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Keiretsu: Die japanische Herausforderung

Title: Keiretsu: Die japanische Herausforderung

Seminar Paper , 2006 , 34 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl.-Kfm. Patrick Domagalski (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Summary Excerpt Details

Die japanische Wirtschaft ist geprägt durch netzwerkartige Verflechtungen, die eine lange Tradition besitzen und heute in Form von Keiretsu-Unternehmensgruppen anzutreffen sind. Diese Industriekonglomerate sind in horizontale und vertikale Keiretsu zu unterscheiden und in nahezu allen Wirtschaftssektoren Japans zu finden.

Nach dem Platzen der sogenannten „Bubble-Economy“ Anfang der 90er Jahre und den Einflüssen der Globalisierung auf die japanische Wirtschaft, zeichneten sich Veränderungen in den Strukturen der Keiretsu-Unternehmensgruppen ab, deren Wirtschaftsmacht über Jahrzehnte im Ausland gefürchtet war und zwangen die japanischen Großunternehmen zu umfangreichen Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Dabei zeigen sich zunehmend Aufweichungen in den alten traditionellen Verflechtungen der Industriekonglomerate.

Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit den Erscheinungsformen und der Wettbewerbsfähigkeit der Keiretsu-Unternehmensgruppen. Hierzu wird in Kapitel 2 die geschichtliche Entwicklung der Keiretsu dargestellt und eine genaue Definition der Keiretsu vorgenommen. Des Weiteren wird in Kapitel 3 der Dualismus der japanischen Wirtschaft erläutert, der das Verhältnis zwischen mittelständischen Betrieben und Großunternehmen prägt. Das Kapitel 4 stellt die Organisation, Koordination und Kooperation in horizontalen Keiretsu-Unternehmensgruppen in den Mittelpunkt und verdeutlicht Gründe für die Zugehörigkeit zu einer horizontalen Keiretsu-Unternehmensgruppe. Im darauf folgenden Kapitel 5 wird die Toyota Motor Corporation explizit beleuchtet, die als ein Beispiel für die Organisation, Koordination und Kooperation einer vertikalen Keiretsu-Unternehmensgruppe dienen soll. Abschließend werden in Kapitel 6 das Wettbewerbsverhalten und die Zukunft der Keiretsu-Unternehmensgruppen erörtert. Hierzu werden die Ursachen des nationalen Wettbewerbs und die Auswirkungen auf die Großkonzerne dargelegt. Ferner werden die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Keiretsu-Unternehmensgruppen näher betrachtet sowie Marktchancen für ausländische Unternehmen aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichtliche Entwicklung der Keiretsu

2.1 Die Zaibatsu

2.1.1 Definition und Bedeutung der Zaibatsu

2.1.2 Struktur der Zaibatsu

2.1.3 Auflösung der Zaibatsu und Herausbildung der Keiretsu

2.2 Die Keiretsu

2.2.1 Definition der Keiretsu

2.2.2 Horizontale Keiretsu

2.2.3 Vertikale Keiretsu

2.2.4 Keiretsu Business Groups (KBG)

3 Dualismus der japanischen Wirtschaft

3.1 Definition der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

3.2 Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen

4 Horizontale Keiretsu-Unternehmensgruppe

4.1 Organisation und Koordination in horizontalen Keiretsu

4.1.1 Die Mitsubishi-Gruppe

4.2 Kooperation in horizontalen Keiretsu

4.2.1 Die Gruppenprofile von Mitsui, Mitsubishi, Sumitomo Fuyô, DKB und Sanwa

4.2.2 Netzwerkverflechtungen

4.2.2.1 Geschäftliche Netzwerkverflechtungen

4.2.2.2 Netzwerkverflechtungen durch „Cross-Shareholding“

4.2.2.3 Personelle Netzwerkverflechtungen

4.2.3 Gründe für die Zugehörigkeit zu einer horizontalen Keiretsu-Unternehmensgruppe

5 Vertikale Keiretsu-Unternehmensgruppen

5.1 Fallbeispiel: Toyota Motor Corporation

5.1.1 Organisation der Toyota-Gruppe

5.1.2 Kooperation in der Toyota-Gruppe

5.1.3 Koordination der Toyota-Gruppe

5.2 Gründe für die Zugehörigkeit zu einer vertikalen Keiretsu-Unternehmensgruppe

6 Wettbewerbsverhalten und Zukunft der Keiretsu-Unternehmensgruppen

6.1 Nationaler Wettbewerb

6.2 Internationaler Wettbewerb und Folgen für die Keiretsu-Unternehmensgruppe

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Erscheinungsformen, Organisationsstrukturen sowie die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Keiretsu-Unternehmensgruppen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie diese Industriekonglomerate auf globale wirtschaftliche Veränderungen und den internen Anpassungsdruck reagieren.

  • Historische Entwicklung von Zaibatsu hin zu Keiretsu
  • Unterscheidung zwischen horizontalen und vertikalen Unternehmensgruppen
  • Rolle der KMU im dualistischen Wirtschaftssystem Japans
  • Fallstudie zur Organisation und Koordination der Toyota-Gruppe
  • Auswirkungen von Globalisierung und Bankenfusionen auf das traditionelle Netzwerkmodell

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Horizontale Keiretsu

Als horizontale Keiretsu („Kigyô Shudan“) werden Unternehmensgruppen bezeichnet, die sich um eine Großbank und in der Regel um ein Generalhandelshaus formiert haben. In diesen Konglomeraten sind Firmen aus vielen unterschiedlichen Branchen zu finden. Der innere Kreis der horizontalen Keiretsu besteht aus ca. 20 Großunternehmen, sowie zum äußeren Kreis zwischen 100 und 200 Firmen gehören, die wiederum an über 1000 Firmen beteiligt sind.

