In dieser Arbeit soll der französische Ökonom Jean-Baptiste Say, sein Leben und sein Werk dargestellt werden. Say gilt als einer der führenden Vertreter der klassischen Nationalökonomie, mit der die moderne Volkswirtschaftslehre begann. Daher soll zunächst auf diese ersten Gehversuche der Volkswirtschaftslehre eingegangen werden, um dann Jean-Baptiste Say vor diesem Hintergrund einzuordnen. Abschließend wird auf die Frage der Bedeutung von Say aus heutiger Sicht eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. DIE KLASSISCHE NATIONALÖKONOMIE
3. JEAN-BAPTISTE SAY
3.1. Biographie
3.2. Hauptwerke
3.3. Zentrale Gedanken
4. DAS TRAITE D´ECONOMIE POLITQUE
4.1. Die Überwindung der Physiokratie
4.2. Die drei Produktionsfaktoren
4.3. Die Rolle der politische Ökonomie
4.4. Die Wertlehre
4.5. Der Begriff des „Unternehmers“
4.6. Das Saysche Gesetz
5. REAKTIONEN AUF SAY
5.1. Say im Urteil seiner Zeitgenossen
5.2. Say im Urteil von John Maynard Keynes
6. ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Leben und das ökonomische Werk von Jean-Baptiste Say im Kontext der klassischen Nationalökonomie darzustellen und seine wissenschaftliche Bedeutung für die moderne Volkswirtschaftslehre zu analysieren.
- Biografische Einordnung von Jean-Baptiste Say
- Analyse des Hauptwerks „Traité d´économie politique“
- Untersuchung der zentralen ökonomischen Konzepte (Produktionsfaktoren, Wertlehre, Unternehmerbegriff)
- Die theoretische Bedeutung und Kritik des Sayschen Gesetzes
- Die Rezeption von Says Theorien durch Zeitgenossen und John Maynard Keynes
Auszug aus dem Buch
4.5. Der Begriff des „Unternehmers“
Die industrielle Entwicklung, die sich zwischen dem Jahre 1776, in dem der Völkerreichtum erschien und 1803, in dem der Traité erschien, in England ausgeprägt hatte, dauerte nicht lange um auch Frankreich zu erobern. Somit erreichte die Industrie auch Say, der ihre Bedeutung, im Gegensatz zu Adam Smith, als unverzichtbare Funktion bei der Erhöhung der wirtschaftlichen Produktivität angesehen hatte. Er bezeichnete die Maschine als „Kapitalien, die aufgewendet werden, um die produktiven Kräfte der Natur zu verwerten […]. Eine wohldurchdachte Maschine erzeugt mehr als die Zinsen dessen, was sie gekostet hat, oder auch, sie läßt die Gesamtheit an der Verbilligung, die die Maschinenarbeit ermöglicht, teilnehmen“.
Ferner hat Jean-Baptiste Say, der selbst erfolgreicher Unternehmer war, den Begriff „entrepreneur“ in die Theorie eingeführt, den er im Gegensatz zur Auffassung der englischen Klassiker von dem „Kapitalisten“ klar zu unterscheiden war. Seiner Auffassung nach, war der Unternehmer derjenige, der die Produktion leitete und die Verteilung der Güter beherrschte: „das, was den bemerkenswertesten Einfluß auf die Verteilung der Güter ausübt, ist die Tüchtigkeit der industriellen Unternehmer“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Diese Einleitung skizziert das Vorhaben, Jean-Baptiste Say als zentralen Vertreter der klassischen Nationalökonomie vorzustellen und seine Relevanz zu bewerten.
2. DIE KLASSISCHE NATIONALÖKONOMIE: Dieses Kapitel bettet Jean-Baptiste Say in das Umfeld bedeutender Ökonomen wie Smith, Ricardo und Malthus ein und erläutert die Grundsätze der klassischen Schule.
3. JEAN-BAPTISTE SAY: Hier werden das Leben des Ökonomen, seine wichtigsten Schriften und seine fundamentalen wirtschaftspolitischen Ansichten dargestellt.
4. DAS TRAITE D´ECONOMIE POLITQUE: Dieser Abschnitt analysiert das Hauptwerk von Say, insbesondere die Theorie der Produktionsfaktoren, die Wertlehre, den Unternehmerbegriff und das Saysche Gesetz.
5. REAKTIONEN AUF SAY: Dieses Kapitel widmet sich der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Says Thesen, angefangen bei seinen zeitgenössischen Kritikern bis hin zur späteren, konträren Position durch John Maynard Keynes.
6. ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG: Das Fazit würdigt Says Beitrag zur liberalen Wirtschaftsidee und diskutiert seine bleibende Wirkung auf die moderne Ökonomie.
Schlüsselwörter
Jean-Baptiste Say, Klassische Nationalökonomie, Traité d´économie politique, Saysches Gesetz, Produktionsfaktoren, Unternehmer, Wertlehre, Wirtschaftsliberalismus, Adam Smith, David Ricardo, John Maynard Keynes, Arbeitswertlehre, Güterverteilung, Makroökonomie, Marktgleichgewicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Leben, das Wirken und die theoretischen Beiträge des französischen Ökonomen Jean-Baptiste Say zur klassischen Nationalökonomie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören das Saysche Gesetz, die Definition der drei Produktionsfaktoren, der neu eingeführte Unternehmerbegriff und die Einbettung in den klassischen Liberalismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Says Bedeutung für die Entwicklung der ökonomischen Lehrmeinungen aufzuzeigen und seine Ansichten im Kontext seiner Zeit sowie im Vergleich zu späteren Theorien wie denen von Keynes darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Seminararbeit, die auf einer fundierten Auswertung historischer ökonomischer Standardwerke und wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert das "Traité d´économie politique", erklärt das Saysche Gesetz und beleuchtet die kritische Rezeption durch Zeitgenossen und John Maynard Keynes.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Klassische Ökonomie, Saysches Gesetz, Produktive Dienstleistungen, Unternehmer, Marktgleichgewicht und Werttheorie.
Warum war der Begriff des "Unternehmers" bei Say so innovativ?
Say unterschied im Gegensatz zu vielen englischen Klassikern klar zwischen dem Kapitalisten und dem Unternehmer, der das Risiko trägt und die Produktion koordiniert.
Inwiefern unterscheidet sich die Sichtweise von Keynes von derjenigen von Say?
Während Say das Saysche Gesetz vertrat, wonach sich jedes Angebot seine eigene Nachfrage schafft, widerlegte Keynes dies und betonte die Rolle der Gesamtnachfrage sowie die Möglichkeit von Unterbeschäftigungsgleichgewichten.
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- Claudia Viebering (Author), 2005, Jean-Baptiste Say, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61503