstätige Frauen mit Kindern im Vergleich zu Männern in der gleichen Situation na- hezu die doppelte Zeit für Haushaltsarbeiten verwenden (vgl. Statistisches Bundesamt 2003b, 15 - 16). Hier wird deutlich, dass Mütter, die erwerbstätig sind, weit von einer gerechten Aufteilung der unbezahlten Arbeit im Haushalt entfernt sind. Das traditionelle Denken scheint in vielen Männern noch fest verankert, dass eine Frau im Haushalt tätig ist, während der Mann der „Brotverdiener“ ist. Vielleicht liegt es aber auch an den Frauen, in dem sie den Männern zuviel Arbeit im Haushalt abnehmen, weil sie selbst dieses Denken noch nicht ganz abgelegt haben.

2.2 Frauen in der Arbeitswelt und ihre Entlohnung

Nahezu die Hälfte aller in Deutschland beschäftigten Personen sind Frauen (vgl. Wag- ner 2005, 1). Ein sehr positives Bild, was auf eine gerechte Verteilung der Arbeit zwi- schen den Geschlechtern schließen lässt. Jedoch spiegelt diese Zahl nur bedingt die Si- tuation der Frauen in der Arbeitswelt wieder. Zum einen muss darauf hingewiesen wer- den, dass 50 Prozent der Frauen lediglich Teilzeit arbeiten. Ihr Anteil am gesamten Ar- beitsvolumen liegt 18 Prozent niedriger im Vergleich zu den Männern (vgl. Wagner 2005, 1). Zum anderen zeigt die Entlohnung weiblicher Arbeitskraft eine deutliche Dis- kriminierung der Frau.

Auf allen Hierarchieebenen4des Arbeitsmarktes sind Frauen vertreten, jedoch deutlich auf den unteren und mittleren Ebene konzentriert. Die höhere Ebene ist nur in etwa durch ein Drittel von Frauen besetzt, Top-Positionen werden nur zu einem Fünftel weib- lich besetzt (vgl. Dressel 2005, 139 - 140). Ein Vergleich der Einkommen bei vollzeit- beschäftigten Frauen in Deutschland5zeigt, dass sie in allen Bereichen weniger verdie- nen als Männer. Im Bereich der qualifizierten manuellen Berufe erreichen sie lediglich

68 Prozent des Männereinkommens (vgl. Cornelißen/Dressel/Lohel 2005a, 185). Ver- glichen mit den Männerlöhnen erfolgt eine Entlohnung von Facharbeiterinnen noch geringer, hier werden nur 60,8 Prozent des Männereinkommens bezahlt (vgl. Corneli- ßen/Dressel/Lohel 2005b, 728). Als einfache Angestellte im Dienstleistungsbereich er- halten Frauen 76 Prozent des Einkommens von Männern im gleichen Bereich (vgl. Cor- nelißen/Dressel/Lohel 2005a, 185). Auf den ganzen Dienstleistungssektor bezogen beziehen Frauen mit 79,3 Prozent den höchsten Einkommensanteil verglichen mit dem Verdienst von Männern (vgl. Cornelißen/Dressel/Lohel 2005b, 731). Auffällig ist hier bei, dass bei vorwiegend haushaltsbezogenen Dienstleistungen und gesellschaftsbezo- genen Dienstleistungen über die Hälfte der Beschäftigten weiblich sind (vgl. Corneli- ßen/Dressel/Lohel 2005b, 733). Diese Erkenntnis wird für die in Kapitel 3 folgenden Überlegungen der Motivation von Frauen eine Erwerbstätigkeit auszuüben noch einmal aufgegriffen werden. Festzuhalten bleibt, dass Frauen in allen Berufen schlechter be- zahlt werden als Männern in den gleichen Berufen. Hier ist also eine Diskriminierung ihrer Arbeit über die Entlohnung zu vermuten. Ob diese Diskriminierung von Arbeitge- berseite absichtlich erfolgt oder andere Ursachen hat kann nur bedingt geklärt werden. In Anbetracht der im Grundgesetz verankerten Gleichberechtigung von Mann und Frau sollte den Unternehmen an einer absichtliche Diskriminierung nicht gelegen sein. Der wirtschaftliche Schaden bei bekannt werden eines solchen Verhaltens ist kaum abzuse- hen. Cornelißen et al. vermuten unter anderem einen Grund für eine solche ungleiche Entlohnung in den unterschiedlichen Betriebsgrößen (vgl. Cornelißen/Dressel/Lohel 2005a, 187).

Aber auch das Außerachtlassen der unbezahlten Arbeit bei der Berechung des BIP stellt indirekt eine Diskriminierung dar. Würde die unbezahlte Arbeit von Dritten als bezahlte Arbeit ausgeführt werden, so würde sie ein Volumen von ca. 40 Prozent des BIP auf- weisen (vgl. Schäfer 2004, 267 - 268). Mit anderen Worten, würde die zumeist von Frauen verrichtete unbezahlte (Haushalts-)Arbeit sich im BIP wiederfinden, würde man zumindest in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung diese Arbeit honorieren. Je- doch sollte nicht voreilig darauf schließen, dass dies nicht erfolgt um Frauenarbeit ab- zuwerten. Vielmehr muss bedacht werden, dass die Haushaltsproduktion für die Volks- wirtschaftliche Gesamtrechnung nur geringe Bedeutung hat. Inflationsrate, Arbeitslo- sigkeit und außenwirtschaftliches Gleichgewicht als Kenngrößen der VGR, bleiben von der Haushaltsproduktion unbeeinflusst (vgl. Schäfer 2004, 247).

3. Ursachen der Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Aus Neoklassischer Sicht werden geschlechtsspezifische Lohnunterschiede häufig mit der Theorie des Human-Kapitals erklärt. Planen Individuen die Ausübung eines Berufes längerfristig, so suchen sie sich Bereiche in denen mit zunehmender Erfahrung eine Lohnsteigerung zu erwarten ist. Frauen, die durch Erziehungsurlaub über einen gewis- sen Zeitraum aus ihrem Beruf ausscheiden, können nur bedingt Berufserfahrung vor-

[...]


1In Anbetracht der unzähligen Berufsfelder in Deutschland kann hier nur eine exemplarische Darstellung erfolgen.

2Die Abgrenzung zwischen unbezahlter und bezahlter Arbeit im ökonomischen Sinn erfolgt über das Kriterium, ob diese Tätigkeiten von Dritten gegen Bezahlung übernommen werden können (sog. DrittPersonen-Kriterium) (vgl. Schäfer 2004, 249 - 250).

3 Die gesamte wöchentliche Arbeitszeit umfasst sowohl die bezahlte als auch die unbezahlte Arbeit.

4Unterschieden werden hierbei einfache, mittlere, gehobene und höhere Angestellte und Beamtinnen bzw. angelernte Arbeiterinnen, Facharbeiterinnen, Meisterinnen (vgl. Dressel 2005, 140).

5 Die Vergleichsdaten beziehen sich, soweit nicht anders erwähnt, auf das Jahr 2002.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Frauen und Arbeit - von bezahlter und unbezahlter Arbeit der Frauen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V60658
ISBN (eBook)
9783638542807
ISBN (Buch)
9783656071464
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauen, Arbeit, Gleichberechtigung, gender mainstreaming
Arbeit zitieren
Britta Buhl (Autor:in), 2006, Frauen und Arbeit - von bezahlter und unbezahlter Arbeit der Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60658

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