Die bekanntesten und größten horizontalen Gruppen sind Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo, die ihre Wurzeln in den Zaibatsu der Vorkriegszeit haben. Des Weiteren sind die Gruppen Fuyo, Dai-Ichi-Kangyo (DKG) und Sanwa als große horizontale Keiretsu einzustufen, die jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstanden sind und eine Bank als Zentrum besitzen. Diese sechs genannten Gruppen werden auch „Big Six“ genannt. Ferner sind die Gruppen Tokai und Industrial Bank of Japan (IBJ) als horizontale Keiretsu von mittlerer Größe zu kategorisieren.

Zudem pflegen die Gruppenmitglieder intensive Kontakte miteinander und sind durch Kapitalverflechtungen („Cross-Shareholding“) sowie durch enge Personalverflechtungen verbunden. Insbesondere die persönlichen Beziehungen, die in den Präsidenten-Clubs zum Ausdruck kommen, sind von besonderer Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz von Industriekonglomeraten für die japanische Wirtschaft und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.

2 Geschichtliche Entwicklung der Keiretsu: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel von den durch Familien dominierten Zaibatsu hin zu den modernen Keiretsu-Strukturen.

3 Dualismus der japanischen Wirtschaft: Der Fokus liegt auf der quantitativen Abgrenzung und der funktionalen Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen innerhalb des japanischen Industriegefüges.

4 Horizontale Keiretsu-Unternehmensgruppe: Hier wird die Organisation und Koordination der sogenannten „Big Six“ analysiert, wobei Netzwerkeffekte und Kapitalverflechtungen im Mittelpunkt stehen.

5 Vertikale Keiretsu-Unternehmensgruppen: Anhand des Fallbeispiels der Toyota Motor Corporation wird die hierarchische Steuerung in vertikalen Zuliefererpyramiden detailliert aufgezeigt.

6 Wettbewerbsverhalten und Zukunft der Keiretsu-Unternehmensgruppen: Es werden die Auswirkungen des nationalen und internationalen Wettbewerbsdrucks sowie die Folgen für die traditionelle Gruppenstruktur untersucht.

7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Auflösungstendenzen der traditionellen Keiretsu-Strukturen zusammen und gibt einen Ausblick auf die steigende Bedeutung globaler Marktmechanismen.

Schlüsselwörter

Keiretsu, Zaibatsu, Japanische Wirtschaft, Industriekonglomerate, Toyota-Gruppe, Cross-Shareholding, Netzwerkeffekte, Dualismus, KMU, Zulieferer, Globalisierung, Bankenfusionen, Wettbewerbsfähigkeit, Unternehmensführung, Big Six.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Struktur, die Organisationsformen und das Wettbewerbsverhalten japanischer Industriekonglomerate, bekannt als Keiretsu.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung umfasst die historische Herkunft (Zaibatsu), die Unterscheidung zwischen horizontalen und vertikalen Netzwerken, den Dualismus zwischen Großkonzernen und KMU sowie die Auswirkungen der Globalisierung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die interne Organisation, die Kooperationsmechanismen der Keiretsu-Gruppen und deren Anpassung an den internationalen Wettbewerbsdruck darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse sowie der expliziten Untersuchung von Fallbeispielen wie der Mitsubishi-Gruppe und der Toyota Motor Corporation.

Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?

Im Hauptteil stehen die horizontale Organisation der „Big Six“ mit ihren Netzwerkverflechtungen sowie die vertikale Zuliefererstruktur der Toyota-Gruppe im Fokus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Keiretsu, Cross-Shareholding, Zuliefererpyramiden, Wirtschaftsdualismus und die Anpassungsstrategien gegenüber globalen Marktveränderungen.

Welche Rolle spielen die Präsidenten-Clubs innerhalb einer horizontalen Keiretsu?

Sie dienen primär dem Informationsaustausch und der informellen Abstimmung der Gruppenstrategie, um Interessen außerhalb der Keiretsu effektiv wahrzunehmen.

Warum verliert das traditionelle Keiretsu-Modell in der modernen japanischen Wirtschaft an Bedeutung?

Aufgrund von Globalisierungsdruck, Kosteneffizienzzwängen und Bankenfusionen weichen starre Verflechtungen auf, da zunehmend marktorientierte Entscheidungen an Bedeutung gewinnen.

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Details

Title
Keiretsu: Die japanische Herausforderung
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,7
Author
Dipl.-Kfm. Patrick Domagalski (Author)
Publication Year
2006
Pages
34
Catalog Number
V61152
ISBN (eBook)
9783638546690
ISBN (Book)
9783638667869
Language
German
Tags
Keiretsu Japan Konglomerate Japanische Industrie Entwicklung horizontale Keiretsu vertikale Keiretsu Industriekonglomerate Sumitomo Mitsubishi Toyota Mazda Nissan Fallbeispiele heute Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Kfm. Patrick Domagalski (Author), 2006, Keiretsu: Die japanische Herausforderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61152
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