Gustav von Aschenbach zwischen Unruhe und Selbstdisziplin in Thomas Manns "Tod in Venedig"


Seminararbeit, 1999
15 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Inhaltsangabe der Novelle
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5

Ursachen und Kennzeichen von Selbstdisziplin bei Gustav von Aschenbach

Unruhe im Leben von Gustav von Aschenbach
Ursachen und Kennzeichen innerer Unruhe
äußere Unruhe bei Aschenbach und in seiner Umwelt

Gegenüberstellung von Selbstdisziplin und Unruhe

Die neue Psychologie von Hermann Bahr
Aussagen der neuen Psychologie
Übertragung der Theorien Bahrs auf den „Tod in Venedig“

Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis
Primärliteratur
Sekundärliteratur

Einleitung

„Man denke sich den folgenden dichterischen Charakter. Ein Mann, edel und leidenschaftlich, aber auf irgendeine Weise gezeichnet und in seinem Gemüt eine dunkle Ausnahme unter den Regelrechten, [...] einsam, ausgeschlossen vom Glücke, von der Bummelei des Glücks und ganz und gar auf die Leistung gestellt. Gute Bedingungen, das alles, um die ‚Lieblinge‘ zu überflügeln, welche die Leistung nicht nötig haben; gute Bedingungen zur Größe. Und in einem harten, strengen und schweren Leben wird er groß, verrichtet öffentlich ruhmvolle Dinge, wird mit Ehren geschmückt für seine Vierdienste, – bleibt aber in seinem Gemüt eine dunkle Ausnahme, sehr stolz als ein Mann der Leistung, aber voller Mißtrauen in sein menschliches Teil und ohne Glauben daran, daß man ihn lieben könne. Da tritt ein junges Weib in sein Leben [...]“[1]

Hier gerät der aufmerksame Leser ins Stutzen. Erwartet er doch bei dieser scheinbar auf Gustav von Aschenbach aus Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ zutreffenden Beschreibung einen Hinweis auf den Jüngling Tadzio. Gemeint ist in diesem Fall jedoch Othello aus William Shakespeares gleichnamigem Drama.

Ich werde mich im Rahmen meiner Arbeit jedoch damit auseinandersetzen, wie „Gustav von Aschenbach zwischen Selbstdisziplin und Unruhe“ im „Tod in Venedig“ erscheint. Nach einer kurzen Inhaltsübersicht versuche ich grob die Entwicklung der beiden Charakteristikmerkmale im Laufe der Novelle herauszustellen, und zu belegen, inwiefern sich Unruhe und Selbstdisziplin bei Aschenbach selbst und in dessen Umwelt zeigen.

Da vor allem die Unruhe sich zuweilen als nervlich bedingtes Leiden äußert, und auch im Seminar das Thema „Nervosität und Literatur“ behandelt wurde, werde ich schließlich noch auf den Begriff der Nerven, behandelt in der neuen Psychologie bei Hermann Bahr, eingehen und Vergleiche zum „Tod in Venedig“ herstellen.

Inhaltsangabe der Novelle

Kapitel 1

Der 50jährige renommierte Schriftsteller Gustav von Aschenbach macht Anfang Mai von seiner Münchner Wohnung aus einen Spaziergang, weil ihn eine innere Unruhe daran hindert, seinen üblichen Mittagsschlaf abzuhalten. Auf seinem Rückweg vom Nördlichen Friedhof bemerkt er einen Mann, „dessen nicht ganz gewöhnliche Erscheinung seinen Gedanken eine völlig andere Richtung gab.“[2] Das Äußere des Fremden mit den Wanderattributen wie Basthut, Rucksack und Stock weckt bei Aschenbach Fernweh, zumal er gegenwärtig eine Überreizung durch sein Schriftstellertum spürt. Ein Tagtraum läßt ihn in eine chaotische Urwaldlandschaft versinken und als er wieder aufwacht, ist der merkwürdige Fremde verschwunden.

Kapitel 2

Hier werden Informationen über Leben und Werk des Schriftstellers gegeben. Für den aus einer gut gestellten Familie kommenden Aschenbach war Leistung und Ruhm bereits in jungen Jahren oberste Priorität. „Er hat verschiedene literarische Strömungen mit seinem Werk durchlaufen, bis er zu einer Form des Klassizismus findet, die ihn sogar zum Schulbuchautor hat werden lassen.“[3]

Kapitel 3

Zwei Wochen nach der Begegnung mit dem Fremden tritt Aschenbach seine Reise an, die ihn zuerst nach Triest und Pola führt. Letzten Endes zieht es ihn aber nach Venedig, wo er früher bereits logierte. Auf seinem Weg dorthin begegnet er mehreren befremdlichen Gestalten, im Hotel zum ersten Mal dem polnischen Jungen Tadzio, von dessen makelloser Schönheit er begeistert ist. Erste Abreisegedanken, hervorgerufen durch fauligen Geruch der Lagune, werden beim Anblick des Jungen jedoch verworfen. Später kommt es aus gleichem Grund trotzdem zur Abfahrt, Aschenbach wird durch glückliche Umstände allerdings wieder ins Hotel zurückgeleitet. Dort gesteht er sich ein, wegen Tadzio so schweren Abschied habe nehmen zu müssen.

[...]


[1] Mann, Thomas: Gesammelte Werke in dreizehn Bänden. Frankfurt a. M.: S. Fischer 1974. Band 10. S. 51.

[2] Mann, T. (1913), S. 11.

[3] Große, W. (1996), S. 46.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Gustav von Aschenbach zwischen Unruhe und Selbstdisziplin in Thomas Manns "Tod in Venedig"
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl für Neue Deutsche Literatur)
Veranstaltung
Proseminar NDL: Nervosität und Literatur
Note
3,0
Autor
Jahr
1999
Seiten
15
Katalognummer
V6083
ISBN (eBook)
9783638137546
ISBN (Buch)
9783656112624
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gustav Aschenbach, Tod in Venedig, Thomas Mann, Psychologie, Hermann Bahr
Arbeit zitieren
Florian Schaffelhofer (Autor), 1999, Gustav von Aschenbach zwischen Unruhe und Selbstdisziplin in Thomas Manns "Tod in Venedig", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6083

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