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Die These von der Mediokratie. Ohnmacht der Demokratie - durch Übermacht der Massenmedien?

Title: Die These von der Mediokratie. Ohnmacht der Demokratie - durch Übermacht der Massenmedien?

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marcus Sommer (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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17. März 2005. Im Landtag von Schleswig-Holstein will sich Heide Simonis zur Ministerpräsidentin wählen lassen. Sie braucht alle Stimmen ihrer zukünftigen Regierungskoalition, bestehend aus der SPD, den Grünen und dem SSW (Südschleswigscher Wählerverband). Dass es knapp wird, war klar. Ein Abweichler und Simonis′ würde scheitern.

Sie scheitert. Vier Wahlgänge bringen das immer wieder gleiche Ergebnis: Was danach geschieht, ist ein Paradebeispiel für das Funktionieren der Medien. Reflexartig wird das Scheitern Simonis dramatisch in Szene gesetzt, Sondersendungen werden angesetzt um ausführlichst über das „Debakel von Kiel“, die „Krise an der Waterkant“zu berichen. Über alle Fernsehsender und Printmedien hinweg, prägen drastische Schlagwörter wie „Dolchstoß“, „Heide-Mörder“ und „Patt am Watt“das Nachrichtenbild. Bei Spiegel-Online ist noch heute eine Fotostrecke über „Das Debakel von Kiel“zu besichtigen – und wie sich die Mimik der enttäuschten Simonis immer weiter verdunkelt. Krisen, Skandale, persönliche Schicksale bringen erfreulich hohe Quoten und Auflagen.

Die mediale Auseinandersetzung mit dem Fall Simonis macht deutlich, wie die „Logik der Massenmedien“ funktioniert. Fälle wie diese, werden seit den 1990er Jahren in eine Diskussion eingeordnet, die den Einfluß massenmedialer Berichterstattung auf die Poltik und die demokratischen Strukturen untersucht. Inwieweit verzerrt mediale Berichterstattung die politische Wahnehmung der Konsumenten. Und inwiefern verändert die Medienlogik den politischen Prozeß.

Es ist die Rede von der „kopernikanischen Wende“, von einer „Symbiose aus Politik und Medien“, von Mediendemokratie als „Ideologiersatz in Europa nach dem Wegfall des Systemwettbewerbs“.

Die These von der Mediokratie. Was besagt Sie? Welchen Einfluss haben Massenmedien auf das politische System wirklich? Werden durch ihr Agieren, Tiefenstrukturen ausgehebelt? Sind wir auf dem Weg in eine andere Demokratie? Diese Problematik wird in der vorliegenden Arbeit erörtert.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Die Rolle der Massenmedien im politischen System und in der Politikvermittlung

2.1 Definition Massenmedien

2.2 Funktionen von Massenmedien

3. Warum Massenmedien unser politisches System verändern sollen

3.1 Diskrepanz zwischen Logik der Politik und Medienlogik

3.2 Politisierung der Medien – Mediatisierung der Politik: und deren Auswirkungen

3.3 Konsequenzen für den Rezipienten

4. Diskrepanz zwischen Theorie und Realität – Überprüfung der Mediokratie-Thesen

5. Synthese: Auf dem Weg in eine andere Demokratie?

6. Literaturnachweis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die kritische These der „Mediokratie“, die besagt, dass Massenmedien durch ihre eigene Logik das politische System der Bundesrepublik grundlegend verändern und demokratische Strukturen schwächen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwieweit mediale Inszenierung, Selektion und Zeitdruck die politische Entscheidungsfindung beeinflussen und ob tatsächlich von einer „Übermacht der Massenmedien“ gegenüber der Politik gesprochen werden kann.

  • Die funktionale Rolle von Massenmedien in einer Demokratie.
  • Der systemtheoretische Konflikt zwischen politischer Logik und Medienlogik.
  • Die Auswirkungen von Mediatisierung und Personalisierung auf politische Prozesse.
  • Die kritische Überprüfung der Mediokratie-These anhand empirischer Gegenargumente.
  • Perspektiven für eine angemessene politische Kommunikation in der Mediengesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1 Diskrepanz zwischen Logik der Politik und Medienlogik

Als „Wurzel allen Übels“, wird die Diskrepanz zwischen den beiden Systemen (Politik und Medien) angeführt. Deren Funktionsweise wäre zu konträr, als dass sie miteinander harmonieren könnten.

Es geht um die Differenz zwischen der „Eigenlogik der Politik“ und der mit ihr verbundenen „politischen Zeit“ und der „Logik der Medien“ und der damit verknüpften Medien-Zeit. Zwei Welten prallen aufeinander.

