Mit Innovationen wird der erstmalige wirtschaftliche Einsatz bzw. die erste wirtschaftliche Anwendung von Inventionen zur Erreichung von Unternehmenszielen verstanden. In diesem Fachbuch wird die Innovationsdiffusion, also die Gesamtheit der individuellen Adaptionshandlungen, mit den Schwerpunkten „zunehmende Anwendungserträge“ und "Lock-In“ dargestellt und an praxisbezogenen Beispielen, sowie an dem Modell von Brian W. Arthur verdeutlicht. Das vorliegende Fachbuch eignet sich sowohl für Praktiker als auch Wissenschaftler, die im Fachgebiet Innovationsmanagment der Volkswirtschaftslehre tätig sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Innovationsdiffusion bei zunehmenden Anwendungserträgen bzw. positiver Rückkopplung
2.1 Von der industriellen Wirtschaft zur Informationsgesellschaft
2.2 Reale und virtuelle Netzwerke
2.3 positive Rückkopplung
2.3.1 Voraussetzungen / Gründe
2.3.1.1 Netzwerk-Externalitäten
2.3.1.2 nachfrageseitige Kostendegression
2.3.1.3 Technological interrelatedness
2.3.1.4 Informational increasing returns
2.3.1.5 Learning by using
2.3.1.6 kollektive Umstellungskosten
2.4 Modell Brian Arthur „ konkurrierende Techniken bei zunehmenden Anwendungserträgen
2.5 Positive Rückkopplung entfachen durch
2.5.1 Leistungskapazität vs. Kompatibilität - Revolution vs. Evolution
2.5.2 Offenheit vs. Kontrolle
2.6 Spezifische Netzwerkstrategien
2.6.1 vielschichtige Leistung
2.6.2 kontrollierte Migration
2.6.3 offene Migration
2.6.4 Diskontinuität
3. Lock – In als Unternehmensstrategie auf Märkten mit positiver Rückkopplung
3.1 Definition Lock – In
3.2 Lock – In auf individueller Ebene
3.3 Kollektiver Lock-In
3.4 Klassifizierung von Lock – In
3.5 Lock – In Zyklus
3.6 Lock – In managen
3.6.1 aus der Sicht des Käufers
3.6.2 aus der Sicht des Anbieters
3.7 Beispiele aus der Praxis
4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Mechanismen der Innovationsdiffusion unter den Bedingungen zunehmender Anwendungserträge und positiver Rückkopplung. Ziel ist es, zu analysieren, wie in Netzwerkmärkten Pfadabhängigkeiten entstehen und wie Unternehmen Strategien zur Erzielung von Marktdominanz sowie zur Bewältigung von Lock-in-Effekten einsetzen.
- Grundlagen der Innovationsdiffusion und Netzwerkeffekte
- Positive Rückkopplungsprozesse und ihre ökonomischen Ursachen
- Analyse des Modells von Brian W. Arthur zu konkurrierenden Techniken
- Netzwerkstrategien für Unternehmen (Evolution vs. Revolution, Offenheit vs. Kontrolle)
- Management von Lock-in-Situationen aus Käufer- und Anbieterperspektive
Auszug aus dem Buch
2.3.1.6 Kollektive Umstellungskosten
Die Herausforderung für Unternehmen, die versuchen eine neue und inkompatible Technologie einzuführen, liegt darin eine bestimmte Netzwerkgröße zu erreichen. Dazu müssen sie die kollektiven Umstellungskosten, d.h. die kombinierten Umstellungskosten aller Anwender überwinden. Diese haben Ihre Ursache oft in langlebigen Vermögenswerten, wie Hardware und Software oder Informationssysteme und die Schulung zu deren Nutzung. Kollektive Umstellungskosten sind in vielen Informationsbranchen die stärkste Einzelkomponente, die für einen Rechtebesitzer arbeitet. Sie verlaufen nicht linear, so ist die Überzeugung von zehn Personen zum Wechsel in ein inkompatibles Netzwerk mehr als zehnmal schwieriger, als einen einzelnen Kunden dazu zu bewegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert Innovationsdiffusion und benennt die Schwerpunkte "zunehmende Anwendungserträge" und "Lock-in" als zentrale Untersuchungsgegenstände.
2. Innovationsdiffusion bei zunehmenden Anwendungserträgen bzw. positiver Rückkopplung: Dieses Kapitel erläutert den Übergang zur Informationsgesellschaft und definiert positive Rückkopplung als ökonomisches Phänomen sowie deren Ursachen und die Auswirkungen auf den Wettbewerb.
3. Lock – In als Unternehmensstrategie auf Märkten mit positiver Rückkopplung: Hier wird das Konzept des Lock-in analysiert, in verschiedene Arten klassifiziert und Strategien zu dessen Management für Käufer und Anbieter erörtert.
4. Ausblick: Das Kapitel rundet die Arbeit ab, indem es die gewonnenen Erkenntnisse kurz in einen zukunftsweisenden Kontext setzt.
Schlüsselwörter
Innovationsdiffusion, Anwendungserträge, positive Rückkopplung, Netzwerkeffekte, Pfadabhängigkeit, Lock-in, Netzwerkwirtschaft, Informationsgesellschaft, Standardisierung, Umstellungskosten, Kostendegression, Marktdominanz, Innovationsstrategie, Kundenträgheit, Wettbewerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die wirtschaftlichen Prozesse der Innovationsverbreitung in Märkten, die durch positive Rückkopplung und zunehmende Erträge charakterisiert sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Entstehung von Marktdominanz durch Netzwerkeffekte, die Rolle von kollektiven Umstellungskosten und die strategische Nutzung von Lock-in-Effekten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Durchdringung der Innovationsdiffusion und die Veranschaulichung, wie Märkte durch positive Rückkopplungsprozesse zu Monopoltendenzen neigen.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf das Modell von Brian W. Arthur zu konkurrierenden Techniken sowie verschiedene Ansätze zur Netzwerkstrategie von Shapiro und Varian.
Was sind die Hauptinhalte des dritten Kapitels?
Im dritten Kapitel liegt der Fokus auf der Definition von Lock-in, der Klassifizierung der Bindungsarten und dem Management von Kundenbeziehungen in geschlossenen Systemen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Pfadabhängigkeit, kritische Masse, technische Interdependenz und Netzwerkkontrolle geprägt.
Wie definieren Sie eine "Revolutionsstrategie" im Gegensatz zur "Evolutionsstrategie"?
Eine Revolutionsstrategie ignoriert bisherige Technologien und bringt das bestmögliche Produkt, während die Evolutionsstrategie die Kompatibilität zur Vorgängertechnologie priorisiert.
Warum ist die Reihenfolge der Nutzer bei neuen Technologien so entscheidend?
Aufgrund der Pfadabhängigkeit kann eine zufällige frühe Nutzerentscheidung den gesamten Markt auf einen technologischen Pfad festlegen, was als "Lock-in" bezeichnet wird.
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- Dipl.-Kaufmann techn. Oliver Florian Friede (Autor), 2002, Innovationsdiffusion: Zunehmende Anwendungserträge und Lock-In, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6118