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Die Alleinherrschaft des Gaius Iulius Caesar - und die Königsfrage, Rex-Titel und Diadem für den Diktator?

Title: Die Alleinherrschaft des Gaius Iulius Caesar - und die Königsfrage, Rex-Titel und Diadem für den Diktator?

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 37 Pages , Grade: 1

Autor:in: Björn Böhling (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit befasst sich mit der Frage inwieweit Caesar seine diktatorische Herrschaft in eine monarchische umzuwandeln gedachte, welche konkreten Beweise für eine daraus entstandene Thesen zu finden sind und schließlich ob
er dies überhaupt im Sinn hatte.
Die Darstellung bezieht sich auf den Zeitraum des ‚Ersten Triumvirats’ bis zu Caesars Ermordung im März 44 v.Chr. und schließt den späteren Übergang von der Republik zum Prinzipat des Augustus aus. Caesars Handeln und Streben, oder auch sein Unterlassen, soll hier im Mittelpunkt stehen und nachvollzogen werden.
Die Quellenlage zu dieser speziellen Fragestellung ist als äußerst dürftig zu bezeichnen. Zwar stellen viele antike Autoren Caesars Wirken bis zur Alleinherrschaft im Rahmen einer Römischen Geschichte dar, doch zu der obigen Fragestellung ist es – wie noch gezeigt wird – äußerst schwierig, passende Antworten zu finden. Cassius Dio, Sueton und Plutarch sind hier hauptsächlich zu nennen. Die Literaturlage ist dagegen als reichlich zu bewerten. Ob dies hier allerdings eher positiv als negativ zu beurteilen ist, wird sich im Laufe der Arbeit zeigen. Im Großen und Ganzen lässt sich bei vielen Althistorikern etwas zu der Fragestellung finden, das Literaturverzeichnis stellt einige hier behandelte Werke vor.
In der historischen Forschung ist die Fragestellung seit der Zeit Theodor Mommsens immer wieder Objekt der Diskussion. Die in dieser Arbeit vorgestellten Forschungsmeinungen stehen sich teilweise diametral gegenüber. Auch Enthaltungen unter den Althistorikern sind zu finden, und stattdessen werden Verweise auf die dünne Forschungslage gegeben. Bis heute konnte kein übergreifender Konsens erzielt werden. So kommen hier ausgewählte Historiker stellvertretend für die verschiedenen Meinungen zu Wort. Die Königsfrage an sich ist fester Bestandteil des Diskurses um den Untergang der römischen Republik.
Es wird hier versucht, quasi auf detektivischem Weg, die Indizien herauszufinden, die Caesar mit der Monarchie in Verbindung bringen oder bringen könnten. Des Weiteren werden exemplarisch Historiker und ihre Thesen bzw. Interpretationen dargestellt. Zentral bei der Untersuchung der Königsfrage sind die Caesar zugestandenen Ehrungen und mehrere Szenen, die für ihn eine Konfrontation mit der Monarchie bedeuteten. Die herausgearbeiteten Ergebnisse werden schließlich vor der endgültigen Bewertung in Beziehung zur tatsächlichen Quellenlage gesetzt und an Hand der Quellen bewertet.



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung: Die Jahre 60 - 44 v.Chr. – Der Aufstieg Caesars bis zu den Iden des März

2.1. Das ‚Erste Triumvirat’ 60 v.Chr. (Pompeius, Crassus, Caesar)

2.2. Der Bürgerkrieg

2.3. Die Diktatur: Caesar – Alleinherrscher Roms

3. Indizien für Caesars „königliche“ Ziele (?)

3.1. Triumphfeiern und persönliche Ehrungen

3.2. Caesars Eigendarstellung und Machtausweitung durch weitere (politische und sakrale) Ehrungen

3.3. Krönungsversuche – Königsinsignien an der Statue, Rex-Rufe aus der Menge und die Szene am Luperkalienfest

4. Die Bewertung der Ereignisse in Bezug zur Königsfrage in der Forschung

5. Eigene Position und Schlussbemerkung

7. Chronologie

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die historische Fragestellung, ob Gaius Iulius Caesar seine diktatorische Machtstellung in eine monarchische Herrschaft überführen wollte und welche Indizien in den antiken Quellen sowie in der modernen althistorischen Forschung für oder gegen eine solche Absicht sprechen.

