Die Europäische Union hat sich verpflichtet, das innergemeinschaftliche Wirtschaftsleben wettbewerblich zu organisieren und gleichzeitig auf umweltbewusstes Handeln Wert zu legen, d. h. Ressourcen zu schonen und Emissionen zu senken. Unter diesen beiden Aspekten ist das Ziel dieser Arbeit, einen Überblick über die Entwicklung des Güterverkehrs in Europa zu geben. Wie steht es dabei um die Eisenbahn als sauberes und umweltfreundliches Transportmittel im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern? In welchen Staaten stellt die Bahn eine wirkliche Alternative zum LKW dar, und wie unterstützen sie den Transport auf der Schiene? Was wird für den Abbau technischer sowie politischer Barrieren getan, arbeiten die nationalen Bahnen zusammen, wird es eine „Europäische Bahn“ geben?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Bahn als umweltfreundlicher Verkehrsträger
1.1 Umweltschutzmaßnahmen der Deutschen Bahn
2. Entwicklung im Güterverkehr
3. Notwendigkeit einer „Europäischen Bahn“
3.1 Ausgangsbedingungen
3.2 Ziele der Liberalisierungsstrategie der Europäischen Kommission
4. Vergleich der europäischen Bahnen und Umsetzungsstand der Liberalisierung
4.1 Ergebnisse der Liberalisierung im Vergleich
4.2 Wettbewerbssituation
5. Transitland Deutschland
5.1 Rahmenbedingungen
5.2 Instrumente zur Verlagerung des Transports von der Straße auf die Schiene
5.2.1 Schwerverkehrsabgabe
5.2.2 Gleisanschlussförderung
5.2.3 Kombinierter Verkehr
6. Beispiele für den Ausbau transeuropäischer Verkehrsnetze
6.1 Railion – Die europäische Güterbahn
6.2 Weitere Beispiele und Instrumente
7. Versuch einer Vorhersage zur Entwicklung im Güterverkehr
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation und die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten des europäischen Schienengüterverkehrs unter Berücksichtigung ökologischer Zielsetzungen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie durch politische und technische Maßnahmen eine Verlagerung von Verkehrsströmen von der Straße auf die Schiene erreicht werden kann, um eine effizientere und umweltfreundlichere „Europäische Bahn“ zu etablieren.
- Umweltbilanz des Schienengüterverkehrs im Vergleich zum Straßentransport
- Status quo der Liberalisierung der europäischen Eisenbahnmärkte
- Analyse der Rahmenbedingungen für den Schienentransport in Deutschland
- Wirksamkeit politischer Instrumente zur Verkehrsverlagerung (z.B. Schwerverkehrsabgabe)
- Projekte zum Ausbau transeuropäischer Verkehrsnetze und Kooperationsmodelle
Auszug aus dem Buch
3. Notwendigkeit einer „Europäischen Bahn“
Für eine Verlagerung der Güterströme in Europa kommt es auf die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene an. Er kann seine Vorteile am besten auf langen Strecken und somit im internationalen Verkehr ausspielen. Die bisherigen Regelungen des Eisenbahnwesens, mit nationalen Monopolen und enger Verflechtung von Bahnunternehmen und Staaten, haben bereits die intramodale Wettbewerbsfähigkeit stark eingeschränkt. Das Transportmittel Bahn war in seiner Geschichte immer national geprägt, meist ohne strategische internationale Ausrichtung wie beim Straßen- bzw. Luftverkehr.
Die Herausforderung besteht nunmehr in der Bildung eines europäischen Schienengüterverkehrssystems. Dazu müssten die Strukturen überall in Europa vergleichbar sind. Doch noch stehen dem eine Vielzahl nationaler Eigenheiten und Normen entgegen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit erläutert die Ambivalenz zwischen wirtschaftlichem Wettbewerb und ökologischer Verantwortung im europäischen Güterverkehr.
1. Die Bahn als umweltfreundlicher Verkehrsträger: Dieses Kapitel stellt die ökologischen Vorteile der Schiene dar und skizziert die Minderungsstrategien der Deutschen Bahn AG.
2. Entwicklung im Güterverkehr: Hier wird der historische Rückgang des Schienengüterverkehrsanteils am Gesamtmarkt sowie die gegenläufige Tendenz beim Straßentransport analysiert.
3. Notwendigkeit einer „Europäischen Bahn“: Das Kapitel thematisiert die Hemmnisse der nationalen Prägung der Bahnen und die strategischen Ziele der EU-Kommission zur Liberalisierung.
4. Vergleich der europäischen Bahnen und Umsetzungsstand der Liberalisierung: Ein Vergleich der europäischen Märkte anhand von Indizes zeigt den Fortschritt und die Defizite bei der Marktöffnung auf.
5. Transitland Deutschland: Das Kapitel beleuchtet die spezifische Rolle Deutschlands und die Wirksamkeit politischer Steuerungsinstrumente wie der LKW-Maut.
6. Beispiele für den Ausbau transeuropäischer Verkehrsnetze: Anhand von Unternehmenskooperationen und Bauprojekten wird der Fortschritt bei der internationalen Netzintegration verdeutlicht.
7. Versuch einer Vorhersage zur Entwicklung im Güterverkehr: Die abschließenden Überlegungen bewerten das Potenzial der Bahn, den rückläufigen Trend zu stoppen, und fordern eine fairere Wettbewerbsgleichstellung gegenüber anderen Verkehrsträgern.
Schlüsselwörter
Schienengüterverkehr, Europäische Bahn, Liberalisierung, Modal Split, Nachhaltigkeit, CO2-Emissionen, Gütertransport, transeuropäische Verkehrsnetze, Wettbewerbsfähigkeit, LKW-Maut, Railion, Eisenbahnwesen, intermodaler Wettbewerb, Infrastruktur, Verkehrsverlagerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die gegenwärtige Position der europäischen Bahnen im Güterverkehr und untersucht Ansätze zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem LKW unter ökologischen Aspekten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Umweltbilanz, Marktliberalisierung, politische Steuerungsinstrumente in Deutschland und grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Entwicklung des Güterverkehrs in Europa zu geben und zu prüfen, welche Voraussetzungen für eine „Europäische Bahn“ als echte Alternative zum Straßentransport nötig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Auswerten von Branchenberichten und dem Vergleich europäischer Länder anhand etablierter Liberalisierungsindizes (Lib-Index, COM-Index).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangsbedingungen, die Liberalisierungsstrategien der EU, eine vergleichende Länderbetrachtung, sowie eine detaillierte Prüfung von Verlagerungsinstrumenten und Infrastrukturvorhaben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Liberalisierung, Modal Split, Schienengüterverkehr, transeuropäische Verkehrsnetze und Nachhaltigkeit.
Warum ist die „Rollende Landstraße“ als Instrument besonders hervorzuheben?
Sie ermöglicht den Transport ganzer Sattelzüge auf der Schiene, was die Umweltvorteile der Bahn mit der Flexibilität des LKW-Transports verbindet und administrative Hürden wie Fahrverbote umgeht.
Welchen Einfluss hat die EU-Osterweiterung auf den Güterverkehr laut Arbeit?
Sie hat primär zu einem Anstieg des Straßentransports geführt, da diese Unternehmen den Wettbewerb dominieren und die Verlagerung auf die Schiene kurzfristig erschwert wurde.
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- Christoph Wolf (Author), 2006, Positionierung der europäischen Bahnen im Güterverkehr, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61069