Im Verlauf dieser Hausarbeit wird zu zeigen sein, auf welchem theoretischen Gerüst sich die Forschung bezüglich der Untersuchung von Leistungsmotivation bewegt, um dann nach der Unterscheidung von Motiv und Motivation das Risiko-Wahl-Modell Atkinsons als Grundlage für die weiteren Untersuchungen von Schulleistungen zu nutzen. Interessant erscheinen die Fragen: Welchen Einfluss hat das erstmals von Atkinson in die zwei Teilbereiche a) Hoffnung auf Erfolg und b) Furcht vor Misserfolg aufgeteilte Leistungsmotiv auf gezeigtes Schülerverhalten? Kann eine starke Ausrichtung auf die Vermeidung von Misserfolg eine Lernstörung werden? Welche Maßnahmen kann ein Lehrender ergreifen, wenn er erkannt hat, dass Misserfolgsvermeider a) schlechte Lernleistung erbringen oder aber auch b) zwar gute Lernleistungen zeigen (gemessen an Zensuren), aber psychische Störungen erleiden oder erleiden könnten4? Diese und andere Fragen gilt es im nun folgenden Theorie- und dem sich daran anschließenden Praxisteil näher zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG (S. 1 - 2)
Zur Bedeutung von Motivation im Unterricht
2. THEORETISCHER TEIL (S. 2 – 8)
2.1 Hintergrund: Menschen handeln nach Motiven (Motiv vs. Motivation) (S. 2-3)
2.2 Schulrelevante Motive (S. 3 - 4)
2.3 Das Leistungsmotiv (S. 4 - 6)
2.4 Das Risiko-Wahl-Modell nach Atkinson (S. 6 - 8)
2.4.1 Erfolgsorientierte Schüler (S. 7)
2.4.2 Misserfolgsvermeidende Schüler (S. 7 - 8)
3. PRAKTISCHER TEIL (S. 8 – 12)
3.1 Misserfolgsvermeidung als Lern- und Verhaltensstörung? (S. 8 -10)
3.1.1 Spezifische Lernstörungen (S. 9 - 10)
3.1.2 Psychogene Lern- und Leistungsstörungen (S 10)
3.2 Umgang des Lehrers mit Misserfolgsvermeidern (S. 11 - 12)
4. ZUSAMMENFASSUNG/ ABSCHLUSSBEWERTUNG (S. 12 – 13)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Leistungsmotivs im schulischen Kontext unter Berücksichtigung des Risiko-Wahl-Modells nach Atkinson, um zu analysieren, inwiefern Misserfolgsvermeidung als Lern- und Verhaltensstörung interpretiert werden kann und welche pädagogischen Handlungsmöglichkeiten sich daraus ableiten lassen.
- Motivationstheoretische Grundlagen und Abgrenzung von Motiv und Motivation
- Analyse des Risiko-Wahl-Modells nach John W. Atkinson
- Differenzierung zwischen erfolgsorientierten und misserfolgsvermeidenden Schülertypen
- Klassifizierung von Lernstörungen nach Steinhausen
- Praktische pädagogische Strategien zur Unterstützung von Schülern mit Misserfolgsängsten
Auszug aus dem Buch
3.1 Misserfolgsvermeidung als Lern- und Verhaltensstörung?
Dies kann zu einem großen Problem für diese Schüler werden, da sie tendenziell dazu neigen jeglicher Form von Leistungssituationen zu entgehen. Irgendwann jedoch werden sie einer Leistungssituation nicht mehr ausweichen können und laufen Gefahr für diesen Fall nicht geübt zu sein. Sie könnten scheitern nicht aus mangelndem Vermögen, sondern aus reinem Ungeübtsein. Dieses Scheitern führten sie aber womöglich wieder auf die Aufgabenschwere und nicht zu letzt auf ihre Persönlichkeitsdisposition zurück: Ein schwer zu durchbrechender Teufelskreis. Für den Lehrer und das Umfeld des Schülers (meistens der Klassenverband) stellt die Konfrontation eines sog. Misserfolgsvermeiders mit einer Leistungssituation spätestens dann ein Problem dar, wenn der Schüler „kontraproduktive Verhaltensmuster zur Schau“25 stellt.
Die Schüler albern herum, lenken Mitschüler ab, wirken insgesamt unkonzentriert und fahrig. Sie stören den Unterricht und zeigen so demonstrativ dem Lehrer und seinen Mitschülern, dass sie völlig bewusst den falschen Lernweg wählen, um nicht Gefahr zu laufen an dem richtigen Lernweg, den die übrigen Schüler wählen, weil er von dem Lehrenden vorgegeben/ vorgeschlagen wurde, scheitern könnten. Es paart sich an dieser Stelle die Angst vor sich selbst zu versagen mit der, vor dem Lehrer zu versagen oder aber schlechter zu sein als seine Mitschüler (Konkurrenzdenken).
