Projektarbeit in der Schule: Thema Kariesprophylaxe


Hausarbeit, 2006

20 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1. Unterrichtsorganisatorischer Rahmen
2. Anthropogene und soziokulturelle Bedingungen der Zielgruppe/ Lernvoraussetzungen der Schülerinnen
3. Lehrvoraussetzungen der unterrichtenden Lehrkraft

2. Analyse der Thematik
1. Einordnung des Themas in den Rahmenlehrplan
2. Legitimation der Thematik
3. Sachdarstellung
4. Didaktische Reduktion

3. Lernziele/Kompetenzen
1. Hinweise zur Lernzieldifferenzierung/Kompetenzeinteilung
2. Groblernziel
3. Feinlernziele
4. Lernzielkontrolle

4. Analyse der Methodik
1. Artikulation
2. Aktions- und Sozialform
3. Medien

5. Verlaufsplan

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Bedingungsanalyse

1.1 Unterrichtsorganisatorischer Rahmen

Die geplante Unterrichtsstunde (à 45 Min.) findet in einer Klasse der Zahnmedizinischen Fachangestellten statt. Die Schülerinnen sind im 1. Ausbildungsjahr. Es handelt sich um einen Teilzeitunterricht an der Berufsschule, d. h. an zwei Tagen pro Woche (Mittwoch und Donnerstag). Diese Unterrichtsstunde wird am Donnerstag in der 3. Stunde abgehalten.

Vorher hatten die Schülerinnen Politik, was bedeutet, dass die Schülerinnen noch aufnahmefähig sind.

Der Klassenraum hat große Fenster. Es gibt eine Tafel, eine große Pinnwand und einen OHP. Ansonsten ist der Raum nicht weiter ausgestattet. Tische und Stühle sind verschiebbar. Insgesamt gibt es keine nennenswerten Besonderheiten.

1.2 Anthropogene und soziokulturelle Bedingungen der Zielgruppe/ Lernvoraussetzungen der Schülerinnen

24 Schülerinnen befinden sich in dieser Klasse. Folgende Zusammensetzung liegt vor:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Hauptanteil der Schülerinnen ist 18 bzw. 19 Jahre alt. Größere Unterschiede gibt es in den Schulabschlüssen, wodurch die Unterrichtsbedingungen erschwert werden. Bemerkbar macht sich dies durch zeitweilige Unterforderung der Abiturientinnen, die zusätzlich gefördert werden müssen oder aber durch Überforderung der Hauptschülerinnen, die dementsprechende Hilfestellung benötigen. Zudem haben sich Grüppchen gebildet, wobei die 35jährige Umschülerin etwas aus dem Rahmen fällt. Was den Ausländeranteil betrifft, so ist zu sagen, dass die Klasse überwiegend aus Schülerinnen mit deutscher Staatsangehörigkeit gibt (18), ansonsten noch zwei türkische (davon

eine mit Kopftuch) und 4 russische Mitschülerinnen. Dabei ist erwähnenswert, dass sich

letztgenannte zu einer Gruppe formiert haben. Teilweise behindern sie den Unterrichtsverlauf durch interne Gespräche. Einerseits gibt es folglich sehr lebhafte Schülerinnen, andererseits stark introvertierte – wie etwa die 17jährige türkische Mitschülerin mit Kopftuch.

Bei ausreichender Motivation handelt es sich um eine mittelstarke Klasse. Dadurch, dass sich die Schülerinnen erst im 1. Ausbildungsjahr befinden, kennen sich die meisten noch nicht so gut.

Das Verhältnis zwischen Klasse und den einzelnen Fachlehrern ist sehr unterschiedlich. Auch der Unterrichtsablauf verläuft sehr heterogen – abhängig von Sympathien, Motivationslage, Interesse am Thema. Ansonsten ist das Klima angenehm.

In Hinblick auf die Medien soll erwähnt sein, dass überwiegend mit dem OHP und der Tafel gearbeitet wird. Gruppenarbeiten sind den Schülerinnen bereits bekannt. Schon präsentierte Ergebnisse sind an der Pinnwand fixiert. Aufgrund des hohen Aufwands und der Kosten kommen Powerpoint-Präsentationen nicht in Frage.

1.3 Lehrvoraussetzungen der unterrichtenden Lehrkraft

Die Lehrkraft ist eine Referendarin im ersten Jahr. Sie unterrichtet die Klasse seit Beginn des Schuljahres in Fachkundeunterrichtet. Dieser Unterricht findet zweimal pro Woche à 45 Minuten statt. Da die Lehrkraft die Klasse der Zahnmedizinischen Fachangestellten auch in anderen Unterrichtsfächern zu unterschiedlichen Tageszeiten und noch an einem anderen Wochentag unterrichtet, ist eine bessere Einschätzung der gesamten Klasse wie auch einzelner Schüler und ihrer Fähigkeiten möglich.

