Das Thema Wissensmanagement gewann in den letzten Jahren sehr viel an Beachtung. Viele Unternehmer und Manager sahen und sehen im Wissensmanagement und der Einführung neuester Informations- und Kommunikationstechnologien ein Allheilmittel zur Steigerung der Effektivität und Rentabilität ihrer Unternehmen. Die anfängliche Euphorie wich schnell der Einsicht, dass Wissensmanagement viel mehr ist als die Einführung von Softwaresystemen.
Oft wurden die Erwartungen, die in die neuen Technologien gesteckt wurden, nicht oder nur unzureichend erfüllt. Das bedeutet allerdings nicht das Ende für das Wissensmanagement. So berichtet die Fachpresse:
„Wissensmanagement ist mittlerweile aus den Schlagzeilen der Managementmagazine verschwunden und in der Realität angekommen.“
Wissensmanagement wird von den führenden Unternehmen noch immer als wichtiger Garant für zukünftige Erfolge gesehen. Die Fehler, die in der Vergangenheit bei der Durchführung von Wissensmanagementprojekten gemacht wurden und viele Wissensmanagementinitiativen zum Scheitern brachten, müssen vermieden werden. Die Definition von Zielen, die Berücksichtigung von organisatorischen, kulturellen und sozialpsychologischen Aspekten und die Ausrichtung aller Wissensmanagementaktivitäten auf die Strategie des Unternehmens sind ausschlaggebend für den Erfolg von Wissensmanagement.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Zielsetzung und Vorgehen
1.3 Aufbau
2. Grundbegriffe und Grundlagen
2.1 Was ist Wissen?
2.1.1 Daten, Informationen, Wissen
2.1.2 Arten von Wissen
2.2 Abgrenzung zwischen CSCW, Dokumenten-, Content-, Workflow-, Informations- und Wissensmanagement
2.2.1 CSCW - Computer Supported Cooperative Work
2.2.2 Dokumentenmanagement
2.2.3 Content Management
2.2.4 Workflow Management
2.2.5 Informationsmanagement
2.2.6 Wissensmanagement
2.2.6.1 Ganzheitlicher Wissensmanagementansatz
2.3 Bausteine des Wissensmanagements nach Probst
2.3.1 Wissensziele
2.3.2 Wissensidentifikation
2.3.3 Wissenserwerb
2.3.4 Wissensentwicklung
2.3.5 Wissens(ver)-teilung
2.3.6 Wissensnutzung
2.3.7 Wissensbewahrung
2.3.8 Wissensbewertung
3. Werkzeuge zur softwaretechnischen Unterstützung von Wissensmanagement
3.1 Funktionen eines Wissensmanagementsystems
3.2 Zwei Arten von Wissensmanagementsystemen
3.2.1 Information Retrieval Systeme
3.2.2 Integrierte Systeme
3.3 Untersuchte Wissensmanagementsysteme
3.3.1 community4you GmbH: OpenEIS
3.3.2 flying dog software: Enterprise Information Portal
3.3.3 Hyperwave AG: eKnowledge Infrastructure
3.3.4 infoAsset AG: infoAsset Broker
3.3.5 Open Text GmbH: Livelink® for Knowledge Management
3.3.6 PrioEins GmbH: benavit® KMS
3.3.7 Hauk & Sasko GmbH: UKIS® Professional Edition
3.3.8 Ontoprise: SemanticMiner®
3.3.9 Comma Soft: infonea®
3.3.10 Convera: RetrievalWare
3.3.11 insiders GmbH: mindaccess Suite
3.3.12 intelligent views GmbH: K-Infinity
3.3.13 Verity: Verity K2
3.3.14 USU AG: Knowledge Miner
3.3.15 Microsoft: SharePoint Portal Server 2003
3.4 Die betrachteten Systeme im Überblick
3.5 Klassifizierung der betrachteten Systeme
4. Wissensmanagement am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie
4.1 Wissensziele der partizipierenden Organisationseinheiten
4.1.1 Die Wissensziele des IT-Service
4.1.2 Die Wissensziele der Arbeitsgruppe Höfgen
4.1.3 Die Wissensziele der Verwaltung
4.2 Systemauswahl
