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Schuleingangsdiagnostik: Der Reutlinger Test für Schulangänger (RTS) und das Kieler Einschulungsverfahren (KEV) im Vergleich

Title: Schuleingangsdiagnostik: Der Reutlinger Test für Schulangänger (RTS) und das Kieler Einschulungsverfahren (KEV) im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 37 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Bitzer (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Die Einschulung stellt ein einschneidende Erlebnis im Leben von Kindern dar: Man darf nun endlich lesen, schreiben und rechnen lernen und gehört dadurch zu den "Großen". Aber dennoch geht eine unbeschwerte Zeit freien Spielens zu Ende, man ist nun erstmals mit schulischem Lernen konfrontiert und hat gewisse Verpflichtungen zu erfüllen. Auch für die Eltern ist dieser Übergang häufig mit ambivalenten Gefühlen verbunden: Eine Zeit inniger Verbundenheit mit dem Kind neigt sich dem Ende und vielfach treten auch Unsicherheiten auf, welcher Zeitpunkt für die Einschulung der richtige ist.
Aufgrund dessen sind zahlreiche diagnostische Verfahren entwickelt worden, die dazu beitragen sollen, die richtige und für das Kind beste Entscheidung über eine Einschulung oder Zurückstellung zu treffen. Hier sollen zwei dieser Verfahren, der Reutlinger Test für Schulanfänger (RTS) und das Kieler Einschulungsverfahren (KEV), näher betrachtet werden.
Um die theoretischen Grundlagen für die Betrachtung dieser Verfahren zu schaffen, werde ich meine Ausführungen mit einer Erläuterung des Begriffs "Diagnostik" beginnen, woran sich Überlegungen zum Zeitpunkt der Einschulung, zu vorzeitiger Einschulung und Zurückstellung anschließen, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung in den letzten Jahrzehnten sowie dem quantitativen Ausmaß liegt. Außerdem möchte ich die Konzepte der Schulreife von Artur Kern und der Schulfähigkeit von Horst Nickel kurz vorstellen, da diese einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Schuleingangsdiagnostik ausgeübt haben. Darauf folgen Überlegungen zum Begriff "Test", wobei die diagnostischen Gütekriterien eine zentrale Rolle spielen.
Im Anschluss daran möchte ich den Reutlinger Test für Schulanfänger und das Kieler Einschulungsverfahren kurz vostellen - deren Konzeption und Zielsetzungen, die erfassten Fähigkeiten, Besonderheiten der Durchführung, die einzelnen Aufgaben, den Prozess der Entscheidungsfindung sowie statistische Angaben.
Den Abschluss bildet ein Vergleich beider Textverfahren, die sie sich in einigen Punkten erheblich unterscheiden. Im diesem Rahmen soll auch eine Zuordnung zu den Konzepten der Schulreife und Schulfähigkeit vorgenommen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff „Diagnostik“

3. Der Zeitpunkt der Einschulung

4. Vorzeitige Einschulung und Zurückstellung

5. Schulreife und Schulfähigkeit

5.1 Das Konzept der Schulreife von Artur Kern

5.2 Das Konzept der Schulfähigkeit von Horst Nickel

6. Zum Begriff „Test“

6.1 Gütekriterien

6.1.1 Objektivität

6.1.2 Reliabilität

6.1.3 Validität

6.2 Kritik am Einsatz von Tests

6.3 Vorteile des Einsatzes von Tests

6.4 Fazit

7. Der Reutlinger Test für Schulanfänger (RTS)

7.1 Ziele des Tests

7.2 Konzeption

7.3 Was muss bei der Durchführung beachtet werden?

7.4 Die Aufgaben im Einzelnen

7.5 Auswertung und Entscheidungsfindung

7.6 Statistische Angaben

8. Das Kieler Einschulungsverfahren

8.1 Konzeption und Zielsetzung

8.2 Erfasste Fähigkeiten

8.3 Das Elterngespräch

8.4 Das Unterrichtsspiel

8.4.1 Was muss bei der Durchführung beachtet werden?

8.4.2 Die Aufgaben im Einzelnen

8.5 Die Einzeluntersuchung

8.6 Auswertung und Entscheidungsfindung

8.7 Statistische Angaben

9. Vergleich des Reutlinger Tests für Schulanfänger (RTS) mit dem Kieler Einschulungsverfahren (KEV)

10. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht den Reutlinger Test für Schulanfänger (RTS) und das Kieler Einschulungsverfahren (KEV), um deren Eignung als diagnostische Instrumente im Kontext der Schuleingangsphase vor dem Hintergrund sich wandelnder theoretischer Konzepte wie „Schulreife“ und „Schulfähigkeit“ kritisch zu bewerten.

