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Der Transaktionskostenansatz und die soziale Einbettung als Erklärungskonzepte von Organisationen und wirtschaftlichen Handelns

Title: Der Transaktionskostenansatz und die soziale Einbettung als Erklärungskonzepte von Organisationen und wirtschaftlichen Handelns

Term Paper , 2004 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Britta Hilbert (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Die Theorie der Institutionen ist in den Wirtschaftswissenschaften lange Zeit vernachlässigt worden. So wurde weder der Frage nachgegangen, warum Unternehmungen überhaupt bestehen, noch hat man den Bereich der Soziologie zur Beantwortung dieser Frage und der Frage, wie es möglich ist, dass sie über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und darüber hinaus unterschiedlich erfolgreich sind, miteinbezogen. So wurden Unternehmungen in der Neoklassik als eine so genannte „black box“ angesehen, als gegebene Entscheidungseinheiten, deren Bestehen nicht weiter einer Analyse bedarf (vgl. Williamson 1990, 17). Das transaktionslose Modell der neoklassischen Theorie der Unternehmung im späten 19. Jahrhundert erklärte das wirtschaftliche Geschehen durch eine statische Analyse des Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage (vgl. Brandt 1990, 7; zit.n. Robinson/ Eatwell 1974, 66). Marktformen, wie das Monopol und „vollkommene Konkurrenz“ bilden die Basis jeglichen wirtschaftlichen Handelns. So agiert der Unternehmer entweder als Preisfixierer, indem er seine Preise für Güter und Dienstleistungen in Abhängigkeit der Nachfrage festsetzt, oder er wird zu einem reinen Mengenanpasser im Falle der „vollkommenen Konkurrenz“ (Brandt 1990, 7; zit.n. Schumann 1987, 148 und Weise 1979, 188). Das Allokationsproblem steht im Mittelpunkt des neoklassischen Interesses; so passt sich die Struktur des Angebotes über den Mechanismus der relativen Preise der Nachfragestruktur an, und es wird eine, im gewissen Sinne optimale Allokation der Ressourcen erreicht (vgl. Felderer/ Homburg 2003, 26). Die Koordination der Wirtschaftspläne wird durch den Preismechanismus ermöglicht. Durch diese so genannte „unsichtbare Hand“ passt sich die Produktionsstruktur tendenziell der Nachfragestruktur an (vgl. Felderer/ Homburg 2003, 51). Somit herrschte in der Neoklassik die Auffassung vom Unternehmen als Produktionsfunktion, die den Zusammenhang zwischen Faktoreinsatz und möglicher Ausbringungsmenge beschreibt (vgl. Williamson 1990, 22). So versucht die vorliegende Arbeit das Bestehen von Unternehmungen und deren unterschiedlichem Erfolg mit Hilfe des Transaktionskostenansatzes, der zur Erklärung des Bestehens von Unternehmungen die Minimierung der so genannten Transaktionskosten zum Ziel hat, zu erklären. Darüber hinaus wird die „soziale Einbettung“ in Unternehmungen als weiteres Kriterium herangezogen und somit der Bereich der Soziologie zur Erklärung wirtschaftlichen Handelns mit eingebunden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Transaktionskosten als Erklärungskonzept von Organisationen

2.1 Das Wesen der Unternehmung. Ein Erklärungsansatz von Ronald. H. Coase

2.2 Das Transaktionskostenkonzept von Oliver E. Williamson

2.3 Die Grenzen der Transaktionskostentheorie

3. Die Relevanz der sozialen Einbettung und deren Einfluss auf das wirtschaftliche Handeln

4. Fazit und Schlussfolgerungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bestehen und den Erfolg von Unternehmungen, indem sie den ökonomischen Transaktionskostenansatz mit soziologischen Konzepten der sozialen Einbettung verknüpft, um eine ganzheitlichere Erklärung für wirtschaftliches Handeln zu finden.

  • Grundlagen der neoklassischen Theorie der Unternehmung und deren Grenzen.
  • Analyse des Transaktionskostenansatzes nach Coase und Williamson.
  • Untersuchung der sozialen Einbettung als strukturgebendes Element in wirtschaftlichen Netzwerken.
  • Kritische Reflexion der Opportunismusannahme im Kontext von Vertrauen und sozialen Beziehungen.
  • Diskussion der Wechselwirkung zwischen Effizienzstreben und sozialen Bindungen in Organisationen.

