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Die Firma Fried. Krupp unter Friedrich Alfred Krupp und der deutsche Flottenbau 1887-1901

Title: Die Firma Fried. Krupp unter Friedrich Alfred Krupp und der deutsche Flottenbau 1887-1901

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Markus Skuballa (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Wenn in der Öffentlichkeit überhaupt ein Bild von Friedrich Alfred Krupp vorhanden ist, dann das eines kränklichen, nicht besonders charismatisch wirkenden Industriebarons des ausgehenden 19.Jahrhunderts und das eines fatalen Produzenten deutscher Kriegsmaschinerie für die „Urkatastrophe des 20.Jh.“, den 1.Weltkrieg. So finden sich denn auch in Fest- und Jubiläumsschriften von oder über den Kruppkonzern und die Familie Krupp selten ausführlichere Betrachtung zum Leben und Wirken des F.A. Krupp. „Sein Lebenswerk wurde, sofern es nicht überhaupt in den Archiven verblieb, gewissermaßen entpersönlicht, objektiviert, in eine überindividuelle Firmengeschichte eingeschmolzen“1. Zu sehr scheint der überragende Vater und Firmenpatriarch Alfred Krupp alles zu überlagern. Diese Perspektive zur Person des F.A. Krupp entsprach schon zu seinen Lebzeiten der allgemeinen Meinung. Nach dem Tod Alfred Krupps 1887 und der Übernahme der Firmenspitze stand F.A. Krupp weiter im Schatten seines Vaters. Von seinem Umfeld wurde er als wenig durchsetzungsfähig und lenkbar angesehen, dessen Aufgaben im ererbten Konzern sich auf repräsentative Tätigkeiten beschränken würden. Wie von seinem Vater empfohlen suchte F.A. Krupp die Nähe zum Kaiser und hielt am Führungsprinzip des „Herr im Hause“ fest. Gerade diese beiden Vermächtnisse trugen jedoch auch zum negativen Bild des F.A. Krupp in der Öffentlichkeit bei. Die Loyalität gegenüber dem Kaiser und die Unterstützung von dessen Flottenbaupläne, brachten ihm in der breiten Bevölkerung den Ruf eines gewinnsüchtigen Kapitalisten ein, welcher mit vorgetäuschtem Patriotismus und seinem patriarchalischem Führungsstil Gewinne auf Kosten des Staates machte. In dieser Zeit des Übergangs vom Agrar- zum Industriestaat erreichte auch die Kluft zwischen Bildungs- und Wirtschaftsbürgertum ein kaum noch zu übersehendes Niveau. Die Industrialisierung Deutschlands führte in vielen Bereichen zu Veränderungen in der Struktur des Kaiserreichs und die damit verbundenen Auseinandersetzungen bündelten sich in der Diskussion um den Ausbau der Flotte. Die „Marinerüstung und die damit einhergehende, weite Teile der Bevölkerung erfassende Marinebegeisterung waren zugleich aber auch der vielleicht deutlichste Ausdruck des gewachsenen deutschen Weltmachtstrebens, des sich seit dem Ende der Ära Bismarck wandelnden Selbstverständnisses Deutschlands.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. F. A. Krupp und Kaiser Wilhelm II.. Patriotismus – Kaisertreue – „Herr im Haus Prinzip“

2.1 Der Kaiser, die Flotte und F. A. Krupp

2.2 Die „Süddeutsche Reichskorrespondenz“ und der „Deutsche Flottenverein“

2.3 Der Reichstagsabgeordnete F. A. Krupp und die Militärvorlage

3. Die Firma Krupp und das Reichsmarineamt

3.1 Krupp als vom Kaiser befohlener „Bewahrer der nationalen Wehrkraft“

3.2 Das Panzerplattenmonopol der Firma Krupp und das Reichsmarineamt

4. Der kruppsche Flottenbau und die Öffentlichkeit

4.1 Die Panzerplattenpreise und die öffentliche Stimmung

4.2 Die Auseinandersetzungen zu den Rüstungsgüterpreisen im Reichstag

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken von Friedrich Alfred Krupp an der Spitze des Krupp-Konzerns zwischen 1887 und 1901 und analysiert kritisch, inwieweit er den deutschen Flottenbau aus eigenem geschäftlichen Gewinnstreben vorantrieb oder als loyaler Gefolgsmann des Kaisers agierte.

  • Rolle von F. A. Krupp im wilhelminischen Kaiserreich
  • Verhältnis zwischen dem Krupp-Konzern und Kaiser Wilhelm II.
  • Einfluss publizistischer Maßnahmen zur Flottenwerbung
  • Rüstungsgüterpreise und öffentliche Kritik am Monopol
  • Zusammenhang zwischen Patriotismus und ökonomischen Interessen

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Kaiser, die Flotte und F.A. Krupp

Zum Vermächtnis Alfred Krupps an seinen Sohn Friedrich Alfred gehörte der Ratschlag: „ Du musst beim künftigen Kaiser sein, was ich beim jetzigen, … dann kann auch kein Schwindler der Fabrik schaden.“ In der Tat verband Friedrich Alfred und Wilhelm II. nicht nur die Tatsache Erben einer großen Dynastie zu sein. So verstanden sich beide auch als „Vertreter einer neuen, aufstrebenden Generation, die sich nicht mit einer Art Rentnerdasein zufrieden geben, sondern neue Ziele und Ufer ins Auge fassen wollte.“ Der Generationenwechsel fand bei Krupp 1887 und nur ein Jahr später auch auf dem deutschen Thron statt. Dieser Wechsel an der Spitze des Reiches und an der Spitze des Kruppkonzerns spiegelte auch zugleich den Zeitenwechsel der damit einherging wider.

