Kommunikation spielt heutzutage in vielen verschiedenen Bereichen eine bedeutsame Rolle. Auch werden Kommunikationsmedien in diversen Gebieten, wie z.B. in der Werbung, es geht darum das Denken, Fühlen und Handeln von Mitmenschen zu beeinflussen (vgl. R. Keller, 1995: 253). In den jeweiligen Kulturräumen wenden Menschen die symbolisch festgelegte Sprache und die erlernten Gestiken und Mimiken unbewusst an. Dieses unbewusste Wissen soll im Folgenden externalisiert und dem Bewusstsein zugänglich gemacht werden.
Anhand der Zeichentheorie von Charles S. Peirce und dem Kommunikationsmodell von Roman Jakobson soll dies theoretisch erklärt werden. Eine praktische Anwendung erfolgt anschließend durch die Analyse von Werbung. Zeichen- und Kommunikationsmodelle versuchen, die komplexe Wirklichkeit des Kommunikationsprozesses in ihren wesentlichen Faktoren zu erfassen und darzustellen. Sie sind damit nur vereinfachende Modelle der Wirklichkeit, nicht die Wirklichkeit selbst.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 SEMIOSE NACH PEIRCE
2.1 DIE TRIADISCHE RELATION DER ZEICHEN
2.2 ZEICHENTYPEN NACH PEIRCE
3 DAS KOMMUNIKATIONSMODELL VON JAKOBSON
3.1 JAKOBSONS MODELL
3.2 FUNKTION UND GELTUNGSANSPRUCH
3.3 DAS PRINZIP DER RELATIVEN DOMINANZ
4 ANALYSE VON WERBUNG ANHAND DES KOMMUNIKATIONSMODELLS VON JAKOBSON
4.1 ERGEBNISSE DER ERSTEN WERBUNGSANALYSE
4.2 ERGEBNISSE DER ZWEITEN WERBUNGSANALYSE
4.3 ERGEBNISSE DER DRITTEN WERBUNGSANALYSE
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Kommunikationsprozesse durch theoretische Modelle der Semiotik und Linguistik strukturiert und analysiert werden können. Das primäre Ziel ist es, das unbewusste Wissen über die Wirkung von Zeichen und Kommunikation zu externalisieren und anhand von konkreten Werbeanzeigen zu verdeutlichen, wie verschiedene Sprachfunktionen gezielt zur Beeinflussung eingesetzt werden.
- Grundlagen der Semiotik nach Charles S. Peirce
- Struktur des Kommunikationsmodells von Roman Jakobson
- Bestimmung von Sprachfunktionen und Geltungsansprüchen
- Das Prinzip der relativen Dominanz in der Kommunikation
- Praktische Analyse von Werbestrategien
Auszug aus dem Buch
3.2 Funktion und Geltungsanspruch
Das Modell von Jakobson ordnet jedem der sechs Fundamente, die Kommunikation ermöglichen, eine Funktion und einen Geltungsanspruch zu. Die referentielle Funktion umfasst den Bezug auf das sprachlich Vermittelte, den Inhalt bzw. die außersprachliche Wirklichkeit und den Kontext der Kommunikation. Sie ist identisch mit Bühlers Darstellungsfunktion. Der Geltungsanspruch der referentiellen Funktion ist Wahrheit. Besonders in der Nachrichtenwelt dominiert die referentielle Sprachfunktion, da sie meist außerordentlich kontextbezogen ist und es nahezu ausschließlich um die Vermittlung von Informationen geht. Die auf den Sender bezogene emotive oder expressive Funktion entspricht der Ausdrucksfunktion bei Bühlers Kommunikationsmodell. „Die Sprachäußerung drückt die Haltung des Senders gegenüber dem Gegenstand aus, seine Stimmung, seine innere Verfassung.“ (Pelz (2000): 29) Sie hat den Geltungsanspruch der Wahrhaftigkeit und der Aufrichtigkeit, da der Empfänger zu den vom Sender zum Ausdruck gebrachten Gefühlen Vertrauen haben sollte. Die Ausrichtung auf den Empfänger, die appellative (oder konative) Funktion, entspricht der Bühlerschen Appellfunktion. Sprache wird verwendet, um eine Aufforderung an den Empfänger zu richten, um bestimmte Verhaltens-, Einstellungs- oder Gefühlsmäßigkeiten bei ihm zu bewirken. Getragen wird die appellative Sprachfunktion durch den Vokativ und den Imperativ (vgl. Jakobson (1979): 90). Sie hat den Geltungsanspruch der Richtigkeit oder Normativität, da der Sprecher durch die Botschaft, eine bestimmte Verhaltens-, Einstellungs- oder Gefühlsmäßigkeit bei dem Empfänger zu bewirken versucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung von Kommunikation und die Zielsetzung, durch Zeichen- und Kommunikationsmodelle komplexe Prozesse verständlich zu machen.
