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Präventions- und Interventionsansätze zu Angst in der Schule

Auf der Basis theoretischer Ansätze und empirischer Befunde

Title: Präventions- und Interventionsansätze zu Angst in der Schule

Intermediate Diploma Thesis , 2006 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Britta Brokate (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Im Zusammenhang mit dem Thema Schulangst ist im präsenten politischen Meinungsaustausch oft von Schlagworten wie Schulstress, überfüllten Lehrplänen, Numerus Clausus, Leistungs- bzw. Prüfungsangst etc. die Rede. Besonders Letztgenanntes spielt in unserer von Wettbewerb gprägten und leistungsorientierten Gesellschaft zweifellos eine große Rolle. Doch auch auf Angststörungen mit Trennungs- oder sozialer Angst trifft man gerade im jüngeren Schulalter häufig.

Die Schulangst mit ihren Folgen – allen voran dem Schulabsentismus- stellt die heutige Gesellschaft vor schwerwiegende Probleme, so verlassen z.B. immer mehr Jugendliche infolge von Lernproblmen die Schule ohne Schulabschluss, wodurch als Konsequenz außerordentliche Folgekosten entstehen, die augenscheinlich in den nächsten Jahren noch zunehmen werden. Darüber hinaus berichten Beratungsstellen von Anzeichen wie Depressionen, Konzentrationsmangel, Schlafstrungen, Übelkeit, Magenschmerzen und Herzklopfen, die sie mit der Schule in Verbindung bringen.

In dieser Arbeit wird zunächst einmal der Begriff Angst definiert, um darzustellen welche Gründe zu Angst in der Schule führen und in diesem Kontext die am häufigsten auftretenden Phänomene verschiedener Angststörungen, neben der Schulangst im speziellen, zu erfassen und die Zusammenhänge zwischen ihnen zu beschreiben. Weiterhin werden Theorien und Erklärungsansätze zum Thema Schulangst aufgezeigt und Verfahren zur Angstmessung vorgestellt. Der Fokus liegt schließlich darin, notwendige Möglichkeiten aufzuzeigen, wie insbesondere Einfluss auf Angst in der Schule genommen und reagiert werden kann und nicht zuletzt schon im Vorfeld, z.B. durch angstfreie Erziehung, präventiv vorzugehen wäre, denn gerade in diesem Bereich wird immer noch zu viel über die Erzeugung von Angst gearbeitet. Ziel sollte vielmehr sein Angst zu verringern bzw. Kinder dahin zu erziehen, mit Angst umzugehen und sie zu bewältigen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Begriffsbestimmung von Angst, Ängstlichkeit und Angststörung

2.1. Angst als Zustand

2.2. Ängstlichkeit (Dispositionsangst)

