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Macht Gottesglaube unfrei? Überlegungen zur Bedeutung der Rede vom Heiligen Geist

Titre: Macht Gottesglaube unfrei? Überlegungen zur Bedeutung der Rede vom Heiligen Geist

Dossier / Travail , 2004 , 18 Pages

Autor:in: Felix Denschlag (Auteur)

Théologie - Théologie systématique
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Freiheit und Determination sind nie absolut, sondern greifen ineinander. Menschen sind grundsätzlich durch biologische und soziale Vorgaben disponiert, die die Individualität eines Menschen ausmachen und gleichsam das Instrumentarium für den Umgang mit der Welt, den Mitmenschen und sich selbst bereitstellen. Der Mensch besitzt nun die Fähigkeit, in diesen Grenzen seine Freiheit zu behaupten, diese Dispositionen zu erkennen, sich zu ihnen zu verhalten und sie zu verändern.
Die menschliche Freiheit ist die Grundvoraussetzung für sittliches Handeln in der Form der Möglichkeit, sich und sein Handeln selbstbestimmt vollziehen zu können. Der Mensch ist durch seine Freiheit zum verantwortlichen Handeln befähigt und verpflichtet, ein völlig fremdbestimmter Mensch könnte niemals für sein Handeln verantwortlich gemacht und zur Rechenschaft gezogen werden.
„Freiheit“ als Inbegriff der vielfältigen Emanzipationstendenzen der europäischen Geschichte seit dem Mittelalter ist einer der Grundbegriffe der europäischen Moderne. Seit der amerikanischen und der französischen Revolution zur ideologischen Grundlage der bürgerlichen Welt geworden, erweckt ihre Vision immer neue Befreiungsbewegungen. Diese Freiheit, die zum menschlichen Leben unerlässlich dazugehört, lässt sich schwerlich mit einem autoritären Gott identifizieren und so werden Freiheit und Gott, freilich in einem bestimmten Verständnis, seit der französischen Revolution zu einer„modernen Alternative“.
In der Freiheitskonzeption des Existentialismus führt das Verständnis des Gottesbegriffs als Unaufrichtigkeit, also Gottesglaube als eine nicht sachgemäße Abgabe der eigenen Verantwortung an eine die Verhaltensregeln vorgebende höhere Instanz, zum Atheismus. Der Mensch ist frei - es gibt keinen Gott. Gott ist hier gedacht als ein unendliches und vollkommenes Bewusstsein, welches das Gute denkt, womit es für den gottgläubigen Menschen a priori gesetzt ist. Doch das a priori Gute gibt es nicht - es ist immer nur der Mensch, der etwas als gut beurteilt. Diese Freiheitskonzeption werde ich nach der Abhandlung des kantischen Freiheitsverständnisses, auf dasjenige des Existentialismus aufbaut, näher erläutern.
Doch ist es so einfach? Gewiss, Sartre war kein Theologe und hat sich somit erst gar nicht um ein sinnvolles, mit der menschlichen Freiheit zu vereinbarenden Gottesverständnis bemüht, sondern hat eine bestimmte Form der Frömmigkeit, die nicht den Tatsachen entspricht, allerdings weit verbreitet ist, angeprangert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Moderne Freiheitskonzepte

1. Das Freiheitsverständnis der formalen Vernunftmoral

2. Das Freiheitsverständnis der Existenzphilosophie

C. Freiheit im Leben mit Gott

1. Exkurs: Die lateinamerikanische Befreiungstheologie

2. Der Geist, der zu Leben befreit

3. Wiedergeburt zum Leben im heiligen Geist

a) Biblische Interpretationen

b) Die Wiedergeburt zum Leben

c) Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter

d) Nachtrag: zum Sündenbegriff

D. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Gottesglaube und menschlicher Freiheit. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die christliche Rede vom Heiligen Geist und das Konzept der Wiedergeburt eine Synthese zwischen religiöser Bindung und autonomer Selbstbestimmung ermöglichen können.

