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Steuerloch trotz hoher Steuern?

Title: Steuerloch trotz hoher Steuern?

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Maik Hetmank (Author)

Economics - Finance
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In der letzten Schätzung vom 08./09. November 2001 des, vom Bundesfinanzministerium einberufenen, Arbeitskreises "Steuerschätzungen" wurden die Steuereinnahmen gegenüber Mai 2001 weiter nach unten korrigiert. Bund, Länder und Gemeinden müssen demnach mit Mindereinnahmen 2001 gegenüber dem Vorjahr von über 18 Mrd. € rechnen. Die Steueraus-fälle der Steuern vom Einkommen fallen hierbei mit 20 Mrd. € sogar noch höher aus. Die Hauptursache hierfür liegt v.a. am Wegbrechen des Aufkommens der Körperschaftsteuer
(-21,9 Mrd. €), der veranlagten Einkommensteuer (-3,7 Mrd. €) sowie der Lohnsteuer
(-3 Mrd. €). Vor allem bei diesen Steuern scheint der Staat an die Grenze der Einnahmenerzielung gelangt zu sein. Während die Einkommensteuerquote in den 1960er bis Mitte der 1970er Jahre von 5,9% auf 10,9% stieg und damit das Einkommensteueraufkommen schneller wuchs als das Bruttoinlandsprodukt, blieb es bis Ende der 1990er Jahre in etwa auf dem Niveau von 10% und sank seitdem wieder auf einen Wert von 8,3% in 2001. Auch unter Hinzurechnung des Solidaritätszuschlags als implizite Einkommensteuer liegt die Einkommensteuerquote mit 8,8% gut 1,5 Prozentpunkte unter denen der 1970er und 80er Jahre.

Abbildung 1: Steuerquoten 1960 bis 2002 (ab 1991 Gesamtdeutschland, 2001 und 2002: AK "Steuerschätzun-gen" November 2001) Quelle: Statistisches Bundesamt, BMF 2001b, eigene Berechnungen

Das Einkommensteueraufkommen ist mit einem Anteil von derzeit ca. 36 Prozent (38% incl. Solidaritätszuschlag) an den gesamten Steuereinnahmen die bedeutendste Einnahmequelle der öffentlichen Haushalte. Von 1960 bis Mitte der 1970er Jahre hat sich der Anteil der Einkom-mensteuer an den gesamten Steuereinnahmen von 26% auf ca. 43% nahezu verdoppelt und blieb in etwa auf diesem Niveau (40-43%) bis Ende der 1980er Jahre. Seit Anfang der 1990er Jahre ist jedoch wieder ein Rückgang auf ca. 36% zu beobachten (vgl. Abbildung 2).

Abbildung 2: Steueraufkommensanteile 1960-2002 (ab 1991 Gesamtdeutschland, 2001 und 2002: AK "Steu-erschätzungen" November 2001) Quelle: Statistisches Bundesamt, BMF 2001b, eigene Berechnungen

Wie aus Abbildung 2 ersichtlich, dürfte der Hauptgrund für diesen Verlauf im Aufkommen der Lohnsteuer zu suchen sein. Ihr Anteil an der Einkommensteuer liegt derzeit bei etwa 80%. Während 1960 die Lohnsteuer nur zu etwa 45% am Einkommensteueraufkommen beteiligt war, stieg ihr Anteil fast kontinuierlich auf über 89% im Jahre 1997.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einkommensteuer im Zeitverlauf

2.1 Die Ausgestaltung der deutschen Einkommensteuer: Ein kurzer Überblick

2.2 Steuerpolitik und Steueraufkommen der Lohnsteuer und veranlagten Einkommensteuer bis 1990

2.3 Änderung des Einkommensteuertarif 1990 und ihre Auswirkungen

2.3.1 Änderung des Steuertarifs

2.3.2 Reaktionen am Arbeitsmarkt

2.3.3 Reaktion des Steueraufkommens

2.3.4 Konsequenzen

3. Interpretation

3.1 Progressiver Steuertarif und Wertsteuern

3.2 Personelle Lohn- und Lohnsteuerverteilung

4. Fazit

5. Ökonomischer Hintergrund

5.1 Arbeitsangebot, Besteuerung und Lohnelastizität

5.2 Steuersatz und Steueraufkommen: Die Laffer-Kurve

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des Einkommensteueraufkommens in Deutschland unter Berücksichtigung von Steuersatzänderungen und volkswirtschaftlichen Einflüssen. Zentral ist die Frage, warum trotz Steuerreformen und hoher Belastungen keine signifikanten Mehreinnahmen durch Beschäftigungseffekte erzielt wurden.

  • Analyse der historischen Entwicklung der Einkommen- und Lohnsteuerquoten seit 1960.
  • Untersuchung der Auswirkungen der Steuerreform 1990 auf den Arbeitsmarkt und das Steueraufkommen.
  • Theoretische Herleitung des Zusammenhangs zwischen Steuersätzen und Arbeitsangebot mittels der Laffer-Kurve.
  • Interpretation der kalten Progression und ihrer Wirkung auf die Steuerbelastung.

