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Platons Phaidon - Der erste Unsterblichkeitsbeweis

Title: Platons Phaidon - Der erste Unsterblichkeitsbeweis

Seminar Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Annett Göltenboth (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

Obwohl sich die Platon Interpreten uneins über die Hauptthematik des Phaidon sind, ist eines der zentralen Themen des Dialoges die ‚Unsterblichkeit der Seele’. Der zuvor zum Tode verurteilte Sokrates wird an seinem letzten Tag von mehreren Freunden sowie Fremde, darunter auch Kebes und Simmias, besucht. Kebes und Simmias sind Anhänger des Pythagoreismus und die Hauptdialogpartner von Sokrates imPhaidon. Wider Erwarten scheint Sokrates trotz seines bevorstehenden Todes glücklich: „[...] Glücklich nämlich erschien mir der Mann[Sokrates],Echekrates, in seinem Verhalten und in seinen Worten, und so furchtlos und edel starb er[...].“ Der Ausspruch von Sokrates: „Das also, Kebes, sage Euenos, und er solle wohl leben und, wenn er vernünftig sei, mir nachfolgen,“ führt zum ersten Widerspruch des Simmias und führt zu der von Sokrates aufgestellten These, dass Philosophie betreiben nichts anderes heißt als zu sterben bzw. tot zu sein. Der Tod wird als Trennung der Seele vom Körper gesehen: „Und das sei das Tot-Sein, wenn der Körper , getrennt von der Seele, abgesondert ganz für sich ist[...].“ Da der Körper die Seele bei der Wahrheitsfindung (der Philosophie) stört und verwirrt, sollte ein ‚echter’ Philosoph die Trennung vom Körper und der Seele i.e. das Tot-Sein anstreben. Falls nun das o.g. stimmt, d.h. Philosophie Tot-Sein bedeutet wäre es dann nicht wie Sokrates fragt: „[...] äußerst widersinnig, wenn ein solcher[i.e.ein Philosoph] den Tod fürchted ?“ Obwohl Kebes und Simmias dem o.g. theoretisch beipflichten, befürchtet Kebes doch, dass die Homerische Auffassung der Seele als Lebenshauch stimmt, und diese beim Tod „[...] wie ein Lufthauch oder Rauch, nicht auch zerstoben ist und verflogen und nichts und nirgends mehr ist.“ Nach diesem Einwand von Kebes folgt der erste von insgesamt vier Beweisen für die Unsterblichkeit der Seele. Der 1. Unsterblichkeitsbeweis bedient sich eines ‚Kreislauf - Argumentes’ der Natur. Aus dem Werden von Gegensätzen aus Gegensätzen wie z.B. ‚Größeres aus Kleinerem’ wird das Leben aus dem Tod und vice versa postuliert. Der 1. Unsterblichkeitsbeweis der Seele im Phaidon ist das Thema dieser Hausarbeit und wird im zweiten Kapitel eingeführt und näher untersucht. Kapitel 3 würdigt den 1. Unsterblichkeitsbeweis der Seele kritisch. Kapitel 5 beschließt diese Hausarbeit mit den Schlussbetrachtungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Der 1. Unsterblichkeitsbeweis der Seele (70d - 72e)

3 Kritische Würdigung des 1. Unsterblichkeitbeweises der Seele

4 Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den ersten Unsterblichkeitsbeweis der Seele in Platons Dialog Phaidon und analysiert dessen logische Struktur sowie die wissenschaftliche Validität im Kontext zeitgenössischer philosophischer Kritik. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, inwiefern der Beweisgang durch das "Prinzip der Entstehung aus dem Gegenteil" und die Analogie zyklischer Prozesse eine logisch zwingende Schlussfolgerung auf die Unsterblichkeit der Seele zulässt.