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Transaktionskostenkonzept von Oliver E. Williamson

Die grundlegenden Gedanken von Ronald H. Coase und dessen gänzlich neue Betrachtung des Phänomens „Unternehmung“ blieben über mehrere Jahrzehnte hinweg unbeachtet. Erst Anfang der 70-er Jahre kam es durch Oliver E. Williamson zu einer systematischen Aufarbeitung und Weiterentwicklung des Erklärungsansatzes. Williamson greift das Markt-Hierarchie-Konzept von Coase auf, jedoch geht sein eigener Beitrag zur Weiterentwicklung des Coase´schen Erklärungsansatzes von der Erkenntnis aus, dass die Art der zu koordinierenden Tätigkeiten bei der Bestimmung der optimalen Koordinationsform berücksichtigt werden muss (vgl. Brandt 1990, 18; zit.n. Williamson 1973, 316). Somit gehören zu den Tätigkeiten jene „ […] Bewegungen von Ressourcen, welche über den Markt oder innerhalb einer Organisation erfolgen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Vernachlässigung der Institutionentheorie in der Neoklassik und stellt die Forschungsfrage nach den Gründen für das Bestehen von Unternehmungen.

2. Transaktionskosten als Erklärungskonzept von Organisationen: Hier werden die Theorien von Coase und Williamson zur Erklärung der Unternehmensentstehung durch die Minimierung von Transaktionskosten dargelegt und kritisch hinterfragt.

3. Die Relevanz der sozialen Einbettung und deren Einfluss auf das wirtschaftliche Handeln: Dieses Kapitel erweitert die ökonomische Perspektive um soziologische Aspekte wie Vertrauen und soziale Netzwerke, die das Handeln von Akteuren jenseits reiner Opportunität prägen.

4. Fazit und Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass Unternehmen zwar durch ökonomische Effizienzkriterien erklärbar sind, aber ihre Stabilität und ihr Erfolg maßgeblich durch soziale Einbettung und langfristige Beziehungen bestimmt werden.

Schlüsselwörter

Transaktionskosten, Institutionenökonomik, soziale Einbettung, Unternehmung, Neoklassik, Koordination, begrenzte Rationalität, Opportunismus, Markt-Hierarchie-Konzept, Netzwerk, Vertrauen, Effizienz, Ronald H. Coase, Oliver E. Williamson, Wirtschaftssoziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum Unternehmen existieren und warum sie unterschiedlich erfolgreich sind, indem sie klassische ökonomische Ansätze mit soziologischen Theorien vergleicht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Transaktionskostentheorie, die neoklassische Sicht auf Unternehmungen sowie das Konzept der sozialen Einbettung wirtschaftlichen Handelns.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Gründen für die Entstehung von Organisationen und wie diese durch ökonomische (Transaktionskosten) sowie soziale Faktoren erklärt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene Erklärungsansätze der Wirtschaftssoziologie und Institutionenökonomik zusammenführt und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ansätze von Coase und Williamson sowie die Grenzen dieser Theorien, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung des Konzepts der sozialen Einbettung.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Transaktionskosten, soziale Einbettung, begrenzte Rationalität, Vertrauen und die Unterscheidung zwischen Markt und Hierarchie.

Warum ist laut Williamson die Wahl der Organisationsform wichtig?

Laut Williamson hängt die Wahl der Organisationsform (Markt oder Unternehmen) entscheidend von der Transaktionshäufigkeit, der Unsicherheit und der Spezifität der erforderlichen Investitionen ab.

Wie unterscheidet sich die soziale Einbettung vom reinen Effizienzmodell?

Während das Effizienzmodell von opportunistischen Akteuren ausgeht, zeigt das Konzept der sozialen Einbettung, dass Vertrauen und langjährige Beziehungen Transaktionskosten senken können, auch wenn dies nicht immer dem kurzfristigen ökonomischen Optimum entspricht.

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Details

Title
Der Transaktionskostenansatz und die soziale Einbettung als Erklärungskonzepte von Organisationen und wirtschaftlichen Handelns
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Grundlagen und Anwendungen der Wirtschaftssoziologie
Grade
1,7
Author
Britta Hilbert (Author)
Publication Year
2004
Pages
13
Catalog Number
V61319
ISBN (eBook)
9783638548021
ISBN (Book)
9783656567844
Language
German
Tags
Transaktionskostenansatz Einbettung Erklärungskonzepte Organisationen Handelns Grundlagen Anwendungen Wirtschaftssoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Hilbert (Author), 2004, Der Transaktionskostenansatz und die soziale Einbettung als Erklärungskonzepte von Organisationen und wirtschaftlichen Handelns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61319
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