Unterrichtsversuch zu Goethes 'Prometheus'


Unterrichtsentwurf, 2005

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mythologischer Hintergrund

3 Autor

4 Epoche
4.1 Epochenbegriff
4.2 Genieästhetik
4.3 Goethe in der Epoche

5 Gedicht
5.1 Entstehung
5.2 Interpretation
5.2.1 Äußere Form und Stilmittel
5.2.2 Inhaltlich

6 Didaktik

7 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Lyrik ist, neben Drama und Prosa, ein wichtiges Thema des Deutschunterrichts, insbesondere der gymnasialen Oberstufe.

Die von Johann Wolfgang von Goethe geschriebene Hymne ´Prometheus´ ist deshalb oft Thema der Qualifikationsphase am Gymnasium. Neben dem interessanten mythologischen Hintergrund, ist sie ein Paradebeispiel für die Genieästhetik der Epoche „Sturm und Drang“.

Sie umreißt den „gesellschaftspolitischen, weltanschaulichen und poetologischen Stellenwert, den die junge Generation der Literatur (dieser Epoche) zumaß[1]. Mit ihr werden in einer neuen Sprache und dichterischen Form „neuartige Bewusstseinsereignisse und Subjektentwürfe dichterisch konstituiert“[2]. Die Figur des Prometheus wird Repräsentant für ein neues Künstlerbewusstsein und eine neue Individualität. Der Epochenumbruch des 18./19. Jahrhunderts, der ebenfalls ein wichtiges Thema der Oberstufe ist, zeichnet sich in diesem Gedicht deutlich ab.

Im Laufe der Arbeit sollen die verschiedenen Aspekte, die in Zusammenhang mit dem Gedicht stehen, erarbeitet werden. Anschließend erfolgt die Beschreibung einer Unterrichtseinheit, die das Gedicht ´Prometheus´ zum Thema hat. Hierbei wird auch auf die didaktischen Methoden und deren Wirkung eingegangen.

2 Mythologischer Hintergrund

Der Hintergrund des Gedichts von Goethe ist in der griechischen Mythologie zu finden. Prometheus (altgriechisch: Προμηθευζ) bedeutet „der voraus Bedenkende“.

In der Theogonie des Hesiod (um 700 v. Chr.) ist Prometheus der Sohn des Titanen Iapetos (Sohn des Uranos) und der Klymene.[3] Die Brüder des Prometheus sind Atlas, Menoitios und Epimetheus. Sein Sohn heißt Deukalion. Das alte Göttergeschlecht, dem Prometheus entstammte, wurde von Zeus entthront und in den Tartaros verbannt.

Nachdem Himmel und Erde geschaffen waren, wimmelte es dort von Tieren, aber es fehlte ein Geschöpf, das mit seinem Geist die Erdenwelt beherrschen konnte. Da betrat Prometheus die Erde und da er die Klugheit seines Vaters geerbt hatte, wusste er, dass der göttliche Same im Erdboden verborgen war. Daher formte er aus Lehm eine Gestalt nach dem Ebenbild der Götter und gab ihm gute und schlechte Eigenschaften, die er von den Tieren nahm. Athene, die Göttin der Weisheit, die seine Schöpfung bewunderte, blies der Gestalt ihren göttlichen Atem ein und gab dem Menschen damit den Geist.

Die Menschen waren zuerst noch planlos und unwissend, so dass Prometheus sich ihrer annahm und ihr Lehrmeister wurde.