  • Die philosophische Gegenüberstellung von Vernunftmoral und Existentialismus.
  • Die Rolle des Heiligen Geistes als befreiende Kraft im christlichen Verständnis.
  • Die Neuinterpretation des Begriffs der Wiedergeburt als Prozess der Lebensgestaltung.
  • Das Verständnis von Sünde als Entfremdung und Gefühlskälte gegenüber der Gemeinschaft.
  • Die ethische Relevanz biblischer Texte, wie das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

Auszug aus dem Buch

3. Wiedergeburt zum Leben im Heiligen Geist

Luther hat um die Erleuchtung durch den Heiligen Geist gebetet, weil er zu der Einsicht gekommen war, die Sünde habe die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen getrübt. Und auch für mich geht es nun darum, zu zeigen, wie Menschen durch das Wirken des Heiligen Geistes ihr Leben verändern können. Unter Sünde verstehe ich Unempfindlichkeit oder Gefühlskälte, eine Veränderung zum Guten, also weg von der Sünde wäre dem entsprechend ein Weg hin zu der Lebenskunst, mit Situationen fertig zu werden, also stets situationsangemessen solidarisch und liebend zu reagieren.

Es gibt viele Begriffe, die dazu dienen sollen, das Wirken des Heiligen Geistes im Leben des Einzelnen zu umschreiben. Einige davon sind „Erwählung“, „Berufung“, „Wiedergeburt“, „Reinigung“, „Erleuchtung“, „Bekehrung“, „Rechtfertigung“, und „Heiligung“. Diese Begriffe hängen eng miteinander zusammen und machen in ihrer Vielzahl den Reichtum und die Vielfalt im Werk des Heiligen Geistes deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Determination und führt in die Thematik der modernen Alternative zwischen Gottesglaube und menschlicher Autonomie ein.

B. Moderne Freiheitskonzepte: Dieses Kapitel analysiert das kantische Freiheitsverständnis der formalen Vernunftmoral und stellt es dem atheistischen Existentialismus von Jean-Paul Sartre gegenüber.

C. Freiheit im Leben mit Gott: Der Hauptteil untersucht, wie durch den Heiligen Geist eine befreite Lebenspraxis möglich wird, wobei Themen wie Wiedergeburt, Sünde und christliche Nächstenliebe theoretisch und exegetisch behandelt werden.

D. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass ein Leben im Geist eine Befreiung von entfremdenden Bindungen darstellt und ein Leben in kommunikativen Beziehungen ermöglicht.

Schlüsselwörter

Heiliger Geist, Freiheit, Wiedergeburt, Gottesglaube, Existentialismus, Vernunftmoral, Sünde, Befreiungstheologie, Autonomie, christliche Ethik, Lebensgestaltung, Gemeinschaft, Transzendenz, Verantwortung, Lebenskunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Verbindung zwischen einem christlichen Gottesverständnis und dem menschlichen Streben nach Freiheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind philosophische Freiheitskonzepte, die Rolle des Heiligen Geistes, das Verständnis von Sünde sowie die Bedeutung von Wiedergeburt als erneuernder Lebensprozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Glaube an Gott und menschliche Freiheit keine Gegensätze sein müssen, sondern sich zu einer sinnvollen Lebensgestaltung ergänzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theologisch-hermeneutische Methode angewandt, die biblische Texte mit philosophischen Ansätzen (u.a. Kant, Sartre) und moderner Pneumatologie in Dialog setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die christliche Befreiungstradition, die Dimensionen des Wirkens des Heiligen Geistes und interpretiert den Sündenbegriff als soziale Entfremdung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch die Begriffe Freiheit, Heiliger Geist, Wiedergeburt, Existentialismus und christliche Ethik beschreiben.

Inwiefern wird der Sündenbegriff in der Arbeit neu interpretiert?

Sünde wird nicht als rein moralisches Vergehen verstanden, sondern als Gefühlskälte und Verlust der Empfindsamkeit, die das Gemeinschaftsverhältnis zu Gott und Mitmenschen stört.

Welche Rolle spielt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter?

Das Gleichnis dient als Fallbeispiel für eine „Nachfolge Jesu“, in der die spontane Betroffenheit und die Überwindung gesellschaftlicher Konventionen als Ausdruck gelebter Freiheit im Geist gedeutet werden.

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Résumé des informations

Titre
Macht Gottesglaube unfrei? Überlegungen zur Bedeutung der Rede vom Heiligen Geist
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Auteur
Felix Denschlag (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
18
N° de catalogue
V61530
ISBN (ebook)
9783638549653
ISBN (Livre)
9783656803126
Langue
allemand
mots-clé
Macht Gottesglaube Bedeutung Rede Heiligen Geist
Sécurité des produits
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Citation du texte
Felix Denschlag (Auteur), 2004, Macht Gottesglaube unfrei? Überlegungen zur Bedeutung der Rede vom Heiligen Geist, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61530
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Extrait de  18  pages
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