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Herbert Eulenbergs Münchhausen und die Literatur um 1900

Title: Herbert Eulenbergs Münchhausen und die Literatur um 1900

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 20 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Julia Geiser (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Der Baron von Münchhausen ist fast jedem Kind bekannt. Man kennt ihn als einen Märchen- und Lügenerzähler, der durch die Weltgeschichte reist und mit seinen phantastischen Erzählungen das Publikum unterhält. Er ist ein fröhlicher, lebenslustiger Mann, der durch seinen Humor das Volk zum Lachen bringt.


Beim Lesen der vielen Münchhausiaden bestätigt sich nochmals das Bild des reiselustigen Lügenerzählers. Wenn man aber auf das 1900 erschienene Werk Münchhausen von dem Dichter Herbert Eulenberg stößt, wird man als Zuschauer und Leser sehr überrascht. Hier ist nichts mehr von dem lebenslustigen Geschichtenerzähler zu erkennen. Stattdessen bekommt man einen melancholischen und empfindsamen Träumer zu Gesicht, der sich seiner Vergangenheit schämt. Er möchte der Liebe wegen das Lügen aufgeben und zur Ruhe kommen. Die Melancholie schlägt sogar bis zur Lebensmüdigkeit um. Herbert Eulenberg stellt uns also einen ganz anderen, ungewöhnlichen Münchhausen vor. Einen Träumer und Phantast, der aber nicht durch seine Lebensfreude das Publikum verzaubert, sondern bei jeder Berührung mit der Realität ins Wanken gerät. Die, für den Baron von Münchhausen so typischen Lügengeschichten, sind bei Herbert Eulenberg auf ein Minimum reduziert. Das einzige, was der Münchhausen von Herbert Eulenberg noch mit dem allseits bekannten Lügenbaron gemeinsam hat, ist der Namen.


Da stellt sich natürlich die Frage, aus welchem Grund Herbert Eulenberg einen so untypischen Münchhausen erschaffen hat. Warum macht Eulenberg aus einem lebenslustigen Lügenerzähler einen empfindsamen Träumer, der nicht mehr durch seine phantastischen Erzählungen auffällt, sondern vielmehr durch seine Melancholie? Und vor allem warum schreibt Herbert Eulenberg solch ein gefühlvolles Stück in einer Zeit, wo dies sehr unüblich ist? In den folgenden Seiten soll nun geklärt werden, welchen Standpunkt der Dichter Herbert Eulenberg in der Literaturgeschichte einnimmt, was ihn dazu bewegte den Charakter des Barons von Münchhausen so stark zu verändern und vor allem, ob man sein Drama, so wie er es vorweg angekündigt hat, in die Zeit der Empfindsamkeit heben kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Herbert Eulenbergs Münchhausen – ein ganz untypischer Münchhausen

2. Die Literatur um 1900

2.1. Die Literaturströmungen um die Jahrhundertwende

2.2. Die Einschätzung Herbert Eulenbergs in der Literaturgeschichte

3. Das Drama Münchhausen von Herbert Eulenberg

3.1. Empfindsame Elemente in Herbert Eulenbergs Münchhausen

3.2. Vorbilder für die Münchhausen-Figur bei Eulenberg

3.3. Eulenbergs Münchhausen – ein empfindsames Drama?

4. Warum schrieb Herbert Eulenberg solch einen untypischen Münchhausen?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama Münchhausen von Herbert Eulenberg im Kontext der literarischen Strömungen um 1900. Ziel ist es zu analysieren, warum Eulenberg die klassische Figur des Lügenbarons grundlegend veränderte, um sie als melancholischen Träumer darzustellen, und inwiefern das Stück der Epoche der Empfindsamkeit zugeordnet werden kann.

  • Analyse der literarischen Strömungen um die Jahrhundertwende (Naturalismus, Symbolismus, Impressionismus etc.).
  • Einordnung Herbert Eulenbergs und seines Werkes in die Literaturgeschichte.
  • Untersuchung der empfindsamen Elemente und Charaktere im Drama Münchhausen.
  • Vergleich der Eulenbergschen Figur mit traditionellen Vorbildern und Sagenfiguren.
  • Erörterung der künstlerischen Motivation hinter der bewussten Abkehr vom klassischen Münchhausen-Bild.

Auszug aus dem Buch

1. Herbert Eulenbergs Münchhausen – ein ganz untypischer Münchhausen:

Der Baron von Münchhausen ist fast jedem Kind bekannt. Man kennt ihn als einen Märchen und Lügenerzähler, der durch die Weltgeschichte reist und mit seinen phantastischen Erzählungen das Publikum unterhält. Er ist ein fröhlicher, lebenslustiger Mann, der durch seinen Humor das Volk zum Lachen bringt.

