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Die Türkei als EU-Mitglied? Diskussionen, Kompromisse, Vor- und Nachteile

Ein kurzer Überblick

Title: Die Türkei als EU-Mitglied? Diskussionen, Kompromisse, Vor- und Nachteile

Seminar Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Annika Hoffmann (Author)

Politics - Topic: European Union
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„Wer sich heute offenen Auges umschaut, sieht ein Land, das in zwei Nationen zu zerfallen scheint. In den Studentencafés von Ankara bemerkt er eine westlich-städtische Schicht, ein paar Straßen weiter ist er schon weit weg von Europa, im islamischen Orient.“2 Auch stellt die geographische Lage des Landes eine große Unsicherheit dar, besonders im Hinblick auf die Terroranschläge vom 11. September und die sich seitdem verschärfenden Gegensätze zwischen der islamischen und westlichen Welt. In diesem Zusammenhang ist die aktuelle Debatte um die in westlichen Zeitungen abgedruckten Karikaturen des Propheten Mohammed und die darauf folgenden Proteste interessant. Welche Rolle spielt die Türkei im so genannten Karikaturen-Streit? Inwiefern beeinflussen diese Entwicklungen die Beitrittsverhandlungen? Diese Themen werden in dieser Hausarbeit analysiert und interpretiert. Zunächst folgt jedoch ein geschichtlicher Überblick über die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU.

2 Lorenz Jäger: Auf allen Karten abseits. Europa und die Türkei: Die Unlogik der Beitrittsverhandlungen, in: , in: Claus Leggewie (Hrsg): Die Türkei und Europa. Die Positionen, Frankfurt/Main 2004, S.29.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Chronologie der Beziehungen Türkei - EU

3. Der mögliche EU-Beitritt der Türkei

3.1 Pro und Contra

4. Die Rolle der Türkei im Karikaturenstreit

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Dynamiken des EU-Beitrittsprozesses der Türkei. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie historische Entwicklungen, politische Reformbemühungen sowie aktuelle geopolitische Ereignisse, wie der Karikaturenstreit, die Verhandlungen und die Debatte um Vor- und Nachteile einer Mitgliedschaft maßgeblich beeinflussen.

  • Historischer Abriss der Beziehungen zwischen der Türkei und der EU
  • Analyse der Kopenhagener Kriterien und deren Umsetzung
  • Argumentationslinien der Befürworter und Gegner einer EU-Vollmitgliedschaft
  • Einfluss kultureller und religiöser Faktoren auf den Integrationsprozess
  • Die Türkei als Akteur im geopolitischen Kontext und ihre Rolle als Brücke

Auszug aus dem Buch

3.1 Pro und Contra

Die Türkei liegt geographisch gesehen überwiegend in Asien, sie verbindet jedoch drei weltpolitisch wichtige Regionen: den Nahen Osten, den Balkan und Zentralasien. Dies ist ein Grund, weshalb die EU bestrebt ist, die Türkei, trotz der im Folgenden aufgezeigten Unterschiede zu Europa, in die Gemeinschaft aufzunehmen.

In der Diskussion um eine Zugehörigkeit der Türkei zur Europäischen Union ist der Aspekt der Sicherheit ein wesentliches Argument, das für den Beitritt spricht. Mit der Türkei als Mitglied würde die EU zum „Global Player“ und würde so zum Konkurrenten der USA, indem sie eine eigene Sicherheitspolitik für den Nahen und Mittleren Osten entgegensetzten könnte. Andererseits ist die Türkei aber als NATO-Partner bereits geostrategisch eingebunden. Das Militär fungiert bereits als Gegengewicht zu religiös-politischem Fanatismus. Demnach wäre eine weiterführende Sicherheitspolitik auch in einer strategischen Partnerschaft möglich, eine Vollmitgliedschaft ist aus diesem Blickwinkel nicht zwingend erforderlich.

Die EU erhofft sich weiterhin, durch eine Mitgliedschaft das Potenzial des türkischen Militärs in künftigen Konflikten im Nahen Osten nutzen zu können. Die Union würde demnach zusätzlich im Bereich der Sicherheit gestärkt. Da die türkische Regierung jedoch durch ihre Opposition gegen die Teilnahme am zweiten Irak-Krieg demonstriert hat, dass sie gegen ihre muslimischen Nachbarn keinen Krieg führen will, ist der Wert dieses Arguments fraglich.

