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Die Christenheit in der altfranzösischen Chanson de Roland

Titel: Die Christenheit in der altfranzösischen Chanson de Roland

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anja Krechel (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Christentum, Islam und Judentum, die drei großen monotheistischen Weltreligionen, vertraten alle einen Absolutheitsanspruch. Im Gegensatz zu den Juden versuchten die Christen und die Muslime Nicht- und Andersgläubige zu bekehren und so kam es zwischen ebendiesen im Laufe der Geschichte immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Diese Thematik wurde auch in der Literatur aufgegriffen, wie beispielsweise in der altfranzösischen Chanson de Roland. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung der Christenheit in diesem Epos. Das Ziel ist ein Vergleich von historischer Wirklichkeit und Fiktion anhand von Analysen einzelner Charaktere. Das Kapitel 2 soll zunächst einen Überblick über die Vorfahren Karls des Großen und den Beginn seiner Herrschaft geben. Hierbei soll besonders seine Position innerhalb der katholischen Kirche dargestellt werden. Anschließend soll in 2.1 die Entstehung der im Rolandslied thematisierten Kreuzzugsbewegung erläutert werden. Von Konstantin über Augustin bis hin zu Papst Urban II. wird die Bedeutung der Christianisierung und die Legitimation des Kriegsdienstes dargestellt. Im Rahmen dieser Arbeit kann leider nur ein kurzer Überblick über die Geschichte und keine detaillierte Darstellung gegeben werden. Im Kapitel 3 wird in Form einer Gegenüberstellung von historischer Wirklichkeit und Fiktion in der CdR auf die in Kapitel 2 gebotenen Informationen zurückgegriffen. Das Kapitel 3.1 soll eine Einführung in die CdR, deren Entstehung und Historizität bieten, bevor in 3.2 die Christen als Einheit dargestellt werden. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Rolle des christlichen Glaubens als Motivation für die Kreuzzüge und auf der positiven Beschreibung der Christen in der CdR. In 3.3 werden abschließend die wichtigsten Vertreter der Christenheit in der CdR dargestellt. Es sollen Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede der Individuen zu dem in 3.2 erläuterten Bild der Christen im Allgemeinen herausgearbeitet werden. Hierzu werden Textstellen zu vier Vertretern des Christentums auszugsweise untersucht. Diese Analyse soll zeigen, inwiefern die in den vorangegangenen Kapiteln erläuterten Theorien im Bezug auf individuelle Charaktere in der CdR Anwendung finden und es soll geklärt werden, zu welchem Grad sich dieses Epos an der historischen Wirklichkeit orientiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der geschichtliche Hintergrund

2.1. Entstehung der Kreuzzüge

3. Das Rolandslied

3.1. Entstehung und Historizität

3.2. Die Christenheit im Rolandslied

3.3. Die wichtigsten Vertreter der Christenheit

3.3.1. Karl der Große

3.3.2. Erzbischof Turpin

3.3.3. Ganelon

3.3.4. Roland

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Christenheit im altfranzösischen Epos „Chanson de Roland“. Das primäre Ziel ist ein Vergleich zwischen der historischen Wirklichkeit zur Zeit Karls des Großen und der fiktionalen Ausgestaltung im Epos, wobei insbesondere analysiert wird, inwiefern christliche Motive und die zeitgenössische Kreuzzugsideologie des 11. und 12. Jahrhunderts die Charakterzeichnungen beeinflussen.

  • Historischer Kontext der Kreuzzüge und christliche Legitimation des Kriegsdienstes.
  • Die Vermischung von erzählter Zeit (Karolingerzeit) und der Zeit der Niederschrift (Hochmittelalter).
  • Analyse zentraler Charaktere: Karl der Große, Erzbischof Turpin, Ganelon und Roland.
  • Die Rolle des christlichen Glaubens als identitätsstiftendes Merkmal und Kriegsmotiv.
  • Vergleich von fiktionaler Heldentat und historischer Realität.

Auszug aus dem Buch

3.3.2. Erzbischof Turpin

Der Erzbischof Turpin steht den Kreuzzügen in der Chanson de Roland voran, sowie auch Papst Urban II. (1088-1099) zur Kreuzzugbewegung aufrief. „Mit dem flammenden Ruf „Gott will es“ riß der Papst die Massen mit sich fort und stellte sich selbst an die Spitze der Bewegung.“

Er repräsentiert den im Mittelalter sehr einflussreichen Klerus, der nach der Legitimation des Krieges zur Erhaltung des Friedens durch Augustin (Vgl. 2.1) eine wichtige Rolle bei den Kreuzzügen spielte. Wie das angeführte Zitat belegt, war es der Papst selbst, der zum Kampf zur Erhaltung des Christentums aufrief. In der CdR spielt also ein Vertreter des Klerus eine wichtige Rolle, ebenso wie es in der Geschichte der Fall war. Wie Papst Urban II. es tat, propagiert der Erzbischof Turpin die Kreuzzüge und ruft zum Kampf gegen die Heiden auf. Er sieht es als seine Pflicht und die aller Christen, für Gott mit aller Kraft zu kämpfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Thematik, der Forschungsfrage sowie der methodischen Gegenüberstellung von historischer Wirklichkeit und literarischer Fiktion.

