Im November 2005 veröffentlichte die Deutsche Bank eine Studie mit dem Thema „Ausbau von Regionalflughäfen: Fehlallokation von Ressourcen“. Darin wurden verschiedene Probleme im Bereich der Regionalflughäfen herausgestellt. Es wird in der Studie angenommen, dass ein Flughafen erst ab frühestens 500.000 Pax den Break-Even Point erreicht, sprich kostendeckend wirtschaftet. Laut der „dbResearch“ gelingt es allerdings wenigen der 41 deutschen Regionalflughäfen und Verkehrslandeplätze, diese Passagierzahlen abzufertigen. Somit seien Regionalflughäfen in hohem Maße bei Ausbaumaßnahmen, aber auch im laufenden Betrieb stark von Subventionen abhängig. Bei nah zueinander liegenden Flughäfen entstände so einerseits ein regelrechter Subventionswettlauf und andererseits eine starke Kannibalisierungswirkung. Viele der Regionalflughäfen setzen zudem auf einen einzigen Low-Cost-Carrier, wie beispielsweise der Flughafen Weeze auf Ryanair, was zu einer problematischen Abhängigkeit führen kann. Ein weiteres Problem, auf das die Studie eingeht, ist das Kapazitätsproblem von Flughäfen. „Strategische Allianzen“ und der Trend zu großem Fluggerät führen dazu, dass sich besonders der interkontinentale Flugverkehr auf die größten Flughäfen konzentriert, was wiederum zu Kapazitätsengpässen an eben diesen führt. Gleichzeitig entstehen durch immer mehr kleinere Flughäfen Überkapazitäten. Allerdings gelingt es nicht, die Engpässe an den Drehkreuzflughäfen durch vorhandene Kapazitäten von Regionalflughäfen zu entlasten. Weiterhin wird in der Studie angesprochen, dass eine Flughafenpolitik auf Bundesebene dringend erstrebenswert wäre, da laut Meinung der Deutschen Bank die „Kleinstaaterei“ zu unrentablen Bauprojekten, begründet durch Prestigestreben von Regionalpolitikern, führe, und es dadurch zu Verzögerungen bei wichtigeren Ausbauprojekten von Großflughäfen käme. Die Lösung für die entstandenen Effizienzprobleme sieht die Deutsche Bank letztlich in der Privatisierung von Flughäfen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSKLÄRUNGEN
2.1 FLUGHAFENARTEN
2.1.1 FLUGHAFEN
2.1.2 LANDEPLATZ
2.1.3 SEGELFLUGGELÄNDE
2.1.4 REGIONALFLUGHAFEN
2.2 BEZEICHNUNG VON FLUGHÄFEN
2.2.1 IATA CODES
2.2.2 ICAO CODES
2.3 AUFBAU EINES FLUGHAFENS
3 MGL – DER FLUGHAFEN
3.1 ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG
3.2 ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNG
4 MGL – INTERESSENSGRUPPEN
4.1 BEFÜRWORTER
4.2 GEGNER
5 MGL – PROBLEMATIK UND ANALYSE
5.1 FLUGHÄFEN SOLLTEN PRIVATISIERT WERDEN. AUCH MGL?
5.2 WIRD EINE BUNDESEINHEITLICHE FLUGHAFENPOLITIK BENÖTIGT?
5.3 FEHLT MGL DIE KRITISCHE GRÖßE ZUM ERFOLG?
5.4 VERSCHLINGT DER AUSBAU VON MGL SUBVENTIONEN?
5.5 IST DER AUSBAU VON MGL VERKEHRSPOLITISCH ERFORDERLICH?
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht am Beispiel des Flughafens Mönchengladbach (MGL), ob der geplante Ausbau eine Fehlallokation von Ressourcen darstellt oder ob er eine notwendige und wirtschaftlich sinnvolle Entlastung für den Flughafen Düsseldorf bieten kann.