2 SEMIOSE NACH PEIRCE: Erläuterung der triadischen Zeichenrelation und Klassifizierung von Zeichentypen wie Ikon, Index und Symbol.
3 DAS KOMMUNIKATIONSMODELL VON JAKOBSON: Vorstellung des Jakobsonschen Modells und die Definition der sechs Sprachfunktionen inklusive ihrer jeweiligen Geltungsansprüche.
4 ANALYSE VON WERBUNG ANHAND DES KOMMUNIKATIONSMODELLS VON JAKOBSON: Praktische Anwendung der Theorie auf drei Werbebeispiele zur Untersuchung der dominanten Kommunikationsfunktionen.
5 FAZIT: Synthese der Analyseergebnisse, die aufzeigt, dass Werbung meist eine manipulative Absicht verfolgt und verschiedene Sprachfunktionen polyfunktional einsetzt.
Schlüsselwörter
Semiotik, Kommunikationsmodell, Roman Jakobson, Charles S. Peirce, Zeichentypen, Sprachfunktionen, Werbeanalyse, Phatische Funktion, Appellative Funktion, Emotive Funktion, Metasprachliche Funktion, Ästhetische Funktion, Referentielle Funktion, Kommunikation, Persuasion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Untersuchung von Kommunikationsprozessen mittels semiotischer und linguistischer Modelle und deren Anwendung auf die Werbepraxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Zeichentheorie nach Peirce, das Kommunikationsmodell nach Jakobson sowie die Analyse von Werbestrategien unter semiotischen Gesichtspunkten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, unbewusst wirkende Kommunikationsmechanismen sichtbar zu machen und zu erläutern, wie Werbung als Mittel der Beeinflussung eingesetzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die theoretischen Rahmenwerke von Charles S. Peirce (Semiotik) und Roman Jakobson (Kommunikationsmodell), um eine praktische Werbeanalyse durchzuführen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in die Zeichentypen und Kommunikationsmodelle sowie die detaillierte Analyse von drei spezifischen Werbeanzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Semiotik, Sprachfunktionen, Polyfunktionalität, Persuasion und Werbeanalyse charakterisiert.
Welche Funktion spielt die "Deautomatisierung" bei der Werbeanalyse?
Die Deautomatisierung dient dazu, den Betrachter durch eine ungewöhnliche oder überraschende Darstellung kurzzeitig zum Verweilen und Nachdenken zu bewegen, was die ästhetische Funktion unterstützt.
Warum sind nach Ansicht der Autorin viele Werbungen "berechnend"?
Da Werbung primär das Ziel verfolgt, den Empfänger zu einer bestimmten Handlung (dem Kauf) zu bewegen, sind die gewählten Mittel oft strategisch darauf ausgerichtet, psychologische Reize und manipulative Wirkungen gezielt zu setzen.
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- Margret Jonas (Author), 2006, Semiotik und Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60732