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Zwischen Trieb und Freiheit - Das psychoanalytische Menschenbild des Sigmund Freud

Title: Zwischen Trieb und Freiheit - Das psychoanalytische Menschenbild des Sigmund Freud

Seminar Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Martina Sedlatschek-Dussling (Author)

Philosophy - General Essays, Eras
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Im Laufe der Geschichte stand der Mensch immer wieder staunend vor der Erkenntnis, dass er anscheinend das einzige - zumindest ihm bekannte - Lebewesen auf der Erde ist, das sich selbst die Frage nach dem eigenen ICH stellen kann: Wer bin ich und wer sind die Anderen? So beschäftigte die Spannung zwischen Vernunft und Phantasie, Rationalem und Irrationalem, die Denker seit Generationen mit der Frage: Was ist der Mensch?

Die Anthropologie ist jene Wissenschaft, die versucht, dieser Frage nachzugehen, indem sie ihren Fokus auf den Menschen als Ganzes richtet. Denn „erst die Frage nach dem Menschen als solchem und im Ganzen bringt das Problem des Menschen in Sicht“ (Anzenbacher, 2002, S. 250) und ist damit gerade für die Sozialpädagogik von zentraler Bedeutung. Nur wenn wir für uns klären können, was den Menschen ausmacht und was folglich seine Probleme sind, können wir im Sinne unserer Arbeit versuchen, dem Menschen auch ganzheitlich behilflich zu sein. Welche Elemente umfasst also die Gesamtheit des Menschen? Ist er Körper oder Geist? Oder etwa Beides?

Als „Bürger zweier Welten“ (Anzenbacher, 2002, S.251) ist der Mensch ständig der Gegensätzlichkeit beider Pole ausgesetzt, welche in ihm ein grundsätzliches Leib-Seele- Problem auslösen. Da die Klärung dieser Problematik sowohl zum Verständnis des Menschen als Ganzes, wie auch für sozialpädagogisches Arbeiten, elementar wichtig ist, werde ich diese im ersten Teil der Seminararbeit innerhalb verschiedener Ansätze - gleichzeitig auch als Zusammenfassung der Grundproblematik des Seminars - darstellen.

Im zweiten Teil der Arbeit, widme ich mich einer speziellen Sicht auf den Menschen, für die ich das Menschenbild Sigmund Freuds gewählt habe. Nach einer eigenen Betrachtung seiner „Psychoanalyse“, werde ich abschließend der Frage nachgehen, inwieweit einzelne Elemente daraus für die sozialpädagogische Praxis relevant sein könnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der Grundproblematik des Seminars

2.1. Der Mensch als „animal rationale“

2.2. Zwei Grundansätze philosophischen Denkens: Materialismus und Idealismus

2.3. Der philosophische Standpunkt

2.4. Determinismus und Freiheit

2.5. Das Sittengesetz und die Würde des Menschen

2.6. Das Problem der Interpersonalität und die Folgerungen für die Sozialphilosophie

3. Überleitung

4. Das Menschenbild Sigmund Freuds

4.1. Der psychische Apparat

4.2. Angst und Abwehrmechanismen

4.3. Der Mensch als triebgesteuertes und unbewusstes Wesen

5. Eigene Betrachtung

5.1. Triebsteuerung und Determination als ultimativer Entschuldigungsgrund?

5.2. Wo bleibe „ICH“?

5.3. Macht das Leben Sinn für die „Maschine Mensch“?

6. Schlusswort mit Bezug zur Sozialarbeit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das psychoanalytische Menschenbild Sigmund Freuds in kritischer Auseinandersetzung mit philosophischen Freiheitskonzepten, um dessen Relevanz und Implikationen für die sozialpädagogische Praxis zu bewerten.

  • Gegenüberstellung von philosophischen Freiheitsbegriffen und freudscher Determination.
  • Analyse des psychischen Strukturmodells (Es, Ich, Über-Ich).
  • Kritische Reflexion der Konzepte von Triebsteuerung und Unbewusstem.
  • Diskussion über die moralische Verantwortungsfähigkeit des Menschen.
  • Transfer der psychoanalytischen Theorie in den Kontext der Sozialarbeit.

Auszug aus dem Buch

4.1. Der psychische Apparat

Freud arbeitet mit einem mechanisch konzipierten Strukturmodell, bei dem das Seelenleben die Funktion eines Apparates hat. Dabei unterscheidet er, in diesem psychischen Bild vom Menschen, drei Persönlichkeitsinstanzen, die Erlebens- und Verhaltensweisen eines Individuums erklären: Das ES, das ICH, das ÜBER-ICH.