- Wirtschaftliche Analyse der Ausbaubestrebungen des Flughafens Mönchengladbach
- Bewertung der Rolle von Regionalflughäfen im nationalen und regionalen Kontext
- Untersuchung der Privatisierungssituation und Finanzierungsstrukturen
- Analyse der Kooperation zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach
- Vergleich von Befürwortern und Gegnern des geplanten Infrastrukturprojekts
Auszug aus dem Buch
3.1 Entstehung und Entwicklung
Der Entstehungsgeschichte des Flughafens MGL lässt sich am besten in Form einer Tabelle darstellen. Leider gibt es kein Archiv, in dem Aufzeichnungen von Beginn der Betriebsaufnahme des Flughafens bis hin zur heutigen Zeit gesammelt wurden. Aus diesem Grund werden im Folgenden die wichtigsten Rahmenpunkte dargestellt.
Mit einer offiziellen Startbahnlänge von 1.200 m und einer Breite von 30 m können am Flughafen MGL Maschinen folgender Flugzeugtypen, sortiert aufsteigend nach Sitzen, starten und / oder landen, die meisten jedoch mit Einschränkungen hinsichtlich Reichweite oder Sitzkapazitäten: Saab 340 B (33), Dornier 328 (34), ATR 42 (48), Saab 2000, Fokker 50, Dash 8 (je 50), ATR 72 (70) und BAe 146 (bis 100).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung bezüglich Regionalflughäfen anhand der Studie der Deutschen Bank und Einleitung in die spezifische Untersuchung des Flughafens Mönchengladbach.
2 BEGRIFFSKLÄRUNGEN: Erläuterung der für die Arbeit zentralen luftfahrtrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fachbegriffe nach Definition der ADV.
3 MGL – DER FLUGHAFEN: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Standorts Mönchengladbach und Ausblick auf künftige infrastrukturelle Pläne.
4 MGL – INTERESSENSGRUPPEN: Gegenüberstellung der Argumentationen von Befürwortern und den organisierten Gegnern (Bürgerinitiativen) zum geplanten Ausbau.
5 MGL – PROBLEMATIK UND ANALYSE: Detaillierte Prüfung der Privatisierungsfrage, der Notwendigkeit einer bundeseinheitlichen Politik, der kritischen Größe und der verkehrspolitischen Relevanz des Ausbaus.
6 FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung der durchgeführten Modellrechnungen und Analyseergebnisse.
Schlüsselwörter
Flughafen Mönchengladbach, MGL, Regionalflughafen, Flughafenausbau, Infrastruktur, Luftverkehr, Düsseldorf, Privatisierung, Subventionen, Kapazitätsengpass, Kooperation, Startbahn, Luftverkehrspolitik, Verkehrslage, Wirtschaftsstandort
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Problemstellung rund um den Ausbau von Regionalflughäfen, fokussiert auf den Flughafen Mönchengladbach und dessen geplante Startbahnverlängerung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die ökonomische und verkehrspolitische Rechtfertigung von Flughafenausbauten, die Kooperation mit dem Großflughafen Düsseldorf sowie die Finanzierung und Teilprivatisierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob der geplante Ausbau in Mönchengladbach eine Fehlallokation von Ressourcen ist oder eine sinnvolle Entlastungsfunktion erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine qualitative Analyse durchgeführt, die auf Expertenstudien, Daten der ADV, Modellrechnungen zur Passagierentwicklung und Interviews mit der Geschäftsführung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Flughafenarten, der Historie von MGL, den Positionen der Interessensgruppen sowie einer detaillierten Problemanalyse hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Politik.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Regionalflughafen, Kapazitätsengpass, Entlastungsfunktion, Privatisierung und die Kooperation mit dem Flughafen Düsseldorf.
Was ist der Angerland-Vergleich und welche Bedeutung hat er für diese Arbeit?
Der Angerland-Vergleich ist ein historisches Abkommen von 1965, das den Ausbau des Flughafens Düsseldorf einschränkt und damit die Notwendigkeit für einen Entlastungsflughafen wie Mönchengladbach verstärkt.
Wie bewertet die Autorin die Subventionsproblematik bei MGL?
Die Autorin argumentiert, dass seit dem Jahr 2000 keine direkten Subventionen geflossen sind und der Ausbau zu marktgerechten Konditionen finanziert werden könnte.
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- Carolin Peltzer (Author), 2006, Die Problematik von Regionalflughäfen, dargestellt am Beispiel des Flughafens Mönchengladbach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61084