Das Verhältnis zwischen den Schülerinnen und der Lehrkraft ist gut und von Vertrauen geprägt. Der Referendarin wird u.a. auch deshalb Respekt entgegengebracht, weil den Schülerinnen bekannt ist, dass sie vor ihrem Studium eine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten absolviert hat und somit Fachkompetenz nachweisen kann und sich im Praxisalltag auskennt. Dank dieser Vorbildung kann eine effektive Anleitung der Schülerinnen bezüglich des Stundenthemas erfolgen.

2. Analyse der Thematik

2.1 Einordnung des Themas in den Rahmenlehrplan für den berufsspezifischen Unterricht im Ausbildungsberuf der Zahnmedizinischen Fachangestellten

In der geplanten Unterrichtsstunde wird das Thema „Kariesprophylaxe“ behandelt.

Da es sich um Fachkundeunterricht handelt, dient als Grundlage für die Unterrichtsplanung der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf der Zahnmedizinischen Fachangestellten. Die Schülerinnen befinden sich im ersten Ausbildungslehrjahr, folglich ist das o. g. Thema dem Lernfeld 4 („Kariestherapie begleiten“) mit einem Zeitrichtwert von insgesamt 60 Stunden einzuordnen (vgl. KULTUSMINISTERKONFERENZ: Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Zahnmedizinische Fachangestellte/r, 2001).

Weiterführendes Thema im Lernfeld 4 könnte im Anschluss an die Karies und Prophylaxe folgendes sein:

restaurative Maßnahmen (einschließlich):

Inlays

Kronen

Brücken

Weitere Angaben zu den genannten Begriffen sollen an dieser Stelle lediglich namentlich erwähnt bleiben, da zwar Sachkenntnis darüber besteht, allerdings würde die Inhaltsausbreitung im Umfang dieses Unterrichtsentwurfes das Maß sprengen.

2.2 Legitimation der Thematik

90% unserer Bevölkerung ist von Karieserkrankungen betroffen. Dieses wiederum bedeutet, dass die Schülerinnen nahezu täglich in der Praxis damit konfrontiert werden. Daher ist das Thema Karies von enorm großer Bedeutung für die Ausbildung einer ZFA. Fundierte Kenntnisse über Kariesentstehung, -verlauf und -prophylaxe sind zwingend erforderlich, um kompetent im Berufsleben agieren zu können.

Insbesondere hat die Prophylaxe in den letzten Jahren an Wichtigkeit gewonnen, da in der Zahnmedizin ein Paradigmenwechsel zustande gekommen ist: Ziel ist, weg von den restaurativen Maßnahmen, möglichst lange gesunde Zähne zu erhalten. Damit hat die Prophylaxe einen ganz zentralen Stellenwert bekommen. Präventive, vorbeugende Handlungsweisen sollen einen größeren Eingriff in dem natürlichen Mundmilieu verhindern. Doch erhaltend zu handeln setzt voraus, dass Ursache und Wirkung bereits bekannt sind. Zudem muss eine zukünftige ZFA im Stande sein, den Patienten aufzuklären, ihm Fragen zu beantworten, zu dokumentieren und Prophylaxemaßnahmen selbst vorzunehmen bzw. dabei zu assistieren. Um den Gesamtkontext innerhalb des Praxisablaufs

verstehen zu können, müssen die Schülerinnen eine breite Basis an Grundlagenwissen rund um die Kariesentstehung und -vorbeugung erlernen. Auch spätere restaurative Maßnahmen, die selbstverständlich immer noch praktiziert werden, wenn sie sich nicht mehr vermeiden lassen, setzen eine Zerstörung überwiegend durch Karies und oftmals die damit verbundenen falschen Verhaltensweisen (wie etwa falsche Ernährung, andere Putztechnik etc.) voraus. Zudem lassen sich die Defekte besser erklären (und weshalb Restaurationen ausgerechnet an bestimmten Stellen des Zahnes die Zahnsubstanz ersetzen müssen), wenn deutlich ist, wo beispielsweise Prädilektionsstellen am Zahn vorhanden sind.

Aber auch im privaten Bereich, d. h. jenseits von Schule und Zahnarztpraxis ist die Kenntnis dieser

Thematik für die eigene Gesundheitsförderung und -erhaltung von universeller Wichtigkeit. Häufig

sind die ZFA's selbst von der Erkrankung betroffen. Es kann somit im eigenen Interesse sein, Prophylaxemaßnahmen zu erwerben. Da eine zahnmedizinische Fachangestellte gewissermaßen auch Vorbildfunktion innerhalb der eigenen Familie (quasi als Fachfrau für Zahngesundheit), aber auch in der Praxis (als Aushängeschild für gepflegtes Aussehen) hat, und damit ein gewisses Maß an Verantwortung mitträgt, ist das Erlernen der Präventivpraktiken unbedingt notwendig.