2.3. Angststörung

2.3.1. Angststörung: Trennungsangst

2.3.2. Angststörung: Soziale Angst

2.3.3. Wirkungsprinzip von Leistungsangst

2.3.4. Schulangst und Schulabsentismus

2.3.4.1. Schuleschwänzen

2.3.4.2. Schulverweigerung

3. Theorien der Angstentstehung

3.1. Freuds psychoanalytische Angsttheorie

3.2. Behavioristische Angst – Ansätze

3.3. Kognitive Theorien

3.3.1. Kognitiv – emotionales Prozessmodell von Lazarus

3.3.2. Eigenschafts- und Zustandsangst nach Spielberger

4. Die Entwicklung von Angst in Verbindung mit anderen Variablen

4.1. Psychische Faktoren

4.1.1. Temperament

4.1.2. Angst und kognitive Faktoren

4.1.3. Emotionale Faktoren

4.2. Soziale Faktoren

4.2.1. Merkmale und Erziehungsstile der Eltern

4.2.2. Kritische Lebensereignisse

5. Diagnostik von Angst

6. Präventions- und Interventionsmöglichkeiten zur Reduzierung und Vermeidung von Angst in der Schule

6.1. Verringerung der Schulangst in Anlehnung an die Angsttheorien

6.1.1. Verringerung der Angst aus psychoanalytischer Sicht

6.1.2. Verringerung der Angst aus behavioristischer Sicht

6.1.3. Verringerung der Angst aus kognitionstheoretischer Sicht

6.2. Schulische Intervention

6.2.1. Baustein I: Lehrer – Schüler – Interaktion

6.2.2. Baustein II: Angst und Angstabbau

6.2.3. Baustein III: Angstabbau durch Veränderung im Leistungsbewertungsprozess

6.2.4. Baustein IV: Lern- und Arbeitstechniken

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Schulangst vor dem Hintergrund theoretischer Ansätze und empirischer Befunde. Das primäre Ziel besteht darin, Ursachen für schulbezogene Angst zu identifizieren sowie effektive Präventions- und Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, die Lehrkräften helfen können, die Lernumgebung angstfreier zu gestalten.

  • Definition und Abgrenzung von Angst, Ängstlichkeit und Angststörungen
  • Analyse der Entstehung von Angst durch psychoanalytische, behavioristische und kognitive Theorien
  • Untersuchung von Einflussfaktoren auf die Angstentwicklung bei Schulkindern
  • Darstellung diagnostischer Verfahren zur Erfassung von Angst
  • Vorstellung konkreter Interventionsbausteine zur Schulangstverringerung

Auszug aus dem Buch

3.2. Behavioristische Angst – Ansätze

Die behavioristischen Erklärungen vertreten alle die Auffassung, dass Angst – wie jedes menschliche Verhalten – eine erlernte Reaktionskonsequenz auf bedrohliche Reize ist. Ausgangspunkt bildet die Verknüpfung, dass auf einen Reiz S (Stimulus) eine Reaktion R erfolgt, über die sich eine Gewohnheit (Habit) herausbildet.

Die klassische Konditionierungstheorie besagt in diesem Sinne, dass neutrale Stimuli, die zeitgleich mit Angst auslösenden Reizen auftreten, nach mehrmaligem Auftreten selbst Angst hervorrufen. Außerdem können sowohl Reize, also auch Reaktionen verallgemeinert werden, z. B. kann sich Angst, die durch spezielle Reize ausgelöst wurde, auf weniger spezielle Reize ausweiten. Ich möchte im Folgenden kurz einen kennzeichnenden behavioristischen Ansatz darstellen: das Habit – Interferenz – Modell nach Mandler und Sarason.

Die Habit – Interferenz – Theorie wurde 1952 von Mandler und Sarason dargestellt und ist auf Leistungsängstlichkeit bezogen. Sie postulieren entsprechend den Lerngesetzen des klassischen Konditionierens, „dass das Kind, die in der Erziehung erworbenen Verhaltensweisen und damit auch Angstverhaltensweisen, auf Situationen, die den ursprünglichen Situationen ähnlich sind, übertragen kann.“ In einer als selbstwertbedrohlich beurteilten Situation, wie sie Leistungssituationen oft darstellen, werden beim Individuum immer zwei verschiedene Triebe geweckt: Einmal der so genannten Aufgabenlösungstrieb, dieser ruft Reaktionen (rt) hervor, die zur Beendigung der jeweiligen Aufgabe führen um den Antrieb zu verringern. Zweitens den Angsttrieb, der auf Angstreaktionen zurückgeht, die aufgrund früherer Situationserfahrungen gelernt und generalisiert wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Schulangst im Kontext einer leistungsorientierten Gesellschaft und skizziert das Vorhaben, Ursachen und Bewältigungsstrategien darzulegen.

2. Die Begriffsbestimmung von Angst, Ängstlichkeit und Angststörung: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen und differenziert verschiedene Angstformen sowie schulspezifische Störungsbilder wie Trennungs- und Leistungsangst.

3. Theorien der Angstentstehung: Hier werden zentrale psychologische Erklärungsmodelle zur Angstentstehung anhand der Psychoanalyse, des Behaviorismus und der Kognitionspsychologie vorgestellt.

