Diese Arbeit handelt von Musik und ihrer Wirkung auf uns.
Musik gehört in unserer Kultur zum Alltag. Sie umgibt uns von morgens bis abends, erwünscht oder unerwünscht, bewusst oder unbewusst, im Vordergrund oder als akustischer Hintergrund.
Jeder weiß, oder hat es zumindest schon einmal gehört, dass Musik uns beeinflussen kann und teilweise auch soll. Doch Genaueres wissen die Wenigsten und zu diesen gehörte einst auch ich. Allerdings hatte ich bereits zu meiner Schulzeit die Gelegenheit, in meiner Seminarfacharbeit darzustellen, inwieweit uns Musik im Fühlen, Denken und Handeln beeinflussen kann. Dieses Wissen konnte ich in einem Referat zum Thema Musikrezeption während des Studiums weiter ausbauen. In beiden Arbeiten fiel mir auf, wie wenig wissenschaftliche Literatur es zu diesem Thema gibt. Viele Bücher handeln von Musikästhetik, Musikgeschichte und Phänomene im Zusammenhang mit Musik. Doch nur sehr wenige Autoren beziehen sich hierbei auf tatsächliche Untersuchungen.
Diese Lücke gab mir den Anreiz zu dieser Studienarbeit. Denn nur solche wissenschaftlichen Studien beweisen letztlich die umstrittene Wirkung von Musik. Deswegen sollen sie in dieser Arbeit zusammengefasst werden.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten, tatsächliche Untersuchungen zu finden, die von wissenschaftlichem Wert sind, stellte ich dann langsam fest, dass es sehr viele unterschiedliche Studien gibt. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu überschreiten, beziehe ich mich ausschließlich auf bisher veröffentlichte Untersuchungen, die die Wirkung von Musik auf unseren Organismus thematisieren. Andere Experimente und Studien über Hintergrundmusik (Kaufhäuser, Auto, Warteräume etc.), Werbung oder Politik, die ich sehr interessant finde, müssen aus diesem Grund entfallen.
Um den Leser zunächst mit der Materie vertraut zu machen, beginne ich mit der Definition von Musik, ihrer physikalischen Entstehung und wie wir Musik wahrnehmen. Danach werde ich beschreiben, wie und wann Musik täglich auf uns wirkt.
Schließlich gebe ich im fünften Kapitel einen kurzen historischen Überblick über die Erforschung von Musikwirkung bevor ich beginne, sämtliche Studien, Experimente und Untersuchungen aufzulisten, die ab dem frühen 19. Jahrhundert die Wirkung von Musik nachweisen. Zum Abschluss werde ich drei Experimente aussuchen um aufzuzeigen, wie diese angeordnet sind und welcher Hilfsmittel es dabei bedarf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff der Musik
2.1 Definition von Musik
2.2 Entstehung von Musik
3. Wahrnehmung von Musik
3.1 Das Hör- und Gleichgewichtsorgan
3.2 Aufbau des Ohres
3.2.1 Das äußere Ohr
3.2.2 Das Mittelohr
3.2.3 Das Innenohr
3.3 Die Hörfunktion
4. Wirkung von Musik im täglichen Leben
4.1 Wirkung auf den Organismus
4.2 Musik und Emotionen
4.3 Einsatz von Musik
5. Untersuchungen
5.1 1000 v.u.Z. bis zum 19. Jahrhundert
5.2 Frühes 19. Jahrhundert bis heute
5.3 Darstellung ausgewählter Studien
5.3.1 Untersuchung von G. und H. Harrer 1974
5.3.2 Studie von Spintge und Droh 1975
5.3.3 Experiment von Gerassimowitsch/ Sidorenko/ Kuptschina/ Teterkina/ Korotkow 2001
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die oft umstrittene Wirkung von Musik durch eine systematische Zusammenfassung wissenschaftlicher Studien und Experimente nachzuweisen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie Musik physiologisch und psychologisch auf den menschlichen Organismus wirkt.
- Definition und physikalische Grundlagen der Musik
- Anatomie und Funktionsweise des menschlichen Gehörs
- Physiologische Auswirkungen von Musik auf den Körper (Puls, Blutdruck, Stress)
- Psychologische Aspekte und der Zusammenhang zwischen Musik und Emotionen
- Historische und moderne wissenschaftliche Untersuchungen zur Musikwirkung
Auszug aus dem Buch
5.3.1 Untersuchung von G. und H. Harrer 1974
Anliegen: körperliche Auswirkungen, Organsprache bei Musikrezeption.