Die Gesamtheit und Dynamik der Beziehungen zwischen diesen drei Instanzen, macht nach Freud, die Persönlichkeit des Menschen aus. Es handelt es sich hierbei nicht um reale Gegebenheiten, sondern um eine nicht beobachtbare Hilfskonstruktion, zur Erklärung des Menschlichen Erlebens und Verhaltens:

A) Das ES - Instanz der Triebe, der Wünsche und Bedürfnisse: Als ursprünglichstes System der Persönlichkeit, das schon bei der Geburt vorhanden ist, hängt es eng mit dem körperlich- biologischen Bereich zusammen und enthält auch die erblichen Anlagen. Das Es agiert nach dem Lustprinzip: Also Vermeidung von Schmerz und Lustgewinnung. Ein Spannungsniveau muss durch Spannungsentladung beseitigt werden, und der Organismus in einen angenehmen, konstanten und niedrigen Energiezustand zurückgeführt werden. ES kennt keine Vergangenheit und Zukunft, keine Logik, keine Beständigkeit und keine Moral - umfasst aber die dynamischen Urkräfte, aus denen heraus das biologische Leben energetisch gespeist und sichergestellt wird. Damit fungiert das ES als eigentliches Kräftepotential und entspricht einem Teil des Unbewussten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Menschen als „Bürger zweier Welten“ und führt in die anthropologische Fragestellung ein, um die Bedeutung des Themas für die Sozialpädagogik zu begründen.

2. Darstellung der Grundproblematik des Seminars: Dieses Kapitel erörtert philosophische Gegensätze wie Materialismus und Idealismus, das Spannungsfeld von Determinismus und Freiheit sowie das Sittengesetz als Basis menschlicher Würde.

3. Überleitung: Die Überleitung kontrastiert das traditionelle Bild des Menschen als „Herr im eigenen Haus“ mit der freudschen Theorie, die den Menschen als nicht frei handelndes Wesen darstellt.

4. Das Menschenbild Sigmund Freuds: Hier wird das Strukturmodell der Psyche (Es, Ich, Über-Ich) sowie die Bedeutung des Unbewussten und der Abwehrmechanismen detailliert erläutert.

5. Eigene Betrachtung: Die Verfasserin hinterfragt kritisch, ob Freuds deterministischer Blick die menschliche Freiheit und den Sinn des Lebens sowie die Verantwortung des Individuums zu stark reduziert.

6. Schlusswort mit Bezug zur Sozialarbeit: Das Schlusswort reflektiert den Nutzen psychoanalytischer Erkenntnisse für die pädagogische Praxis und betont die Wichtigkeit der Stärkung des Ichs gegenüber Triebkräften.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Sigmund Freud, Menschenbild, Anthropologie, Determinismus, Freiheit, Es, Ich, Über-Ich, Unbewusstes, Triebsteuerung, Sozialarbeit, Sittengesetz, Selbstbestimmung, Autonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das psychoanalytische Menschenbild von Sigmund Freud und stellt es in den Kontext philosophischer Anthropologie, um insbesondere den Konflikt zwischen Triebhaftigkeit und Freiheit zu untersuchen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Seminararbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Auseinandersetzung mit dem Menschenbild, dem freudschen Strukturmodell der Psyche sowie der Frage nach Freiheit, Verantwortung und Sinn in der sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, kritisch zu bewerten, inwieweit Freuds deterministisches Modell des Menschen mit dem Anspruch auf freie, moralisch verantwortliche Selbstbestimmung vereinbar ist und welche Konsequenzen dies für pädagogische Fachkräfte hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die philosophische Positionen (u.a. Kant, Fichte) mit der tiefenpsychologischen Theorie von Freud vergleicht und kritisch reflektiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die philosophischen Grundlagen der Anthropologie, das psychische Strukturmodell nach Freud, die Rolle der Angst und Abwehrmechanismen sowie eine eigene kritische Betrachtung dieser Konzepte.

Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Psychoanalyse, Determinismus, Freiheit, psychischer Apparat und Sozialarbeit geprägt.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Freiheit bei Fichte und Freud?

Während Fichte das denkende Ich als Ursache autonomer Freiheit sieht, postuliert Freud eine starke Determination durch Triebe und das Unbewusste, was den Raum für traditionelle Freiheit einschränkt.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Sittengesetz und Triebsteuerung für Sozialarbeiter eine Rolle?

Sozialarbeiter fungieren oft als Vermittler; das Verständnis psychoanalytischer Triebdynamik hilft ihnen, Klienten besser zu verstehen, ohne dabei deren menschliche Würde und Ziel einer autonomen Selbstbestimmung aus den Augen zu verlieren.

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Details

Title
Zwischen Trieb und Freiheit - Das psychoanalytische Menschenbild des Sigmund Freud
College
Heidenheim University of Cooperative Education
Course
Philosophie
Grade
1,6
Author
Martina Sedlatschek-Dussling (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V61133
ISBN (eBook)
9783638546577
ISBN (Book)
9783638666275
Language
German
Tags
Zwischen Trieb Freiheit Menschenbild Sigmund Freud Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Sedlatschek-Dussling (Author), 2004, Zwischen Trieb und Freiheit - Das psychoanalytische Menschenbild des Sigmund Freud, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61133
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