Während Alfred Krupp und das „politische Maß der Dinge“ dieser Zeit, Bismarck, eine Saturiertheit erreicht hatten, welche sowohl die Ansprüche des Deutschen Reichs auf internationaler politischer Bühne als auch die Expansion des Kruppbetriebs beinhaltete, waren dessen Erben von „größeren Zielen“ getrieben. Wenn Friedrich Alfred auch nicht in seinem eher zurückhaltenden Auftreten dem „geltungssüchtigem, Auftritt und Pose liebendem und zudem sprunghaftem“ Kaiser glich, so verkörperte er dennoch dass, was man einen „Wilhelminer“ nannte. Zur Haltung des Kaisers und Krupps gehörte das Bewusstsein, etwas Neues, eine „letztlich unüberholbare Moderne“ zu repräsentieren, was mit einem Absolutheitsanspruch einherging, welcher die Welt in schwarz und weiß aufteilte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Rolle F. A. Krupps im Flottenbau und diskutiert sein öffentliches Image als vermeintlich gewinnsüchtiger Kapitalist im Kontrast zum väterlichen Erbe.

2. F. A. Krupp und Kaiser Wilhelm II.. Patriotismus – Kaisertreue – „Herr im Haus Prinzip“: Das Kapitel beleuchtet die persönliche und ideologische Nähe zwischen F. A. Krupp und Kaiser Wilhelm II. sowie Krupps Engagement in politischer Propaganda.

3. Die Firma Krupp und das Reichsmarineamt: Hier wird die geschäftliche Verflechtung zwischen der Firma Krupp und der Marine untersucht, insbesondere vor dem Hintergrund des Totalunternehmens und der Entwicklung des Panzerplattenmonopols.

4. Der kruppsche Flottenbau und die Öffentlichkeit: Dieses Kapitel analysiert die öffentliche Kritik an Krupp, die Vorwürfe überhöhter Rüstungspreise und die Debatten im Reichstag.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Krupp primär aus Loyalität zum Kaiser handelte und der Vorwurf bewusster Ausbeutung des Staates für enorme Sondergewinne nicht haltbar ist.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Untermauerung der Untersuchung.

Schlüsselwörter

Friedrich Alfred Krupp, Kaiser Wilhelm II., Deutsche Flotte, Schlachtflottenbau, Reichsmarineamt, Panzerplatten, Patriotismus, Rüstungsindustrie, Flottenverein, Süddeutsche Reichskorrespondenz, Admiral von Tirpitz, Rüstungsaufträge, Kaiserreich, Industrieller, Monopolstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wirken von F. A. Krupp zwischen 1887 und 1901 und hinterfragt die Vorwürfe, er habe als gewinnsüchtiger Kapitalist den deutschen Flottenbau aus eigennützigen Motiven vorangetrieben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Beziehung zwischen Krupp und dem Kaiser, der Rolle des Unternehmens als Rüstungslieferant sowie der öffentlichen und parlamentarischen Auseinandersetzung über Rüstungspreise.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung der These, ob F. A. Krupp durch den Kaiser und das Reichsmarineamt zum führenden Rüstungslieferanten gedrängt wurde, statt aus eigenem Antrieb zu handeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, Dokumenten und zeitgenössischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Verhältnis zum Kaiser, die publizistischen Aktivitäten (Süddeutsche Reichskorrespondenz/Flottenverein), die Rolle als Rüstungsmonopolist und die Kritik in der Öffentlichkeit und dem Reichstag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Patriotismus, Kaisertreue, Schlachtflottenbau, Panzerplattenmonopol und Rüstungsgüterpreise.

Warum war F. A. Krupp als „Herr im Haus“ so umstritten?

Dieses Führungsprinzip wurde in der Öffentlichkeit als monarchisch und feudal wahrgenommen, was im Kontrast zu den modernen demokratischen Bestrebungen und der Kritik der Sozialdemokratie stand.

Wie bewertet der Autor den Vorwurf der „Profitgier“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Vorwurf einer bewussten und extremen Ausbeutung des Staates aufgrund der vorliegenden Belege und des unternehmerischen Risikos als nicht haltbar einzustufen ist.

Welche Rolle spielte Victor Schweinburg?

Schweinburg fungierte als Krupps Vertrauensmann, der anonym die öffentliche Meinung zugunsten der kaiserlichen Flottenpläne durch publizistische Mittel beeinflussen sollte.

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Details

Title
Die Firma Fried. Krupp unter Friedrich Alfred Krupp und der deutsche Flottenbau 1887-1901
College
University of Duisburg-Essen
Course
Krupp im Kaiserreich - Unternehmer und Unternehmen
Grade
1,7
Author
M.A. Markus Skuballa (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V61354
ISBN (eBook)
9783638548281
ISBN (Book)
9783638752961
Language
German
Tags
Firma Fried Krupp Friedrich Alfred Krupp Flottenbau Krupp Kaiserreich Unternehmer Unternehmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Markus Skuballa (Author), 2004, Die Firma Fried. Krupp unter Friedrich Alfred Krupp und der deutsche Flottenbau 1887-1901, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61354
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