2.3 Sachdarstellung

a) Karies

Karies ist die häufigste Zahnerkrankung neben Parodontitits.

Zahnschmelz enthält zu 97% kristalline Mineralien (Apatitkristalle aus Ca und P), 2% Proteine und 1% Wasser. Er ist für Fluorid, Ca, P und einige Säuren durchlässig.

Bei der Nahrungsaufnahme bildet sich Plaque an den Zähnen, dadurch, dass in der Mundhöhle Bakterien leben. Für einen Teil dieser Bakterien sind Kohlenhydrate die Hauptnahrung, die sie vergären. Sie bilden den Zahnbelag. Es entstehen Säuren, die zunächst die Apatitkristalle unter der Schmelzoberfläche angreifen, d.h. entkalken. Passiert dies ständig an einer Stelle, wirkt der Zahnschmelz unter der Plaque kreidig weiß; dies ist das erste Anzeichen für Karies. Hierbei ist die Schmelzoberfläche noch intakt. Bricht diese ein, da sie einweicht, entsteht ein „Loch“. Zu diesem Zeitpunkt wird auch das Dentin angegriffen. Die Bakterien wandern dann fortschreitend Richtung Zahnmark, ins Blut und schließlich zu anderen Körperorganen.

Man unterscheidet je nach Stufe der Karieserkrankung am Zahn mehrere Etappen: zunächst erkennt man den weißen Fleck – dabei handelt es sich um Initialkaries, die remineralisiert werden kann, beispielsweise durch Fluoridieren der Stelle. Dauert die Erkrankung an, wird der Zahnschmelz unterhalb der Oberfläche weiter angegriffen bis die dünne Oberflächenschicht einbricht. Dieser Prozess ist vergleichbar mit der Bildung eines Sees. Dabei wird vom Grundwasser das

Mineralgestein ausgespült, und schließlich bricht die oberste Deckschicht ein durch erosive Prozesse. Bei der Schmelzkaries handelt es sich um Caries superficialis. Wird die Schmelz-Dentin-Grenze erreicht, nennt man die Karies Caries media. Wandert die Karies weiter Richtung pulpennahem Dentin, so handelt es sich um Caries profunda (vgl. Weber, 2001, S. 26ff).

Zur Bestimmung des Stadiums bedient sich der Zahnarzt mehrerer Standardmethoden. Zunächst wird bei der Vorsorgeuntersuchung eine Befundaufnahme des einzelnen Zahnes mit einer Sonde sondiert. Gesunder Zahn fühlt sich hart, glänzend und glatt an. Findet sich Initialkaries, ist die betroffene Stelle kreidig weiß, matt und weicher. Ist die Karies bereits fortgeschritten und ist die Oberfläche meist bereits eingebrochen, sind schwarze Stellen sichtbar. Ist die Erkrankung bereits in

der pulpanahen Zone, können Zahnschmerzen auftreten, oder zumindest Empfindlichkeit auf süße

Substanzen, Kälte oder Wärme.

Hat der Zahnarzt die Vermutung, dass die Karies schon fortgeschritten ist, veranlasst er eine Bißflügelaufnahme – eine Röntgenaufnahme, auf der man Aufhellungen (also dunkle Stellen im Bild) erkennen kann, sofern Karies vorhanden ist.

Insgesamt lässt sich sagen, dass mehrere Faktoren aufeinander treffen müssen, damit Karies entsteht: Plaque, Säure, Zeit und Zahn, an dem die Erkrankung auftritt. Ebenso erwähnenswert sind allerdings auch noch Faktoren wie: Zahnfehlstellung, tiefe Quer- und Längsfissuren, Gruben, die Zusammensetzung des Zahnes (ob dieser eher weich ist), was genetisch bedingt ist, zähflüssiger Speichel (der oftmals verursacht wird durch bestimmte Medikamenteneinnahmen), übermäßiger (klebriger) Zuckerkonsum – insbesondere bei Kindern (vgl. Hellwig, 1991, S.12 ff).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Projektarbeit in der Schule: Thema Kariesprophylaxe
Hochschule
Universität Osnabrück  (Gesundheitswissenschaften)
Veranstaltung
Seminar: Spezielle Schulpraktische Studien: Vorbereitung auf das Fachpraktikum
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V61444
ISBN (eBook)
9783638549011
ISBN (Buch)
9783640127542
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Unterrichtsentwurf für Zahnmedizinische Fachangestellte
Schlagworte
Projektarbeit, Schule, Thema, Kariesprophylaxe, Seminar, Spezielle, Schulpraktische, Studien, Vorbereitung, Fachpraktikum
Arbeit zitieren
Maja Tintor (Autor), 2006, Projektarbeit in der Schule: Thema Kariesprophylaxe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61444

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