Im Rahmen dieser Arbeit geht es darum, die technologische Leistungsfähigkeit des Wirt-schaftssektors der Neuen Bundesländer (NBL) - im Rahmen von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit - anhand ausgewählter Indikatoren zu analysieren, wobei sich die Ausführungen auf das Verarbeitende Gewerbe (Industriesektor) und den Dienstleistungssektor beschränken. Mit Innovation, welche das Ergebnis aus Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist, wird häufig auch eine steigende Wettbewerbsfähigkeit verbunden. So hat insbesondere das Verarbeitende Gewerbe der Neuen Bundesländer, gemäß verschiedener Literaturquellen, seit der Privatisierung früher staatlich gelenkter Betriebsstätten, der Gründung vieler neuer Unternehmen und durch die Erneuerung der Produktpalette deutlich an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. 1 Im Rahmen dieser Arbeit werden hauptsächlich die forschungsintensiven Industrien und wissensintensiven Dienstleistungen analysiert, da gerade diese Sektoren für die technologische Leistungsfähigkeit und Innovationskraft von hoher Bedeutung sind. Im Hinblick auf die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit des vorhandenen FuE - Personals und der mit FuE - Tätigkeit verbundenen kostenmäßigen Aufwendungen unterscheiden sich diese Sektoren von den nicht-forschungsintensiven und nichtwissensintensiven Sektoren. Auch hinsichtlich der Häufigkeit, Produkt- oder Prozessinnovationen hervorzubringen, heben sich die forschungs- und wissensintensiven Sektoren positiv von den nicht-forschungsintensiven und nicht-wissensintensiven Sektoren ab, 2 so dass dieser Sachverhalt ebenfalls den Strukturwandel hin zu einem höheren Anteil technologie-und wissensintensiver Branchen (Wirtschaftszweige) unterstützt. Zu erwähnen ist jedoch, dass der für die ostdeutschen wissensintensiven Dienstleistungen zur Verfügung stehende Datenumfang geringer ist als für den Industriesektor, so dass die Ausführungen zu diesem Bereich in ihrem Umfang wesentlich geringer sein werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 FuE im Wirtschaftssektor der NBL – Bestandsaufnahme
2.1 FuE – Kapazitäten (Indikatoren des Ressourceneinsatzes)
2.1.1 FuE – Personal und interner FuE - Aufwand
2.1.2 Sektoralstruktur der Industrieforschung
2.1.3 FuE – Schwerpunkte
2.1.4 Struktur der Unternehmensgrößen und deren FuE - Beteiligung
2.2 Qualifikationsstruktur der Erwerbstätigen
3 Wissensumsetzung: Patente und Innovationsverhalten im Wirtschaftssektor der Neuen Bundesländer
3.1 Patentaufkommen und Patentstrukturen nach Herkunft der Anmelder
3.1.1 Methodische Grundlagen
3.1.2 Patentaufkommen im Zeitraum 1994 - 2001
3.1.3 Inhaltliche Profile der Neuen Bundesländer
3.2 Innovationsverhalten der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen 1992 - 2001
3.2.1 Innovationsbeteiligung und –aufwendungen
3.2.2 Innovationserfolg
3.2.3 Innovationseffizienz differenziert nach Herkunft der Innovationserträge
3.2.4 Innovationseffizienz und Wettbewerbsfähigkeit
3.2.5 Innovatoren versus Nicht-Innovatoren – Deutlicher Produktivitätsabstand
3.3 Exkurs: Effekte der FuE – Förderung auf die FuE- und Innovationsaufwendungen und das Innovationsergebnis in den Neuen Bundesländern
3.3.1 Ermittlung von FuE – Fördereffekten mit Hilfe ökonometrischer Verfahren
3.3.2 Auswirkungen der öffentlichen Förderung anhand von Befragungen
3.4 Analyse zum Zusammenhang zwischen Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung
3.4.1 Theoretischer Zusammenhang zwischen Innovation und Beschäftigung auf der Betriebs- bzw. Unternehmensebene
3.4.2 Evaluation des Zusammenhangs zwischen Innovation und Beschäftigung
4 Forschungs- und wissensintensiver Sektor in den Neuen Bundesländern – Dynamik und Struktur
4.1 Forschungsintensive Industrien
4.1.1 Auslandsumsatz
4.1.2 Exkurs: Exportbeteiligung nach der Unternehmensgröße und Technologieintensität
4.1.3 Wertschöpfung in forschungsintensiven Industrien
4.1.4 Beschäftigung und Arbeitsproduktivität in forschungsintensiven Industrien
4.1.5 Gewinnsituation der ostdeutschen Industrie und der forschungsintensiven Industrien
4.1.6 Exkurs: Maschinenbau und Chemische Industrie erreichen Gewinnzone
4.2 Wissensintensive Dienstleistungen
4.3 Unternehmensdynamik in forschungs- und wissensintensiven Branchen
4.3.1 Unternehmensgründungen in forschungs- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen der NBL 1995 - 2002
4.3.2 Unternehmensinsolvenzen in forschungs- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen in den Neuen Bundesländern 1995 - 2002
4.3.3 Verhältnis von Gründungs- zu Insolvenzraten in forschungs- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen in den Neuen Bundesländern 1995 - 2002
4.3.4 Arbeitsplatzdynamik durch Gründungen, Schließungen und bestehende Betriebe
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die technologische Leistungsfähigkeit des Wirtschaftssektors der Neuen Bundesländer (NBL) im Kontext von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, wobei der Fokus auf dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor liegt. Ziel ist es, die Entwicklung der FuE-Kapazitäten, die Wissensumsetzung durch Patente sowie die Dynamik und Struktur forschungs- und wissensintensiver Sektoren zu bewerten, um den Beitrag der Innovationen zu Produktion, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit zu identifizieren.
- Analyse von FuE-Kapazitäten und Innovationsaktivitäten in den NBL
- Untersuchung der Wissensumsetzung durch Patente und Marktneuheiten
- Evaluierung der Auswirkungen von FuE-Fördermaßnahmen
- Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungseffekte
- Analyse der Unternehmensdynamik (Gründungen und Insolvenzen) in forschungsintensiven Branchen
Auszug aus dem Buch
Exkurs: Agglomerationsvorteile und Skaleneffekte
Nach der Theorie der Agglomerationsvorteile siedeln sich Unternehmen der gleichen Branche in unmittelbarer Nähe zueinander an (Agglomeration), um von einem hohen Angebot an qualifizierten Arbeitskräften (Humankapital und Know-how), von spezifischen Zwischengütern (Vorprodukte von Zulieferern) und technologischen Spillovern zu profitieren. Eine geringe Handelbarkeit der spezifischen Zwischengüter wirkt begünstigend für die Agglomeration, weil sie dadurch relativ zu den Endprodukten hohe Transportkosten verursachen. Zu beachten ist, dass es bei Agglomerationen vor allem um Wechselwirkungen geht. So erhoffen sich z.B. die Zulieferer größere Absatzmengen ihrer Produkte, die Endproduzenten erhoffen sich günstigere Transportkosten und Einkaufspreise. Für die Arbeitnehmer wiederum steigen die Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden. Auch der Informationsaustausch zwischen den Unternehmen, Kunden und den Arbeitnehmern ist wichtig, um die Produkte weiterzuentwickeln und neuere innovative Produkte auf den Markt zu bringen. In diesen Agglomerationsräumen treten sowohl interne als auch externe Skaleneffekte auf.
