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Mittelalterliche Ritterturniere, Darstellung der Entwicklung des europäischen Turnierwesens im Hoch- und Spätmittelalter

Title: Mittelalterliche Ritterturniere, Darstellung der Entwicklung des europäischen Turnierwesens im Hoch- und Spätmittelalter

Seminar Paper , 2002 , 37 Pages , Grade: 1

Autor:in: Björn Böhling (Author)

Sport - Sport History
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Dieses schriftliche Referat befasst sich mit der europäischen Ritterschaft und dem Turnierwesen in der Zeit von ca. 1150 bis 1500 n.Chr. Ein wesentlicher Teil bezieht sich auf die Darstellung dieses Turnierwesens. Hauptfragen werden sein, ob sich die Turniere damals wirklich so ereigneten, wie es uns die Medien heute durch historische Romane und Spielfilme nahebringen, welche Arten des Kampfes es gab, wie schließlich der Sieger bestimmt wurde, bzw. welche Regeln, wenn überhaupt, angewandt wurden. Außerdem soll überlegt werden, warum sich das Ritterturnier so lange im Alltag des Mittelalters manifestieren konnte, obwohl es mit Sicherheit nicht nur positive Auswirkungen und Erscheinungsformen hatte.
Betrachtet wird die europäische Entwicklung des Turniers. Dabei ist es nicht immer möglich, sie nur auf ein Herrschaftsgebiet zu beziehen, da die Entwicklung meist über die Grenzen hinausgingen. Wo dies möglich war, wurde auf die Ereignisse auf deutschem Boden eingegangen. Die französischen und englischen Turniere finden allerdings auch Beachtung.
Die oben gestellten Leitfragen sollen mit Hilfe der Literatur beantwortet werden, wobei kontroverse Ansichten der Autoren berücksichtigt werden. Ziel ist es, einen möglichst umfassenden Überblick zu gewinnen. Auf eine auf Quellen basierende Untersuchung wurde daher verzichtet.
Zu Beginn wird ein kurzer Einblick in das Leben des Rittertums, seine Ideale und sein Selbstverständnis gegeben, da sich das mittelalterliche Turnierwesen direkt darauf bezieht. Im Kapitel 3 geht es zunächst um die Ausbildung und Bewaffnung der Kämpfer, bevor dann mit der Darstellung der Turnierentwicklung begonnen wird, bei der auch erstaunliche Meinungen von Kirche und Monarchie zu Tage treten. Es schließt sich die Schilderung der drei auf deut-
schem Gebiet verwendeten Hauptformen des ritterlichen Turnierkampfes, des Turniers, des Buhurts und der Tjost an. Kapitel 3.4. bezieht sich auf die Leistungsmessung- und bewertung bei der Tjost und gibt einen Einblick in die Praxis der Arbeit von Schiedsrichtern und Herolden. Im vorletzten Kapitel geht es direkt um die Leitfragen bezüglich der Regeln und des langen Erfolges dieser Art von Kampfveranstaltungen. In Kapitel 5 wird dem Leser eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte angeboten und diese mit persönlichen Schlussfolgerungen des Verfassers verknüpft. Zum besseren Verständnis sollen einige Illustrationen beitragen, die sich im Anhang befinden.



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Rittertum

2.1. Der ritterliche Adel im Mittelalter

2.2. Die Gütekriterien Körperlichkeit, Geistigkeit und Moral im Selbstverständnis des Adels und die Schaffung von ritterlicher und personaler Identität

3. Ritter und ihre Turniere

3.1. Das Handwerkszeug und die ritterliche Ausbildung

3.1.2. Körperliche Erziehung zum Ritter

3.1.2. Waffen und Ausrüstung

3.2. Zur Entstehung und Entwicklung mittelalterlicher Ritterturniere

3.2.1. Gesellschaftlicher Rahmen und erste „Turniere“

3.2.2. Reaktionen der Kirche und der Monarchie auf Turniere

3.2.3. Verfall und Ende des Turnierwesens im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit

3.3. Die verschiedenen Arten des ritterlichen Kampfes

3.3.1. Das (eigentliche) Turnier

3.3.2. Der Buhurt

3.3.3. Die Tjost

3.4. Leistungsmessung bei Turnieren: Wie wurde der Sieger ermittelt?

4. Ein Gegensatz: Grausamkeit und Popularität

4.1. Turnierveranstaltungen als Schauplätze von Adelsrivalitäten und die Einführung von Turnierregeln als Folge

4.2. Gründe für die Popularität der Turniere

5. Zusammenfassung und abschließende Beurteilung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das europäische Turnierwesen zwischen 1150 und 1500 n. Chr. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der historischen Realität der Ritterturniere im Vergleich zur medialen Darstellung, den verschiedenen Kampfarten, den Regelwerken sowie den Gründen für die langanhaltende Popularität des Turnierwesens trotz seiner oft gewalttätigen Natur.

  • Historische Entwicklung der ritterlichen Ausbildung und Ausrüstung
  • Entstehung und gesellschaftliche Einbettung der Ritterturniere
  • Konfliktlinien zwischen Kirche, Monarchie und ritterlicher Kultur
  • Analyse der verschiedenen Kampfmodi (Buhurt, Tjost, Turnier)
  • Leistungsmessung und die Rolle von Turnierregeln zur Schadensbegrenzung

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Das (eigentliche) Turnier

Turniere waren im 12. Jahrhundert eine raue Angelegenheit und von den eigentlichen Schlachten wohl kaum zu unterscheiden. So beschreiben Meyer und Lessing sie als „simulierte Reiterschlacht, ausgeführt mit Stumpfen Waffen.“ Der Begriff Steht hier also für eine Kampfform, die im Rahmen von Ritterturnieren ausgeübt wurde. In Frankreich existierte eine besondere Art namens ‚pas d’armes’ (Durchritt), bestehend aus je einem Waffengang mit Speer und Schwert.

