„Tiere helfen Menschen“ lautet das Thema der vorliegenden Diplomarbeit. Für viele Menschen klingt diese Aussage sicher sehr unglaubwürdig. Ich wurde jedoch durch eigene Erfahrungen aus tiergestützten Therapien für behinderte Menschen, die mit Pferden und Delfinen durchgeführt wurden, überzeugt davon, dass Tiere als Co-Therapeuten eine enorme Auswirkung auf den Menschen haben können. Auch private Erlebnisse mit Tieren ließen mich diesen Standpunkt stets weiter vertreten. Ich werde die Gründe und Argumente dafür, dass Tiere in der Lage sind, Menschen mit ihrer bloßen Anwesenheit, vor allem aber mit ihrer Zugewandtheit zu helfen, aufführen. Ich Laufe meiner Arbeit werde ich empirische Belegungen, dass Tiere die Fähigkeit besitzen, Menschen unterstützend zur Seite zu stehen und sie sogar zu fördern, die ich der Fachliteratur zum Thema entnommen habe, heraus stellen. Einleitend möchte ich meine Motivation für dieses Thema erläutern. Ich habe seit meiner frühesten Kindheit Kontakt zu Tieren, weil mein Großvater bei uns zu Hause sein halbes Leben lang Brieftauben, Hühner und Kaninchen gehalten hat, an deren Pflege und Aufzucht ich mich, je älter ich wurde und je mehr Verantwortungsgefühl ich entwickelte, zunehmend beteiligte. Je mehr mein Opa die Tiere vernachlässigte, weil es ihm nicht sehr wichtig war, dass sie es z.B. in ihrem Stall sauber hatten, desto größer wurde meine Besorgnis um und mein Engagement für sie. Für meinen Großvater waren Tiere vorrangig Nahrungsproduzent und Nahrungsmittel. Für mich wurden sie aber immer mehr zu Vertrauten und Wesen, mit denen ich gerne meine Zeit verbrachte. Hier stieß die Beziehung zwischen meinem Großvater und mir oft an ihre Grenzen. Es gab im Laufe der Zeit so einige Tiere, die ich mir zu Eigen machte und vor dem Tod beschützte, indem ich mich mit meinem Großvater in heftige Diskussionen begab. Er gab mir immer häufiger nach und viele Kaninchen und auch mein weißes Huhn starben schließlich an Altersschwäche. So baute sich also meine Beziehung zu diesen Lebewesen in meiner Kindheit auf. Irgendwann begann ich dann zu reiten und entwickelte eine enge Beziehung zu einem Pferd, das ich pflegen durfte. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Mensch-Tier-Beziehung
2.1 Kontakt mit dem Tier – ein menschliches Bedürfnis
2.1.1 Von der heilsamen Notwendigkeit des Tierkontakts
3. Tiergestützte Therapien
3.1 Definition und Entwicklung „Tiergestützter Therapie“
3.2 Definition „Behinderung“
3.3 Grundlagen des Einsatzes von Tieren in therapeutischen Prozessen
3.3.1 Wie Tiere unsere Lebensqualität beeinflussen
3.3.2 Förderung der sozialen Kontaktbereitschaft
3.4 Wissenswertes zum Umgang mit Tieren
3.5 Tiere, die sich als Therapietier eignen
3.6 Bio-psycho-soziales Wirkungsgefüge hilfreicher Tiereffekte
3.7 Stärkung der körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte durch Tiere
3.7.1 Auswirkungen auf den Körper
3.7.2 Anregungen des Geistes
3.7.3 Wirkung auf das seelische Befinden
3.8 Tiergestützte Therapie kritisch betrachtet
3.8.1 Ethische Aspekte der Nutzung von Tieren als Co-Therapeuten
3.8.2 Schwierigkeiten tiergestützter Therapieformen
4. Der heilende Prozess in der Interaktion zwischen Mensch und Tier
4.1 Kommunikation zwischen Mensch und Tier
4.2 Gefühle finden Ausdruck
4.3 Lernen mit Tieren
5. Delfintherapie
5.1 Eignung von Delfinen als therapeutisches Medium
5.2 Delfintherapie in der Institution „Island Dolphin Care“ in Florida
5.2.1 Institution
5.2.2 Klientel
5.2.3 Therapieverlauf
5.2.4 Zielsetzungen
5.2.5 Zwei Fallbeispiele aus der Praxis
5.2.5.1 Fortschritte der Kinder bei „Island Dolphin Care“
5.2.6 Entwicklungen von Kindern während und nach einer Delfintherapie
5.2.7 Das Besondere der Delfintherapie
6. Therapeutisches Reiten als Alternative zur Delfintherapie
6.1 Therapeutisches Reiten in Deutschland als Fortsetzung der Delfintherapie in den USA
6.1.1 Die drei Formen des therapeutischen Reitens
6.2 Pferde und ihre Eignung für Therapien mit behinderten Menschen
6.3 Die Erfolge des therapeutischen Reitens
7. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Diplomarbeit untersucht die heilende Wirkung von Tieren auf den Menschen und geht der Forschungsfrage nach, inwieweit tiergestützte Therapien, insbesondere mit Delfinen und Pferden, behinderte Menschen unterstützen und fördern können.
