Von längeren Regelarbeitszeiten ohne Lohnausgleich werden positive Wachstums- und Beschäftigungseffekte erwartet. Gleichzeitig sind voraussichtlich auch negative Effekte auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten. Durch die Forderung entstand eine Kontroverse zwischen Befürwortern und Gegnern einer Arbeitszeitverlängerung, da es letztlich um die Senkung der Lohnkosten geht. In diesem Zusammenhang steht die Lohnpolitik und die Arbeitszeitpolitik wieder auf der Tagesordnung der Tarifpolitik. Die ökonomische Analyse der Forderung beginnt mit einer Sachdarstellung (Abschnitt 2) hinsichtlich der Arbeitszeit- und Lohnpolitik in Deutschland. Darüber hinaus finden sich in diesem Abschnitt der Seminararbeit das lohnpolitische Konzept des Sachverständigenrates (SVR) sowie die Kritik an diesem Konzept. Abschnitt 3 diskutiert die möglichen Auswirkungen einer Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich in Deutschland. In Abschnitt 4 wird ein Ausblick auf das Jahr 2005 formuliert. Das Fazit (Abschnitt 5) bildet den Abschluss der Seminararbeit und fasst die Erkenntnisse der Abschnitte 2 und 3 zusammen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Arbeitszeit- und Lohnpolitik in Deutschland
2.1 Die Arbeitszeitpolitik in Deutschland der letzten Jahre
2.2 Die Lohnpolitik in Deutschland der letzten Jahre
2.3 Das lohnpolitische Konzept des Sachverständigenrates
2.4 Kritik am lohnpolitischen Konzept des Sachverständigenrates
3 Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich in Deutschland
3.1 Wirkungen auf Wachstum und Beschäftigung
3.2 Aktuelle Diskussion in den Medien
4 Ein Ausblick auf das Jahr 2005
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Folgen einer Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich in Deutschland. Dabei wird analysiert, ob derartige Maßnahmen tatsächlich zu den erwarteten positiven Wachstums- und Beschäftigungseffekten führen oder ob sie durch eine Schwächung der Binnennachfrage und deflationäre Tendenzen das gesamtwirtschaftliche Ziel verfehlen.
- Analyse der Arbeitszeit- und Lohnpolitik in Deutschland
- Kritische Würdigung des lohnpolitischen Konzepts des Sachverständigenrates
- Diskussion von Wachstums- und Beschäftigungseffekten durch Lohnkostensenkungen
- Einfluss der Binnennachfrage auf die wirtschaftliche Entwicklung
- Bewertung aktueller mediendiskutierter Thesen zur Arbeitszeitverlängerung
Auszug aus dem Buch
3.1 Wirkungen auf Wachstum und Beschäftigung
Eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich führt zu einer allgemeinen Nominallohnsenkung (Lohnkostensenkung). Die Wirkungen einer Nominallohnsenkung, die ihrerseits zu sinkendem Preis- bzw. Reallohnniveau führen, können danach unterteilt werden, ob sie auf der Reallohnsenkung, der Preissenkung oder der Nominallohnsenkung beruhen. Insgesamt unterscheidet man acht Effekte, wobei lediglich eine Auswahl näher betrachtet wird. Basierend auf den gewählten Effekten werden Thesen formuliert, sachlich diskutiert, und soweit möglich, mit Datenmaterial belegt.
Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass geringere Lohnkosten aufgrund einer Arbeitszeitverlängerung die Produktionskosten reduzieren. Diese Kosten werden angesichts des Wettbewerbsdrucks zwischen den Unternehmen in Form niedrigerer Preise an die Kunden weitergegeben.
Die Effekte einer Reallohnsenkung lassen sich unterteilen in den 1. Verteilungseffekt und den 2. Substitutionsverlangsamungseffekt. Der 2. Effekt wird nicht näher betrachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Kontroverse um Arbeitszeitverlängerungen und legt den Aufbau der Analyse dar, die von der Lohn- und Arbeitszeitpolitik über die theoretische Diskussion bis zum Ausblick führt.
2 Arbeitszeit- und Lohnpolitik in Deutschland: Dieses Kapitel liefert eine Sachdarstellung der tariflichen Rahmenbedingungen, analysiert die Lohnentwicklung sowie das Modell des Sachverständigenrates und kritisiert dessen Annahmen zur Lohnzurückhaltung.
3 Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich in Deutschland: Der Hauptteil untersucht anhand verschiedener ökonomischer Effekte die Auswirkungen von Lohnkostensenkungen auf Wachstum und Beschäftigung und reflektiert die öffentliche sowie mediale Debatte darüber.
4 Ein Ausblick auf das Jahr 2005: Hier werden die empirischen Befunde zur Lohnentwicklung mit den Erwartungen an den Arbeitsmarkt und den Investitionsplänen der Unternehmen für das kommende Jahr verknüpft.
5 Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass eine Arbeitszeitverlängerung kein Allheilmittel darstellt und die Stärkung der Binnennachfrage zur wirtschaftlichen Stabilisierung unabdingbar ist.
Schlüsselwörter
Arbeitszeitverlängerung, Lohnausgleich, Lohnpolitik, Beschäftigungseffekte, Binnennachfrage, Sachverständigenrat, Reallohn, Nominallohn, Produktivität, Arbeitszeitflexibilisierung, Verteilungsspielraum, Lohnkosten, Wettbewerbsfähigkeit, Konjunktur, Deflation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen und die Sinnhaftigkeit einer Verlängerung der regelmäßigen Arbeitszeit in Deutschland, sofern diese ohne einen entsprechenden Lohnausgleich stattfindet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Lohnpolitik, der Arbeitszeitflexibilisierung, den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen von Lohnkostensenkungen und der Rolle der Binnennachfrage.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich tatsächlich geeignet sind, Wachstum und Beschäftigung zu fördern, oder ob sie eher negative Folgen durch eine Kaufkraftminderung nach sich ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine ökonomische Analyse, die theoretische Konzepte (wie das Modell des Sachverständigenrates) mit aktuellen Daten, empirischen Befunden und der kritischen Diskussion in den Medien abgleicht.
Was wird im Hauptteil detailliert diskutiert?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Wirkungskanäle von Nominallohnsenkungen, wie etwa den Verteilungs- oder Exporteffekt, und bewertet diese kritisch hinsichtlich ihrer Wirkung auf Investitionen und Beschäftigung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Arbeitszeitverlängerung, Lohnzurückhaltung, Verteilungsspielraum, Binnennachfrage und Beschäftigungssicherung.
Warum übt der Autor Kritik am Modell des Sachverständigenrates?
Der Autor kritisiert, dass das Modell in sich widersprüchlich ist, da es den Reallohn exogen vorgibt und wichtige Kostenfaktoren wie Lohnnebenkosten bei der Berechnung des Verteilungsspielraums vernachlässigt.
Welche Rolle spielt der Außenhandel in der Analyse?
Der Autor erkennt den Erfolg der Exportindustrie an, warnt aber davor, die wirtschaftliche Lage ausschließlich über Exporte zu definieren und betont die notwendige Reparatur der Binnennachfrage.
- Quote paper
- Diplom-Volkswirt Maik Klann (Author), 2004, Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich: eine ökonomische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61398