Für diese Untersuchung wurde eine Stichprobe von 30 Personen ausgesucht. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Studenten, Ärzte und Schwestern. Diesen Personen werden über Kopfhörer neun verschiedene an- und abschwellende Trommelwirbel von gleicher Dauer geboten. Nach jedem Trommelwirbel folgt eine Pause von zwei Minuten um die Ausgangslage wieder herzustellen. Um die These zu entkräftigen, dass der gesteigerte Puls lediglich eine Folge der veränderten Atemaktivität sei und nicht auf den akustischen Reiz zurück zu führen ist, wird der letzte Trommelwirbel mit und ohne Aufforderung zur gesteigerten Atmung vorgespielt.
Durch einen sechskanaligen Kompensationsschreiber erfolgt die polygraphische Kurvenaufzeichnung.
Über eine Fotozelle am Fingerende kann nicht nur die Pulsfrequenz und deren Veränderungen, sondern auch Unregelmäßigkeiten der Herzfrequenz und Extrasystolen (als Hinweis auf psychische Veränderungen) erfasst und in einer integrierten Pulskurve ausgeschrieben werden.
Die Atmung, der Atemtyp und der Atemcharakter werden mit Hilfe einer luftgefüllten, um den Oberkörper gelegten Plastikmanschette, deren Druck sich durch die Atmung verändert, abgenommen, in elektrische Pulse umgewandelt, verstärkt und aufgezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für diese Studienarbeit dar, die darin besteht, eine Lücke in der wissenschaftlichen Literatur zur belegbaren Wirkung von Musik zu schließen.
2. Der Begriff der Musik: Dieses Kapitel definiert Musik aus verschiedenen fachlichen Perspektiven und erläutert ihre physikalische Entstehung als Schallschwingungen.
3. Wahrnehmung von Musik: Hier wird der biologische Apparat des Hörens, vom Außenohr bis zur Hirnrinde, detailliert beschrieben und die Hörfunktion erläutert.
4. Wirkung von Musik im täglichen Leben: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Musik täglich unbewusst und bewusst auf unseren Organismus, unsere Emotionen und unser Verhalten einwirkt.
5. Untersuchungen: Ein umfassender historischer Abriss der Forschung von der Antike bis in die moderne Zeit, ergänzt durch die detaillierte Darstellung dreier spezifischer wissenschaftlicher Experimente.
6. Resümee: Die Autorin fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung von Musik als therapeutisches Hilfsmittel, weist aber auf die Begrenzung des Rahmens der Studienarbeit hin.
Schlüsselwörter
Musikwirkung, Musiktherapie, Musikpsychologie, Physiologie, Gehör, Trommelwirbel, Pulsfrequenz, Emotionen, Stresshormone, Anxiolytische Musik, Resonanztherapie, Medizin, Experimente, Hirnhemisphären, Forschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Wirkung von Musik auf den Menschen, insbesondere auf den Organismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die physikalischen Grundlagen, die biologische Wahrnehmung sowie die psychologischen und physiologischen Auswirkungen von Musik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die umstrittene Wirkung von Musik durch die Zusammenfassung von nachgewiesenen wissenschaftlichen Studien zu beweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Studienanalyse, bei der sie verschiedene Experimente und deren Ergebnisse zusammenstellt und bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Musik, ihre biologische Wahrnehmung, ihre tägliche Wirkung sowie eine ausführliche historische und aktuelle Darstellung experimenteller Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Musikwirkung, Musikpsychologie, Physiologie, Musiktherapie und experimentelle Forschung.
Was zeigte das Experiment von Gerassimowitsch et al. (2001)?
Das Experiment belegte, dass Frauen, die nach einer gynäkologischen Operation gezielt Musik zur Therapie hörten, eine deutlich höhere Rate an psychischer Normalisierung und Stimmungsverbesserung zeigten als die Kontrollgruppe.
Welche Bedeutung haben die "Trommelwirbel-Experimente" bei Harrer (1974)?
Diese Untersuchungen dienten dazu, die objektiv messbaren Auswirkungen von akustischen Reizen auf Puls und Atmung bei verschiedenen Probandengruppen zu dokumentieren.
- Quote paper
- Juliane Kästner (Author), 2005, Die Wirkung von Musik auf den menschlichen Organismus. Eine Bestandsaufnahme der bisherigen wissenschaftlichen Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61157