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Dialekt als Lernbarriere und Lernchance mit Hinweisen für den Deutschunterricht im schwäbischen Sprachraum

Title: Dialekt als Lernbarriere und Lernchance mit Hinweisen für den Deutschunterricht im schwäbischen Sprachraum

Term Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Elena Hahn (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Der Gegenstand meiner Hausarbeit ist Dialekte in Deutschland, insbesondere im schwäbischen Sprachraum. Als unmittelbarer Anstoß, dieses Thema zu wählen, diente mein persönliches Interesse daran aufgrund meiner zukünftigen beruflichen Tätigkeit als Lehrerin. Da Deutsch nicht meine Muttersprache ist, seit längerer Zeit aber ich im Stuttgarter Raum lebe und der Umgang mit dialektalen Sprechern zu meinem familiären Umfeld gehört, kann ich die Unterschiede zwischen dem schwäbischen Dialekt und dem Hochdeutschen ziemlich gut unterscheiden und beschreiben.

In meiner Hausarbeit werde ich solche Fragen wie Definition der Dialekte, geschichtlicher Exkurs zur Entstehung der Dialekte(besser gesagt der Hochsprache), Dialektgebrauch heute(vor allem im schwäbischen Sprachraum), Benutzerkreise behandeln. Unter besonderer Betrachtungsweise, mit wissenschaftlichen Quellen belegt, werde ich auf die Unterrichtsplanung in Klassen mit großem Anteil Dialektsprecher, die hauptsächlichen Schwierigkeiten der Dialektsprecher, dialektale Rechtschreibfehler und Normabweichungen im Schwäbischen eingehen. Ich versuche, methodische und didaktische Hinweise zu einzelnen Unterrichtseinheiten zu geben.

Nicht ohne Grund wählte ich als Einstieg zum Thema die persönlichen Erinnerungen von Jürgen Genuneit –jeder Lehrer sollte nachvollziehen, wie behutsam er im Unterricht mit solchen Schülern und Schülerinnen umgehen muss, um noch reine Kinderseele unverdient nicht zu verletzen. Wie bekannt die Erlebnisse der Kindheit können einen Menschen das ganze Leben lang verfolgen und negative Auswirkungen auf sein Berufs- und Familienleben haben. Letztendlich sind die dialektsprechenden Kinder nicht dümmer oder minderwertiger als die anderen Schüler, die Hochsprache beherrschen, sondern sie haben es entschieden schwerer einen „angemessenen Gebrauch der Hochsprache“ zu erwerben. Jeder Lehrer sollte sich bewusst sein, dass er die Ausgangssprache der Kinder nicht abschaffen, sondern berücksichtigen müsste, um ihnen eine „sprachliche Entwicklung ohne Identitätsbrüche zu ermöglichen“ und „mit besonderer Hilfestellung im schriftlichen Bereich“ zu unterstützen(vgl. AMMON/LOEWER, 1977, S. 12 f.).



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Fragestellung

2 Dialekt als Sprachvarietät des Deutschen

2.1 Was ist ein Dialekt?

2.2 Deutsche Mundarten der Gegenwart

2.3 Die Verdrängung der Dialekte durch das Hochdeutsche

2.4 Dialektrenaissance

2.5 Dialekt als Heimat

3 Die Dialektsituation im schwäbischen Gebiet

3.1 Ausdehnung und Grenzen des schwäbischen Dialektgebietes

3.2 Verbreitung und soziale Verteilung des Dialektes

3.3 Schule und Dialekt

3.4 Allgemeine methodisch-didaktische Hinweise zum Deutschunterricht

3.5 Sprachliche Einheiten:

Entrundung(Fehlende Vokale ö/ü)

Diphtonge(Zwielaute)

Konsonanten p, t, k

Konsonanten: stimmhaftes s/ stimmloses s

Ausfall und Verkürzung von Endungen

Formen des Artikels

Genusunterschiede der Substantive

Stammformen des Verbs

Zeiten des Verbs

4 Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Rolle von Dialekten als potenzielle Lernbarriere oder Lernchance im Deutschunterricht, mit besonderem Fokus auf den schwäbischen Sprachraum. Ziel ist es, Lehrkräften methodische Ansätze zu vermitteln, um dialektsprechenden Schülern den Erwerb der Hochsprache zu erleichtern, ohne dabei deren kulturelle Identität zu entwerten.

  • Bedeutung des Dialekts als Sprachvarietät und Heimatidentität.
  • Analyse der Dialektsituation und der sozialen Verteilung im schwäbischen Raum.
  • Herausforderungen für Schüler mit Dialekthintergrund im Schriftspracherwerb.
  • Methodisch-didaktische Strategien für den Deutschunterricht zur Sprachförderung.
  • Umgang mit spezifischen sprachlichen Abweichungen (Phonetik, Morphologie, Syntax).

