Johannes van der Straet - Nova Reperta


Seminararbeit, 1998

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Biographie

Nova Reperta
Zur Entstehung und Vorgeschichte
Der Inhalt der Nova Reperta
Der Stellenwert der Erfindungen und Entdeckungen in der Literatur am Beispiel Cervantes
Die Bedeutung der Nova Reperta in Bezug auf die Literatur
Zum Aufbau der Kupferstichserie Nova Reperta

Betrachtung einzelner Kupferstiche
Titelblatt
AMERICA
LAPIS POLARIS, MAGNES
ASTROLABIVM

Schlußwort

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Vorwort

Das 20. Jahrhundert wird als Zeitalter der rasantesten technischen Entwicklungen, Neuerungen und Entdeckungen angesehen. Als Zeitalter bahnbrechender Erfindungen der Postantike gilt jedoch auch das späte 15. bzw. 16. Jahrhundert, welches mit Buchdruck oder Schießpulver - im wahrsten Sinne des Wortes - revolutionär hervorstach. Selbstverständlich erfuhren sämtliche Neuerungen ihre Erwähnung in der Literatur, so z.B. in der Enzyklopädie Vergilios ‚De inventoribus rerum‘, die tiefgreifend auf antike Inventores und moderne Erfindungen und Entdeckungen eingeht. Während diese Leistungen in der Literatur sehr ausführlich behandelt wurden, fehlte dagegen die Resonanz in der bildenden Kunst des 16. Jahrhunderts.

Jan van der Straet setzt sich als erster mit der Thematik - im damaligen Sinne - neuartiger Erfindungen und Entdeckungen in seiner Kupferstichserie Nova Reperta auseinander. Herausragend dabei ist, daß die 20 Blätter der Serie „als in sich geschlossener Zyklus bis ins 17. Jahrhundert hinein eine singuläre Stellung“[1] besaßen.

Im Folgenden werde ich nun kurz auf den Lebensweg des Künstlers eingehen, so daß die Entstehung der Nova Reperta van der Straets und seine Entwicklung von der Malerei zur Kupferstecherei nachvollziehbar wird.

Anschließend beschäftige ich mich mit dem Gesamtwerk der Nova Reperta unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses der heuristischen Literatur über Erfindungen und Entdeckungen zur Bildstecherkunst.

Daran anknüpfend gehe ich näher auf vier Einzelstiche, das Titelblatt, sowie Stiche, die sich mit der Entdeckung Amerikas, dem Astrolabium und der Erfindung des Kompasses auseinandersetzen, ein. Diese werde ich zunächst beschreiben und anschließend einer Analyse bzw. Interpretation unterziehen.

Biographie

Jan van der Straet, der später in Italien mit Joannes Stradanus, Stratensis oder della Strada, oft mit dem Zusatz „fiamigho“ signierte, wird 1523 in Brügge geboren. Im Alter von 12 Jahren geht er für zwei Jahre bei Maximilian Franck in die Lehre und wird anschließend für weitere drei Jahre Schüler von Pieter Aertsens in Antwerpen, wo er

„1545 laut Urkunde Freimeister der Antwerpner Lukasgilde“ wird. „Borghini berichtet in ‚Il Riposo‘ (1584, S. 579 ff.), dass der Künstler noch einige Monate in Antwerpen selbständig gearbeitet habe.“[2]

Danach, auf seinem Weg nach Italien, tritt er in Lyon für ein halbes Jahr in die Werkstatt des französischen Hofmalers Corneille de La Haye ein. Nach kurzem Aufenthalt in Venedig kommt er kurz vor 1550 nach Florenz, wo er im Frühjahr 1555 Vasari kennenlernt und mit ihm zusammen im Palazzo del Vaticano in Rom zusammenarbeitet.[3] Eigenständig zu arbeiten beginnt er als Kartonzeichner mit dem Eintritt 1556 in die ‚fabbrica degli Arazzi‘ in Florenz. Die erste gesicherte Nachricht über seine Tätigkeit für die Manufaktur stammt aus dem Jahre 1557: Der Entwurf für den Pamona-Teppich. In den zwanzig Jahren, in denen Stradanus für die Arazzeria arbeitet und zum wichtigsten Kartonzeichner wird, liefert er 132 Arbeiten ab, deren Hauptmotive hauptsächlich religiöse u. mythologische Szenen, Jagddarstellungen und Szenen aus dem Leben der Medici sind.

„Ihre der jeweiligen Aufgabe hervorragend angepasste Kompositionsweise und Technik machte sie in Florenz für die Wandteppiche der herzoglichen Arazzeria wie in Antwerpen für die Drucke der Verleger begehrt.“[4]

Zwei Jahre, bis 1578, arbeitet Johannes van der Straet für Juan de Austrias in Neapel. Nach kurzer Rückkehr nach Florenz bleibt Stradanus dann bis 1580 in Neapel. Die ihm verbleibenden 25 Lebensjahre verbringt er allerdings wieder in Florenz, hauptsächlich mit dem Malen mit Öl. In seinen letzten beiden Lebensjahren gab Stradanus sich hauptsächlich den Entwurfszeichnungen für den Kupferstich hin. Im November 1605 stirbt er und wird in der capella di Santa Barbera in Florenz beigesetzt.

Die intensive Hingabe zur Kupferstecherei in den letzten Jahren seines Lebens diente hauptsächlich der Ruhmerlangung und Veröffentlichung „der eigenen künstlerischen Befähigung“[5], da für diesen Zweck der Kupferstich am besten geeignet sei, so Vincenzo Borghini, ein Zeitgenosse und Biograph Johannes van der Straets.

[...]


[1] Bernsmeier, Uta: Die Nova Reperta des Jan van der Straet. Ein Beitrag zur Problemgeschichte der Entdeckungen und Erfindungen im 16. Jahrhundert. Dissertation. Hamburg: 1986. S. 2.

[2] Thiem, Gunther: Studien zu van der Straet. In: Mitteilungen des kunsthistorischen Institutes in Florenz, Vol. VIII. 1957/59. S. 88 ff. S. 89.

[3] Nach dem Tod des Hauptmitarbeiters Vasaris, Cristofano Gherardo, im Jahr 1556 tritt Stradanus an dessen Stelle.

[4] Thiem (1957/59), S. 90.

[5] Bernsmeier (1984), S.9.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Johannes van der Straet - Nova Reperta
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl II für Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Proseminar Weltbilder
Note
1,3
Autor
Jahr
1998
Seiten
18
Katalognummer
V6081
ISBN (eBook)
9783638137522
ISBN (Buch)
9783656112648
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Abbildungen der Kupferstichserie sind in dieser Arbeit nicht enthalten, können aber über Quellenangaben nachvollzogen werden.
Schlagworte
Johannes van der Straet, Johannes Stradanus, Nova Reperta, Kupferstich, Kupferstichserie, Erfindungen
Arbeit zitieren
Florian Schaffelhofer (Autor), 1998, Johannes van der Straet - Nova Reperta, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6081

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