Das Charakteristische der Poltik wäre demnach, dass sie sich grundsätzlich in drei Ebenen abspielt: polity, poltics, policy. In diesem Dreieck kann sich Poltik erst entfalten, dadurch wird sie bedingt.

In der „traditionellen“ Parteiendemokratie würden politische Entscheidungen von einer Reihe an Akteuren in einem langwierigen Prozeß konstituiert. Die Parteien selber gelten als Sammelbecken und „Zentralen“ in denen „handlungsorientierte Diskurse“ geführt wurden, in denen sich über einen langen Zeitraum Argumente und Positionen entfalten konnten. Durch den Einbezug von weiteren intermediären Instanzen (Verbände, Gewerkschaften) könnten Stimmungen der Organisationen eingeholt und zusammengefügt werden. Ein Prozeß des Aushandelns und Verhandelns wurde in Gang gesetzt – der idealtypische demokratische Prozeß.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Anhand des Fallbeispiels der Simonis-Abwahl wird die mediale Berichterstattung als machtvoller Akteur eingeführt und die zentrale Fragestellung der Arbeit hergeleitet.

2. Die Rolle der Massenmedien im politischen System und in der Politikvermittlung: Dieses Kapitel definiert Massenmedien und erörtert ihre grundlegenden Aufgaben wie Information, Meinungsbildung sowie Kontrolle in einem demokratischen System.

3. Warum Massenmedien unser politisches System verändern sollen: Es wird die These der Mediokratie analysiert, wobei insbesondere die Kollision von politischer Langzeitlogik und ökonomischer Medien-Kurzzeitlogik beleuchtet wird.

4. Diskrepanz zwischen Theorie und Realität – Überprüfung der Mediokratie-Thesen: Hier werden kritische Gegenpositionen eingenommen, die den Einfluss der Medien als teilweise überzogen darstellen und auf empirische Realitäten der Routinepolitik hinweisen.

5. Synthese: Auf dem Weg in eine andere Demokratie?: Das abschließende Kapitel führt die Argumente zusammen und diskutiert mögliche Lösungsansätze wie die gesellschaftliche Steuerung des Mediensystems und die Förderung von Media-Literacy.

6. Literaturnachweis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen, Fachliteratur und Online-Dokumente.

Schlüsselwörter

Mediokratie, Massenmedien, Mediatisierung, Politische Kommunikation, Medienlogik, Parteiendemokratie, Politische Inszenierung, Agenda-Setting, Öffentlichkeit, Politikvermittlung, Demokratische Strukturen, Diskurs, Meinungsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die These, dass die Macht der Massenmedien unser politisches System so stark durchdringt, dass eine „Mediokratie“ entsteht, in der politische Prozesse von medialen Regeln überlagert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Funktionsweise von Massenmedien, die Unterschiede zwischen politischer Logik und Medienlogik sowie die Auswirkungen medialer Berichterstattung auf politische Akteure und das demokratische System.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob Massenmedien durch ihr Agieren tatsächliche Tiefenstrukturen unserer Demokratie aushebeln und ob wir uns auf dem Weg in eine „andere“, von Medien dominierte Demokratieform befinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diskursive, politikwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Fachliteratur (insb. Thomas Meyer) und führt eine kritische Überprüfung dieser Thesen durch den Vergleich mit anderen politikwissenschaftlichen Modellen durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Medien- und Politiklogik, die Analyse der Mediatisierungsfolgen für Politiker und Parteien sowie die kritische Gegenüberstellung von Mediokratie-These und empirischer Realität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Mediokratie, Mediatisierung, Medienlogik, Politische Kommunikation und der Wandel der Parteiendemokratie.

Welches konkrete Fallbeispiel wird zur Illustration genutzt?

Die Arbeit verwendet das Scheitern der Ministerpräsidentin Heide Simonis im Landtag von Schleswig-Holstein im Jahr 2005 als ein „Paradebeispiel“ für die mediale Inszenierung und Skandalisierung von Politik.

Wie lautet die Schlussfolgerung des Autors bezüglich der Mediokratie?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein endgültiges Fazit nicht möglich ist; die Mediokratie-These sollte eher als Warnung verstanden werden, wobei der Trend zur Mediatisierung durch eine kritische Öffentlichkeit und Medienkompetenz gestoppt werden kann.

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Details

Title
Die These von der Mediokratie. Ohnmacht der Demokratie - durch Übermacht der Massenmedien?
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Die Regierung im politischen System der BRD
Grade
1,0
Author
Marcus Sommer (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V60924
ISBN (eBook)
9783638544887
ISBN (Book)
9783638779579
Language
German
Tags
These Mediokratie Ohnmacht Demokratie Massenmedien Regierung System
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Sommer (Author), 2006, Die These von der Mediokratie. Ohnmacht der Demokratie - durch Übermacht der Massenmedien?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60924
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