Vor jeder Veranstaltung mussten umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden. Zu Beginn jeder Auseinandersetzung stand die Einladung, die auch den Charakter einer Herausforderung haben konnte. Boten zogen zwei bis drei Wochen vor dem Beginn durch das Land und kündigten das Turnier an. Eine wichtige Voraussetzung für das Erscheinen der Teilnehmer war die Zusicherung des freien Geleits oder zusätzlich sogar noch des Königsschutzes. Dies galt selbstverständlich nicht für die Kämpfe selber, aber vor und danach musste den Rittern der Schutz vor Verfolgung zugebilligt werden. Im Gegenzug mussten die Kämpfer versichern, den Frieden des Turniers zu unterstützen. Viele Städte ließen sich zusätzlich noch bescheinigen, dass das Turnier nicht verlängert würde, um die fremden Horden auch schnell wieder los zu werden, oder verlangten eine Kaution.

Der zu begrenzende Turnierplatz konnte am Anfang der Turnierentwicklung so groß sein, dass der Kampf im Umkreis mehrerer Dörfer ausgetragen werden konnte. Er fand meist vor Städten oder Burgen statt. Die natürliche Beschaffenheit des Ortes oder aber das Gebiet zwischen Städten und Dörfern begrenzte den Kampfplatz, der zusätzlich, um die Spannung zu steigern, noch mit Hindernissen versehen war, hinter denen man sich verstecken und einen Hinterhalt ausführen oder hinter denen man Schutz finden konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der europäischen Ritterschaft und des Turnierwesens zwischen 1150 und 1500 unter Berücksichtigung methodischer Ansätze.

2. Das Rittertum: Untersuchung des Selbstverständnisses, der sozialen Identität sowie der Körperlichkeit und Moral als zentrale Gütekriterien des ritterlichen Standes.

3. Ritter und ihre Turniere: Detaillierte Analyse der Ausbildung, der Waffen, der historischen Entstehung sowie der verschiedenen Kampfarten wie Buhurt und Tjost.

4. Ein Gegensatz: Grausamkeit und Popularität: Beleuchtung der negativen Aspekte wie Gewalt und Rivalitäten sowie die Analyse der Gründe, warum Turniere trotz dieser Umstände gesellschaftlich hochpopulär blieben.

5. Zusammenfassung und abschließende Beurteilung: Synthese der wichtigsten Erkenntnisse und kritische Bewertung der ritterlichen Lebensform im Mittelalter.

Schlüsselwörter

Ritterturnier, Mittelalter, Ritterschaft, Tjost, Buhurt, Adelskultur, Kriegsvorbereitung, Turnierregeln, Identität, Zweikampf, Waffenhandwerk, Hofleben, Leistungsmessung, Kirchenverbot, Feudalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung des europäischen Ritterturnierwesens im Hoch- und Spätmittelalter sowie dessen soziokulturelle Bedeutung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der ritterlichen Ausbildung, der Organisation und dem Ablauf von Turnieren, der kirchenpolitischen Kritik sowie der sozialen Funktion dieser Veranstaltungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, ein historisch fundiertes Bild des Turnierwesens zu zeichnen, das den Unterschied zwischen medialen Inszenierungen und der mittelalterlichen Realität aufzeigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine umfassende Literatur- und Quellenanalyse, wobei sie zeitgenössische Chroniken, Turnierbücher und moderne sporthistorische Forschung einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des ritterlichen Standes, die technologische und organisatorische Entwicklung der Turniere, sowie die Analyse der Kampfarten und der Etablierung von Regelwerken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Rittertum, Turnierregeln, Tjost, Buhurt, Adelsidentität und die soziale Funktion des ritterlichen Sports.

Welche Bedeutung hatten Frauen bei diesen Turnieren?

Frauen dienten als Symbol ritterlicher Minne, beeinflussten das Turniergeschehen aktiv und fungierten oft als Preisrichterinnen, was dem Turnier eine erotische und soziale Dimension verlieh.

Wie sicherte man die Fairness bei den Kämpfen?

Mit der Zeit wurden strenge Turnierregeln, Schiedsrichter und Herolde eingesetzt, um durch Punktezählung und Sanktionen bei Regelverstößen die Brutalität einzudämmen.

Warum blieb das Turnier trotz der großen Gefahr so populär?

Neben der kriegerischen Ausbildung bot es soziale Aufstiegschancen, war ein Mittelpunkt höfischer Repräsentation und befriedigte ein allgemeines Sensationsbedürfnis der damaligen Bevölkerung.

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Details

Title
Mittelalterliche Ritterturniere, Darstellung der Entwicklung des europäischen Turnierwesens im Hoch- und Spätmittelalter
College
University of Hamburg  (Fachbereich Sportwissenschaft)
Course
Seminar: Sportgeschichte von der Urzeit bis zum Ausgang des Feudalismus
Grade
1
Author
Björn Böhling (Author)
Publication Year
2002
Pages
37
Catalog Number
V61204
ISBN (eBook)
9783638547086
ISBN (Book)
9783638688659
Language
German
Tags
Mittelalterliche Ritterturniere Darstellung Entwicklung Turnierwesens Hoch- Spätmittelalter Seminar Sportgeschichte Urzeit Ausgang Feudalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn Böhling (Author), 2002, Mittelalterliche Ritterturniere, Darstellung der Entwicklung des europäischen Turnierwesens im Hoch- und Spätmittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61204
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