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Die Politik des ostfraenkisch-deutschen Königs Otto I. d. Großen und die Reichskirche, der Klerus als abhängiger Beamtenapparat des Königs?

Title: Die Politik des ostfraenkisch-deutschen Königs Otto I. d. Großen und die Reichskirche, der Klerus als abhängiger Beamtenapparat des Königs?

Seminar Paper , 2001 , 41 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Björn Böhling (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Diese schriftliche Hausarbeit befasst sich mit der ottonischen Herrschft im ostfränkisch-deutschen Reich des 10. Jahrhunderts n.Chr. Im Mittelpunkt steht der deutsche König Otto I. d. Große und seine Politik mit der Reichskirche. Untersucht werden Intentionen und Bedingungen dieser Politik. Leitfragen sind, welches Verhältnis zwischen König und Kirche bestand, wie er mit ihr oder auch gegen sie handelte. War die Reichskirche einfach der verlän-
gerte Arm der Königsgewalt, gab es keine Eigenständigkeit, und was wollte der Monarch überhaupt erreichen?
Die Behandlung dieser Fragen bezieht sich fast ausschließlich auf die Regierungszeit Ottos I. als König des Reiches von 936 bis 973. Obwohl sich die ottonisch-salische Reichskirche auch noch unter den folgenden Monarchen entwickelte, soll der Blick auf dem Beginn dieser Entwicklung unter Otto I. liegen, der zwar nicht als Erfinder angesehen werden kann, der sie
aber als erster systematisch für sich nutzte. Aus dem Grund wird auch auf die Kaiserzeit Ottos I. nicht eingegangen. Ebenfalls kann in diesem Rahmen nur die deutsche Reichskirche Beachtung finden und bis auf wenige Abschnitte entfällt ein Vergleich mit den europäischen Nachbarkirchen aus thematischen Gründen.
Timothy Reuter und Rudolf Schieffer leiten mit ihren Aufsätzen die für diese Hausarbeit wichtige Kontroverse ein, die sich anhand der oben angeführten Leitfragen ergibt und die hier nachgezeichnet werden soll. Kurz gesagt, geht es hierbei um die Frage, ob die Gegengewichtsthese, nach der Otto die Kirche als Machtmittel gegen den weltlichen Adel installiert hat, zutrifft oder nicht.
Als Einführung in das Thema wird in den ersten Kapiteln ein historischer Ablauf gegeben, der den Übergang vom Karolinger Reich zum ostfränkisch-deutschen Reich darstellt und schon auf die dabei entstehenden Schwierigkeiten hinweist. Im Folgenden steht Otto I. im Mittelpunkt, seine Politik dem weltlichen Adel und auch der Reichskirche gegenüber. Die Kapitel 3.3. und 4 leiten die Diskussion der Kontroverse um die Leitfragen ein und stellen sie
dar. Diese Abschnitte bilden den Kern dieser Hausarbeit, deren Ergebnisse dann in Kapitel 5 abschließend beurteilt werden. Zur Unterstützung der Darstellung und Orientierung befinden sich im Anhang historische Karten sowie unter 7. eine Zeitleiste über die behandelte Epoche.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

2.1. Das Ende des Reiches der Karolinger und die Gründung neuer Königreiche im 9. Jh.

2.2. Die Bildung von Stammesherzogtümern

3. Die Herrschaft Ottos I. und die Reichsverfassung

3.1. Die Familienpolitik und der Liudolfaufstand

3.2. Bedeutung und Begriff der Reichskirche

3.3. Der Ausbau der Reichskirche

3.3.1. Die Ausstattung mit Reichsgütern und Hoheitsrechten durch Otto I. und das Servitium regis von Bistümern und Abteien (I)

3.3.2. Bischöfe, Bischofswahlen und die Hofkapelle (I)

3.3.3. Expansion und Christianisierung im Osten

3.3.4. Zusammenfassung und Ausblick

4. Kontroverse um die Gegengewichtsthese

4.1. Die Ausstattung mit Reichsgütern und Hoheitsrechten durch Otto I. und das Servitium regis von Bistümern und Abteien (II)

4.2. Bischöfe, Bischofswahlen und die Hofkapelle (II)

5. Abschließende Beurteilung

6. Anhang

7. Zeitleiste

8. Quellen

9. Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die ottonische Herrschaft im 10. Jahrhundert mit Fokus auf König Otto I. und dessen politisches Verhältnis zur Reichskirche. Das primäre Ziel ist die kritische Prüfung der sogenannten "Gegengewichtsthese", welche besagt, dass Otto I. die Kirche systematisch als Machtinstrument gegen den weltlichen Adel installiert habe, um eine stabilere Zentralgewalt zu etablieren.

  • Historische Voraussetzungen: Übergang vom Karolingerreich zum ostfränkisch-deutschen Reich.
  • Die Instrumentalisierung der Reichskirche durch Vergabe von Reichsgütern und Hoheitsrechten.
  • Die Rolle der königlichen Hofkapelle als Ausbildungsinstitution für künftige Reichsbischöfe.
  • Wissenschaftliche Kontroverse um die Funktion der Reichskirche als politisches Gegengewicht zum Adel.
  • Die sakrale Bedeutung des Episkopats für die Herrschaftslegitimation.

