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Die Schuldfrage des Protagonisten am Judenmord in Annette von Droste-Hülshoffs "Die Judenbuche"

Titre: Die Schuldfrage des Protagonisten am Judenmord in Annette von Droste-Hülshoffs "Die Judenbuche"

Dossier / Travail de Séminaire , 2001 , 26 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Florian Schaffelhofer (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

"Von Zusammenhang ist fast gar nicht die Rede. Etwas mag es zur Romantik beitragen, wenn mancher Umstand im Dunkeln bleibt; aber wenn man bei vier Mordthaten, die hier vorfallen (abgesehen von einigen Nebengeschichten) nur bei einer (und auch da nicht sicher) erfährt, wer sie ausgeübt hat, so ist das doch etwas zu viel." (Huge (Hrsg.), 1998, S. 62.).

Aus diesem Grund möchte ich im Folgenden die verschiedenen Mordfälle näher betrachten. Dabei stellt sich jedoch nicht die Frage, wer möglicherweise die Personen getötet haben könnte. Vielmehr soll jeweils die Frage nach der Schuld des Protagonisten Friedrich Mergel erörtert werden.

Bevor ich dazu komme, muss jedoch als Grundlage hierfür das Rechtsempfinden der damaligen Zeit und sozialen Umgebung Friedrichs herangezogen werden. Bis zu welchem Grad werden Vergehen akzeptiert und werden diese überhaupt als solche angesehen?

Anschließend gehe ich auf das soziale Umfeld als prägende Instanz Friedrichs ein. Zu sehr spielen Verhaltensweisen, die sich auf den Jungen als Kind vonseiten der Eltern, später durch den Einfluss seines Onkels, und durch das generelle Dorfmilieu auswirken, eine Rolle.

Um ein abschließendes Fazit treffen zu können, muss darüber hinaus die Erzählstrategie der Droste beleuchtet werden. Schließlich ist es wichtig, zu wissen, welche Informationen die Autorin über den Erzähler dem Leser zukommen lässt und vor allem lassen will. Nur ihre Absicht, die letzten Endes dahinter steht, kann dazu beitragen, die Schuldfrage Friedrichs am Judenmord zu klären.
[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Rechtsempfinden

3.1 Der Dorfbewohner

3.2 Der Gutsbesitzer (vertreten durch die Förster)

3.3 Der Droste

4. Soziales Umfeld

4.1 Friedrichs Elternhaus

4.2 Friedrichs Ohm Simon Semmler

4.3 Das Dorfmilieu

5. Die Morde

5.1 Der Förstermord

5.2 Der Judenmord

5.3 Der Selbstmord

6. Erzählstrategie

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schuldfrage des Protagonisten Friedrich Mergel in Annette von Droste-Hülshoffs Novelle „Die Judenbuche“. Dabei steht nicht die einfache Identifizierung des Täters im Vordergrund, sondern eine tiefgehende Analyse der sozialen Prägung, des Rechtsempfindens und der narrativen Strategien der Autorin, die den Leser bewusst im Ungewissen lassen.

  • Analyse des historischen Rechtsempfindens und der Patrimonialjustiz
  • Einfluss des sozialen Umfelds und der familiären Prägung auf den Charakter
  • Untersuchung der Mordfälle (Förster Brandis und Jude Aaron)
  • Deutung des Selbstmords und der Erzählstrategie als Mittel der Ambivalenzstiftung

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung des Vaters

Die Bedeutung des Vaters basiert auf dessen offener Zuneigung zu Friedrich. „Der Vater hatte ihn sehr lieb, kam nie nach Hause, ohne ihm [...etwas] mitzubringen.“ (J, S. 7f.), heißt es im Text über die Beziehung von Vater zu Sohn. Umgekehrt wird sich Friedrich erst nach dem Tod des Vaters über dessen Bedeutsamkeit bewusst. Seine Gefühle für den Verstorbenen sind gemischt, „wie denn nichts so fesselt wie die Liebe und Sorgfalt eines Wesens, das gegen alles übrige verhärtet scheint,“ (J, S. 11.). Der Vater stellt also die erste widersprüchliche Figur in Friedrichs näherem Umfeld dar. Dabei fällt auf, „welchen Raum die Droste, wohl nicht zufällig, der Beschreibung der Lebensumstände des alten Mergel widmet.“ (Brall, 1975, S. 58.).

Hermann Mergel wird dem Leser als „sogenannter ordentlicher Säufer“ (J, S. 6.) und als cholerischer Mensch vorgestellt. Er treibt seine erste Frau nach nur einer Woche Ehe „schreiend und blutrünstig“ (J, S. 6.) in die Flucht. Aber nicht nur gegen andere richten sich seine jähzornigen Ausbrüche, sondern auch gegen seine eigene Person. Beispielhaft sei dafür die eindringliche Schilderung angeführt, dass Hermann sein eigenes Gesicht mit einem abgebrochenen Flaschenhals zerschneidet. Auch Margret, seine zweite Frau, behandelt er schlecht. Aufgrund seines cholerischen Wesens kann der Vater trotz seiner Fürsorge für Friedrich kein Leitbild verkörpern. Im Gegenteil, sein Ruf als „gänzlich verkommene[n]s Subjekt[en]“ (J, S. 6.) gereicht dem Jungen nur zum Nachteil. Obendrein bleibt die Vaterfigur durch seinen mysteriösen Tod dem Kind nicht lange erhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt die Absicht der Untersuchung, die Schuldfrage Friedrich Mergels unter Berücksichtigung von Umfeld, Rechtsverständnis und Erzählweise zu erörtern.

Rechtsempfinden: Dieses Kapitel erläutert die verwirrenden Rechtsverhältnisse der Zeit, geprägt durch den Konflikt zwischen positivem Recht, Gewohnheitsrecht und Moral.

Soziales Umfeld: Der Abschnitt analysiert die negative Prägung durch das Elternhaus, den Onkel Simon Semmler und das von Vorurteilen geprägte Dorfmilieu.

Die Morde: Hier werden der Förstermord und der Judenmord detailliert analysiert, wobei die Indizienlage sowie unterschiedliche Interpretationsansätze zur Schuld Friedrichs gegenübergestellt werden.

Erzählstrategie: Dieses Kapitel untersucht, wie die Autorin durch gezielte Auslassungen und den Einsatz eines unzuverlässigen Erzählers die Wahrheitsfindung erschwert.

Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Novelle bewusst Deutungsoffenheit bewahrt und die finale Schuldfrage im Ermessen des Lesers belässt.

Schlüsselwörter

Annette von Droste-Hülshoff, Die Judenbuche, Friedrich Mergel, Schuldfrage, Rechtsempfinden, Patrimonialjustiz, Soziales Umfeld, Förstermord, Judenmord, Erzählstrategie, Ambivalenz, Determinismus, Literaturanalyse, Novelle, Westfalen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Schuldfrage des Protagonisten Friedrich Mergel in der Novelle „Die Judenbuche“ von Annette von Droste-Hülshoff.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen das historische Rechtsempfinden, die soziale Prägung durch die Familie und das Dorf sowie die Analyse der erzählerischen Mittel, die zur Verschleierung der Wahrheit eingesetzt werden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die moralische und juristische Schuld des Protagonisten kritisch zu hinterfragen und zu erörtern, inwieweit er ein Produkt seiner Verhältnisse ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine textimmanente Analyse in Verbindung mit der Auswertung germanistischer Forschungsliteratur, um verschiedene Deutungsansätze zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rechtsverhältnisse, die soziale Sozialisation Friedrichs, eine detaillierte Analyse der Morde und eine Reflexion über die Erzählweise der Novelle.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Schuldfrage, Soziales Umfeld, Rechtsempfinden, Erzählstrategie und Interpretationsvielfalt sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Simon Semmler?

Simon Semmler wird als dämonische Verführerfigur und "Seelenfänger" dargestellt, der den labilen Friedrich auf die Bahn des Verbrechens bringt.

Warum bleibt die Schuld Friedrichs am Ende der Arbeit unklar?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Novelle durch ihre Erzählstrategie bewusst Raum für verschiedene Deutungen lässt und keine eindeutige Auflösung bietet.

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Résumé des informations

Titre
Die Schuldfrage des Protagonisten am Judenmord in Annette von Droste-Hülshoffs "Die Judenbuche"
Université
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Neue Deutsche Literatur)
Cours
Hauptseminar NDL: Dem Verbrechen auf der Spur
Note
2,7
Auteur
Florian Schaffelhofer (Auteur)
Année de publication
2001
Pages
26
N° de catalogue
V6078
ISBN (ebook)
9783638137492
ISBN (Livre)
9783656112655
Langue
allemand
mots-clé
Judenbuche Droste-Hülshoff Kriminalnovelle
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Citation du texte
Florian Schaffelhofer (Auteur), 2001, Die Schuldfrage des Protagonisten am Judenmord in Annette von Droste-Hülshoffs "Die Judenbuche", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6078
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Extrait de  26  pages
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