Beim Lesen der vielen Münchhausiaden bestätigt sich nochmals das Bild des reiselustigen Lügenerzählers. Wenn man aber auf das 1900 erschienene Werk Münchhausen von dem Dichter Herbert Eulenberg stößt, wird man als Zuschauer und Leser sehr überrascht.

Hier ist nichts mehr von dem lebenslustigen Geschichtenerzähler zu erkennen. Stattdessen bekommt man einen melancholischen und empfindsamen Träumer zu Gesicht, der sich seiner Vergangenheit schämt. Er möchte der Liebe wegen das Lügen aufgeben und zur Ruhe kommen. Die Melancholie schlägt sogar bis zur Lebensmüdigkeit um. Herbert Eulenberg stellt uns also einen ganz anderen, ungewöhnlichen Münchhausen vor. Einen Träumer und Phantast, der aber nicht durch seine Lebensfreude das Publikum verzaubert, sondern bei jeder Berührung mit der Realität ins Wanken gerät. Die, für den Baron von Münchhausen so typischen Lügengeschichten, sind bei Herbert Eulenberg auf ein Minimum reduziert. Das einzige, was der Münchhausen von Herbert Eulenberg noch mit dem allseits bekannten Lügenbaron gemeinsam hat, ist der Namen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Herbert Eulenbergs Münchhausen – ein ganz untypischer Münchhausen: Diese Einleitung stellt die Diskrepanz zwischen der bekannten literarischen Figur des lustigen Lügenbarons und der melancholischen Interpretation durch Herbert Eulenberg dar.

2. Die Literatur um 1900: Hier werden die vielfältigen literarischen Strömungen der Jahrhundertwende erläutert und Eulenberg als bewusster Gegner des Naturalismus positioniert.

3. Das Drama Münchhausen von Herbert Eulenberg: Das Kapitel analysiert die spezifisch empfindsamen Merkmale im Drama, die Charaktergestaltung und die Vorbilder, die der Autor für seinen Münchhausen-Typ nutzte.

4. Warum schrieb Herbert Eulenberg solch einen untypischen Münchhausen?: Abschließend wird begründet, dass Eulenbergs Interpretation stark auf einer persönlichen Identifikation mit dem Helden beruht und eine Abkehr von der bloßen Burleske zugunsten einer tiefen, wehmütigen Gefühlsdarstellung markiert.

Schlüsselwörter

Herbert Eulenberg, Münchhausen, Literatur um 1900, Naturalismus, Empfindsamkeit, Neoromantik, Jahrhundertwende, Melancholie, Drama, literarische Strömungen, Identifikation, Phantasie, Theatergeschichte, Baron von Münchhausen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem Drama Münchhausen von Herbert Eulenberg und der Frage, warum der Autor den traditionellen Lügenbaron als eine melancholische und empfindsame Figur neu interpretiert hat.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Themen sind die literarischen Strömungen um 1900, die Abgrenzung zum Naturalismus sowie die psychologische und ästhetische Umgestaltung einer historischen Sagenfigur.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, warum Herbert Eulenberg ein solch untypisches Bild des Münchhausen schuf und ob sein Drama tatsächlich der Strömung der Empfindsamkeit zugeordnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der Textstellen aus dem Drama mit historischen Quellen und zeitgenössischen Literaturtheorien verknüpft werden, um den Charakter und die Intention des Autors zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der literarischen Epoche um 1900, eine detaillierte Charakteranalyse des Bühnen-Münchhausens sowie die Identifikation der Vorbilder und Motive, die Eulenberg beeinflussten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Empfindsamkeit, Anti-Naturalismus, Subjektivität, Gefühlsdrama und die Diskrepanz zwischen Traumwelt und Wirklichkeit.

Warum wirkt Eulenbergs Münchhausen auf viele Leser überraschend?

Er unterscheidet sich radikal vom bekannten Bild des fröhlichen Lügenerzählers; stattdessen präsentiert Eulenberg einen todesmatten Träumer, der unter seiner eigenen Vergangenheit leidet.

Inwieweit lässt sich das Stück als empfindsames Drama bezeichnen?

Obwohl Eulenberg den Begriff selbst wählte und typische Merkmale wie die Sprache der Charaktere verwendet, zeigt die Analyse, dass das Werk aufgrund der burlesken Wurzeln der Figur nur bedingt als reines Empfindsamkeitsdrama zu kategorisieren ist.

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Details

Title
Herbert Eulenbergs Münchhausen und die Literatur um 1900
College
LMU Munich
Grade
2,5
Author
Julia Geiser (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V60912
ISBN (eBook)
9783638544771
ISBN (Book)
9783638824392
Language
German
Tags
Herbert Eulenbergs Münchhausen Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Geiser (Author), 2006, Herbert Eulenbergs Münchhausen und die Literatur um 1900, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60912
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