4.2.1 Vorauswahl integrierter Wissensmanagementsysteme
4.2.2 Auswahl von drei Angeboten
4.2.3 Auswahl des Anbieters
5. Einführung eines Wissensmanagementsystems auf Basis des Microsoft Sharepoint Portal Servers 2003
5.1 Das Modell ganzheitlichen Wissensmanagements nach Probst angewandt auf das Max-Planck-Institut
5.1.1 Wissensziele
5.1.2 Wissensidentifikation
5.1.2.1 Technische Wissensquellen
5.1.2.2 Humane Wissensträger
5.1.3 Wissenserwerb
5.1.4 Wissensentwicklung
5.1.5 Wissens(ver)-teilung
5.1.6 Wissensnutzung
5.1.7 Wissensbewahrung
5.1.8 Wissensbewertung
5.2 Das neue Intranetportal
5.3 Die Prozesse
5.3.1 Der Prozess „Publikationsdaten sammeln“
5.3.2 Der Helpdesk Prozess
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die Auswahl und Einführung eines Wissensmanagementsystems für das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie. Es soll eine geeignete Softwarelösung identifiziert werden, um die Informationsverteilung, Kollaboration und Dokumentation in einer nicht-gewinnorientierten Forschungsumgebung zu verbessern und die spezifischen Wissensbedarfe der beteiligten Organisationseinheiten effizient zu decken.
- Grundlagen des Wissensmanagements in wissenschaftlichen Instituten
- Funktionale Anforderungen und Klassifizierung von Wissensmanagementsystemen
- Prozessanalyse und Anforderungsmanagement am Max-Planck-Institut
- Evaluation und Auswahl eines geeigneten Systems (Referenzprojekt)
- Einführungskonzept auf Basis des Microsoft SharePoint Portal Server 2003
Auszug aus dem Buch
1.1 Motivation
Am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie arbeiten derzeit mehr als 300 Mitarbeiter aus 29 verschiedenen Nationen. Abhängig vom Aufgaben- und Fachgebiet nutzen die Mitarbeiter teilweise sehr spezielle Softwareanwendungen und größtenteils standardmäßige Softwareanwendungen wie Microsoft Office. Für die Arbeit am Max-Planck-Institut steht allen Mitarbeitern ein modernes Informations- und Kommunikationssystem zur Verfügung, das die Kommunikation und Kollaboration unter den Mitarbeitern gewährleistet. Zu diesem System zählen neben den Computerarbeitsplätzen bzw. Clients mehrere Server, die verschiedene Dienste anbieten. Das Repertoire erstreckt sich von File-Server-, Drucker-, Datenbank-, Backup-, Email- und Faxdienste bis allgemeine Netzwerk-, Intranet- und Internetdienste.
Alle Mitarbeiter erhalten standardmäßig bei ihrer Einstellung ein Nutzer- und ein Emailkonto, das sie berechtigt, sich innerhalb der Institutsdomäne an jeder beliebigen Arbeitsstation anzumelden und Emails zu verschicken. Außerdem wird jedem Nutzer ein Netzlaufwerk zur Verfügung gestellt, das zum Speichern ihrer Daten verwendet werden kann. Des Weiteren besitzt jede Arbeitsgruppe zusätzlich ein Netzlaufwerk, das zum Speichern gruppenspezifischer Daten von den Arbeitsgruppenmitgliedern genutzt werden kann.
Die Mitarbeiter des Instituts generieren im Laufe ihrer Arbeit Wissen und manifestieren dieses in Vorträgen oder veröffentlichen es in wissenschaftlichen Publikationen, Diplom- und Doktorarbeiten. Darüber hinaus werden täglich verschiedenste Problemstellungen bearbeitet und gelöst. Die vorhandenen Informations- und Kommunikationstechnologien erlauben es bislang nicht, das externalisierte Wissen sowie Dokumentationen zu Problemlösungen allen Mitarbeitern in angemessener Art und Weise zentral zur Verfügung zu stellen.
