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Hartmann von Aue. Forschungsüberblick und sprachliche Befunderhebung in Hinblick auf Versmaß und rhetorischen Stilfiguren

Title: Hartmann von Aue. Forschungsüberblick und sprachliche Befunderhebung in Hinblick auf Versmaß und rhetorischen Stilfiguren

Seminar Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Mag.phil. Karoline Ehrlich, MIB (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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In der gegenwärtigen Sekundärliteratur findet man eine Vielzahl von Arbeiten über Erec’s Minneverhalten, über seine besondere Stellung am Artushof und über die Liebe und Treue seiner Frau Enite. Ebenfalls existieren Arbeiten über Erec’s notwendige Aventiuren, womit seine verloren gegangene Ehre und das Ansehen in der höfischen Gesellschaft wieder hergestellt werden kann. Alles steht unter dem Aspekt, das rechte Maß an minne und êre zu finden, also der Anforderungen der Ritterschaft und der ehelichen Liebe gerecht zu werden. Außerdem wird über die ‚Doppelwegstruktur’, den Übertragungen des höfischen Romans (‚roman courtois’) – der vor allem die Geschichten von König Artus und seiner Tafelrunde (‚maitière de Bretagne’) erzählt –, den ritterlich-höfischen Aspekten sowie über einen Vergleich der deutschen Version mit ihrer altfranzösischen Vorlage diskutiert.
Von der Forschung vernachlässigt werden Aspekte der poetisch-rhetorischen Struktur der Hartmann’schen Reimpaarverse im Erec und ebenso dessen Metrik. Nur durch die Auseinandersetzung mit dem kunstsprachlichen und poetischen Charakter kann der Erec aber erst als sprachliches Meisterstück erhoben werden. Während sich für das älteste und wohl sprachlich am besten untersuchteste Werk von Hartmanns Iwein mehrere Beiträge über die Reimdichtung, die rhetorischen Stilfiguren und anderen sprachlichen Aspekten finden lassen, ist im Hinblick auf die sprachkünstlerische Durchformung des Erec erstaunlich wenig Literatur verfügbar. Deshalb habe ich mich in dieser Arbeit auch für eine textimmanente Werkinterpretation, im Hinblick auf Sprache, Form und Stil entschieden, um diese Lücke in der Forschung – zumindest nur ansatzweise – zu füllen. Anhand ausgewählter Textstellen wird die sprachartistische Durchformung analysiert: es wird hinterfragt welche Verstechnik Hartmann anwendet und welche rhetorischen Stilfiguren zum Einsatz kommen. Neben dem sprachlichen Schwerpunkt gebe ich einen kurzen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Forschung und den Inhalt des Erec wider. Zum Schluss gelange ich zu der Erkenntnis, dass Hartmanns kunstvolle Sprache, seine reichhaltigen Redefiguren, die ungezwungenen Reime und die melodischen Verse auf einen meisterhaft-poetischen Rhetoriker schließen lassen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsüberblick

2.1 Die handschriftliche Überlieferung

2.2 Quellenforschung

2.2 Zum Autor

2.3 Inhalt des Romans

3. Sprachliche Befunderhebung

3.1 Welche Vers- und Reimtechnik wendet Hartmann an?

3.2 Welche rhetorischen Stilfiguren sind identifizierbar?

4. Schluss

5. Verwendete Literatur

5.1 Primärliteratur

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine textimmanente Werkinterpretation von Hartmann von Aues Erec durchzuführen, um die bisher in der Forschung vernachlässigten Aspekte der poetisch-rhetorischen Struktur und Metrik zu beleuchten. Hierbei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Verstechniken Hartmann anwendet und welche spezifischen rhetorischen Stilfiguren er einsetzt, um die sprachkünstlerische Durchformung seines Erstlingswerkes zu gestalten.

  • Analyse der metrischen Struktur, Vers- und Reimtechnik im Erec
  • Identifikation und Untersuchung rhetorischer Stilfiguren (z. B. Geminatio, Tautologie, Descriptio)
  • Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur handschriftlichen Überlieferung
  • Untersuchung der Quellenlage und der Rolle von Hartmann von Aue als Autor
  • Inhaltliche Zusammenfassung und Einordnung des Erec in den Kontext des höfischen Romans

Auszug aus dem Buch

3.1 Welche Vers- und Reimtechnik wendet Hartmann an?

In der Regel hat Hartmanns epischer Vers vier Takte mit insgesamt vier Hebungen und vier Senkungen, die sich regelmäßig abwechseln (alternieren). Diese Verstechnik entwickelte sich seit dem 12. Jahrhundert und wurde auch im Eneasroman von Heinrich von Veldeke (um 1180/85) angewandt. Eine strengere Regelung der Alternation wurde erst im darauf folgenden 13. Jahrhundert angestrebt, die jedoch nicht unbedingt zum Vorteil des Dichterwerkes war, da der Versfluss dadurch sehr einförmig wirkte. Bei den Hebungen sind Haupt- (´) und Nebenhebungen (`) vorhanden:

V. 29 áls | ìr | ge|bóten | wàrt,

Nicht alle Verse haben den gleichen Rhythmus. Beispielsweise kann der Auftakt, der normalerweise einsilbig ist (V. 1, V. 14, V. 50), wegfallen (V. 15, V. 35) oder zwei (V. 44), manchmal sogar drei Silben (V. 1152) umfassen (der dreisilbige Auftakt ist im Erec aber wesentlich seltener zu finden.):

V. 14 nû wunderte die künegîn (einsilbig)

V. 15 wer der ritter möhte sîn. (ohne Auftakt)

V. 44 daz getwerc enwoldẹ ir niht sagen (zweisilbig)

V. 1152 dô hete Walwân und der virunt sîn, (dreisilbig)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Analyse der poetisch-rhetorischen Struktur des Erec als bisher wenig beachtetes Forschungsfeld und definiert den methodischen Ansatz der textimmanenten Interpretation.

2. Forschungsüberblick: Dieses Kapitel behandelt die handschriftliche Überlieferung, die Quellenforschung im Vergleich zu Crétien de Troyes, biographische Aspekte des Autors Hartmann von Aue sowie den Inhalt des Romans.

3. Sprachliche Befunderhebung: Hier werden detailliert die metrischen Grundlagen wie Vers- und Reimtechnik sowie das Vorkommen und die Funktion verschiedener rhetorischer Stilfiguren im Erec untersucht.

4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur rhetorischen Brillanz Hartmanns zusammen und erläutert dessen Absicht, durch gezielten Einsatz sprachlicher Mittel auf sein höfisches Publikum einzuwirken.

5. Verwendete Literatur: Dieses Kapitel listet die für die Arbeit herangezogene Primär- und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Erec, Artusroman, Metrik, Verslehre, Reimtechnik, Rhetorik, Stilfiguren, Geminatio, Descriptio, Tautologie, Mittelalter, Höfische Literatur, Textanalyse, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit einer textimmanenten Analyse des Erec von Hartmann von Aue, wobei der Fokus primär auf der sprachkünstlerischen und rhetorischen Ausgestaltung liegt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die handschriftliche Überlieferung, den historischen Kontext des Autors, die inhaltliche Struktur des Romans sowie die detaillierte Analyse der poetischen Form.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die forschungsgeschichtliche Lücke hinsichtlich der poetisch-rhetorischen Analyse des Werkes zu schließen und Hartmann als sprachgewaltigen Rhetoriker aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine textimmanente Werkinterpretation, ergänzt durch einen forschungsgeschichtlichen Überblick über Quellen und Überlieferung.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Vers- und Reimtechnik sowie eine systematische Identifikation rhetorischer Stilfiguren wie Geminatio, Descriptio und Litotes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hartmann von Aue, Erec, Rhetorik, Verslehre, Metrik, Stilfiguren und Höfische Literatur.

Warum wird das Ambraser Heldenbuch als problematisch für die Erec-Forschung angesehen?

Die Handschrift ist nicht vollständig und weist einen hohen Zeitabstand zur Entstehung des Epos auf, was zu Fehlern und der Einfügung fremder Texte durch den Schreiber Hans Ried führte.

Welche rhetorische Bedeutung misst die Autorin der "Descriptio" im Erec bei?

Die Descriptio dient der lebendigen Veranschaulichung aus der Erzählerperspektive; sie soll beim Zuhörer ein möglichst wirklichkeitsnahes Bild erzeugen, wie etwa bei der berühmten Beschreibung von Enites Reitpferd.

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Details

Title
Hartmann von Aue. Forschungsüberblick und sprachliche Befunderhebung in Hinblick auf Versmaß und rhetorischen Stilfiguren
College
University of Vienna
Grade
Sehr gut
Author
Mag.phil. Karoline Ehrlich, MIB (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V60816
ISBN (eBook)
9783638543965
ISBN (Book)
9783656772569
Language
German
Tags
Hartmann Forschungsüberblick Befunderhebung Hinblick Versmaß Stilfiguren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag.phil. Karoline Ehrlich, MIB (Author), 2006, Hartmann von Aue. Forschungsüberblick und sprachliche Befunderhebung in Hinblick auf Versmaß und rhetorischen Stilfiguren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60816
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