Dass die Türkei durch die Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft ihr Land reformiert und den westlichen Normen anpasst, spricht ebenfalls für einen Beitritt des Landes. Andernfalls würde es sich wahrscheinlich an der arabisch-islamischen Welt orientieren. Für die Türken sind die Reformen mit der Hoffnung verbunden, dass der religiöse Fundamentalismus und der extreme Nationalismus, den es in ihrem Land gab, nicht wieder entstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die jahrelangen Bemühungen der Türkei um einen EU-Beitritt ein und skizziert die mit dem offiziellen Beginn der Verhandlungen einhergehenden Chancen sowie Herausforderungen.

2. Chronologie der Beziehungen Türkei - EU: Das Kapitel zeichnet den Weg von den ersten Assoziierungsabkommen 1963 bis zu den Kopenhagener Kriterien und dem Status als Beitrittskandidat nach.

3. Der mögliche EU-Beitritt der Türkei: Hier werden der aktuelle Stand der Beitrittsbemühungen sowie die notwendigen Reformen im Justizsystem und bei der Menschenrechtslage erläutert.

3.1 Pro und Contra: Dieser Abschnitt erörtert die sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen und kulturellen Argumente der Befürworter und Gegner des Beitritts.

4. Die Rolle der Türkei im Karikaturenstreit: Das Kapitel analysiert, wie der Karikaturenstreit die Wahrnehmung der Türkei als Vermittler zwischen islamischer und westlicher Welt sowie die Beitrittsdebatte beeinflusst.

5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der Beitrittsprozess langwierig ist und neben politischen Reformen vor allem eine tiefgreifende interkulturelle Aufklärung erfordert.

Schlüsselwörter

Türkei, Europäische Union, Beitrittsverhandlungen, Kopenhagener Kriterien, Sicherheitspolitik, Islam, westliche Werte, Reformen, Karikaturenstreit, Geopolitik, Integration, Menschenrechte, Minderheiten, Vollmitgliedschaft, Privilegierte Partnerschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die vielschichtige Thematik des möglichen EU-Beitritts der Türkei, wobei insbesondere die kontroversen Diskussionen um Chancen und Risiken sowie die historischen und aktuellen politischen Entwicklungen im Fokus stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder dieser Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Chronologie der EU-Türkei-Beziehungen, den Prozess der politischen Transformation durch Kopenhagener Kriterien, Sicherheitsaspekte und die kulturelle sowie religiöse Einordnung des Landes in den europäischen Kontext.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, die Komplexität der Beitrittsverhandlungen aufzuzeigen und zu analysieren, ob und wie die Türkei die Brücke zwischen westlichen Werten und islamischer Identität schlagen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Kommissionsberichten, Fachliteratur und aktuellen Zeitungsberichten aus dem Zeitraum 2004 bis 2006 basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem historischen Hintergrund der Beziehungen, der detaillierten Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten zur EU-Mitgliedschaft sowie der aktuellen Fallstudie zur Rolle der Türkei im Karikaturenstreit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselwörter wie EU-Beitritt, Türkei, Kopenhagener Kriterien, interkultureller Dialog, Sicherheitspolitik und Reformprozesse fassen die inhaltliche Ausrichtung prägnant zusammen.

Warum spielt das Militär in der Beitrittsdebatte eine so große Rolle?

Das Militär gilt als Bewahrer des laizistischen Staates, aber auch als Machtfaktor, dessen Einschränkung eine der zentralen Forderungen der EU für den demokratischen Transformationsprozess der Türkei darstellt.

Welche Rolle spielt der Karikaturenstreit für die Bewertung der EU-Tauglichkeit der Türkei?

Der Karikaturenstreit wird einerseits als Beleg für die Unvereinbarkeit mit der islamischen Welt genutzt, andererseits aber auch als Chance gesehen, die Türkei als notwendigen Vermittler zwischen den Kulturen in Europa zu etablieren.

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Details

Title
Die Türkei als EU-Mitglied? Diskussionen, Kompromisse, Vor- und Nachteile
Subtitle
Ein kurzer Überblick
College
University of Cologne  (Politische Wissenschaft)
Course
Proseminar EU
Grade
2,0
Author
Annika Hoffmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V60979
ISBN (eBook)
9783638545310
ISBN (Book)
9783638752930
Language
German
Tags
Türkei EU-Mitglied Diskussionen Kompromisse Vor- Nachteile Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annika Hoffmann (Author), 2006, Die Türkei als EU-Mitglied? Diskussionen, Kompromisse, Vor- und Nachteile, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60979
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