4. Die Entwicklung von Angst in Verbindung mit anderen Variablen: Dieses Kapitel betrachtet psychische und soziale Faktoren, wie Temperament und familiäre Erziehungsstile, die die Entwicklung von Angst begünstigen können.

5. Diagnostik von Angst: Es wird die diagnostische Erfassung von Angstindikatoren auf sprachlicher, motorischer und neuro-physiologischer Ebene erläutert sowie gängige Messinstrumente thematisiert.

6. Präventions- und Interventionsmöglichkeiten zur Reduzierung und Vermeidung von Angst in der Schule: Das Kernkapitel präsentiert theoretisch fundierte Interventionsansätze und konkrete Trainingsbausteine für Lehrkräfte zur Angstreduktion im schulischen Alltag.

7. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der behandelten Themen und betont die Notwendigkeit der Lehrer-Sensibilisierung für Schülerängste.

Schlüsselwörter

Schulangst, Angststörung, Leistungsangst, Schulabsentismus, Psychoanalyse, Behaviorismus, Kognitionstheorie, Prävention, Intervention, Angstbewältigung, Coping, Erziehungsstil, Diagnostik, Leistungsbewertung, Schüler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Schulangst, ihren Ursachen aus verschiedenen psychologischen Perspektiven sowie möglichen Präventions- und Interventionsstrategien im schulischen Umfeld.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Feldern gehören die Definition verschiedener Angstformen, die theoretische Angstentstehung, die Rolle psychischer und sozialer Variablen sowie die praktische Umsetzung von Angstabbau im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Lehrern ein fundiertes Basiswissen zu vermitteln, um Angstursachen bei Schülern frühzeitig zu erkennen und durch gezielte, praxisorientierte Ansätze zur Angstreduktion beizutragen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, bei der psychologische Theorien und empirische Befunde zu Angstentstehung und Interventionsmöglichkeiten systematisch zusammengeführt und bewertet werden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Angstmodelle (Freud, Behaviorismus, Kognitivismus), die Einflussfaktoren der Angstentwicklung sowie diagnostische Möglichkeiten und praktische Interventionsbausteine für die Schule.

Was charakterisiert die Arbeit in Bezug auf ihre Keywords?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Schulangst, Angstbewältigung, Coping und pädagogische Intervention geprägt, was den Fokus auf die praktische Anwendung psychologischen Wissens im Schulkontext unterstreicht.

Warum ist die Trennung zwischen Angst und Furcht in der Fachliteratur relevant?

Die Arbeit führt diese Unterscheidung an, da Furcht auf eine konkrete, benennbare Gefahr gerichtet ist, während Angst als ein gegenstandsloses, hypothetisches Konstrukt beschrieben wird.

Welche Bedeutung kommt dem Lehrer-Schüler-Verhältnis in den Interventionsbausteinen zu?

In Baustein I wird betont, dass eine positive, vertrauensvolle Atmosphäre, geprägt von Wertschätzung und empathischem Verstehen, essentiell ist, um bedrohliche Aspekte in der Schule abzubauen.

Warum ist die Reizüberflutung als Methode für Schüler kritisch zu betrachten?

Die Autorin warnt vor dieser Methode im schulischen Kontext, da sie eine erhebliche Gefahr der Überforderung der Schüler sieht und stattdessen die Technik der Desensibilisierung empfiehlt.

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Details

Title
Präventions- und Interventionsansätze zu Angst in der Schule
Subtitle
Auf der Basis theoretischer Ansätze und empirischer Befunde
College
University of Vechta
Grade
1,0
Author
Britta Brokate (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V60934
ISBN (eBook)
9783638544979
ISBN (Book)
9783638667708
Language
German
Tags
Präventions- Interventionsansätze Angst Schule Basis Ansätze Befunde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Brokate (Author), 2006, Präventions- und Interventionsansätze zu Angst in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60934
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