Auszug aus dem Buch

3.5 Sprachliche Einheiten:

Entrundung(Fehlende Vokale ö/ü)

Die Laute ö und ü fehlen im schwäbischen Dialekt. An ihrer Seite erscheinen zumeist e und i. Beispiele dazu: Hochsprache Dialekt ö, ö(geschrieben ö, öh) Körper Kerper blöd bled böse bes’ ü, ü(geschrieben ü/üh) willkürlich willkierlich schlürfen schlirfen

Hinweis: Dialektsprecher müssen die Laute ö und ü, die ihnen fremd sind, zunächst einmal richtig hören und aussprechen lernen, um sie dann auch orthographisch zu beherrschen. Hierzu dienen Hör- und Sprechübungen. Am geeignetsten hierfür sind solche Wortpaare, bei denen es genau auf die Unterschiede zwischen ü und i sowie ö und e ankommt(minimale Wortpaare). Beim Vor- und Nachsprechen ist vor allem die deutliche Rundung und Entrundung der Lippen wichtig, die den Schülern verdeutlicht werden sollte. Die Übungen sollen spielerisch in den Unterricht eingeflochten werden und nur wenige Minuten dauern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Fragestellung: Diese Einführung erläutert die Motivation der Arbeit und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle des Dialekts als Lernbarriere oder Lernchance in der Schule.

2 Dialekt als Sprachvarietät des Deutschen: Hier werden theoretische Grundlagen des Dialektbegriffs, die historische Verdrängung durch die Hochsprache sowie die moderne Dialektrenaissance behandelt.

3 Die Dialektsituation im schwäbischen Gebiet: Dieser Hauptteil analysiert die regionale Verbreitung, die soziale Verteilung des schwäbischen Dialekts sowie spezifische Schwierigkeiten von Dialektsprechern im Unterricht.

4 Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines sensiblen Lehrerhandelns, das zwischen Dialektpflege und der Vermittlung der Standardsprache vermittelt.

Schlüsselwörter

Dialekt, Schwäbisch, Deutschunterricht, Lernbarriere, Lernchance, Hochsprache, Schriftspracherwerb, Dialektrenaissance, Sprachvarietät, Didaktik, Phonetik, Morphologie, Identität, Grundschule.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Herausforderung, wie Lehrkräfte im Deutschunterricht mit Dialektsprechern umgehen können, insbesondere im schwäbischen Raum.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Einordnung des Dialekts, seine soziologische Bedeutung, die Auswirkungen auf den Schriftspracherwerb sowie konkrete methodische Hilfen für die Schule.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Dialektgebrauch eine Lernbarriere darstellt oder eine Lernchance bietet, und wie der Übergang zur Hochsprache ohne Identitätsverlust gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kontrastive Analyse zwischen dem schwäbischen Dialekt und der Standardsprache, gestützt auf sprachtheoretische Literatur und didaktische Konzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Dialektsituation im Schwäbischen und eine detaillierte Auseinandersetzung mit spezifischen sprachlichen Einheiten wie Lautbildung, Artikelgebrauch und Verbformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Dialekt, schwäbischer Sprachraum, Lernbarriere, Hochsprache und schulpädagogische Didaktik.

Warum wird die „Entrundung“ von Vokalen als Problem genannt?

Da im Schwäbischen die Umlaute ö und ü häufig durch e und i ersetzt werden, ergeben sich daraus spezifische Probleme bei der Rechtschreibung, die gezieltes Hörübungstraining erfordern.

Wie sollten Lehrer mit dialektalen Äußerungen im Unterricht umgehen?

Der Autor empfiehlt, den Dialekt nicht zu verbieten oder abzuwerten, da er ein Ausdruck von Heimatidentität ist; stattdessen soll der situative Gebrauch vermittelt werden.

Warum ist das Präteritum im Dialekt besonders schwierig?

Da das Präteritum im schwäbischen Dialekt nicht existiert, neigen Dialektsprecher dazu, es falsch nach dem Muster schwacher Verben zu bilden.

Welche Rolle spielt die „Identität“ in der Arbeit?

Der Dialekt wird als Teil der sprachlichen Identität betrachtet, weshalb eine zu strenge Sanktionierung im Unterricht zu psychologischen Identitätsbrüchen führen kann.

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Details

Title
Dialekt als Lernbarriere und Lernchance mit Hinweisen für den Deutschunterricht im schwäbischen Sprachraum
College
Protestant University of Applied Sciences Ludwigsburg
Course
Seminar: Orthographie und Grammatik
Grade
1,0
Author
Elena Hahn (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V60925
ISBN (eBook)
9783638544894
ISBN (Book)
9783638667678
Language
German
Tags
Dialekt Lernbarriere Lernchance Hinweisen Deutschunterricht Sprachraum Seminar Orthographie Grammatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elena Hahn (Author), 2006, Dialekt als Lernbarriere und Lernchance mit Hinweisen für den Deutschunterricht im schwäbischen Sprachraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60925
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