- Die Mensch-Tier-Beziehung und deren historische sowie psychologische Grundlagen.
- Die theoretischen Grundlagen und praktischen Wirkungsweisen tiergestützter Therapieformen.
- Eine detaillierte Fallstudie zur Delfintherapie bei "Island Dolphin Care" in Florida.
- Die kritische Reflexion ethischer Aspekte und Schwierigkeiten in der tiergestützten Therapie.
- Die vergleichende Analyse des therapeutischen Reitens als Alternative oder Ergänzung zur Delfintherapie.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Wie Tiere unsere Lebensqualität beeinflussen
Ich denke, dass viele Tiere in der Lage sind Menschen auf verschiedenste Art zu helfen und ihre Lebensqualität positiv zu beeinflussen. An dieser Stelle möchte ich hierfür einige Beispiele geben. Jedoch muss ich zu diesem Punkt auch von Anfang an sagen, dass ich Tiere keinesfalls als Garantie einer perfekten Sozialisation oder als Wundermittel gegen psychische und physische Krankheiten ansehe. Tiere können menschliche Hilfen nicht ersetzen, sondern sie positiv ergänzen.
Die Berührungen zwischen Mensch und Tier und das weiche Fell des Tieres, das man beim Streicheln fühlt, haben eine beruhigende Wirkung auf beide. Man spürt eine Art Dankbarkeit des Tieres für die Aufmerksamkeit, die der Mensch ihm zuteil werden lässt. Dies vermittelt wiederum auch dem Menschen ein positives Gefühl.
Durch den Umgang mit Tieren werden die Nerven des Menschen gestärkt, da er mit vielerlei nicht gerade einfachen Situationen umgehen muss, die das Tier durch sein Unwissen verursacht. Des weiteren bin ich der Meinung, dass Tiere durch ihre offene Art und ihr hübsches Wesen dem Menschen jeden Tag neue Lebensfreude einflössen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Motivation für das Thema basierend auf persönlichen Praxiserfahrungen und skizziert den Aufbau der Diplomarbeit.
2. Die Mensch-Tier-Beziehung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche und psychologische Bedeutung der Beziehung zwischen Mensch und Tier von der Urgeschichte bis zur modernen Domestikation.
3. Tiergestützte Therapien: Es werden die theoretischen Grundlagen, Wirkungsweisen auf Körper, Geist und Seele sowie ethische Aspekte und Grenzen der tiergestützten Therapie dargelegt.
4. Der heilende Prozess in der Interaktion zwischen Mensch und Tier: Hier liegt der Fokus auf der Kommunikation und dem emotionalen Ausdruck, die durch den Kontakt mit Tieren ermöglicht werden.
5. Delfintherapie: Ein detaillierter Bericht über die Durchführung, die Rahmenbedingungen sowie Fallbeispiele einer Delfintherapie in Florida.
6. Therapeutisches Reiten als Alternative zur Delfintherapie: Vorstellung des therapeutischen Reitens und Erläuterung, warum es eine sinnvolle Ergänzung zur Delfintherapie darstellen kann.
7. Fazit: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass tiergestützte Therapien eine effektive Methode zur Förderung von Menschen mit Behinderung sind, sofern sie als sinnvolle Ergänzung verstanden werden.
Schlüsselwörter
Tiergestützte Therapie, Mensch-Tier-Beziehung, Delfintherapie, Therapeutisches Reiten, Behinderung, Rehabilitation, Co-Therapeuten, Heilungsprozess, Island Dolphin Care, Sozialkompetenz, Kommunikation, Selbstwertgefühl, Ethik, Hippotherapie, Förderpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Thema "Tiere helfen Menschen" und untersucht, wie Tiere als Co-Therapeuten in therapeutischen Prozessen bei behinderten Menschen eingesetzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Mensch-Tier-Beziehung, die theoretischen Wirkungsweisen tiergestützter Therapie, die praktische Umsetzung der Delfintherapie sowie die Möglichkeiten des therapeutischen Reitens.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie Tiere Menschen helfen können und welche förderlichen Aspekte in der Interaktion zwischen behinderten Menschen und Tieren für den Heilungsprozess liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie auf den persönlichen Praxiserfahrungen der Autorin während ihrer Praktika im Bereich der Delfintherapie und des therapeutischen Reitens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine tiefe Analyse der Delfintherapie am Beispiel von "Island Dolphin Care" und eine Untersuchung des therapeutischen Reitens als Alternative.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Tiergestützte Therapie, Delfintherapie, Therapeutisches Reiten, Behinderung und die Förderung von sozialen Kompetenzen sowie des Selbstwertgefühls.
Wie werden die ethischen Bedenken bei der Delfintherapie adressiert?
Die Arbeit diskutiert kritisch die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft und das Spannungsfeld zwischen therapeutischem Nutzen und artgerechter Behandlung.
Welche Rolle spielt das Element Wasser in der Delfintherapie?
Neben der Anwesenheit des Tieres wird dem Wasser eine eigene heilende Kraft zugeschrieben, die Geborgenheit vermittelt und physiologische Entspannungsprozesse unterstützt.
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- Daniela Baumgartl (Author), 2006, Tiere helfen Menschen: Fell und Flosse als Therapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61050