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Expressionistisches Drama

Titre: Expressionistisches Drama

Notes (de cours) , 2002 , 17 Pages

Autor:in: Florian Schaffelhofer (Auteur)

Philologie Allemande - Genres
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Die Frage nach dem Wesen des Expressionismus lässt sich gar nicht so einfach beantworten. Bereits die zeitliche Einordnung ist strittig. Viele Literaturwissenschaftler definieren ein expressionistisches Jahrzehnt von ca. 1910 bis 1920. Andere datieren das Ende des Expressionismus dagegen auf ca. 1925, da viele der großen Anthologien und auch Gesamtausgaben expressionistischer Dichter erst zu Beginn der 30er Jahre veröffentlicht werden.
Geistesgeschichtlich ist der Expressionismus eine Reaktion der jungen Dichter gegen Naturalismus, Impressionismus, Neuromantik und Symbolismus. · Expressionisten wollen den Ausdruck des Innen künstlerisch wiedergeben. Einen Anhaltspunkt für die Definition des Expressionismus bietet Kurt Pinthus 1919 und fasst darin den Expressionismus als problemgeschichtliches Phänomen auf. Er ist der ,,künstlerische Ausdruck und zugleich Bewältigungsversuch einer bestimmten Bewusstseinslage, in die sich eine in der Großstadt lebende intellektuelle Jugend gegen Ende des Kaiserreichs gedrängt fühlt". Diese Bewusstseinslage ist von den Erfahrungen der Moderne geprägt. Die Dichtergeneration der Expressionisten lebt in einer Zeit der rasanten Veränderungen, des Umbruchs und der Verunsicherung: Zu Beginn des Jahrhunderts setzt auch in Deutschland verstärkt die Industrialisierung ein und es kommt zu einer zunehmenden Automatisierung in allen Lebensbereichen. Die Fabriken bieten Arbeitsplätze und so ziehen die Menschen vermehrt vom Land in die Stadt: Die modernen Großstädte entstehen. Durch technische Neuerungen, wie beispielsweise Flugzeuge, Straßenbahnen usw. herrscht plötzlich eine wesentlich höhere Mobilität als je zuvor. Das gesteigerte Lebenstempo wird als faszinierend aber auch erschreckend empfunden: ,,Zusammengeballt in zwei Jahrzehnten erlebten wir mehr als zwei Jahrtausende vor uns. Was haben wir noch zu erwarten, zu erleben? Vermögen wir uns noch zu wundern?". Zu den technischen Neuerungen der Zeit gehören beispielsweise auch Film und Funk. Sie markieren den Anfang der modernen Massenkommunikation und Massenkultur. Gerade das Kino inspiriert die Expressionisten zu zahlreichen Gedichten.
[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

GESCHICHTLICHER HINTERGRUND

DAS EXPRESSIONISTISCHE PROGRAMM

STRUKTURMERKMALE UND MOTIVE DES EXPRESSIONISTISCHE DRAMAS

KATEGORIEN DES EXPRESSIONISTISCHEN DRAMAS

CARL STERNHEIM

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert das expressionistische Drama als künstlerische Reaktion auf die soziokulturellen Umbrüche der Moderne und untersucht, wie Autoren durch spezifische dramaturgische Techniken und Motivik das Krisengefühl und den Wunsch nach menschlicher Erneuerung reflektieren.

  • Die historische Verortung und das negative Lebensgefühl der Dichtergeneration.
  • Das Programm des Expressionismus: Vom „neuen Menschen“ und der Forderung nach Wandlung.
  • Dramaturgische Besonderheiten wie die Stationentechnik und die Aufhebung des Dialogs.
  • Kritik an der modernen Zivilisation, Technik, Wissenschaft und erstarrten Familienstrukturen.
  • Die Sonderrolle von Carl Sternheim innerhalb der expressionistischen Bewegung.

Auszug aus dem Buch

STRUKTURMERKMALE UND MOTIVE DES EXPRESSIONISTISCHE DRAMAS

Im expressionistischen Drama wurde versucht, ein Gesamtkunstwerk zu realisieren, dazu verlangte das Drama eine Inszenierung. Das expressionistische Drama war allein durch seine schriftliche Form noch nicht abgeschlossen, eine Inszenierung mit Licht-, Ton- und Klangeffekten gehörte dazu, damit das Drama „wirkte“, vollendet war. Deshalb kam der Regiekunst im Expressionismus eine enorme Bedeutung zu: sie wurde als autonome, gleichberechtigte künstlerische Leistung neben den Text gestellt und mit ihm verglichen.

Welche Bedeutung eine gute Inszenierung für das expressionistische Drama hatte, zeigte die erste öffentliche Aufführung von Walter Halenclevers „Der Sohn“ am 18. Januar 1918 am Hof- und Nationaltheater Mannheim. Richard Weichert führte Regie. Strenge Stilisierung, Zurücknahme alles Gefälligen waren Grundzüge der Inszenierung und vor allem eine ungewöhnliche Lichtregie: das Licht, das vornehmlich für Schwarz-Weiß-Kontraste sorgte, war ganz auf den Protagonisten konzentriert, so dass die anderen Figuren eher schattenhaft wirkten und für Verkörperungen der eigentlich im Inneren des Sohnes vorhandenen Kräfte gehalten werden konnten.

Wie bei manchen anderen expressionistischen Dramen brachte offenbar auch hier erst die „expressionistische“ Inszenierung die im Text angelegte Radikalität wirklich zum Vorschein. Hasenclever selbst meinte jedenfalls, dass es dem Regisseur gelang, den geistigen Gehalt des Stückes auf die Bühne zu bringen.

Zusammenfassung der Kapitel

GESCHICHTLICHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Expressionismus als Reaktion auf die rasanten technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen der Moderne und beschreibt das pessimistische Weltbild der Epoche.

DAS EXPRESSIONISTISCHE PROGRAMM: Hier werden die programmatischen Entwürfe analysiert, die auf die geistige und moralische Erneuerung des Menschen und die Überwindung gesellschaftlicher Zwänge zielen.

STRUKTURMERKMALE UND MOTIVE DES EXPRESSIONISTISCHE DRAMAS: Dieser Teil untersucht die ästhetischen Mittel des Expressionismus, darunter die Bedeutung der Inszenierung, die Stationentechnik und die Zivilisationskritik.

KATEGORIEN DES EXPRESSIONISTISCHEN DRAMAS: Das Kapitel differenziert zwischen bühnengerechten Handlungsdramen und einpoligen Wandlungsdramen als zentrale Gattungsausprägungen.

CARL STERNHEIM: Ein abschließendes Porträt des Dramatikers, der trotz seiner Distanzierung zum Expressionismus als bedeutender Satiriker der wilhelminischen Gesellschaft gilt.

Schlüsselwörter

Expressionismus, Wandlungsdrama, Stationentechnik, Neuer Mensch, Zivilisationskritik, Vater-Sohn-Konflikt, Moderne, Gesamtkunstwerk, Entfremdung, Carl Sternheim, Walter Hasenclever, Georg Kaiser, Dramentechnik, Identitätskrise, Wilhelminismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Skript grundsätzlich?

Das Skript bietet eine systematische Einführung in das expressionistische Drama, von den historischen Hintergründen über die zentralen Programme bis hin zu den spezifischen dramaturgischen Merkmalen.

Welche Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die soziokulturelle Krisenwahrnehmung der Moderne, die Kritik an Technik und Familienstrukturen sowie die Suche nach dem „neuen Menschen“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das expressionistische Drama als eine künstlerische Ausdrucksform zu definieren, die gesellschaftliche Missstände registriert und eine moralische sowie geistige Transformation des Individuums fordert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Texte, Inszenierungspraktiken und motivische Zusammenhänge der Epoche interpretiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der dramaturgischen Techniken wie die Stationentechnik und die Sprachgestaltung sowie auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit Zivilisationskritik und Ich-Zerfall.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Stationentechnik, Wandlungsdrama, Entfremdung und die Kategorie des „neuen Menschen“ sind zentral für das Verständnis der hier vorgestellten Literatur.

Wie unterscheidet sich das expressionistische Drama von traditioneller Dramatik?

Es bricht mit linearen Handlungsstrukturen, Kausalität und individueller Charakterzeichnung zugunsten von abstrakten Typen und monologischen Strukturen, um subjektive Krisenerfahrungen darzustellen.

Welche Rolle spielt Carl Sternheim innerhalb der expressionistischen Dramatik?

Sternheim nimmt eine Sonderrolle ein; er gilt als bedeutender Vertreter, der sich jedoch inhaltlich und durch seinen satirischen Komödienstil vom üblichen expressionistischen Pathos abgrenzt.

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Résumé des informations

Titre
Expressionistisches Drama
Université
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Neue Deutsche Literatur)
Auteur
Florian Schaffelhofer (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
17
N° de catalogue
V6086
ISBN (ebook)
9783638137577
Langue
allemand
mots-clé
Literatur Expressionismus Skript Zusammenfassung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Florian Schaffelhofer (Auteur), 2002, Expressionistisches Drama, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6086
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Extrait de  17  pages
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