Auszug aus dem Buch

3.2. Bedeutung und Begriff der Reichskirche

Bevor wir uns nun der Politik gegenüber der Reichskirche zuwenden, ist es unerlässlich, zuerst den Begriff zu deuten und zu fragen, welche Institutionen und Gebiete die ottonische Reichskirche im frühen Mittelalter überhaupt umfasste.50

Die Synonyme National- oder Staatskirche treffen hier nicht genau zu und sind nicht durch die Quellen belegt. Zwar wird von ecclesia regni, imperii oder imperialis gesprochen, doch in erster Linie besteht eine Reichskirche dann, wenn sie in das Recht des Reiches (in ius regni) aufgenommen ist.51 Hier sind nur die Kirchen gemeint, die groß, bedeutend und reich genug waren, aufgenommen zu werden. Andere Kirchen, obwohl sie sich im Herrschaftsbereich des Königs befanden, gehörten nicht dazu. Reichskirchen waren also nur omnes ecclesiae Romani imperii. Eine Nationalkirche wäre lediglich der Verbund aller Kirchen. Natürlich gab es auch Verbindungen der übrigen, kleineren Kirchen zu den Reichskirchen, weil oft Abhängigkeiten existierten. Aber deshalb gehörten sie noch nicht zur ottonisch-salischen Reichskirche.

Das bisher Gesagte gilt so auch schon für die Zeit vor Otto I. und ist im Kern auch nicht auf das ostfränkisch-deutsche Reich beschränkt, sondern kann in allen fränkischen Nachfolgestaaten, allerdings nur in ähnlicher Weise, gefunden werden.52 Die Tatsache aber, dass es nur in Deutschland zu einer Deckung von Kirche und Reich kam, da alle Bistümer rechtlich mit dem Reich verbunden waren, machte die Sonderstellung aus, die durch Otto I. noch mit Hilfe seines Bruders Brun ausgebaut wurde.53

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Untersuchungsgegenstands zur ottonischen Herrschaft unter Otto I. sowie Skizzierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Beziehung zwischen Königtum und Reichskirche.

2. Vorgeschichte: Analyse des Zerfalls des Karolingerreiches und der Entstehung von Stammesherzogtümern als Ausgangslage für die sächsische Herrschaft.

3. Die Herrschaft Ottos I. und die Reichsverfassung: Untersuchung der Neuordnung des Reiches, der Familienpolitik und des systematischen Ausbaus der Reichskirche als tragendem Pfeiler der Herrschaft.

4. Kontroverse um die Gegengewichtsthese: Auseinandersetzung mit der historiographischen Debatte, ob die Reichskirche lediglich ein planvolles Instrument des Königs war oder komplexeren Dynamiken unterlag.

5. Abschließende Beurteilung: Zusammenfassende Bewertung, die die Gegengewichtsthese in ihrer absoluten Form infrage stellt und die Kirche als integrierten Teil der Reichsgesellschaft hervorhebt.

Schlüsselwörter

Otto I., Reichskirche, Ottonen, Servitium regis, Hofkapelle, Gegengewichtsthese, Stammesherzogtümer, Episkopat, Reichsverfassung, Mittelalter, Geschichtswissenschaft, Herrschaftslegitimation, Reichspolitik, Karolinger, Liudolfaufstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Politik von König Otto I. gegenüber der Reichskirche und hinterfragt, ob die Kirche als „Beamtenapparat“ oder als bewusstes Machtinstrument gegen den widerständigen Adel eingesetzt wurde.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Vergabe von Hoheitsrechten an Kleriker, die Rolle der Hofkapelle als personelle Basis des Episkopats und die historische Einordnung der sogenannten Gegengewichtsthese.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob die Reichskirche tatsächlich als verlängerter Arm der Königsgewalt fungierte, um die Herrschaft des Königs gegenüber den Stammesherzogtümern zu sichern und abzusichern.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Der Autor führt eine literatur- und quellenbasierte Analyse durch, indem er zentrale Thesen der mediävistischen Forschung (z.B. Reuter, Schieffer, Fleckenstein) diskutiert und diese anhand des historischen Kontextes kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung zur Entstehung des ostfränkisch-deutschen Reiches, eine detaillierte Erläuterung der ottonischen Kirchenpolitik sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den Gegenthesen der modernen Forschung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reichskirche, Servitium regis, ottonische Herrschaft, Hofkapelle, Episkopat und das Spannungsfeld zwischen Adel und Königtum beschreiben.

Warum wird die „Gegengewichtsthese“ in der Arbeit hinterfragt?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die These einer systematischen Instrumentalisierung zu kurz greift, da die Reichskirche kein homogenes Gebilde war und die Bischöfe weiterhin in adlige Familienstrukturen eingebunden blieben.

Welche Bedeutung kommt der Hofkapelle nach den Forschungsergebnissen zu?

Obwohl die Hofkapelle als wichtige „Pflanzstätte“ für den Episkopat gilt, wird betont, dass sie keineswegs ein absolut kontrolliertes Ausbildungszentrum für gehorsame Helfer war, sondern eher eine formelle Selektion bestehender adliger Machtansprüche darstellte.

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Details

Title
Die Politik des ostfraenkisch-deutschen Königs Otto I. d. Großen und die Reichskirche, der Klerus als abhängiger Beamtenapparat des Königs?
College
University of Hamburg  (Historisches Seminar)
Course
Proseminar Mittelalter
Grade
1-
Author
Björn Böhling (Author)
Publication Year
2001
Pages
41
Catalog Number
V61201
ISBN (eBook)
9783638547055
ISBN (Book)
9783638688635
Language
German
Tags
Politik Königs Otto Großen Reichskirche Klerus Beamtenapparat Königs Proseminar Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn Böhling (Author), 2001, Die Politik des ostfraenkisch-deutschen Königs Otto I. d. Großen und die Reichskirche, der Klerus als abhängiger Beamtenapparat des Königs?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61201
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