Auszug aus dem Buch

2.3.4 Konsequenzen

Betrachtet man den Verlauf der Lohnsteuerquote, so erweckt dies den Eindruck, dass sich Steuersenkungen selbst finanzieren. Diese Argumentation wird auch von einigen Politikern unterstützt, die z.Zt. fordern die Steuerreformen 2003 und 2005 vorzuziehen. Hierbei wird davon ausgegangen, dass niedrige Steuersätze die Anreizwirkung haben mehr Arbeit anzubieten und aufgrund des erhöhten Arbeitsangebots die Steuereinnahmen steigen. Meist wird in dem Zusammenhang auch auf die nach dem Ökonomen Arthur Laffer benannte Laffer-Kurve hingewiesen. Diese besagt, dass bei steigenden Steuersätzen die Bereitschaft der Bürger zu arbeiten sinkt. Ab einen bestimmten kritischen Steuersatz wirkt eine Steuererhöhung dann kontraproduktiv und führt zu einem geringeren Steueraufkommen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass durch Steuersenkungen die Arbeitsbereitschaft zunimmt und die Steuereinnahmen steigen.

Die Theorie der Laffer-Kurve lässt sich jedoch, aufgrund der oben geschilderten Auswirkungen der Steuerreform von 1990, nicht begründen. So haben sich, wie oben dargelegt, keine merklichen Beschäftigungswirkungen aufgrund der Steuersenkung ergeben. Des Weiteren wurde festgestellt, dass die Aufkommenszuwächse der Lohnsteuer daraus resultieren, dass der Steuertarif zwischen 1990 und 1995 nicht an die Lohn- bzw. Preisentwicklung angepasst wurde.

Es sollte deswegen aber nicht darauf geschlossen werden, dass Steuersenkungen keine positiven Impulse auf Wachstum und Beschäftigung haben könnten. Es konnte nur dargelegt werden, dass die Steuersenkung 1990 zumindest kurzfristig keine signifikanten Wirkungen am Arbeitsmarkt zeigte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Entwicklung des deutschen Einkommensteueraufkommens bis 2001 und verdeutlicht den Rückgang der Steuerquote trotz hoher Steuersätze.

2. Einkommensteuer im Zeitverlauf: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen, die steuerliche Entwicklung bis 1990 sowie die spezifischen Effekte der Steuerreform von 1990 detailliert analysiert.

3. Interpretation: In diesem Kapitel werden die Mechanismen der kalten Progression sowie die Auswirkungen progressiver Steuertarife auf die Verteilung der Steuerlast untersucht.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Steuerreformen kurzfristig kaum beschäftigungsfördernde Effekte zeigen und Aufkommensänderungen primär auf die kalte Progression zurückzuführen sind.

5. Ökonomischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Theorien hinter dem Arbeitsangebot und leitet die Laffer-Kurve zur Veranschaulichung des Zusammenhangs von Steuersatz und Aufkommen her.

Schlüsselwörter

Einkommensteuer, Lohnsteuer, Steuerquote, Steuerreform, kalte Progression, Arbeitsangebot, Laffer-Kurve, Steuersatz, Fiskalpolitik, Bemessungsgrundlage, Beschäftigungseffekte, Bruttoinlandsprodukt, Grenzsteuersatz, Progressionswirkung, Steueraufkommen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung des Einkommen- und Lohnsteueraufkommens in Deutschland über mehrere Jahrzehnte und untersucht die Wirksamkeit von Steuerreformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die historische Steuerentwicklung, die Auswirkungen der kalten Progression, die Verteilung der Steuerlast sowie theoretische Modelle zum Arbeitsangebot.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, warum Steuersenkungen in der Vergangenheit nicht die erhofften positiven Beschäftigungseffekte ausgelöst haben und ob sie sich teilweise selbst finanzieren können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine deskriptive Datenanalyse der historischen Steuerquoten und Tarifentwicklungen vorgenommen, ergänzt durch eine theoretische Ableitung ökonomischer Zusammenhänge mittels Modellgrafiken.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Ausgestaltung des deutschen Einkommensteuerrechts, die empirische Analyse der Steuerreform von 1990 und die theoretische Herleitung der Laffer-Kurve.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Einkommensteuer, Lohnsteuer, Steuerreform, kalte Progression, Arbeitsangebot und Laffer-Kurve.

Warum sank das Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer laut Autor?

Der Rückgang wird primär auf eine verminderte Erwerbstätigkeit bei Selbstständigen und die verstärkte Nutzung von steuerlichen Absetzungsmöglichkeiten zurückgeführt.

Wie bewertet die Arbeit die Laffer-Kurve für Deutschland?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Laffer-Kurve für die untersuchte Steuerreform von 1990 keine theoretische Begründung für Steuersenkungen bietet, da keine signifikanten Beschäftigungseffekte eintraten.

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Details

Title
Steuerloch trotz hoher Steuern?
College
University of Duisburg-Essen  (Volkswirtschaftslehre)
Course
Fallstudien in Mikro- und Makroökonomik
Grade
2,3
Author
Maik Hetmank (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V6126
ISBN (eBook)
9783638137782
Language
German
Tags
Progression Kalte Progression Steuerquoten Laffer-Kurve
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maik Hetmank (Author), 2002, Steuerloch trotz hoher Steuern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6126
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