  • Analyse des "Prinzips der Entstehung aus dem Gegenteil"
  • Untersuchung des "Prinzips der Reziprozität"
  • Kritische Reflexion der Analogie von Schlafen und Wachen auf Leben und Tod
  • Bewertung der naturphilosophischen Deutung der Seele im frühen Phaidon
  • Diskussion der Intentionalität Platons hinter der Beweisführung

Auszug aus dem Buch

Der 1. Unsterblichkeitsbeweis der Seele

Bei der Einführung des 1. Unsterblichkeitsbeweises knüpft ‚Sokrates’ bzw. Platon an eine „alte Rede“ an, die sich auf eine orphisch-pythagoreische Vorstellung bezieht. In dieser Vorstellung kommen die Seelen der Toten in die Unterwelt und werden von dorther wiedergeboren. Nach dem Verweis auf die „alte Rede“ beginnt das eigentlich Argument. Das Argument besteht im wesentlichen aus zwei Teilen:

1. Der „Notwendigkeit der Entstehung aus dem Gegensätzlichen“ und

2. Der „Notwendigkeit einer zyklischen Regeneration“

Im ersten Teil der Argumentation versichert sich ‚Sokrates’ zunächst zweier Prämissen: dem „Prinzip der Entstehung aus dem Gegenteil“ oder das einfache Werden und dem „Prinzip der Reziprozität“ bzw. dem zweifachen Werden. Er argumentiert, dass das ‚Kleinere aus dem Größeren entsteht’, das ‚Stärkere aus dem Schwächeren’, das ‚Langsamere aus dem Schnelleren’ sowie das ‚Schlechtere aus dem Besseren’.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Das Kapitel führt in den thematischen Rahmen des Phaidon ein und stellt die Relevanz der Unsterblichkeitsfrage sowie die Akteure des Dialogs dar.

2 Der 1. Unsterblichkeitsbeweis der Seele (70d - 72e): Hier wird das kreislauftheoretische Argument präsentiert, das Leben aus dem Tod und den Tod aus dem Leben ableitet.

3 Kritische Würdigung des 1. Unsterblichkeitbeweises der Seele: Dieses Kapitel prüft die logische Validität der Prämissen und setzt sich mit Einwänden gegen die Argumentationsstruktur und das tertium quid auseinander.

4 Schlussbetrachtungen: Die abschließenden Überlegungen reflektieren, ob das Argument tatsächlich einen Beweis darstellt oder eher der Vorbereitung komplexerer Ideen dient.

Schlüsselwörter

Platon, Phaidon, Unsterblichkeit, Seele, Sokrates, Gegensätze, Reziprozität, Zyklische Regeneration, Naturphilosophie, Dialektik, Induktion, Leben, Tod, Philosophie, Ideenlehre

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt den ersten Unsterblichkeitsbeweis der Seele, wie er von Platon im Dialog Phaidon entwickelt wurde.

Welche Themenfelder sind zentral?

Im Zentrum stehen die Konzepte der gegensätzlichen Entstehung, zyklische Prozesse in der Natur und die philosophische Begründung der Seele als Prinzip des Lebens.

Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Untersuchung hinterfragt, wie schlüssig die Argumentationsweise ist, die aus der Naturbeobachtung (z.B. Schlafen/Wachen) auf eine ontologische Unsterblichkeit der Seele schließt.

Welche Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt die Analyse dialektischer Argumentationsstrukturen sowie die induktive Prüfung der von Platon verwendeten Beispiele.

Welche Aspekte werden im Hauptteil beleuchtet?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Beweisgangs und dessen kritische Dekonstruktion mittels verschiedener philosophischer Einwände.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem "Prinzip der Reziprozität", "Orphisch-pythagoreische Vorstellung" und "tertium quid".

Was ist das Hauptproblem bei der Analogie von Schlafen und Wachen?

Die Analogie setzt das Bestehen eines fortexistierenden Substrats voraus, was in der Argumentation eigentlich erst bewiesen werden müsste, und droht damit als petitio principii zu scheitern.

Welche Rolle spielt die "alte Rede" bei Platon?

Sie dient als orphisch-pythagoreischer Anknüpfungspunkt, um die Vorstellung der Wiedergeburt der Seelen in den Diskurs einzuführen.

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Details

Title
Platons Phaidon - Der erste Unsterblichkeitsbeweis
College
University of Tubingen  (Philosophie)
Grade
1,0
Author
Annett Göltenboth (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V60703
ISBN (eBook)
9783638543064
ISBN (Book)
9783656795780
Language
German
Tags
Platons Phaidon Unsterblichkeitsbeweis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annett Göltenboth (Author), 2006, Platons Phaidon - Der erste Unsterblichkeitsbeweis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60703
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