Weiterhin fallen solche Schüler oft dadurch auf, dass sie ihre Schulsachen „vergessen“ haben, oder die Hausaufgaben „gerade nicht finden können“: Sie vermeiden krampfhaft ihre Leistungen oder Nicht-Leistungen zu präsentieren. Bevor sich eine wirklich erbrachte Leistung wie etwa ein verfasster Deutschaufsatzes als ungenügend herausstellen könnte, wird lieber gar nichts vorgezeigt (später dann auch tatsächlich nichts mehr getan).
Die Misserfolgsvermeidung wirkt sich deshalb also direkt negativ auf den Lernprozess aus, da die Aufmerksamkeit und Energie, die zur Lösung der Aufgabe verwendet werden müsste, schon für die Auseinandersetzung mit der Furcht vor dem Scheitern verwendet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG (S. 1 - 2): Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Motivation für Schulleistungen ein und begründet den Fokus auf das Leistungsmotiv und Motivationsdefizite als zentrales Praxisproblem.
2. THEORETISCHER TEIL (S. 2 – 8): Dieser Teil legt die psychologischen Grundlagen dar, indem er Begriffe wie Motiv und Motivation definiert, schulrelevante Motive erläutert und das Risiko-Wahl-Modell nach Atkinson detailliert beschreibt.
3. PRAKTISCHER TEIL (S. 8 – 12): Hier wird Misserfolgsvermeidung als Lern- und Verhaltensstörung analysiert, in spezifische und psychogene Störungen unterteilt und konkrete pädagogische Umgangsformen für Lehrer erarbeitet.
4. ZUSAMMENFASSUNG/ ABSCHLUSSBEWERTUNG (S. 12 – 13): Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch die Anwendung der Leistungsmotivationstherapie sowie deren gesellschaftliche Implikationen.
Schlüsselwörter
Misserfolgsvermeidung, Leistungsmotiv, Motivation, Atkinson, Risiko-Wahl-Modell, Lernstörung, Schulangst, Leistungserbringung, Pädagogik, Schülerverhalten, Lernprozess, Versagensfurcht, Erfolgsorientierung, Psychogene Störungen, Pädagogische Intervention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Leistungsmotiv von Schülern und fokussiert sich dabei besonders auf Schüler, die durch Furcht vor Misserfolg geprägt sind, und wie sich dies auf ihr Lernverhalten auswirkt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie, die Differenzierung von Motivtypen sowie die pädagogische Einordnung und Behandlung von Misserfolgsvermeidung im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu analysieren, welchen Stellenwert das Leistungsmotiv bei der Schulleistung hat und ob und wie Misserfolgsvermeidung als eine Form der Lern- und Verhaltensstörung pädagogisch adressiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse psychologischer Fachliteratur (insb. Atkinson, Steinhausen, v. Grone/Petersen) basiert, um pädagogische Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zur Motivationspsychologie und einen praktischen Block, der Symptome der Misserfolgsvermeidung beschreibt und den Umgang von Lehrern mit betroffenen Schülern diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Misserfolgsvermeidung, Leistungsmotiv, Motivation, das Risiko-Wahl-Modell nach Atkinson sowie Lern- und Verhaltensstörungen.
Wie unterscheidet Atkinson zwischen erfolgsorientierten und misserfolgsvermeidenden Schülern?
Erfolgsorientierte Schüler wählen bevorzugt Aufgaben mittleren Schwierigkeitsgrades, bei denen Erfolg realistisch ist. Misserfolgsvermeidende Schüler wählen entweder extrem leichte Aufgaben (um Versagen sicher zu vermeiden) oder extrem schwere Aufgaben (bei denen Versagen entschuldbar ist).
Warum wird Misserfolgsvermeidung nach Steinhausen als psychogene Störung klassifiziert?
Sie wird als psychogen eingestuft, da sie auf Anpassungsstörungen, Schulverweigerung oder emotionalen Problemen basiert, die oft durch familiäre oder sozialisatorische Einflüsse geprägt wurden, anstatt auf einer spezifischen kognitiven Lernschwäche zu beruhen.
Welche Lösungsansätze werden für den Lehrer im Umgang mit Misserfolgsvermeidern vorgeschlagen?
Es wird u.a. vorgeschlagen, die Angst vor dem Scheitern zu mindern, individuelle Lernpläne zu erstellen, Lernräume frei von Bewertung zu schaffen und den Fokus verstärkt auf individuelle Bezugsnormen statt auf Konkurrenzvergleiche zu legen.
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- Simon Emmerling (Author), 2003, Das Atkinson’schen Risiko-Wahl-Modell. Leistungsmotiv für Schule und Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60668