Im Werk die „Nikomachische Ethik“ von Aristoteles gilt die Klugheit als
zentrale Tugend, da keine Handlung und keine Tugend ohne sie auskäme. Im
Verlauf der Arbeit möchte ich zeigen, was gerade diese Tugend zu einer so
besonderen macht. Hierfür werde ich nach einer kurzen Einleitung zu Aristoteles Leben und seinem Werk auf die Tugendlehre des Aristoteles hinweisen und seine Aufteilung in dianoethische und ethische Tugenden näher erläutern. Nun werde ich mich dem Klugheitsbegriff zuwenden und klären ob er wirklich so wichtig ist, für das Modell der Aristotelischen Tugendlehre. Um die Frage zu beantworten, welche Rolle der Klugheitsbegriff zum Erlangen der
Glückseligkeit spielt, werde ich auf die Zusammenhänge von Glückseligkeit und
Klugheit zu sprechen kommen und sie erläutern. Abschließend werde ich, um
die Differenziertheit der Klugheit näher zu beleuchten, die von Aristoteles
genannten Wahrheitsvermögen der Seele unter dem Aspekt ihrer Ähnlichkeit mit
der Tugend der Klugheit beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Aristoteles „Nikomachische Ethik“
2.1 Leben und Wirken
2.2 Nikomachische Ethik
3. Die Tugendlehre bei Aristoteles
3.1 Tugendbegriff
3.2 dianoethische und ethische Tugenden
4. Rolle der Klugheit mit Anmerkungen zur Glückseligkeit
4.1 Klugheitsbegriff
4.2 Klugheit in Verbindung mit der Glückseligkeit
4.3 Unterscheidung der Klugheit von anderen Wahrheitsvermögen der Seele
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Klugheit innerhalb der aristotelischen „Nikomachischen Ethik“ und analysiert deren unerlässliche Funktion für das Erreichen der menschlichen Glückseligkeit.
- Struktur und Einordnung der Tugendlehre des Aristoteles
- Differenzierung zwischen ethischen und dianoethischen Tugenden
- Der Klugheitsbegriff (Phronêsis) als Voraussetzung für sittliches Handeln
- Zusammenhang von Klugheit, vernünftigem Streben und Lebensführung
- Abgrenzung der Klugheit von anderen Wahrheitsvermögen der Seele
Auszug aus dem Buch
4.1 Klugheit
Klugheit ist die Fähigkeit zu angemessenem Handeln im konkreten Einzelfall unter Berücksichtigung aller für die Situation relevanter Faktoren, individueller Handlungsziele und sittlichen Einsichten. Seit Platon zählt die Klugheit zu den vier Kardinaltugenden. Kant hält sie für ein pragmatisches Wissen um die der Beförderung der eigenen Glückseligkeit dienlichen Mittel. Klugheit ist nicht zu verwechseln mit Schlauheit, Smartheit oder Cleverness, die man als minder wertvolle Formen der Klugheit betrachtet, da sie zwar mit denselben Mitteln arbeiten, jedoch nur einen praktischen Nutzen oder persönlichen Vorteil zum Ziel haben. Wie schon erwähnt gehört die Klugheit zu den dianoethischen Tugenden und stellt außerdem die wichtigste Verstandestugend nach Aristoteles` Modell dar. Im Griechischen heißt die Klugheit Phronêsis und hat mindestens zwei Bedeutungen, die Aristoteles nirgends ausdrücklich unterscheidet. Einmal das „Wissen in einem weiteren Sinn“ und dem Wissen als „Wissen von etwas“. Doch es ist anzunehmen, dass er die Phronêsis benutzte, um die Fähigkeit zur Orientierung eigenen und fremden Handelns zu verdeutlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der Problemstellung und Erläuterung der Relevanz der Klugheit als zentrale Tugend in Aristoteles' Werk.
2. Aristoteles „Nikomachische Ethik“: Biografischer Abriss von Aristoteles sowie eine Einordnung der Nikomachischen Ethik in sein Gesamtwerk und dessen moralische Grundzüge.
3. Die Tugendlehre bei Aristoteles: Analyse des Tugendbegriffs im Kontext der mesotischen Lehre sowie die Unterteilung in dianoethische und ethische Tugenden.
4. Rolle der Klugheit mit Anmerkungen zur Glückseligkeit: Untersuchung der Klugheit (Phronêsis) als Voraussetzung für das tugendhafte Leben und deren Abgrenzung gegenüber anderen intellektuellen Seelenvermögen.
5. Schlussbemerkung: Resümee über die Komplexität des Klugheitsbegriffs und seine anhaltende Bedeutung für die ethische Beurteilung menschlichen Handelns.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Nikomachische Ethik, Klugheit, Phronêsis, Tugendethik, Glückseligkeit, Eudaimonia, dianoethische Tugenden, ethische Tugenden, Mesoteslehre, praktische Vernunft, vernünftiges Streben, Wahrheitsvermögen, Sittlichkeit, Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Funktion und Bedeutung der Klugheit innerhalb der aristotelischen Tugendethik und deren Beitrag zum Erreichen der Glückseligkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das aristotelische Modell der Tugendlehre, die Unterscheidung verschiedener Seelenteile sowie die Analyse der Phronêsis (Klugheit).
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu klären, welche Rolle der Klugheitsbegriff beim Erlangen der Glückseligkeit spielt und warum er als zentrale Tugend für jedes sittliche Handeln gilt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse der „Nikomachischen Ethik“ und die Heranziehung einschlägiger fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Tugendlehre, der detaillierten Definition der Klugheit sowie deren Abgrenzung gegenüber anderen intellektuellen Vermögen wie Wissenschaft und Kunst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Aristoteles, Klugheit, Phronêsis, Glückseligkeit, Tugend, praktische Vernunft und Mesoteslehre.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Klugheit und Kunst wichtig?
Aristoteles unterscheidet sie, da die Klugheit auf das gute Handeln im Prozess abzielt, während die Kunst das regelrechte Hervorbringen eines Endprodukts als Ziel hat.
Warum ist die Klugheit zwingend für die ethischen Tugenden?
Ohne Klugheit lässt sich nicht bestimmen, was in einer konkreten Situation die richtige Mitte darstellt, wodurch tugendhaftes Handeln erst ermöglicht wird.
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- Jennifer Meyer (Author), 2006, Aristoteles Nikomachische Ethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61412