  • Analyse des Aufstiegs Caesars vom Ersten Triumvirat bis zur Diktatur.
  • Untersuchung der Rolle Caesars bei den ihm dargebrachten politischen und sakralen Ehrungen.
  • Auswertung der sogenannten Krönungsversuche, insbesondere des Luperkalienfestes.
  • Vergleichende Darstellung unterschiedlicher Positionen der modernen Geschichtswissenschaft.
  • Erarbeitung einer eigenen Position zur Königsfrage unter Berücksichtigung der quellenkritischen Problematik.

Auszug aus dem Buch

3.3. Krönungsversuche – Königsinsignien an der Statue, Rex-Rufe aus der Menge und die Szene am Luperkalienfest

Anfang 44 schwirrten viele Gerüchte über Caesar und sein Streben nach der Monarchie durch Rom. Canfora gibt mehrere dafür an:70 Kleopatra, vor allem seitdem sie Caesar einen Sohn geboren hatte, sollte die Urheberin der Bestrebungen sein, und Caesar sollte vorgehabt haben, seinen Regierungssitz von Rom nach Ilion oder Alexandria zu verlegen.71 Aufregung entstand auch durch eine Weissagung in den Sibyllinischen Büchern, der zufolge nur ein König die Parther bezwingen konnte.72 Viele glaubten auch der Meldung, für Caesar sollte schon in den nächsten Senatssitzungen der Antrag gestellt werden, ihn zum König zu proklamieren.73 Auf jeden Fall gab es zu der Zeit in der Hauptstadt eine Unmenge an Gerüchten, Vermutungen und Unterstellungen. Es kam zu drei Ereignissen, die eine nähere Betrachtung verdienen.

Erstens wurde über Nacht eine Statue Caesars auf dem Forum mit einem Diadem umwundenen Lorbeerkranz geschmückt, was die Volkstribunen C. Epidius Marullus und L. Caesetius Flavius veranlasste, ihn zu entfernen.

Zweitens kam es zum Eklat, als Caesar am 26. Januar 44 im Triumphzug durch die Menge ritt. Königsrufe erschallten zur Begrüßung. Caesar soll geantwortete haben: „er heiße nicht König, sondern Caesar.“74 Die schon bekannten Volkstribunen Marullus und Flavius ließen die Rufer abführen, um ihnen den Prozess zu machen. Während der Diktator bei der ersten Affäre nur verärgert gewesen war, erwog er jetzt aufgrund des eigenmächtigen Handelns der Tribune sogar die Todesstrafe, begnügte sich dann aber damit, solange zu intervenieren, bis die beiden abgesetzt und von der Senatsliste gestrichen wurden.

Am 15. Februar 44 kam es dann beim Luperkalienfest zum dritten Ereignis und zur direktesten Konfrontation Caesars mit der Königswürde. Die Szene ist uns durch den Caesar nahestehenden Historiographen Nikolaus von Damaskus überliefert. Caesar saß demnach in dem purpurnen Gewandt auf seinem goldenen Thron auf den sogenannten Rostren, als sich der Umzug herandrängte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung bezüglich Caesars angestrebter Herrschaftsform und des Forschungsstandes.

2. Darstellung: Die Jahre 60 - 44 v.Chr. – Der Aufstieg Caesars bis zu den Iden des März: Historischer Abriss von der Bildung des Triumvirats bis zur Etablierung Caesars als Alleinherrscher durch seine Diktatur.