Die neuen Götter unter Zeus wurden aufmerksam auf das neu entstandene Menschenvolk. Sie gewährten den Menschen Schutz und verlangten im Gegenzug dafür Anerkennung. Deswegen fand zu Mekone auf der Peloponnes eine Zusammenkunft der Menschen und Götter statt, um zu klären, welche Rechte und Pflichten die Menschen hätten. Prometheus trat dabei für die Rechte der Menschen ein und bediente sich einer List, um die Götter zu täuschen. Er schlachtete einen Stier, versteckte auf einem Haufen das gute Fleisch und die Eingeweide unter der Haut und einem Rindermagen und auf einem anderen, größeren Haufen ´garnierte´ er die Knochen mit dem glänzenden Fett. Die Götter sollten nun wählen, welches der beiden Opfer sie annehmen wollten. Zeus aber durchschaute den Betrug und wählte absichtlich den Haufen mit den Knochen. Erbost über den Betrug, versagte er den Menschen das Feuer, welches sie als letzte Gabe noch nicht erhalten hatten. Wieder wendete der Sohn des Iapetos eine List an und entzündete einen Stängel am Sonnenwagen und brachte das Feuer so zu den Menschen[4]. Da die Menschen das Feuer nun einmal hatten, konnten die Götter es ihnen nicht mehr nehmen. Als Strafe für die Menschheit ließ Zeus seinen Sohn Hephaistos das Ebenbild einer Jungfrau fertigen und ihr von verschiedenen Göttern alle möglichen Reize verleihen. Nach der Erzählung war so die erste Frau erschaffen worden, ihr Name war Pandorra. Diese stieg hinab zur Erde, zu Prometheus´ Bruder Epimetheus. Dieser war von ihr betört und wollte sie heiraten. Er missachtete den Rat seines Bruders, niemals ein Geschenk vom olympischen Herrscher anzunehmen und nahm von ihr das Geschenk des Zeus entgegen, die Büchse der Pandorra. Pandorra öffnete das Gefäß und alle darin eingeschlossenen Übel überkamen die Menschheit.

Prometheus hingegen wurde von Hephaistos an einen Felsen im Kaukasus geschmiedet, wo er aufrecht und ohne Schlaf, Essen und Trinken stehen musste. Tagsüber fraß ein Adler von seiner Leber, die nachts ständig nachwuchs. Zeus hatte die Bedingung gestellt, dass die Qual so lange andauern würde, bis ein Anderer sich erböte, den Tod an Prometheus Stelle zu ertragen. Viele Jahrhunderte dauerte diese Qual, bis Herakles den Adler durch einen Pfeil tötete und Prometheus befreite. Als Ersatzmann bot sich der Zentaure Chiron an, um an Prometheus statt zu sterben, so dass Zeus´ Bedingung erfüllt war. Jedoch musste Prometheus einen Ring tragen, der ein Steinchen des Kaukasusfelsen enthielt, um ihn ewig an die Bestrafung zu erinnern und damit Zeus sich weiterhin seiner Überlegenheit rühmen konnte.[5]

3 Autor

Der Autor des Gedichtes „Prometheus“ ist Johann Wolfgang von Goethe.

Er wurde am 28.08.1749 in Frankfurt am Main geboren und starb am 22.03.1832 in Weimar. Sein Vater Johann Caspar Goethe, hatte Rechtswissenschaft studiert und Goethes Mutter, die Tochter des damaligen Frankfurter Bürgermeisters, war Catharina Elisabeth Goethe. Die beiden hatten weitere Kinder, die jedoch früh starben, außer Goethes[6] Schwester Cornelia Friderike Christiana (* 7.12.1750). Goethe wurde von seinem Vater und durch Privatlehrer unterrichtet.

Er studierte auf den Wunsch seines Vaters von 1765 bis 1768 Rechtswissenschaften in Leipzig. Er verliebte sich dort in Käthchen Schönkopf und widmete dieser Liebe auch einige Verse in der Tradition des Rokoko. Ein Blutsturz nötigte ihn, das Studium abzubrechen und nach Frankfurt zurück zu kehren, welches er nach seiner Genesung jedoch 1770 in Straßburg beendete.

Im Mai 1772 wurde Goethe Referendar am Reichskammergericht in Wetzlar. Er stand dem Rechtssystem aufgrund der Korruption jedoch sehr skeptisch gegenüber und war nur selten im Reichskammergericht anwesend. Goethe sagte später auch selbst, dass er nicht aus fachlichem Interesse Jurist wurde, sondern eher aus Reiselust. Er verließ Wetzlar jedoch schon nach vier Monaten wieder aufgrund einer unglücklichen Liebe zu Charlotte Buff. Im November kehrte er aber noch einmal kurz zurück wegen des Suizids des Gesandtschaftssekretärs Karl W. Jerusalem, der ein Bekannter von Goethe war. Dieses Ereignis, sowie seine Liebe zu Charlotte Buff finden sich in seinem Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ wieder.