Für die Analyse der Auswirkungen von Skaleneffekten auf die Marktstruktur ist es notwendig zu wissen, mit welcher Art von Produktionssteigerungen die Durchschnittskosten gesenkt werden können. Die Literatur unterscheidet zwei Arten von Skaleneffekten. Zum Einen sind dies externe Skaleneffekte (oder Größenvorteile) und zum Anderen interne Skaleneffekte. So entstehen externe Skaleneffekte, wenn die Kosten pro Einheit (Durchschnittskosten) von der Größe der Branche, nicht aber notwendigerweise von der Größe eines Unternehmens abhängen. Im Gegensatz dazu fallen interne Skaleneffekte an, wenn die Kosten pro Einheit von der Unternehmensgröße, nicht aber unbedingt von der Branche abhängen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die technologische Leistungsfähigkeit des Wirtschaftssektors der Neuen Bundesländer anhand von Innovations- und Wettbewerbsindikatoren zu untersuchen.
2 FuE im Wirtschaftssektor der NBL – Bestandsaufnahme: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Bestandsaufnahme der FuE-Kapazitäten, einschließlich des Personals, der Sektoralstruktur und der Unternehmensgrößenstruktur in den Neuen Bundesländern.
3 Wissensumsetzung: Patente und Innovationsverhalten im Wirtschaftssektor der Neuen Bundesländer: Hier wird die Umsetzung von FuE-Potenzial in marktrelevante Patente und Innovationen analysiert, ergänzt durch einen Exkurs zur Wirksamkeit der FuE-Förderung.
4 Forschungs- und wissensintensiver Sektor in den Neuen Bundesländern – Dynamik und Struktur: Dieses Kapitel untersucht die Dynamik und Struktur der forschungsintensiven Industrien und Dienstleistungen, wobei der Fokus auf Export, Wertschöpfung und Unternehmensdynamik liegt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und bewertet die technologische Leistungsfähigkeit und den Strukturwandel der Neuen Bundesländer.
Schlüsselwörter
Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, FuE-Kapazitäten, Neue Bundesländer, Patente, Wissensumsetzung, technologische Leistungsfähigkeit, Strukturwandel, wissensintensive Dienstleistungen, Unternehmensgründungen, Forschungs- und Entwicklung, Humankapital, Produktivität, Innovationsförderung, Industrieforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der technologischen Leistungsfähigkeit des Wirtschaftssektors der Neuen Bundesländer im Rahmen von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die FuE-Kapazitäten, die Patentstrukturen, das Innovationsverhalten der Unternehmen, die Auswirkungen öffentlicher Förderung sowie die Unternehmensdynamik in forschungsintensiven Branchen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist eine ökonomische Analyse der technologischen Leistungsfähigkeit, um den Beitrag von Innovationen zu Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in den Neuen Bundesländern zu bestimmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine ökonomische Analyse unter Verwendung verschiedener Indikatoren sowie auf die Auswertung mikroökonometrischer Verfahren (z.B. Matching-Verfahren) und Befragungsdaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der FuE-Kapazitäten, eine Analyse der Wissensumsetzung mittels Patenten und Innovationsverhalten sowie eine Untersuchung der Dynamik und Struktur forschungsintensiver Sektoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Neue Bundesländer, Patente, FuE-Kapazitäten, Strukturwandel und technologische Leistungsfähigkeit.
Wie wirken sich die Unterschiede in der Betriebsgrößenstruktur auf die Innovation aus?
Aufgrund der Dominanz kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in den Neuen Bundesländern fehlen oft die regionalspezifischen Konzentrationspunkte und Spillover-Effekte, die in westdeutschen Regionen durch Großunternehmen bereitgestellt werden.
Welche Rolle spielt die öffentliche Förderung für die Unternehmen in den NBL?
Die öffentliche Förderung ist hoch effektiv und hat dazu beigetragen, dass ostdeutsche Unternehmen trotz schwierigerer Ausgangsbedingungen signifikant mehr in Forschung und Entwicklung investieren, als es ihre Markt- und Größenverhältnisse sonst vermuten ließen.
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- Diplom-Volkswirt Maik Klann (Author), 2006, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Die technologische Leistungsfähigkeit des Wirtschaftssektors in den Neuen Bundesländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61399