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Der Maschinenbau in Halle

Title: Der Maschinenbau in Halle

Term Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Oliver Friedel (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Der Maschinenbau in Halle war bis in die 90er Jahre des 20.Jahrhunderts der bedeutendste Industriezweig in der Saalestadt. Er hatte entscheidenden Einfluss für die Entwicklung zu einer Großstadt. Das mag zunächst verwundern, da es in Halle und Umgebung, anders als zum Beispiele im Ruhrgebiet, keine nennenswerten Eisenerzvorkommen gibt. Doch bei genauerer Betrachtung fallen einige Standortfaktoren ins Auge, die diese Entwicklung des Industriezweiges als logisch erscheinen lassen. Zu nennen sind hier die Landwirtschaft, die sich daraus entwickelnde Zuckerrübenindustrie, die chemische Industrie und der Braunkohlenbergbau. Deren Bedarf an Maschinen führte zur raschen Entwicklung des Maschinenbaus in Halle.
Durch die fortschreitende Industrialisierung Mitte des 19.Jahrhunderts wurde auch der Bau von Maschinen gefördert. Zunächst fingen viele Unternehmen als Reparaturbetriebe an . Bei den in Halle reparierten Produkten handelte es sich vor allem um englische Drill- und Dreschmaschinen sowie Maschinen und Pumpen für den Bergbau. Aber auch der sich entwickelnde Eisenbahnbau, die erste größere Strecke wurde zwischen 1836 und 1840 zwischen Leipzig, über Halle nach Magdeburg gebaut, benötigte Zulieferungen aus der Stadt . Doch auch schon zu dieser Zeit ist „für einen bescheidenen außerlokalen Bedarf gearbeitet worden “.
Hier soll die Geschichte dieses für die Stadt Halle so wichtigen Industriezweiges aufgezeigt und deren Bedeutung verdeutlicht werden.
Zunächst wird nochmals deutlich auf die entscheidenden Standortfaktoren eingegangen, die dazu führten, dass sich in dieser Stadt kein allgemeiner, sondern ein spezieller Maschinenbau entwickelte, welcher es zu Weltruf brachte. Dann wird die Entwicklung von den Anfängen bis zum Beginn des ersten Weltkrieges beleuchtet. Im Hauptteil werden zwei Maschinenbaubetriebe genauer betrachtet. Dabei wird es sich um die Firma Riedel & Kemnitz, sowie die Firma Wegelin und Hübner handeln. Hier wird auch auf die Unternehmer-Persönlichkeiten genauer eingegangen und deutlich werden, dass diese in drei Gruppen zu unterteilen sind. Danach wird die weitere Entwicklung über die beiden Kriege bis zum Ende des Halleschen Maschinenbaus zu Beginn der1990er Jahre eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Standort Halle/Saale

3. Die halleschen Maschinenbauer

4. Anfänge der Maschinenbauindustrie in Halle

5. Gründungen und Arbeitsbereiche

6. Hallescher Maschinenbau nach 1914

7. Beispiele für Maschinenfabriken in Halle

7.1 Die Hallesche Maschinenfabrik AG, vormals Riedel & Kemnitz

7.2 Die Maschinenfabrik Wegelin & Hübner

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Maschinenbaus in Halle an der Saale von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges, um die Faktoren für die Entstehung dieses industriellen Schwerpunkts zu analysieren und die Rolle bedeutender Unternehmen sowie deren Wandel zu beleuchten.

  • Regionale Standortfaktoren und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • Entwicklung und Profil der halleschen Unternehmergenerationen
  • Spezialisierung der Maschinenbauindustrie (z. B. Zuckerindustrie, Pumpenbau)
  • Strukturelle Veränderungen der Betriebe und Einführung neuer Produktionsmethoden
  • Verlauf und Auswirkungen der beiden Weltkriege sowie der Zwischenkriegszeit auf den Maschinenbau

Auszug aus dem Buch

7.1. Die Hallesche Maschinenfabrik AG, vormals Riedel & Kemnitz

Die Standortvorteile, welche das Hallesche Industriegebiet bietet, waren sicherlich mit verantwortlich für die Tatsache, dass sich die Unternehmer Riedel und Kemnitz gerade in Halle niederlassen. Günstig waren vor allem die großen Kohle- und Metallvorkommen in der Umgebung und die erfolgversprechende Entwicklung der Zuckerindustrie mit ihrem Maschinenbedarf. Als einer der wichtigsten Lieferanten für Maschinen gelangten sie zu Weltruf. Bis 1990 wurde die Produktionsstätte genutzt. Im Jahre 1994 wurden fast alle Gebäude abgerissen.

1864 eröffneten Riedel und Kemnitz ein Konstruktionsbüro in der heutigen Rudolf-Breitscheid-Straße. Dort entwarfen sie bereits Maschinen für die Zuckerindustrie. Riedel erlernte das Handwerk in Berlin, wo er nach seinem Studium in Lüttich durch seinen Vater, der an der Spitze des Verbandes der Zuckerindustrie stand, in den Maschinenbau eingeführt wurde. Um Erfahrungen zu sammeln trat er als Volontär in eine Zuckersiederei ein.