2. Der geschichtliche Hintergrund: Überblick über die karolingische Herrschaft und die religiöse Legitimation des Krieges, insbesondere durch die Kreuzzugsbewegung.

2.1. Entstehung der Kreuzzüge: Erläuterung der kirchengeschichtlichen Entwicklung, die zum neuen christlichen Gemeinschaftsbewusstsein und zur Sanktionierung von Kriegen führte.

3. Das Rolandslied: Einführung in die Gattung der „Chanson de geste“ und die literaturgeschichtliche Einordnung des anonymen Heldenepos.

3.1. Entstehung und Historizität: Diskussion der Entstehungsdaten, der Überlieferungstheorien (Individualisten vs. Traditionalisten) und des historischen Kerns.

3.2. Die Christenheit im Rolandslied: Analyse des christlichen Glaubens als zentrales Motiv für den Kampf gegen die „Heiden“ innerhalb des Epos.

3.3. Die wichtigsten Vertreter der Christenheit: Einleitung in die detaillierte Charakteranalyse ausgewählter Figuren zur Überprüfung der aufgestellten Thesen.

3.3.1. Karl der Große: Untersuchung seiner Rolle als idealisierter „Priester-König“ und Stellvertreter Gottes.

3.3.2. Erzbischof Turpin: Darstellung des Klerikers als kämpfendes Vorbild, das die Ideologie des 11. Jahrhunderts widerspiegelt.

3.3.3. Ganelon: Analyse des Verräters, dessen Verhalten als Gegenmodell zu christlichen Werten dient und literarische Parallelen zu Judas aufweist.

3.3.4. Roland: Betrachtung seiner Rolle als Märtyrer und vorbildlicher Krieger, der sein Leben für den Glauben opfert.

4. Schluss: Zusammenführung der Ergebnisse, die eine starke Überlagerung der historischen Gegebenheiten durch den Zeitgeist des 11./12. Jahrhunderts belegen.

Schlüsselwörter

Chanson de Roland, Rolandslied, Kreuzzüge, Karl der Große, Erzbischof Turpin, Ganelon, Roland, Christentum, Mittelalter, Historizität, Fiktion, Reconquista, Heldentum, Verrat, Klerus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der Christenheit im altfranzösischen Epos „Chanson de Roland“ und untersucht das Verhältnis von historischer Faktenlage und literarischer Ausgestaltung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kreuzzugsideologie, dem kriegerischen Selbstverständnis des christlichen Mittelalters und der literarischen Charakterdarstellung ausgewählter Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwiefern die Darstellung der Christen im Epos den historischen Tatsachen entspricht oder ob sie durch die Werte und die Weltsicht der Zeit der Niederschrift (11./12. Jahrhundert) geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse, bei der historische Hintergrundinformationen zu den Epochen (Karolingerzeit vs. Entstehungszeit des Epos) mit dem Textinhalt des Rolandsliedes gegenübergestellt werden.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entstehung des Epos sowie auf eine detaillierte textbasierte Analyse von vier christlichen Hauptfiguren: Karl der Große, Erzbischof Turpin, Ganelon und Roland.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?

Wichtige Begriffe sind Rolandslied, Kreuzzugsbewegung, christliche Identität, historische Fiktion und mittelalterliche Mentalitätsgeschichte.

Warum wird Erzbischof Turpin als untypisch für die Zeit Karls des Großen angesehen?

Turpin tritt im Epos als kämpfender Kleriker auf, der aktiv an kriegerischen Handlungen teilnimmt. Dies entsprach zwar der Ideologie des 11. Jahrhunderts, war jedoch zu Lebzeiten des historischen Karl des Großen für Kleriker undenkbar.

Welche literarische Funktion erfüllt die Figur des Ganelon?

Ganelon dient als Verkörperung des Verrats. Die Analyse zeigt, dass sein Verrat literarisch stark an die Figur des Judas angelehnt ist, wodurch der moralische Gegensatz zwischen den „treuen“ Christen und dem „göttlosen“ Verräter verstärkt wird.

Inwiefern beeinflusst der Stolz Rolands die Interpretation seiner Heldenrolle?

Obwohl Roland als Märtyrer und vorbildlicher Kämpfer gezeichnet wird, wird sein Stolz als Ursache für den unnötigen Tod vieler christlicher Soldaten kritisch hinterfragt.

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Details

Titel
Die Christenheit in der altfranzösischen Chanson de Roland
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Veranstaltung
Romanisches Seminar: Hauptseminar: Die Hölle, das sind die anderen - Islam und Judentum in spanischen, französischen und portugiesischen Epen, Romanen und Sachtexten
Note
2,0
Autor
Anja Krechel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V61315
ISBN (eBook)
9783638547987
ISBN (Buch)
9783656562634
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Christenheit Chanson Roland Romanisches Seminar Hauptseminar Hölle Islam Judentum Epen Romanen Sachtexten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anja Krechel (Autor:in), 2005, Die Christenheit in der altfranzösischen Chanson de Roland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61315
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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