Die Forschungsgebiete mit ihren komplexen Mess- und Auswertungsprozessen, die Verwaltungsprozesse sowie die Prozesse zur Administration der informations- und kommunikationstechnischen Infrastruktur sind sehr wissensintensiv. Dieses Prozesswissen ist überwiegend an Personen gebunden und steht den Mitarbeitern des Instituts somit nicht in expliziter Form zur Verfügung. In der Vergangenheit gab es bereits Bemühungen unter anderem dieses Wissen zu dokumentieren und allen Mitarbeitern über das Intranet und das Groupwaresystem zur Verfügung zu stellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Wissensmanagements für wissenschaftliche Institute und begründet die Motivation für das Referenzprojekt am Max-Planck-Institut.
2. Grundbegriffe und Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Konzepte, wie Wissen, verschiedene Wissensmanagement-Ansätze und die Abgrenzung zu anderen Managementtechnologien.
3. Werkzeuge zur softwaretechnischen Unterstützung von Wissensmanagement: Der Hauptteil analysiert Funktionen von Wissensmanagementsystemen und klassifiziert verschiedene am Markt verfügbare Lösungen.
4. Wissensmanagement am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie: Hier werden die spezifischen Wissensziele der verschiedenen Organisationseinheiten erhoben und der Auswahlprozess für ein geeignetes Wissensmanagementsystem beschrieben.
5. Einführung eines Wissensmanagementsystems auf Basis des Microsoft Sharepoint Portal Servers 2003: Dieses Kapitel erläutert die praktische Implementierung des gewählten Systems und optimierte Prozesse für das Institut.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Erweiterungsmöglichkeiten des Wissensmanagements.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wissensmanagementsystem, Max-Planck-Institut, SharePoint Portal Server 2003, Wissensidentifikation, Wissensverteilung, Wissensbewahrung, Information Retrieval, Kollaboration, Geschäftsprozess, Intranetportal, Wissensziele, Wissenslogistik, Wissensentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Auswahl und Einführung eines softwaretechnischen Wissensmanagementsystems, um die Wissensprozesse an einem Forschungsinstitut effizienter zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des Wissensmanagements, die funktionale Analyse von Softwarewerkzeugen und die praktische Implementierung an einem Fallbeispiel ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, ein passendes System zu finden, das die spezifischen Anforderungen des Max-Planck-Instituts für Molekulare Pflanzenphysiologie an Wissensverteilung, Kollaboration und Dokumentation erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur Systemauswahl werden ein Kriterienkatalog, eine Nutzwertanalyse sowie eine vergleichende Klassifizierung der am Markt befindlichen Systeme angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, einen umfangreichen Vergleich von Wissensmanagement-Tools und die spezifische Bedarfsanalyse und Systemauswahl am Max-Planck-Institut.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wissensmanagement, Information Retrieval, Kollaboration, SharePoint Portal Server und der ganzheitliche Ansatz nach Probst.
Warum wurde das Max-Planck-Institut als Referenzprojekt gewählt?
Das Institut bietet aufgrund seiner komplexen, wissensintensiven Arbeitsumgebung und seiner multinationalen Struktur eine ideale Basis, um die praktische Relevanz von Wissensmanagement-Systemen zu demonstrieren.
Wie wurde die endgültige Entscheidung für das System getroffen?
Die Entscheidung für den Microsoft SharePoint Portal Server 2003 fiel nach einem strukturierten Auswahlprozess, der eine Nutzwertanalyse basierend auf zuvor definierten Muss- und Wunschfunktionen beinhaltete.
Welche Rolle spielen die Prozesse im Wissensmanagement des Instituts?
Prozesse wie die Erstellung des jährlichen Publikationsberichts oder das IT-Helpdesk-Management sind wissensintensiv; ihre Optimierung im Wissensmanagementsystem führt zu Zeitgewinn und effizienteren Abläufen.
- Citar trabajo
- Marcel Meier (Autor), 2005, Auswahl und Einführung eines Wissensmanagementsystems, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61019