1776 wird Goethe geheimer Legationsrat im Staatsdienst des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach und erhält noch weitere politische Aufgaben. Er lernt dort die Hofdame Charlotte Stein kennen, mit der er 10 Jahre eine Beziehung führt. 1779 wird er dann zum Geheimrat befördert und beginnt außerdem sich mit den Naturwissenschaften zu beschäftigen.

Am 23.06.1780 wird er dann in die Weimarer Freimaurerloge[7] „Anna Amalia zu den drei Rosen“ als Lehrling aufgenommen und am 2.3.1782 zum Meister befördert.[8]

Der Herzog schenkte ihm 1792 ein Haus am Frauenplan[9], welches er bis zu seinem Tod bewohnte. 1783 wurde er unter dem Namen „Abaris“ in den Illuminatenorden[10] aufgenommen. Zwischen 1777 und 1778 unternahm er drei Harzreisen und entdeckte im letzteren Jahr außerdem den Zwischenkieferknochen im menschlichen Schädel.

1786 dann begibt sich Goethe nach Italien. Diesen Aufenthalt beschreibt er auch in seiner „Italienischen Reise“. Goethe bezeichnet seinen Aufenthalt dort als Erfüllung eines Lebenstraums. Er lässt sich von den antiken Bauten und der Renaissance-Malerei inspirieren. In den „römischen Elegien“ blickt er wehmütig auf sein Erlebnis zurück und macht klar, dass dies der Anstoß für die Entwicklung einer klassischen deutschen Dichtung war, die an die antike Größe anknüpft.

1795 begann seine Freundschaft mit Friedrich Schiller, die bis zu dessen Tod dauerte.

1798 entstand dann die Elegie „Die Metamorphosen der Pflanzen“. 1806 heiratete er Christiane Vulpius, mit der er einen gemeinsamen Sohn (August) hatte. 1808 verlieh im Napoleon I. das Kreuz der Ehrenlegion.

1816 starb dann seine Frau Christiane. Kurz vor seinem Tod vollendete Goethe den zweiten Teil von „Faust“. Er selbst verstarb am 22.03.1832, wobei seine letzte Worte „Mehr Licht!“ gewesen sein sollen. Er wurde am 26. März in der Fürstengruft bestattet.

[...]


[1] „Johann Wolfgang Goethe“, Benedikt Jeßing, Stuttgart, Weimar: Metzler 1995, S.14

[2] Vgl.: B. Jessing, S.14

[3] Nach der Erzählung des Aischylos ist er der Sohn der Gaia.

[4] In einer anderen Version fährt Prometheus in einem Scheiterwagen zur geheimen Feuerstelle und sperrt das Feuer in ein hohles Schilfrohr.

[5] „Sagen des klassischen Altertums“, Gustav Schwab, Insel Verlag, Leipzig 1937, S. 2-7

[6] Ich werde die Bezeichnung „Goethe“ im weiteren Verlauf der Hausarbeit benutzen, womit ich Johann Wolfgang von Goethe meine.

[7] Die Freimaurerei war eine wichtige Stütze der Aufklärung in Europa. Viele Aufklärer waren Mitglieder in den Logen und setzen sich für Werte wie Toleranz, Brüderlichkeit und Gleichheit ein.

[8] Die Loge stellte ihre Arbeit jedoch kurz darauf ein, dass es zu Unstimmigkeiten in der Freimaurerei kam.

[9] Wurde später zum Nationalmuseum erklärt.

[10] Der Illuminatenorden war eine von Adam Weishaupt gegründete aufklärerische Geheimgesellschaft.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsversuch zu Goethes 'Prometheus'
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Lyrik im Deutschunterricht
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V60939
ISBN (eBook)
9783638545020
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Interpretation des Gedichts "Prometheus" von Goethe und Unterrichtsentwurf für die Oberstufe des Gymnasiums. Außerdem kurzer Überblick über die Epoche und den Autor.
Schlagworte
Unterrichtsversuch, Goethes, Prometheus, Lyrik, Deutschunterricht
Arbeit zitieren
Kristin Bühner (Autor), 2005, Unterrichtsversuch zu Goethes 'Prometheus', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60939

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Unterrichtsversuch zu  Goethes 'Prometheus'



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden