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Das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner

Title: Das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner

Term Paper , 1999 , 8 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Florian Schaffelhofer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Satiriker können nicht schweigen, weil sie Schulmeister sind. Und Schulmeister müssen schulmeistern. Ja, und im verstecktesten Winkel ihres Herzens blüht schüchtern und trotz allem Unfug der Welt die törichte, unsinnige Hoffnung, daß die Menschen vielleicht doch ein wenig, ein ganz klein wenig besser werden könnten, wenn man sie oft genug beschimpft, bittet, beleidigt und auslacht. Satiriker sind Idealisten.“

Erich Kästner bringt im Vorwort seines Gedichtbandes „Bei Durchsicht meiner Bücher“ zum Ausdruck, worin er Ziele und Sinn der Satire sieht. In mehreren seiner Gedichtbände vor 1933 nimmt der Moralist aus Dresden wohlsituierte Menschen und Personen aus höheren Schichten zur Thematik – und macht sie somit auch zum Objekt der Satire.

Im folgenden werde ich daher „das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner“ untersuchen.

Einleitend betrachte ich die behandelte Gesellschaft – also die Millionäre, Besserverdienenden, Großindustriellen, usw. – in der Zeit um die Entstehung der in Frage kommenden Gedichte näher. Anschließend soll der Frage nachgegangen werden, welche Absichten Kästner hatte, sich mit dieser Gesellschaftsschicht lyrisch auseinanderzusetzen. Anknüpfend daran untersuche ich noch, wie der Schriftsteller an die Thematik herangeht, um seiner Meinung Ausdruck zu verleihen und gerade das auszudrücken, was er beabsichtigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. VORWORT

2. DIE DARSTELLUNG DER BESSERVERDIENENDEN

3. ZIELE UND INTENTIONEN DER GEDICHTE

4. AUFBEREITUNG DER THEMATIK

5. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild des Millionärs in der Lyrik von Erich Kästner. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie der Autor durch sozialkritische Satire die gesellschaftliche Schicht der Besserverdienenden in der Weimarer Republik darstellte, welche Absichten er mit seiner Lyrik verfolgte und welche stilistischen Mittel er zur Vermittlung seiner Botschaft einsetzte.

  • Analyse der Darstellung wohlhabender Gesellschaftsschichten in Kästners Frühwerk.
  • Untersuchung der moralischen und pädagogischen Intentionen hinter der satirischen Lyrik.
  • Betrachtung der Verwendung von Klischees und Zerrbildern zur Entlarvung gesellschaftlicher Machtstrukturen.
  • Reflektion über die Wirkung der Gedichte als Zweckliteratur und Mittel der Aufklärung.
  • Einfluss der großstädtischen Lebensrealität auf die Bildsprache des Autors.

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung der Besserverdienenden

Kurt Beutler konstatiert in seiner Untersuchung:

„Kästner stellt die Reichen in den Gedichten als Arbeitgeber dar, welche die Arbeitnehmer autoritär maßregeln und über sie als dem Produktionsfaktor Arbeit ‚verfügen‘, d. h. innerhalb des Arbeitsverhältnisses sie nach freiem Ermessen bis zur Willkür befehligen, [...].“

In den Gedichten „Offener Brief an Angestellte“, „Knigge für Unbemittelte“ oder „Hymnus an die Zeit“ gelingt es Kästner, den Tonfall der Herrschenden zu imitieren. Die Verwendung von Imperativen als Ausdruck der Herrschsucht der Kritisierten demonstriert die enge Verbindung von wirtschaftlichen und militaristischen Strukturen.

„Sie [die Imperative, FS] zeigen an, daß auch die ökonomisch Verfügenden die militaristischen Strukturen der Vergangenheit in die Berufs-, Produktions-, ja Öffentlichkeitsspähre der Weimarer Republik hinübergerettet haben."

Kästner weist in seinem Gedicht „Knigge für Unbemittelte“ auf das Interesse der Industrie an einem Krieg hin: „Den Millionären geht es schlecht. Ein neuer Krieg käm ihnen recht.“ Nebenbei wird in diesem Gedicht der Zweck der Unterdrückung von Angestellten deutlich: nämlich die Raffgier der Unterdrücker.

Zusammenfassung der Kapitel

1. VORWORT: Der Autor führt in das Thema ein, erläutert das Verständnis von Satire bei Kästner und steckt das Ziel der Untersuchung ab.

2. DIE DARSTELLUNG DER BESSERVERDIENENDEN: Dieses Kapitel analysiert, wie Kästner die Reichen als autoritäre Arbeitgeber und gesellschaftliche Klasse inszeniert, wobei insbesondere der Einsatz von Klischees und militaristischen Strukturen hervorgehoben wird.

3. ZIELE UND INTENTIONEN DER GEDICHTE: Hier wird untersucht, inwiefern Kästners Sozialkritik pädagogisch motiviert ist und weniger auf revolutionären Umsturz, sondern auf moralische Aufklärung abzielt.

4. AUFBEREITUNG DER THEMATIK: Der Fokus liegt auf den literarischen Mitteln, wie der Verwendung von Zerrbildern, der Alltagssprache und dem bewussten Verzicht auf lyrische Stimmung, um den didaktischen Zweck der Gedichte zu erfüllen.

5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Abschließend wird resümiert, dass Kästners Lyrik als gesellschaftskritische Moralistik zu verstehen ist, deren Wirkung auf die Wohlhabenden jedoch fragwürdig bleibt.

Schlüsselwörter

Erich Kästner, Satire, Sozialkritik, Weimarer Republik, Millionäre, Besserverdienende, Lyrik, Zweckliteratur, Gesellschaftskritik, Moralist, Zerrspiegel, Pädagogik, Klischee, Aufklärung, Klassenkampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Funktion des „Millionärs-Bildes“ in der Lyrik von Erich Kästner während der Weimarer Republik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Kritik an ökonomisch Mächtigen, die Intention der sozialkritischen Satire und die sprachliche Gestaltung dieser gesellschaftlichen Phänomene durch Kästner.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie Kästner seine Lyrik als Instrument der moralischen Aufklärung einsetzte, um Machtstrukturen und den Habitus der Reichen zu entlarven.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die Kästners Gedichte durch den Rückgriff auf zeitgenössische Sekundärliteratur und den Kontext der Weimarer Zeit interpretiert.

Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rollenbilder der Reichen, die pädagogischen Absichten des Autors und die ästhetisch-sprachliche Umsetzung mittels satirischer Zerrbilder.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialkritik, Satire, Pädagogik, Zweckliteratur, Weimarer Republik und Klassenbewusstsein.

Wie bewertet der Autor Kästners Wirksamkeit als Satiriker?

Kästner wird als Idealist wahrgenommen, der zwar die Missstände klar benennt, jedoch zweifelt, ob die satirische Darstellung tatsächlich zu einer Verhaltensänderung bei den kritisierten Wohlhabenden führt.

Warum verwendet Kästner laut der Arbeit gerade das Klischee des „fetten Bonzen“?

Das Klischee dient als wirkungsvolles satirisches Mittel, um durch die sichtbare Überzeichnung des Hässlichen das moralisch Verwerfliche sowie die ausbeuterischen Interessen der Kapitalisten zu verdeutlichen.

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Details

Title
Das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Neue Deutsche Literatur)
Course
Textanalyse - Gebrauchslyrik
Grade
2,0
Author
Florian Schaffelhofer (Author)
Publication Year
1999
Pages
8
Catalog Number
V6080
ISBN (eBook)
9783638137515
ISBN (Book)
9783656650409
Language
German
Tags
Erich Kästner Gedicht Millionär Interpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Schaffelhofer (Author), 1999, Das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6080
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