  • Theoretische Grundlagen der pädagogischen Diagnostik
  • Konzepte der Schulreife (Kern) vs. Schulfähigkeit (Nickel)
  • Diagnostische Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität)
  • Methodische Konzeption und Durchführung von RTS und KEV
  • Vergleichende Analyse der Entscheidungsfindungs-Prozesse

Auszug aus dem Buch

6.2 Kritik am Einsatz von Tests

Die Kritik am Einsatz von Tests ist zu großen Teilen im Rahmen der Anti-Test-Welle entstanden, die in den 60er Jahren in den USA begonnen hat und etwa 10 Jahre später nach Deutschland übergeschwappt ist. Diese Kritik, die vielfach noch heute zu finden ist, betrifft vor allem die Methodik und die Nebenwirkungen von Tests.

So werden beispielsweise die messtheoretischen Grundlagen kritisiert, da kein Intervallskalenniveau gegeben ist und so Berechnungen wie der Mittelwert oder die Standardabweichung eigentlich gar nicht durchgeführt werden dürften.

Die Bemühung um die Reduzierung subjektiver Fehlerquellen wird von Kritikern als ‚Objektivierungswahn’ bezeichnet, durch den die Probanden zu Objekten gemacht werden. Dem kann entgegengehalten werden, dass Objektivität ein wesentliches Kriterium wissenschaftlichen Arbeitens ist; eine Berücksichtigung dieser ist also dringend erforderlich.

Was die Nebenwirkungen von Tests betrifft, wird vorgeworfen, dass diese den Menschen vermessen, ohne ihm in seiner Einmaligkeit gerecht zu werden. Dieser Einwand muss jedoch relativiert werden. Von einer Vermessung des Menschen kann nicht gesprochen werden, da jeweils nur einzelne Merkmale erfasst werden und der Anspruch, durch Tests die Einmaligkeit des Menschen zu erfassen, gar nicht gestellt wird.

Als kritisch an Tests kann außerdem die Tatsache gesehen werden, dass diese sowohl Angst bei den Probanden hervorrufen sowie zu einem gewissen Konkurrenzdruck führen. Sie wirken sich daher negativ auf das Sozialverhalten aus. Diese Aussagen sind allerdings bloße Hypothesen, das sie bislang nicht empirisch belegt worden sind (vgl. Lissmann, 2 /1997, 89f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Schuleingangsdiagnostik ein und begründet den Vergleich zwischen dem Reutlinger Test für Schulanfänger und dem Kieler Einschulungsverfahren.

2. Zum Begriff „Diagnostik“: Es werden die Grundlagen der pädagogisch-psychologischen Diagnostik sowie deren Zielsetzungen in den Bereichen Vergleich, Analyse, Prognose und Interpretation dargelegt.

3. Der Zeitpunkt der Einschulung: Dieses Kapitel behandelt die historischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Einschulung sowie die Diskussion um das optimale Schuleintrittsalter.

4. Vorzeitige Einschulung und Zurückstellung: Die Autorin thematisiert die Ermessensspielräume bei Entscheidungen zur vorzeitigen Einschulung oder Zurückstellung und beleuchtet quantitative Unterschiede zwischen den Bundesländern.

5. Schulreife und Schulfähigkeit: Es werden die reifungstheoretischen Ansätze von Artur Kern den interaktionistischen Konzepten der Schulfähigkeit von Horst Nickel gegenübergestellt.

6. Zum Begriff „Test“: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Schultest“ und erläutert die zentralen diagnostischen Gütekriterien sowie die Kritikpunkte und Vorteile des Testeinsatzes.