3. Indizien für Caesars „königliche“ Ziele (?): Analyse der Ehrungen, des königlichen Ornats und der kritischen Schlüsselszenen, die mit der Monarchie assoziiert wurden.

4. Die Bewertung der Ereignisse in Bezug zur Königsfrage in der Forschung: Diskussion verschiedener althistorischer Interpretationen zu den Ereignissen und Caesars Rolle dabei.

5. Eigene Position und Schlussbemerkung: Kritische Würdigung der Quellenlage und Formulierung einer eigenen Schlussfolgerung zur Königsfrage.

7. Chronologie: Auflistung der wichtigsten Lebensstationen Caesars und politischer Ereignisse der ausgehenden Republik.

Schlüsselwörter

Gaius Iulius Caesar, Römische Republik, Alleinherrschaft, Diktatur, Königsfrage, Monarchie, Luperkalienfest, Caesar-Ehrungen, Römische Geschichte, Rex-Titel, Diadem, Quellenkritik, Antike, Senat, Untergang der Republik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Kontroverse, ob Gaius Iulius Caesar in der Endphase der römischen Republik eine offene monarchische Herrschaft anstrebte oder lediglich eine Sonderstellung innerhalb republikanischer Strukturen verfolgte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die politische und sakrale Selbstdarstellung Caesars, die Verleihung zahlreicher Sonderrechte und Ehrentitel sowie die Analyse konkreter Vorfälle, die als Anzeichen für ein Streben nach dem Königstitel interpretiert wurden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die in der Forschung diametral gegenüberstehenden Meinungen zu prüfen, die Indizien (wie die Luperkalienszene) quellenkritisch einzuordnen und eine fundierte persönliche Einschätzung zur Königsfrage zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die historische Quellenanalyse der antiken Autoren (u.a. Sueton, Plutarch, Cassius Dio) im Abgleich mit moderner althistorischer Fachliteratur, um die Ambivalenz von Caesars Handeln zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Aufstiegs Caesars (Kapitel 2), die Aufarbeitung der für die Königsfrage relevanten Indizien wie Triumphfeiern und Krönungsversuche (Kapitel 3) sowie die kritische Auseinandersetzung mit den Deutungen führender Historiker (Kapitel 4).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Caesar, Alleinherrschaft, Königsfrage, Monarchie, Luperkalienfest, Diktatur und der Untergang der römischen Republik.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Marcus Antonius beim Luperkalienfest?

Der Autor diskutiert kritisch, ob Antonius eigenmächtig handelte, um Caesar zu testen, oder ob dies eine abgestimmte Inszenierung war, stellt jedoch fest, dass eine eindeutige Beauftragung durch Caesar nicht zweifelsfrei belegbar ist.

Warum kommt der Autor zu dem Schluss, dass Caesar "einen Weg nicht beschreiten konnte"?

Der Autor argumentiert, dass Caesar zwar eine Form der Monarchie anstrebte, sich jedoch im Spannungsfeld zwischen dem notwendigen, aber im römischen Kontext verpönten "Rex"-Status und der notwendigen republikanischen Fassade verfing, was letztlich keine stabile Lösung zuließ.

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Details

Title
Die Alleinherrschaft des Gaius Iulius Caesar - und die Königsfrage, Rex-Titel und Diadem für den Diktator?
College
University of Hamburg  (Seminar für Alte Geschichte)
Course
Hauptseminar Alte Geschichte: Caesar und die Krise der römischen Republik
Grade
1
Author
Björn Böhling (Author)
Publication Year
2002
Pages
37
Catalog Number
V61202
ISBN (eBook)
9783638547062
ISBN (Book)
9783638688642
Language
German
Tags
Alleinherrschaft Gaius Iulius Caesar Königsfrage Rex-Titel Diadem Diktator Hauptseminar Alte Geschichte Caesar Krise Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn Böhling (Author), 2002, Die Alleinherrschaft des Gaius Iulius Caesar - und die Königsfrage, Rex-Titel und Diadem für den Diktator?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61202
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