In Halle beschlossen die beiden Unternehmer auf Grund der steigenden Nachfrage eine eigene Maschinenfabrik zu errichten. Sie zogen deshalb mit ihrem technischen Büro in die heutige Ernst-Eisner-Straße um. Den vorherigen Stammsitz erweiterten sie durch Zukauf eines weiteren Gebäudes und firmierten 1866 unter dem Namen Riedel & Kemnitz. Kurz darauf verstarb Kemnitz und Riedel führte die Firma von nun an allein weiter. Doch für die Firma sah es nicht gut aus. Von 1866 bis 1869 herrschte eine schwere Krise der Zuckerindustrie.

Zur gleichen Zeit litten die Bewohner von Halle unter einer schweren Choleraepidemie, ausgelöst durch die schlechten Lebensbedingungen und damit einhergehend einer schlechten Wasserqualität. Diese Umstände wurden zum Glück für die Firma, da sie den Auftrag für einen Neubau der Trinkwasserleitung der Stadt bekam.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Arbeit gibt einen Überblick über den Maschinenbau als bedeutendsten Industriezweig Halles und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie den historischen Rahmen.

2. Der Standort Halle/Saale: Hier werden die geografischen und ökonomischen Standortvorteile, insbesondere der Bedarf der Zuckerindustrie und des Braunkohlebergbaus, analysiert.

3. Die halleschen Maschinenbauer: Das Kapitel widmet sich der Herkunft der Unternehmer, dem Wandel von Handwerksbetrieben zu Fabriken und der Professionalisierung der Führungskräfte.

4. Anfänge der Maschinenbauindustrie in Halle: Es wird die Gründung der ersten Maschinenbauanstalten in den 1850er Jahren und deren regionale Spezialisierung beschrieben.

5. Gründungen und Arbeitsbereiche: Dieses Kapitel behandelt die Wachstumsphase des Industriezweigs, die Rolle von Exporten und den hohen Spezialisierungsgrad der Unternehmen.

6. Hallescher Maschinenbau nach 1914: Es wird der Wandel durch den Ersten Weltkrieg, die Umstellung auf Kriegsproduktion und die späteren Krisen sowie Modernisierungsversuche (Fließband) thematisiert.

7. Beispiele für Maschinenfabriken in Halle: Hier werden die Firmengeschichten von Riedel & Kemnitz sowie Wegelin & Hübner detailliert nachgezeichnet.

8. Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur Entwicklung des Maschinenbauzentrums Halle werden reflektiert und das spätere Ende des Industriezweigs eingeordnet.

Schlüsselwörter

Maschinenbau, Halle an der Saale, Industrialisierung, Zuckerindustrie, Braunkohlebergbau, Unternehmensgeschichte, Firmengründungen, Spezialmaschinenbau, Riedel & Kemnitz, Wegelin & Hübner, Ingenieurwesen, Export, Fließbandproduktion, Rüstungsproduktion, Industriegeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung und den Niedergang des Maschinenbaus als zentralen Wirtschaftsfaktor in Halle im Zeitraum vom 19. Jahrhundert bis nach dem Zweiten Weltkrieg.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den regionalen Standortbedingungen, der Entwicklung des Unternehmertums, den spezifischen Absatzmärkten wie der Zuckerindustrie und der betrieblichen Anpassung an technologische Veränderungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Aufstieg Halles zu einem bedeutenden Zentrum des deutschen Maschinenbaus historisch herzuleiten und die individuellen Entwicklungspfade prägender Betriebe aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung von Primärquellen, Wirtschaftsdaten und Fachliteratur zur Industriegeschichte Sachsen-Anhalts.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Detaillierung der Firmenbiografien von Riedel & Kemnitz sowie Wegelin & Hübner sowie der allgemeinen Standortentwicklung ab 1856.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Maschinenbau, Halle an der Saale, Industrialisierung, Spezialisierung, Unternehmensgeschichte und Technologietransfer.

Welche Rolle spielte die Zuckerindustrie für den halleschen Maschinenbau?

Die Zuckerindustrie fungierte als entscheidender Impulsgeber. Ihr Bedarf an Maschinen führte zur Spezialisierung der halleschen Betriebe, die später sogar komplette Anlagen in die ganze Welt exportierten.

Warum existiert der Maschinenbau in Halle heute in dieser Form nicht mehr?

Durch Enteignungen nach dem Zweiten Weltkrieg, die Umwandlung in volkseigene Betriebe und den wirtschaftlichen Strukturwandel der 1990er Jahre ist der einst bedeutende Industriezweig in Halle zum Erliegen gekommen.

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Details

Title
Der Maschinenbau in Halle
College
Martin Luther University  (Geschichte)
Course
Vergleich Halle/Leipzig
Grade
2,0
Author
Oliver Friedel (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V60885
ISBN (eBook)
9783638544559
ISBN (Book)
9783638667647
Language
German
Tags
Maschinenbau Halle Vergleich Halle/Leipzig
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Friedel (Author), 2005, Der Maschinenbau in Halle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60885
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