7. Der Reutlinger Test für Schulanfänger (RTS): Detaillierte Vorstellung des RTS, seiner Konzeption, Aufgabenstellung, Auswertung und statistischen Validierung.

8. Das Kieler Einschulungsverfahren: Umfangreiche Darstellung des KEV als dreiteiliges Verfahren, das neben kognitiven Fähigkeiten auch den Persönlichkeitsbereich und das soziale Umfeld miteinbezieht.

9. Vergleich des Reutlinger Tests für Schulanfänger (RTS) mit dem Kieler Einschulungsverfahren (KEV): Eine synoptische Analyse, die Gemeinsamkeiten und signifikante Unterschiede in Konzeption, Durchführung und Zielsetzung beider Verfahren herausarbeitet.

10. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten Verfahren unterschiedliche Paradigmen der Diagnostik repräsentieren, wobei das KEV eine Weiterentwicklung hin zu einer ganzheitlicheren, kindgemäßen Sichtweise darstellt.

Schlüsselwörter

Schuleingangsdiagnostik, Reutlinger Test für Schulanfänger, Kieler Einschulungsverfahren, Schulreife, Schulfähigkeit, Diagnostische Gütekriterien, Pädagogische Diagnostik, Differenzierungsfähigkeit, Selektion, Förderdiagnostik, Einschulung, Zurückstellung, Entwicklungspsychologie, Testverfahren, Schulerfolg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert und vergleicht zwei diagnostische Verfahren für den Schuleingang: den Reutlinger Test für Schulanfänger (RTS) und das Kieler Einschulungsverfahren (KEV).

Welche sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die theoretischen Konzepte der Schulreife und Schulfähigkeit, die Grundlagen der pädagogischen Diagnostik sowie die spezifische Anwendung und methodische Qualität der beiden Testverfahren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den RTS als eher traditionelles, selektives Instrument dem KEV gegenüberzustellen, um zu prüfen, ob letzteres den heutigen pädagogischen Anforderungen an eine ganzheitliche Förderung besser gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche, dem Vergleich methodischer Konzeptionen und der Auswertung statistischer Angaben aus den Test-Beiheften basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Diagnostik, Schulreife/Schulfähigkeit, Gütekriterien), eine detaillierte Einzelvorstellung beider Testverfahren (Aufgaben, Auswertung, Statistik) und einen direkten Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Schuleingangsdiagnostik, Schulreife, Schulfähigkeit, Förderdiagnostik und der Vergleich zwischen RTS und KEV.

Wie unterscheidet sich die Entscheidungsfindung zwischen dem RTS und dem KEV?

Während der RTS primär auf eine Gesamtpunktzahl zur Selektion setzt, verzichtet das KEV auf einen solchen Punktwert und basiert die Entscheidung auf einer Abwägung zahlreicher Informationen aus Elterngespräch, Unterrichtsspiel und Einzeluntersuchung.

Warum wird im KEV kein selektiver Punktwert errechnet?

Das KEV zielt auf eine umfassende Sicht der kindlichen Persönlichkeit ab; ein Punktwert gilt hier als Scheingenauigkeit, die der Komplexität des Kindes und seiner individuellen Entwicklung nicht gerecht würde.

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Details

Title
Schuleingangsdiagnostik: Der Reutlinger Test für Schulangänger (RTS) und das Kieler Einschulungsverfahren (KEV) im Vergleich
College
University of Education Weingarten
Course
Schulsystem und Schullaufbahnberatung
Grade
1,0
Author
Julia Bitzer (Author)
Publication Year
2003
Pages
37
Catalog Number
V61015
ISBN (eBook)
9783638545617
ISBN (Book)
9783638709637
Language
German
Tags
Schuleingangsdiagnostik Reutlinger Test Schulangänger Kieler Einschulungsverfahren Vergleich Schulsystem Schullaufbahnberatung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Bitzer (Author), 2003, Schuleingangsdiagnostik: Der Reutlinger Test für Schulangänger (RTS) und das Kieler Einschulungsverfahren (KEV) im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61015
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